Vom Autofahrer zum Autopilot.

 

Da sitzen sie in Meseberg zusammen. Das ist eine Gegend, in der das Autofahren im Wesentlichen an Freitagen und Sonntagen auf der B96 stattfindet. Die Berliner fahren in das Wochenende und sie kommen aus dem Wochenende. Auch im Sommer ist diese Straße mehr befahren, als in der kühlen Jahreszeit. Ansonsten ist rundherum Nord-Brandenburg. Das ist nicht ganz so wie Grönland. Aber Grönland hat auch keine B96.

Die Kabinettsklausur hat auch ein oder mehrere Strategie-Papier(e). Jedenfalls eines, welches auf dem politischen Grundgedanken aufbaut, Deutschland als Autoland zu erhalten, zu modernisieren und somit für die Zukunft in dieser Welt zu rüsten. Laut Dobrindt (Verkehrsminister) muss sich Deutschland der „größten Mobilitätsrevolution“ stellen.

In Sachsen – Anhalt werden gerade die Güterbahnhöfe abgerüstet. Das kann doch nur bedeuten, dass der Güterverkehr abnimmt. Oder? Werden es weniger LKWs auf der Autobahn? Warum muss denn Deutschland ein „Autoland“ sein? Können wir nicht auch ein „Nahverkehrs-“ oder „Bahnland“ sein?

Was will Dobrindt? Jedenfalls will er nicht die Autos von der Straße bekommen. Er will die Fahrzeuge noch dichter auf den vorhandenen Fahrflächen stapeln und angeblich will er den Autofahrer entlasten. Aber, da kommt er in eine Zwickmühle: Er muss die Verantwortung für das Fahren bei den Autofahrern belassen. Dafür will die Autoindustrie nun doch nicht die Verantwortung übernehmen. Das hat die Autoindustrie deutlich signalisiert. Dann müssten sie ja Autos bauen, die wirklich autonom sind, dann müssten sie die volle Möglichkeiten der digitalen Welt nutzen, dann müssten sie alles wirklich sicher machen. Das kostet viel Geld, denn Entwicklung ist teuer und wohin würde es führen?

Zur Demokratie, zur Freiheit. Denn dann würde es keine Rolle mehr spielen, ob der Mitfahrer von einer Party kommt oder Hauptaktionär ist. Dann würde der Autofahrer, befreit von jeder anderen Last, das bekommen was er heutzutage von seinem Auto erwarten kann: Er wird auf die optimalste aller möglichen Arten von A nach B transportiert.

Und nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Das ist dann wirklich die Befreiung des Autofahrers – vom täglichen Terrorismus der Branche, des nächsten Autofahrers und des Herstellers.

Wünschenswerter wäre nur noch, den Verkehr durch andere Maßnahmen endlich einzuschränken, unnötig zu machen.

 

Ein zweiter Aspekt:

Es sollen Algorithmen geschaffen für das Verhalten der Roboter-Autos werden. Es sollen Gesetze geschaffen werden.

Der Schriftsteller Isaac Asimov hat vor einigen Jahren in einer seiner Kurzgeschichten schon die Frage nach Roboter-Ethik (Selbstständig lenkende Autos sind nichts anderes als Roboter.) aufgeworfen. Er hat drei Robotergesetze entworfen. Sie lauten:

  1. Ein Roboter darf einen Menschen nicht verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen des Menschen gehorchen, es sei denn, diese stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dies nicht mit dem ersten oder zweiten Gesetz im Konflikt steht.

Allerdings ist die Sache etwas komplizierter: Was wenn das Roboter-Auto sich entscheiden soll, ob ein Kind oder eine alte Frau überfahren wird? Schon der Mensch tut sich schwer bei solch einer Entscheidung. Aber er ist in seiner Reaktion viel langsamer und handelt instinktiv, so dass man ihm hinterher keine Vorwürfe über die Auswahl machen kann. Der Roboter-Auto, bzw. seinem Hersteller kann jeder Vorwurf gemacht werden: Zu langsame Reaktion des Roboters, Nicht-Vermeidung der Situation, falsche Person wegen falscher Entscheidung totgefahren, und eventuell noch einige mehr.

Die amerikanischen Militärs haben hier schon eine Lösung gefunden. Sie bezeichnen alles, was ihre Flugroboter (Drohnen) noch so angerichtet habe, als Kollateralschaden. Und damit sind sie und der Hersteller von Drohne, Bewaffnung und Steuerungssystem jede Verantwortung los. Beim zivilen automobilen Roboter wird das so nicht funktionieren.

Um die Hersteller zu ermutigen trotzdem selbstfahrende Autos zu entwickeln, favorisiert der Gesetzgeber die Reglung, nach der der Mensch, also der Mitfahrer-Fahrer trotzdem die Verantwortung behält. Das aber wird auch nicht funktionieren. Damit übernimmt der Fahrer die Verantwortung für etwas, dass er nicht verursacht: Die Handlung einer nicht von ihm programmierten Maschine. Und er kann auch gar nicht so schnell sein wie die Maschine. Mal abgesehen von der Tatsache, dass genau das Gegenteil eintritt, von dem was dem Fahrer versprochen wird. Die Versprechung: Zurücklehnen und die Fahrt genießen. Die Realität: gespannt darauf achten, dass der Roboter keine Fehler macht. Stress pur.

Natürlich wird es anders sein. Die Systeme werden entwickelt, sie werden reifen und irgendwann hat sich der Normal-Fahrer daran gewöhnt. Dann vertraut er dem System. Wenn trotzdem etwas passiert: Dazu gibt es doch Versicherungen.

So machen wir es doch im Augenblick auch. Ohne Roboter-Autos.

 

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Die Sozialdemokratie.

Die Sozialdemokratie hatte mal Ideale. Sie wollte nie den Kommunismus. Dann hätten sie sich ja auch Kommunisten nennen müssen und dann hätte es keine Abspaltung gegeben. Wobei „Kommunismus“ ja in den meisten Ohren nichts als ein negativ belegtes Schlagwort ist. Der Deutsche hat immer noch vor seinem geistigen Auge dieses Plakat mit dem bluttriefendem Messer und dem grimmigen Ausdruck des Rotarmisten. Jedenfalls hat sich die Sozialdemokratie daran gehalten. „Die Sozialdemokratie war immer erfolgreich als Teil sozialer Bewegung“ (S. Gabriel) Und da hat er Recht, der Sigmar. – Sie „waren“. Heute sind sie nur noch eine Partei.

Kommunisten wollen die blutige Revolution, die Abschaffung des Eigentums und die Kollektivierung der Gedanken und der Nachttöpfe selbst für die Jüngsten. Da sind so eingeprägte Bilder in unseren Hirnen. Und die sind besser darin verankert, als die Bilder verstreut liegenden Leichen in einem Dorf irgendwo in Afghanistan nach einer Hochzeitsfeier. Dort wird gesagt: Das ist der Krieg, das ist Kollateralschaden. Da wird nicht gesagt: Das ist der Krieg, den die Sozialdemokratie mit verantwortet.

Was ist also die Sozialdemokratie? Heute in Deutschland ist es eine Partei. Es ist keine Gesinnung, denn niemand kann ja von Siegmar Gabriel behaupten, dass er eine Gesinnung hätte. Da sind vielleicht noch ein paar der Mitglieder, einige, die eine Gesinnung zu haben glauben. Sie sitzen in den Veranstaltungen und heben manchmal ihre Stimme. Manchmal nur um den Mitgliedsbeitrag einzufordern. Ihre politischen Ansichten allerdings sind, soweit vorhanden, weniger gefragt. Entscheidungen treffen „die da oben“. Das kennen wir doch. Das kennen wir aus Kaiserszeiten und noch früher, das kennen wir aus der Weimarer Republik, als die von Sozialdemokraten gegründeten Räterepubliken den Machenschaften von „denen da oben“ geopfert wurden; das kennen wir aus der Zeit des Nationalsozialismus, als das Volk nur das Volk war und mitlaufen durfte (und es auch tat). Die Sozialdemokraten mit Gesinnung sind schnell im Landwehrkanal oder in Buchenwald verschwunden.

Der Mensch ist darauf ausgerichtet seine engste Umgebung in seine Moral und Ethik mit einzubeziehen. Er fühlt mit Vater, Mutter, Kind und Enkel. Er trauert mit dem Nachbar um die Katze, die es wieder nicht über die Straße geschafft hat. Vielleicht engagiert er sich noch in seinem Stadtbezirk für die Anpflanzung oder Nicht-Rodung von Laubbäumen. Aber dann hört es auf. Alles andere ist außerhalb seines Dunstkreises. Er möchte gerne, aber es ist nicht so wichtig, dass er dafür wirklich Kraft aufwenden möchte. Vor allem aber sieht er keine wirklichen Erfolg, wenn er gegen den Krieg demonstriert. Dafür geht er ja wählen. Die von ihm gewählten sollen verhindern, dass der Krieg weitergeführt wird. Oder Waffen verkauft werden. Oder die „Freunde“ Krankenhäuser bombardieren. Ja, da gibt es schon mal eine Emotion im Fernsehsessel.

Jeder hat begriffen, dass eine Steigerung des Kohlendioxid-Ausstoßes das Weltklima wahrscheinlich unumkehrbar negativ beeinflusst. Jeder bedauert das in höchstem Maße. Jeder denkende Deutsche hat begriffen, dass das kapitalistische Wirtschaftssystem sich negativ auf alle seine Lebensbereiche auswirkt. Auf das Gesundheitssystem, das nicht gesund macht, die Straßen, die kaum noch befahrbar sind, das gefriergetrocknete und von allen Vitaminen befreite Essen, der tägliche Stau, die Angst um den Arbeitsplatz, die zu geringe Rente, der Krieg mit Beteiligung Deutscher,….

Und jeder möchte das ändern.

Darum geht er wählen.

In der Hoffnung, dass die Gewählten das auch wollen. Die Christlichen wählen die Christen. Weil Christen gegen Sterben und Hunger und für die Ideale eines gewissen Jesus stehen. „Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht begehren….“ Die anderen wählen die Sozialdemokraten. Weil die auch Ideale haben. „Die Arbeit soll gut bezahlt werden. Die Firmen und Banken, die die Krise gemacht haben, sollen nun auch die Kosten bezahlen. Mehr umwelt-freundlichen Strom. Alle Menschen sollen gut versorgt sein. Eine gute Rente für alle.“(Quelle: Wahlprogramm der SPD 2013-17) Sie haben nicht mehr soviel Ideale, aber einige interessante sind geblieben.

Leider bleiben sie da wo sie sind: Auf dem Papier. Für den Bürger gibt es keinen Ausweg. Entweder: Augen zu und trotzdem die Partei der Wahl wählen, oder irgendwie dem ohnmächtigen Protest Ausdruck verleihen.

Hoffnung ist nicht, aber ändern muss sich etwas. Es wird sich etwas ändern. Alle sehen der Katastrophe mit offenen Augen entgegen. Ohnmächtig, paralysiert. Das Ende der Demokratie liegt hinter uns.

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Flüchtlinge

Wollen wir nicht alle irgendwie flüchten? Wenigstens manchmal? Vor der zeternden Ehefrau, vor dem schlechten Wetter in die Sonne, vor dem Chef, weil der kurz vor Feierabend noch eine Aufgabe hat und das Überstunden bedeutet oder einfach nur mal raus hier, nach Paris vielleicht.

Die prominentesten Flüchtlinge sind ja im Augenblick die, die aus Syrien kommen und die, die sich nur einen Briefkasten als Firmenanschrift leisten können.

Gemeinsamkeiten gibt es da schon. Das ist vor allem der Status: Flüchtling. Das sind in jedem Falle bedauernswerte Mitmenschen, na ja, Menschen, die vor einem Ungemach, vor einer Bedrohung, flüchten. Da gibt es noch mehr Gemeinsamkeiten: Sie werden in ihren Heimatländern von einem unerbittlichen Regime verfolgt, sie erhalten in fernen Ländern Asyl, weil ihnen zu hause Unrecht geschehen könnte.

Gewisse Unterschiede gibt es natürlich auch. Die einen werden schlicht als Flüchtlinge oder Asylanten bezeichnet, die anderen als „Steuerflüchtlinge“. Die Flucht vor der „Steuer“ scheint dabei eine gehobene Form der Flucht zu sein. Interessant wäre es zu erfahren, ob da in den asylgebenden Ländern auch so aufgeregt dafür und dagegen diskutiert wird, ob eventuell Briefkästen in Flammen aufgehen oder sich eine Protestbewegung gebildet hat. Gibt es Quoten für asylsuchende Steuerflüchtlinge und wie sind die Einreise-, Bleibe- und Abschiebe-Reglungen? Man hört ja so wenig. Aber man sollte doch ab und zu über den Tellerrand hinaussehen. Vielleicht kann sich die EU oder die Bundesregierung die eine oder andere Anregung für die Syrien-Flüchtlinge holen?

Ja, es ist so: Die „Steuerflüchtlinge“, diese armen Menschen werden von unserer Steuer-totalitären Regierung in die Flucht getrieben. Für das Geld dieser Leute ist der Aufenthalt in Deutschland unerträglich, ja sogar gefährlich geworden. Das Geld dieser Leute muss um seine Existenz fürchten. Wir sollten inländisch einen Bürgerkrieg beginnen. Für die Steuerfreiheit des Geldes! Gegen das totalitäre Gebaren der Steuerbehörden!

Auch ich würde mich den Freiheitskämpfern anschließen. Das unerbittlichen Finanzamt hat wieder mal meine Fahrtenabrechnung nicht anerkannt. Ich habe schon an Flucht gedacht. Aber ich kann mir nicht einmal einen Briefkasten im Bundesstaat Delaware in den USA leisten.

Übrigens: Vorsicht beim Lesen des Artikels. Das soll zwar sa-tierisch sein, aber die Gedankenpolizei ist unterwegs. Die Bundesregierung hat die Klage gegen Böhmermann zugelassen.

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Alternativen für Deutschland

  • kein Export von Waffen jeglicher Art.
  • keinen Export von Müll jeglicher Art.
  • keinen Export von Gewalt jeglicher Art
  • kein Export von Energie
  • kein Import von Elend, Geld und Kokosöl
  • Ausbildung von Ärzten, Ingenieuren, Technikern, Bauern und Lehrern, die wieder zurückgehen in ihre Heimatländer.
  • Ausbildung von Lehrern nach humanistischen Prinzipien, die in Deutschland die nächste Generation zu Technikern, Lehrern, Wissenschaftlern und Künstlern heranziehen
  • Arbeitslosengeld ohne Sanktionen
  • Rente und Pflege und Gesundheitsversorgung sollen nicht profitorientiert sein
  • die Polizei soll sich wieder um Verkehr und Kriminalität kümmern.
  • Die Steuern sollen nicht für die Stützung von Banken und Konzernen verschleudert werden

Die Stimme des Volkes ist in drei Bundesländern abgegeben worden – an die AFD. Die Stimme wird nicht zurückgegeben.

Die Angst der Etablierten ist groß. Sie könnten ihre Pfründe verlieren. Die Angst der Wähler ist nicht groß genug. Sie haben schon verloren.

 

Sachsen-Anhalt

Wahl am 13.März 2016; Arbeitslosenquote – gesamt nahe 10% (rund 125.000), in einigen Gegenden über 14%; Wahlbeteiligung über 61%; Pendler: über 130.000 Menschen fahren zur Arbeit in ein anderes Bundesland; Zweitstärkste Partei: AFD mit 24,2% der abgegebenen Stimmen. Also haben rund 14% der Wahlberechtigten für diese Partei gestimmt.

Bestimmt jetzt diese Partei für die Wähler? Sie werden sich einigen, die Etablierten und die AFD. So sehr unterscheiden sie sich gar nicht. Es ist die dunkle Seite.

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Integration

Is mir doch wurscht, sacht der Berliner. Da reden sie von Integration. Ich versteh‘ das immer noch nicht. Warum wollen sie die denn integrieren? Sind die überhaupt gefragt worden, ob sie integriert werden wollen? Vielleicht wollen die lieber wieder nach Hause, sobald sie wieder nach Hause wollen.

Wenn dem Nachbarn das Haus überschwemmt ist, warum auch immer, dann biete ich ihm natürlich an, die kalte grausame Nacht bei mir im trocknen Haus zu verbringen. Wir rücken ein wenig zusammen und dann wird es schon gehen. Der Nachbar wird zusehen, dass er den Schaden bei sich im Haus so bald als möglich geregelt bekommt und er wieder bei sich wohnen kann. Ist doch sein Haus, ist doch sein Zuhause! Da will er doch wieder hin, da wo er selber geboren ist, in der Zimmerecke gespielt hat, seine erste Freundin unterm Apfelbaum verführte; da wo er sein eigenes Bett stehen hat.

Warum, will er dann integriert werden in meinen Haushalt? Das will er doch gar nicht, von meiner Gutmütigkeit leben, die er irgendwann überstrapaziert.

Jugendlichen Flüchtlingen wird angeboten, in deutschen Firmen einen Beruf zu erlernen. Das ist vernünftig, dann können sie, wenn sie wieder in ihrem Heimatland sind, ihren Beruf dort ausüben.

Lehrern, die nach Deutschland geflüchtet sind, sollen an den Hochschulen Kurse für deutsche Sprache belegen. Dann können sie an den Schulen die Flüchtlingskinder unterrichten.

Warum sollen die Flüchtlinge in Deutschland oder in anderen Ländern integriert werden? Wollen die Flüchtlinge nicht wieder zurück zu ihrem Zuhause?

Natürlich gibt es diejenigen, die hierherkommen, um zu bleiben. die gab es immer und die wird es immer geben. Es gibt auch genug Deutsche, die ihr Land für immer verlassen, um irgendwo in der Welt ihr Glück zu versuchen. In den seltensten Fällen sind es Flüchtlinge. Oft haben sie nicht den Gedanken, in die Heimat zurückzukehren. Von ihnen wird überall in der Welt verlangt, dass sie sich anpassen, dass sie sich integrieren. Sie müssen die Landessprache lernen, sie müssen sich den Landesgesetzen unterordnen. Und sie tun es. Einerseits, weil sie gar keine andere Chance haben, andererseits, weil sie ja in das Land ihrer Wahl ausgewandert sind und es vorziehen unter den dortigen Verhältnissen zu leben.

Sie sind aber keine Flüchtlinge. Sie werden auch nicht als solche behandelt.

Nach Deutschland kommen auch Leute. In der letzten Zeit sogar sehr viele. Einige dieser Leute sind Einwanderer – das heißt, sie sind aus einem anderen Land ausgewandert, – und es Leute, die aus ihrem Land geflüchtet sind, Leuten, die hier in unserem Land vorübergehend leben wollen.

Flüchtlinge sollen der Menschlichkeit wegen soviele aufgenommen werden, wie das Land Deutschland eben verkraftet. Und es verkraftet viel, sehr viel, dieses reiche Deutschland. Und es hat hier noch eine besondere Verpflichtung der Aufnahme, denn es ist selbst mit schuld an den Verhältnissen in den Heimatländern der Flüchtlinge. Ja, die Deutschen haben diese Häuser auch angesteckt.

Aussiedler oder Umsiedler aus anderen Ländern aber, von denen kann man verlangen, dass sie sich integrieren. (Nicht das sie von uns Deutschen integriert werden, das ist ein Unterschied.) Sie müssen sich bemühen hier zu leben, ohne das Leben hier verändern zu wollen. Sie müssen von sich aus die Sprache lernen, sie müssen sich den Gesetzen und den kulturellen Gegebenheiten fügen. Wenn sie das nicht wollen, dann hätten sie zuhause bleiben sollen.

Den Leuten steht leider nicht auf der Stirn geschrieben: „Ich bin Flüchtling“ oder „Ich bin Einwanderer“. Manchmal werden aus Flüchtlingen Einwanderer. Manchmal sind sie beides. Manchmal werden aus Flüchtlingen erst im Laufe der Zeit Einwanderer.

Natürlich ist eine moderate Zuwanderung aus anderen Staaten, Regionen und Kulturen eine Bereicherung der einheimischen Kultur. Das war immer so und das wird immer so sein. Die Einwanderer aus Italien in das Wirtschaftswunderland haben die Eiskaffees in jede deutschen Innenstadt gebracht und die nächste Welle brachte die Dönerbuden nach Deutschland. Es entstanden auch ganze Stadtteile mit abweichender Kulturauffassung und das ist dann schon störend, wenn die Kinder im deutschen Kindergarten beim Spielen neben der türkischen Sprache gleich noch lernen, das Kopftuch richtig zu binden. Und immer wieder ist die Frage da, ob das noch Deutschland ist, da mitten in Berlin in Kreuzberg oder in Köln in der Keupstrasse.

Seit Jahren wird darüber in deutschen Haushalten eine Diskussion geführt: Über die Verfremdung von ganzen Stadteilen.

Jede öffentlich gemachte Kritik wird mit Fremdenfeindlichkeitsvorwurf abgebügelt. Dabei ist es die natürlichste Reaktion eines Menschen, wenn er das Fremde wieder aus seinem Haus heraus haben möchte. Er möchte leben, wie er immer gelebt hat. Ohne sich mit fremden Gewohnheiten auseinandersetzen zu müssen. Dafür fährt er ja in den Urlaub, wenn er das haben will.

Die Ängste der Menschen werden missachtet. Sie werden damit in die Arme der Hasspopulisten getrieben. Wenn sie ihre Meinung nicht mehr anders vertreten sehen, wenn sie ihre Ängste bestätigt finden und niemand ihnen hilft, die Ängste wieder loszuwerden, dann gibt es nur noch den Weg in die Arme der Rechtspopulisten oder die Resignation.

Dabei wollen die biederen Bürger keinen Syrer, keinen Iraker und auch keinen Albaner jemals etwas antun. Aber sie möchten auch umgekehrt sicher sein, dass er ihnen nichts antut, dass er das Haus wieder verlässt, wenn es möglich ist und das er sich selbst bemüht, die Verhältnisse bei sich zuhause wieder in Ordnung zu bekommen. Dabei würden sie ihm sogar helfen.

Ja, dabei würden viele helfen. Aber die von den USA und ihren Verbündeten angefangenen Kriege in Afghanistan, im Irak, in Syrien werden immer noch nicht beendet. Der Krieg in Syrien, der von der USA gegen den souveränen syrischen Staat und gegen den „IS“, von der Türkei gegen die Kurden, von Russland und von Syrien gegen die „Rebellen“ und den „IS“ ausgetragen wird, findet kein Ende. Jeder vertritt irgendwelche eigenen Interessen. Niemand vertritt die Interessen der syrischen Bevölkerung. Das Haus ist an mehreren Ecken angezündet und brennt. Deutschland gewährt einem Teil der Kriegsflüchtlinge Unterschlupf bis der Brand gelöscht sein wird. Integrieren will sie eigentlich niemand. Bis auf die Industriebosse. Die wollen sie als Billiglöhner in ihr System integrieren. Dann können die Nordseekrabben billig in Deutschland gepuhlt werden und die Näherinnen sitzen nicht mehr in Damaskus oder Bangladesch, sondern in Hamburg in einer abgewrackten Werkhalle und machen die Kollektion für den nächsten Sommerschlussverramsch.

Übrigens: Der gewöhnliche Deutsche hat Sorgen, sogar Ängste. Vor allem sorgt er sich darum, wie die Fremden, die Flüchtlinge, die Ausländer wieder in ihre Heimatländer zurückkehren können. Und das möglichst bald. Sie sind, trotz aller Beschwichtigungen von Seiten amtlicher Beschwichtiger, die mit Statistiken hantieren, Störfaktoren in unserem Leben. Sie sind einfach fremd und wohnen hier und wir müssen unser Haus und unser Brot mit ihnen teilen. Niemand hat uns gefragt, ob wir das wollen.

Und, der Bürger sieht nicht, wie sich die amtlichen Beschwichtiger in gleichem Maße wie bei der Beschwichtigung auch darum kümmern, diesen Zustand wieder zu beenden. Sich darum kümmern, wie diese Leute wieder in ihr eigenes Land kommen, das wäre doch neben der vorübergehenden Unterbringung hier, auch eine lohnende und von der einheimischen Bevölkerung als wichtig angesehene Aufgabe. Aber da fehlt es der Regierung und der Kanzlerin an Ideen und an Initiativen. Statt dessen reden sie nur vom „Integrieren“.

In unserem schönen Land hat jeder fünfte (20%) einen Migrationshintergrund. 10 Prozent sind Ausländer. Das ist genug. Da kann man schon mal sagen, dass es genug ist und erwarten, bei dem gegenwärtigen Ansturm, dass eine Idee entwickelt wird, den Anteil nicht noch weiter steigen zu lassen.

Aber das ist kein Grund Flüchtlingsheime anzustecken. Wir Deutsche haben ja schon dazu beigetragen, dass in den Heimatländern alles verbrennt. Da müssen wir die Zufluchtsstätren, die vorübergehende, nicht auch noch anstecken. Denn dann wird Verzweiflung da sein.

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