Korea-Krieg

Viele ahnen schon, dass die Welt nicht so einfach ist, wie sie in den „Leitmedien“ dargestellt wird. Aber es ist einfacher, sie einfach zu lassen, diese Welt.

Gegenwärtig ist das Thema Korea in den Medien. Dort herrscht die Formel: Nordkorea = Kim Jong-un = BÖSE und Südkorea = Demokratie= GUT.

Es droht ein Krieg um und in Korea. Ab 25.April, wenn der verirrte amerikanische Flugzeugträgerverband im Japanischen Meer eintrifft, kann es losgehen. In diesem Umfeld habe ich mich für den Koreakrieg 1950/51 interessiert.

Hier lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie in den Medien mit Geschichte und Gegenwart umgegangen wird. Auf den ersten 8 Seiten der „Google“ – Suche ist kein Betrag zu finden, der die Geschichte nicht verdreht oder unvollständig oder falsch wiedergibt und so mindestens den Eindruck erweckt und stützt, das nordkoreanische Regime und Russland wären Schuld an dem gegenwärtigen Status der Region und der Teilung des Landes. Auch durch die verbreiteten Schulbücher wird diese Darstellung zur gängigen Geschichtsschreibung.

Deshalb an dieser Stelle eine kurze Geschichte Koreas aus meiner Sicht mit den oft nicht genannten Fakten und Richtigstellungen zu den verbreiteten „Fakten“. Ich habe hier keine Verweise oder Quellenangaben angebracht. Wer interessiert ist und tief genug gräbt, wird die Informationen unter dem Haufen der „angepassten“ Meldungen und Betrachtungen finden und nachprüfen können.

Korea bis 1945

Korea war schon vor Beginn des 20. Jahrhunderts oft Spielball der sie umgebenden Mächte. China hatte es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wechselweise als Vasallenstaat oder als Protektorat beherrscht. Mit dem Erstarken Japans und der damit verbundenen aggressiven Expansion auf das Festland verdrängte Japan China als Kolonialherr über Korea. Das Kaiserreich Korea wurde Protektorat Japans und nach 1910 Kolonie.

Zum besseren Verständnis sei hier noch erwähnt, wie es in der Umgebung Koreas, in der angrenzenden Mandschurei, eigentlich von China beansprucht, ausgesehen hat.

Japan hatte sich (kriegerisch) auf dem Festland gegen China und auch gegen das expandierende Kaiserreich Russland durchgesetzt. Im Russisch-Japanischem Krieg 1904/05 wurde die, in etwa heute noch gültige, Grenze zwischen Russland und der Mandschurei gezogen. Die südliche Mandschurei war japanisch besetzt, der nördliche Teil russisches Territorium. Im Jahre 1938 gab es einen weiteren Krieg um die Mandschurei, als das Kaiserreich Japan versuchte der 1921 gegründeten, vermeintlich schwache Sowjetunion ein weiteres Teil der Mandschurei zu entreißen. Aber die Grenzziehung änderte sich nicht. Das hielt sich so bis zum Eintritt der UdSSR in den Krieg gegen Japan, dem letzten Kapitel des 2. Weltkrieges.

Korea 1945

Am 8. August 1945 marschierte die Rote Armee der Sowjetunion nach einer Kriegserklärung in die Mandschurei ein. Das war von den Alliierten (USA, UdSSR, Groß Britannien) auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) so beschlossen worden. Der Feldzug führte zur Vernichtung der japanischen Truppen in der Mandschurei und der Besetzung dieser Gebiete durch die Rote Armee. Der sowjetische Vormarsch endete auf Grund von Nachschubschwierigkeiten an der heutigen Landesgrenze Koreas zu China, am Yalu-Fluss. Es gab auf Korea nur drei Landungsoperationen der sowjetischen Streitkräfte.

Entsprechend den Vereinbarungen der Alliierten in Jalta wird die koreanische Halbinsel in zwei Besatzungszonen geteilt. Nördlich des 38. Breitengrades ist Sowjetisches Besatzungsgebiet, südlich davon sind die Amerikaner die Besatzer. Offiziell sind auch die Engländer und Chinesen „Treuhänder“ des „verwalteten Territoriums“ bis zur Unabhängigkeit. Die Alliierten hatten auf der Konferenz von Jalta beschlossen, dass Korea ein vereinigtes, unabhängiges Land unter einer gewählten Regierung werden sollte, legten jedoch keine Details fest.

Im Süden regiert zunächst, wie im Norden, eine Militärverwaltung der Besatzer. Im Norden wird die Übergabe der Verwaltung an einheimische Kräfte vorangetrieben. Es bildet sich, natürlich mit Unterstützung der Sowjetunion, ein „Provisorisches Volkskomitee“.

Im Norden wurden die japanischen Kriegsverbrecher und Kollaborateure aus den Ämtern gejagt. Im Süden ist dieses Vorgehen nicht ganz so strikt, sie wird von der Besatzungsmacht gebremst. Die politischen Gruppierungen, die sich im ganzen Land bildeten, haben vorrangig das Ziel die japanische Vorherrschaft in Ämtern und Verwaltungen und auch in der Wirtschaft zu beenden und ein einheitliches Korea zu schaffen. In ganz Korea werden die Ländereien der Großgrundbesitzer besetzt und die Fabriken, deren Besitzer (meist Japaner) geflohen waren, werden durch Arbeiterräte übernommen.

Die Beibehaltung der Teilung Koreas am 38. Breitengrad wäre den Besatzungsmächten USA und Sowjetunion recht,  weil so jeder Macht über den besetzten Teil behält. Die einheimische politische Landschaft aber entwickelt sich anders und zwar vor allem gegen die Interessen der USA. Diese hätte natürlich gerne ein Land nach westlichen Demokratievorstellungen. Auf keinen Fall aber ein kommunistisch oder sozialistisch regiertes Land.  Die Kommunisten und Sozialisten, die anti-kapitalistischen und nationalen Kräfte aber führen die politische Bewegung in Nord und Süd an. Es droht die Übernahme der Macht durch „undemokratische“ Kräfte. Die USA proklamierte daraufhin für den Süden die USAMGIK („United States Army Military Government in Korea“)

Die USA etabliert im Süden eine Marionette. Rhee Syng-Man war 1919 war er zum Präsidenten der selbsternannten „provisorischen Regierung Koreas im Exil“ gewählt worden. Er lebte bis 1945 auf Hawaii, also in den USA. Rhee Syng-Man wird an die Spitze einer Abspaltung der konservativen Partei gestellt und von der USA protegiert.

Wahlen

Im Vorfeld der Wahlen kam es im ganzen Korea zu Demonstrationen, Generalstreiks bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Koreaner in Nord und Süd wollten separate Wahlen im Süden verhindern. Getrennte Wahlen für Nord und Süd waren vorher von der USA in der UNO vorgeschlagen worden. Dabei sollte die Anzahl der Bevölkerung in den Landesteilen auch über die Sitze im Parlament entscheiden. Der Süden hätte mit seiner doppelt so großen Bevölkerung die weitere Ausrichtung der Politik des Landes in jedem Falle bestimmt. Allerdings hatte die USA im Süden schon dafür gesorgt, dass die ihnen genehmen Kräfte auch die Wahl gewinnen würden. Im Vorfeld waren kommunistisch und sozialistisch orientierte politische Gruppierungen verboten worden.

Die erste Verfassung Südkoreas (Juli 1948) wies dem Präsidenten weitgehende Machtbefugnisse zu, weit über das hinaus, was noch als „demokratisch“ bezeichnet werden konnte.

Im August 1948 wird Rhee Syng-Man vom südkoreanischen Parlament zum Präsidenten der Republik Südkorea gewählt. Er stützte sich dabei auf ehemalige koreanische Offiziere der japanischen Armee.

Damit waren also in den Besatzungsgebieten getrennte Wahlen durchgeführt worden und es gab nun zwei Regierungen und zwei Staaten. Die Besatzungsmacht war nur für 5 Jahre vorgesehen. Die Besatzungsmächte zogen sich also 1948 (Sowjetunion) bzw. 1949 (USA) aus Korea zurück. Die USA behält aber Stützpunkte.

Ab 1948 kam es zu erbitterten Aufständen in ganz Südkorea. Bei einem Aufstand auf der vorgelagerten Insel Jejudo richteten Polizei und Armee ein Massaker an, bei dem bis zu einem Viertel der Bevölkerung getötet wurde.

Mit diesen Aufständen hatte Nordkorea nichts zu tun. Allerdings tobte an der Demarkationslinie ein ständiger Grenzkrieg. Und der gesamte Südwesten Koreas befand sich in ständigem Aufruhr gegen das verhasste Regime von Rhee Syng-Man. Nur ein Krieg konnte es noch retten.

Nach gefälschten «demokratischen» Vorwahlen von 1948 verlor Rhee Syng-Man am 30.Mai 1950 spektakulär die Wahlen zur Nationalversammlung, und das, obwohl die gesamte Linke (inkl. der Kommunisten) verboten war.

 

Der Krieg kommt

Am 1. Oktober 1949 wurde die kommunistische Volksrepublik China ausgerufen. Die Volksrepublik wurde durch die UN nicht anerkannt.

Am 25.Juni 1950 ist der Präsident Rhee Syng-Man anwesend, als die Südkoreanische Armee in ganzer Linie den 38.Breitengrad überschreitet. Am folgenden Tag melden große Medien des Westens (London Daily Herald, Guardian, New York Herald Tribune, New York Times) dass die südkoreanischen Truppen erfolgreich in den Norden vorgedrungen sind und die Stadt Heaju erobert hätten.

Am selben Tag reicht die USA einen Resolutionsentwurf beim UN-Sicherheitsrat vor. Nordkorea wird  „unprovozierte Aggression“ vorgeworfen. Im Sicherheitsrat der UN wird abgestimmt. Die UdSSR ist nicht dabei. Sie nimmt aus Protest wegen der Nicht-Anerkennung der VR China nicht an der Sitzung teil. Ägypten will das „unprovoziert“ gestrichen haben, Jugoslawien ist gegen die Resolution. Die ständigen Provokationen an der Demarkationslinie waren bekannt. Mit den Stimmen Nicaraguas (Diktator Somoza) und Cubas (Diktator Batista)   wird die Resolution durchgesetzt. Damit wird der folgende Krieg gegen Nordkorea durch die UN legitimiert.

Die nordkoreanische Armee drängt die südkoreanische Armee in wenigen Wochen völlig zurück. Seoul wird besetzt. Die südkoreanische Armee löst sich praktisch auf. Viele der von den Nordkoreanern gefangenen südkoreanischen Soldaten kämpften später in den Reihen der Nordkoreaner. Drei Viertel des Territoriums werden von den nordkoreanischen Truppen besetzt. Die Truppen des Südens töten während des Rückzuges in den Gefängnissen und Lagern des eigenen Landes hunderttausende Gefangene. Es sind Kommunisten, Sozialisten oder aber auch nur Gegner des Regimes.

Die USA hatte den Südkoreanern Hilfe geleistet.

Es wird von Nordkorea ein Waffenstillstand angeboten. Gemeinsame Wahlen sollen durchgeführt werden. Das wird abgelehnt.

Die USA hat es inzwischen geschafft, Truppen in den Süden zu bringen. Auch werden einige Landungsoperationen an der Küste durchgeführt. Der fast beendete Krieg flammt erneut auf. Jetzt aber stehen auf der einen Seite Nordkorea und auf der anderen Seite die Vereinten Nationen (UN) unter Führung der USA. Die Resolution 85 des UN-Sicherheitsrates gibt ihnen das Recht dazu.

Die Truppen der UN drängen die Nordkoreaner bis nach Nordkorea zurück. Freiwillige aus der UdSSR und reguläre chinesische Truppen greifen auf Seiten Nordkoreas in den Krieg ein. Es geht den großen Mächten um den Erhalt des Status Quo in Korea. Weder die USA wollten den Brückenkopf Korea verlieren, noch wollte die UdSSR oder China die Streitkräfte der USA bis an ihre Grenzen vorlassen.

Bis Juni 1953 zieht sich der Krieg hin. Mehr als 4 Millionen Zivilisten wurden umgebracht. Eine Million Soldaten starben.

 

 

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Wie schnell muss ich wachwerden?

Darf ich überhaupt schlafen?

„Der Fahrer muss wahrnehmungsbereit sein“ Schlafen darf ich nicht. „…dass er die Steuerung übernehmen kann, wenn er vom System dazu aufgefordert wird.“ Also doch schlafen. Kann mich ja wecken, „das System“, wenn ich wieder steuern soll. Mein Wecker weckt mich ja auch. Das macht er ganz ordentlich. Wenn ich ihn richtig gestellt habe.

Dobrindt: „Wir schaffen eine rechtliche Gleichstellung zwischen dem menschlichen Fahrer und dem Computer als Fahrer.“(Quelle: www.bundestag.de) Der Herr hat also die Zukunft vorgezogen und …. Ich glaube schon, dass mein Hund manchmal versteht, was ich sage. Ich glaube auch, er ist zu gewissen kognitiven Leistungen fähig. Aber er wird niemals sagen: „Du fährst zu weit rechts, mein Schatz.“ Allerdings kennt er den Parkplatz vor dem Einkaufszentrum und wartet ungeduldig auf die Wurst, die er bei meiner Rückkehr bekommt. Ans Steuer des Autos würde ich ihn nicht lassen und einkaufen schicken schon gar nicht.

Ich denke, meine Hausratsversicherung sollte meine automatisierte Waschmaschine oder wahlweise den Hersteller derselben belangen, wenn meine Hosen wieder mit zu hoher Temperatur gewaschen worden sind. Das muss die (das „System“) doch merken! Steht doch „smart“ drauf! Auf der Hose nicht, die Hose weiß nicht, wann sie aus der Waschmaschine springen muss. Hat sie auch keine Chance. Die Tür ist ja zu und lässt sich nur von außen öffnen. Oder automatisch.

Ich stelle mir schon die Schlagzeile vor: „Konzernchef wehrt sich gegen Vorwürfe“

Darunter diese Meldung: „Der Konzernchef XY(Name von der Redaktion geändert) bestreitet von der Einstellung gewusst zu haben, die es der Software des autonom fahrenden zyx-e-mobils ermöglicht, selbst über die Anzahl der Unfalltoten zu entscheiden. Das Gesetz schreibt vor, wie im Falle eines Unfalls von der Fahrzeug-Software der Schaden minimiert werden soll. Dabei sind Kinder zu schonen und die Anzahl der möglichen Toten bei einem Unfall zu minimieren.“

Soweit, so gut. Algorithmen entscheiden über menschliches Leben.  Aber jeder Fahrer und jede Versicherung kann Zusatzsoftware kaufen, die im Falle eines drohenden Unfalles das wertvolle automatische Mobil schützt und die weiche Masse der Menschen dem harten Brückenpfeiler vorzieht. Natürlich ist das verboten. Vielleicht sogar mit einem strengen Gesetz. Natürlich ist es verwerflich. Unmoralisch. Menschenfeindlich.

Trotz aller Moral und trotz aller Gesetze und trotzdem es noch keine automatisch, autonom fahrenden Automobile gibt, werden schon heute die Menschen in den Städten vergiftet vom „Feinstaub“ und von giftigen Beimengungen in den Abgasen der Verbrennungsmotoren. Wir werden belogen und betrogen. Die Gesetzesübertretungen werden nicht geahndet, die Gesetze zu Ungunsten der Menschen geändert. Weil damit Gelde verdient wird. Wenn auch schmutziges.

Na, dann auf in die Zukunft! Es grüßt

B. Scheuert

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Wir wollen keinen Krieg mit Russland!

Nicht schon wieder1 Wir wollen keinen Krieg!

Da bin ich mir mit meinem Nachbarn einig. Das wollen wir nicht. Schon weil wir niemals mit den Türken zusammen, auch wenn es die NATO ist und Deutschland ja Verpflichtungen eingegangen ist, aber mit den Türken zusammen, nein, das nicht. Die zweite Flasche Bier, übern Gartenzaun. Er ist jedenfalls keine Verpflichtung eingegangen. Er nicht und der Nachbar gegenüber auch nicht. Da mag dieses Flintenweib alleine hinziehen, diese Frau Leiden, oder wie die heißt. Die hat doch keine Ahnung, die hat doch höchstens ihr Parfüm in der Nase, Pulverdampf hat die noch nie gerochen. Er ja, er hat schon. Hat mal im Panzer gesessen. Damals noch, als alles für den Frieden war. Hat ihm damals schon gereicht. Heute würde er niemals in einen Panzer einsteigen. Und seinem Sohn würde er eigenhändig den Hintern versohlen. Da schon, als es in den Kosovo ging. Da hat er ja noch die Grünen gewählt, aber jetzt nicht mehr. Die dritte Flasche Bier. Und die anderen auch nicht. Die haben doch auch zugestimmt. Jugoslawien haben die plattgemacht. Und Afghanistan und Mali und wer weiß wo noch. Die nächste Flasche. Mit den Türken und der NATO gegen Russland. War doch alles schon. Erdogan ist ein Diktator und mit den Saudis auch. Gegen Russland. Bündnisverpflichtungen. Und dann stehen die Russen wieder in Berlin. Hatten wir doch schon. Und wenn die Chinesen dann diesmal auch nach Berlin kommen, na dann können wir einpacken. Wir wollen keinen Krieg mit Russland. Nicht mal wenn wir … Lieber noch `ne Flasche Bier. Hat doch nie was gebracht. Die Merkels und Trumps und Putins haben ihre Spielchen, die Vorstände von Boeing und EADS und Thyssen und wer noch alles, fährt dicke Dividende ein und unsereins hält die Knochen hin und lässt seinen Garten und Häuschen zerschießen. Bringt alles nichts. Da sind wir uns einig, der Nachbar und ich. Deshalb war es auch nicht so schlimm, dass er in Beet gefallen ist. Mit den Tomaten wird das dies Jahr doch nichts.

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Genscher versus Herder

Das Herder – Gymnasium Halle soll in Genscher – Gymnasium umbenannt werden.

Welcher Geist wohnt in den Umbenennern? Herder ist doch nun weder Kommunist, Sozialist, er ist nicht mal Demokrat! Was haben die gegen den? Herder ist nun kein Sohn Halles. Genscher schon. Oder fast.

Aber muss Genscher noch mehr Ehrung zukommen? Der Mann hat zu aktiven Lebzeiten jedes Jahr 4 Ehrenämter und Auszeichnungen bekommen. Muss außer einem Platz und einer Straße in Halle/Saale dort auch noch ein Gymnasium nach ihm benannt werden? Was soll dann im Gymnasium als Schwerpunkt im gelehrt werden? Schlitzohrigkeit? Liberale Politik?  Wenn der Mann alle seine Orden und Großkreuze an der Brust getragen hätte, so wäre er vorne übergekippt.

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Der Mann hat seine Verdienste. Er hat 1989 die Stationierung neuer amerikanischer Kurzstreckenraketen in Deutschland verhindert und seinen Anteil am Befriedungsprozess in Zeiten des Kalten Krieges. Er hat auch die Russen beruhigt, als ihnen die Westgebiete vom Glauben abfielen. Aber er ist Politiker. Immer gewesen. Ein freiheitlich-Liberaler, einer, der immer für die Unternehmen da war.

Der mit Herder verbundene Gedanke an Aufklärung und Weimarer Klassik wird dem Gymnasium genommen. Das ist vielleicht in Zeiten, in denen die Lehrer wegen Kleist erst einmal bei Wikipedia nachschauen müssen und auch darüber nachdenken, Schiller aus dem Lehrplan zu nehmen, eine ganz normale Entwicklung.

Ist es der gelbe Pullunder, der als Einheitskleidung im Gymnasium eingeführt werden soll? Oder ist es tatsächlich die freiheitlich-liberale Grundidee, die den Schülern eingeimpft werden soll?

Herder war durchaus ein Weltbürger. Und weit vielfältiger unterwegs als mancher unserer heutigen Zeitgenossen mit Doktor-Titel und Auszeichnungen diverser Universitäten. Er ist ein Mann der Aufklärung, humanistischer Dichter und Philosoph. Besser, die Gymnasiasten schreiben über ihn ihre Aufsätze. Was gäbe es bei Genscher noch zu schreiben? Vielleicht eine weitere Huldigung der FDP. Die armen Schüler.

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Wen will Putin wählen?

„Berlin (dpa) – Die Union befürchtet eine Manipulation des Bundestagswahlkampfs 2017 durch Falschnachrichten im Internet – mit dem Ziel der Abwahl von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Als einen möglichen Urheber nannte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem es nicht gefalle, wie kritisch Merkel gegenüber Moskau sei. Politiker von CDU und CSU sprachen sich für ein verschärftes Vorgehen gegen sogenannte Fake News aus – bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen.“ (zeit.de vom 13.Dezember 2016)

Wen würde denn Putin wählen lassen wollen? Er selber darf ja nicht. Er müsste die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Da es die doppelte Staatsbürgerschaft gibt, könnte er weiter Präsident Russlands sein. (Und hier in Deutschland Arbeitslosengeld beziehen.) Putin würde natürlich eine Rot-Rot-Grüne Regierung bevorzugen. So ist die Meinung von Herrn Grosse-Brömer. Und er begründet das mit der persönlichen Abneigung Putins zu Merkel. Da bewegt sich der Herr Fraktionsgeschäftsführer auf Kindergartenniveau. Hoffentlich sind seine Beweggründe bei der Fraktionsführung etwas professioneller angelegt. Putin interessiert wohl mehr die Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland oder auch Deutschlands Beitrag und Stellung in der Nato. Eine persönliche Abneigung wird sich Herr Putin verkneifen, wenn es um Wirtschaft, Macht und Militär geht.

„Justizminister Maas verwies auf die Schwierigkeiten: „Es ist nicht ganz einfach, eine Institution zu schaffen, die sozusagen in Form einer Wahrheitskommission entscheidet, was ist wahr und was nicht. Dann muss ja auch noch entschieden werden, was ist relevant oder was ist nicht relevant. Da befinden wir uns am Anfang einer Diskussion.“ (zeit.de vom 13.Dezember 2016)

Das ist doch mal fein! Der Justizminister will entscheiden, was relevant ist!?  Die Wahrheit hat er ja schon gepachtet. Ebenso die Gerechtigkeit.  Wer Banken-Geldwäsche aufdeckt kommt in die geschlossene Anstalt, wer Zivilisten zerbombt wird zum Brigadegeneral befördert. Demnächst wird (in noch größerem Umfange) dann die verfassungswidrige Beteiligung von deutschen Soldaten an Angriffskriegen einfach als „nicht relevant“ aus den Nachrichten gestrichen. Die OnLine-Blätter nehmen ja schon die „nicht-relevanten“ Beiträge aus ihren Kommentar-Spalten. Ein erster Schritt.

„Linksparteichefin Katja Kipping schlug vor, ähnlich dem Pressekodex, dem sich in Deutschland private Medienunternehmen durch eine freiwillige Selbstkontrolle verpflichtet sehen, einen „Kodex ethischer-informationspolitischer Grundsätze für soziale Netzwerke“ zu schaffen. Er solle Nutzer vor gezielter Desinformation schützen. Ein öffentliches Kontrollgremium müsse dann sicherstellen, dass Verstöße gegen den Kodex geahndet werden.“ (zeit.de vom 13.Dezember 2016)

Die Linkschefin will ethische Grundsätze der MedienUNTERNEHMEN auf soziale Netzwerke übertragen. Falls Kipping das wirklich gesagt hat, so kann einem die Frau nur leidtun. Erstens: Die Träger der „sozialen Netzwerke“ sind gleichfalls Medienunternehmen. Da gibt es also nichts zu übertragen. Zweitens: Sie sollte am besten wissen, welche ethischen Grundsätze MedienUNTERNEHMEN haben. Als Unternehmen haben sie nur einen Grundsatz und der lautet: „Profit machen“. Falls Frau Kipping meint, dass die Blogger sich den gleichen Grundsätzen wie die MedienUNTERNEHMEN verpflichtet sehen sollten, dann möchte ich mich dagegen verwahren.

Diese ganze Diskussion um die FAKE-NEWS ist nichts weiter wie ein FAKE. Einzig gemacht um die Konsumenten der Medien zu beschäftigen. So kommen sie nicht auf dumme Gedanken. Die Medien, die sie konsumieren, machen seit Jahrzehnten nichts anderes als: Verzerren, lügen, verschweigen, ignorieren, Selbstzensur betreiben, Kampagnen führen, Werbung unterbringen, parteiliche Nachrichten bringen, hetzen, Populismus betreiben, und so weiter. Tendenz vor den Wahlen: Steigend.

Wen will also Putin wählen? Und wie will er die Wahl beeinflussen, wenn er nicht die „sozialen Netzwerke“ und die anderen Medien kauft? Vielleicht sind es ja in Wahrheit die Chinesen, die schon alle Medien aufgekauft haben?

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