Lehrbeispiel: Der Rauchmelder

Vorrede:

Für alle, die die Materie als existent anerkennen und nicht zu sehr an den einen oder mehrere Götter glauben. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Es geht hier um den Menschen. Marx, Karl ist nicht der Erste, der dieses ausgesprochen hat. Es bedeutet, dass das Denken des Menschen durch sein Tun, durch seine materielle Umgebung und die sich daraus ableitenden Zwänge, beeinflusst wird. Konkret heißt es, dass der Unternehmer wie ein Unternehmer denkt, der Bauer, wie ein Bauer und die Krankenschwester, wie eine Krankenschwester. Der Wissenschaftler wird in seinen Wissenschaften schweben und sich für den Mittelpunkt der Welt halten, sofern er gut bezahlt wird. Der Künstler wird zwar Kunst betreiben, aber mit leerem Magen. Es sei denn, er ist auch Unternehmer und versteht es die Kunstwerke, die er schafft auch zu vermarkten.

Das Sein kann für den Einzelnen sehr verschieden sein zu seinem Nachbarn. So wohnen Tür an Tür, beispielsweise das Ingenieurs-Ehepaar mit zwei Kindern und das Rentner-Ehepaar  mit den vielen Enkeln. Das Ingenieurs-Ehepaar, beide verdienen in einem Großbetrieb mittelmäßig bis gut, findet die Welt, so wie sie ist sehr in Ordnung und nur manchmal etwas nervig. Das Rentner-Ehepaar wird sich bei der nächsten Modernisierung des Blocks die Miete nicht mehr leisten können. Ursprünglich hat die Rente mal gereicht. Sie konnten auch den Kindern und Enkel zum Weihnachtsfest noch kleine freundliche Geschenke überreichen. Aber es sind einige Jahre vergangen. Preise für das tägliche Leben sind wesentlich schneller gestiegen als die angepasste Rente.

So ist also die Sicht der beiden Paare auf die Welt und ihre eigene Zukunft sehr unterschiedlich.

Thema:

Einen Rauchmelder bekommt der interessierte Heimwerker schon ab 12,59 € im Baumarkt. Anbringen kann er ihn selbst und zur Wartung muss kein Fachmann gerufen werden. Es reicht des Lesens in deutscher Sprache mächtig zu sein und eine Leiter im Haus zu haben.

Das ist dieser Tage geschehen: Es gab ein Urteil des BGH zu einem Verfahren in NRW. In diesem Land ist das Anbringen von Rauchmeldern in Wohnräumen Pflicht. „Wohnungseigentümer müssen den doppelten Einbau von Rauchmeldern dulden. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass eine Eigentümergemeinschaft den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern für alle Wohnungen eines Hauses beschließen kann. Das gilt auch dann, wenn Eigentümer einzelner Wohnungen bereits selbst Warngeräte angebracht haben.“(Quelle: Tagesschau.de)

Mal zum Rauchmelder: Das Ding geht los (Kein Billigprodukt! Professionell gewartet!) wenn ich eine Pfeife rauche. Um den Alarm zu verhindern lehne ich mich inzwischen beim Rauchen weit aus dem Fenster oder gehe spazieren, wenn ich rauchen möchte. Der Rauchmelder schlägt auch Alarm, wenn ich Spiegeleier brate. Ich habe über eine Kochstelle im Freien nachgedacht. Wir haben eine Selbsthilfegruppe gebildet, nachdem wir zunächst verschämt beim Angeln über unsere Probleme sprachen. Am beliebtesten sind die Lösungen, die entgegen der Idee des Gesetzes sind. Es werden die Akkus entfernt.

In vergangenen Zeiten gab es oft Brände, die durch unachtsamen Umgang mit offenem Feuer entstanden. Zu den Zeiten brannte man Kerzen und Petroleumlampen an, wegen der Beleuchtung der Räume. Man heizte mit Kohle und Holz zum Teil im offenen Kamin, man rauchte Pfeifen und Zigaretten.

Das ist aber einige Jahre her. Die Gefahr, Wohnungsbrände durch offenes Feuer in der Wohnung hervorzurufen, hat sich inzwischen um ein Vielfaches verringert. Trotzdem wurde dieses Gesetz vor kurzem erst verabschiedet. Vor 400 Jahren wäre es weit wirksamer gewesen.

Das Auslösen des Alarms beim Rauchmelder bewirkt noch nicht das Anlaufen von Löschmaßnahmen. (Da wäre ich auch ganz schön sauer geworden, wenn mir der Löschschaum noch die Spiegeleier versaut hätte!). Der Alarm erreicht auch nur die in der Wohnung befindlichen Personen. Mag sein, der eine oder andere wird im Schlaf überrascht. Man sehe sich die Statistiken an, wie viele Leute im letzten Jahr durch den Überraschungsalarm vor dem unbeabsichtigten Tode bewahrt worden sind. Wahrscheinlich sind mehr Leute von schnellfahrenden Feuerwehrfahrzeugen verletzt worden.

Abgesehen von der (für mich) fragwürdigen Sinnhaftigkeit von Rauchmeldern, ist das BGH-Urteil etwas eigenartig und hat nichts mit dem beabsichtigen Schutz des Bürgers oder seiner Freiheit zu tun. Der Sinn des Rauchmelders ist doch durch das Anbringen erfüllt. Wenn ein zweiter angebracht wird, so ist der Wohnungseigentümer doppelt belastet. Das ist natürlich gegen sein Interesse. Er hat sich doch nicht das Wohneigentum angeschafft, um mehr belastet zu werden. Er möchte sein Eigentum möglichst gewinnbringend, und wenn er es selbst nutzt, aufwandsschonend, benutzen. Der Zwang durch die Eigentümergemeinschaft ist zum Nachteil des Einzelnen. Es geht hier ja nicht um Gemeineigentum. Es geht nicht um den Schutz eines Sees im Gemeineigentum, der für die Allgemeinheit geschützt werden soll. Es geht um Privateigentum, um den Schutz desselben. Da ist sicher die Verfassung, äh, das Grundgesetz dagegen. Denn das Privateigentum muss geschützt werden.

Hier wird das Privateigentum des Größeren (der Eigentümergemeinschaft) geschützt. Das scheint sich im ganzen Land, ja, auf dem ganzen Planeten so durchzusetzen. Das Privateigentum des Einzelnen mit dem kleineren Geldbeutel wird dem Privateigentum des Einzelnen mit dem größeren Geldbeutel untergeordnet.

Fazit: Wen wundert es also, wenn die großen Geldbeutel immer größer werden.

Das ist dann die Logik der Demokratie, vertreten durch den BGH.

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Aufruf (Unrechtsbeseitigungsgesetzt)

Im Artikel 20 ist das Widerstandsrecht genannt. Jeder Deutsche hat das Recht gegen Leute vorzugehen, „der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen.“ Dabei ist im GG die demokratische und soziale (sic!) Ordnung gemeint, in der die Staatsgewalt vom Volke ausgeht und durch die Gesetzgebung geregelt ist.

Das Widerstandsrecht ist ein Grundrecht, ein natürliches Grundrecht, welches jedem Menschen zusteht und zugestanden wird. Der Mensch kann sich gegen alles stellen, was ihn in seinem Tun beschränkt. Insbesondere aber kann er gegen alles wirken, was seine Existenz oder die Existenz seiner nächsten Angehörigen gefährdet. Und er kann sich wehren gegen Ungerechtigkeit, die ihm widerfährt.

Nun ist ja die Demokratie, sie wie sie von den deutschen (und anderen) Politikern verstanden wird, schon in seiner Anlage sehr ungerecht. Die Bedürfnisse und der Willen des Einzelnen werden kaum zur Kenntnis genommen. Stattdessen wird Politik von (ungewählten) Vertretern der Parteien und von Lobbisten gemacht. Der Volkswille (falls es sowas überhaupt gibt,) ist kaum erkennbar.

In der Bundesgermanischen Republik, zu der heute auch das Staatsgebiet der nicht mehr existenten DDR gehört, wird das natürliche Widerstandsrecht geehrt. Besonders der Widerstand der Bürger der DDR gegen ihren Staat wird nachträglich durch die Gesetzgebung der Bundesrepublik gewürdigt.  So wurden das SED-UnBerG (SED-Unrechtsbeseitigungsgesetz) mit den Teilen:

  1. SED-UnBerG :Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz,
  2. Verwaltungsrechtliches Rehabilitierungsgesetz (VwRehaG) und Berufliches Rehabilitierungsgesetz und
  3. SED-UnBerG – Gesetz über eine besondere Zuwendung für Haftopfer – ‘Opferrente’;

beschlossen. Die Gesetze laufen 2019 aus. Wer sich also damals, als die Zeiten noch besser waren, gegen die ungerechte Behandlung in der DDR gewehrt hat, also ein Widerständler war, und sich noch nicht die Haftentschädigung (monatlich 300 €) für die zu Unrecht verbüßte Haftstrafe geholt hat, der kann das noch in diesem Jahr beantragen. Danach ist es vorbei. Dann muss er für immer mit dem ungesühnten Unrecht zurechtkommen.

Mir sind einige derjenigen Schicksale bekannt, die heute als Unrecht anerkannt sind. Das hat damit zu tun, dass wahrscheinlich jeder, der die Haftentschädigung bekommen hat, versucht in einem Buch das viele Unrecht, welches ihm unter der DDR-Regierung widerfahren ist, zusammenzufassen und der aktuellen Menschheit und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.  

Da ist der Hitlerjunge, der von den „Russen“ eingesperrt wurde, weil er nach Kriegsende noch auf die „Barbaren“ geschossen hat. Er wurde wegen seiner Jugend wieder freigelassen, hat sich wieder Waffen besorgt und wurde wieder eingesperrt. Dann bis 1948. Endlich frei hat er sich dem amerikanischen Geheimdienst angedient und bis 1956 sowjetische Militäranlagen und DDR-Betriebe ausgekundschaftet. Er wurde geschnappt und für 14 Jahre weggesperrt. Unter anderem in dem „berüchtigten Bautzner Hochsicherheitsgefängnis.“  Dem Mann stehen rund 60.000 € als Entschädigung zu. Die er beantragt und bekommen hat, denn er hat ja schließlich nur sein Recht auf Widerstand wahrgenommen.

Da ist der Kriegsrückkehrer, der 1946 bei einem Bauern unterkommt. Er schafft erst für den Bauern, dann auf eigene Rechnung die damals knappen Lebensmittel nach Berlin und verkauft sie auf dem Schwarzmarkt. Der Bauer fühlt sich im Recht, unser Kriegsrückkehrer auch. Die Spekulierer rechtfertigen sich: Jeder ist seines eignen Glückes Schmied. Beide werden noch von den „Russen“ eingesperrt.

Nach seiner Haft (4 Monate) sucht sich der Kriegsheimkehrer eine Arbeit. Die ist 6 Kilometer entfernt, er bekommt die Gelegenheit nebenbei eine Tischlerlehre zu machen. Er möchte aber Schmied werden, weil das lukrativer ist.  Er schreibt an die „Administration“ mit der Forderung, ihm eine entsprechende Lehrstelle zu besorgen. Das passiert natürlich nicht. Die haben ganz andere Sorgen, zum Beispiel die Versorgung mit Wohnraum. Unser Kriegsheimkehrer, inzwischen Arbeiter, wird aufsässig. Er fertigt Schreiben zu jeder kleinen Ungerechtigkeit, die ihm auffällt. Einiges davon ist natürlich gerechtfertigt. Ihm geschieht nichts. Der Arbeiter heiratet die Tochter seines Arbeitgebers und übernimmt später den Metallbaubetrieb vom Schwiegervater. 

Er wirtschaftete gut und baut sich ein Haus und kauft sich ein Auto und bekommt eines Tages eine Steuer- und Betriebsprüfung.  Diese kommt zu dem Ergebnis, dass der gute Mann den Staat nicht nur um Steuern betrogen hat, sondern durch überhöhte Preise, die er in Absprache mit einigen Genossen, angesetzt hat, den Staat und die Volkswirtschaft um einige Millionen betrogen hat. Der Mann wandert (wie auch die schäbigen Genossen) hinter Gitter. Für drei Jahre.

Was für ein Unrecht. Er bekam in der Bundesrepublik die volle Entschädigung von über 10.000 €. Ob die Genossen auch entschädigt wurden, ist mir nicht bekannt.

Also, schnell noch die Anträge eingereicht. Hier wird alles Unrecht wieder gut gemacht.

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November 18

Der absolute Sieg stand kurz bevor. Die Regierung beschließt Friedensverhandlungen. Kriegsanleihen waren gekauft. In Kiel soll die Flotte auslaufen. Die Offiziere, sie wollen in den letzten Kampf: Ehre und Tod. Aber die Heizer löschen die Feuer. Die Werftarbeiter stehen wie die einfachen Matrosen. Am 3. November stehen sich Demonstranten und Kaisertreue gegenüber. 7 Personen sterben als die Soldaten auf die Demonstranten feuern. Es gibt einige Verletzte. Die Revolution kommt in Gang.

Am 9. November wird die Republik ausgerufen. Friedrich Ebert wird erster Reichspräsident. Ein Sozialdemokrat.

Eine Demokratie war geboren. Ein hässliches Kind der Sozialdemokratie. Der Kaiser kam nicht wieder, aber die Rüstungsgewinnler blieben. Endlich hat auch jeder Unternehmer die Chance in der Demokratie Geld zu verdienen. Und als die Gefahr für ihre Profite zu groß wird, kommt der Diktator.

Wir sind heute natürlich weit von einer faschistischen Diktatur entfernt. Die Rüstungskonzerne verdienen gutes Geld durch den Waffenexport, die Auto-Konzerne schöpfen den Sparpfennig der Autofahrer ab, die Pharmaindustrie verkauft mit wachsendem Erfolg Grippeimpfungen. Die Oelkonzerne haben gerade Hochgewinnphase und die Immobilienbranche wird von der Regierung auch nicht schlecht behandelt. Niemand braucht also wirklich eine faschistische Diktatur.

Aber drohen kann man ja mal. Das hat einige vorteilhafte Wirkungen. Die Bürger demonstrieren für Demokratie und Öko, da sind sie beschäftigt. Der Rechte Rand der unpolitischen Gesellschaft kann sich mal austoben ohne gefährlich zu werden. Da wird Druck abgebaut und jedermann sieht, wie gut sich die Demokratie wehren kann. Gleichzeitig kann Überwachung begründet werden und kein Mensch wird über seinen sinkenden Reallohn nachdenken, wenn er sich anderer Gefahren wehren muss.

Solange das so funktioniert brauchen wir keine Faschistische Diktatur. Also: Weiter so!

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Heute im Radio

Für gewöhnlich höre ich am Morgen beim Frühstücken Radio. Ich mag die Werbung nicht, also suche ich mir einen Sender in dem die Werbung nicht ganz so aufdringlich kommt.

Heute schiebt der Moderator eine Zwischenmeldung ein:

Der Enkel der Honeckers möchte die Überreste des Honeckers in Berlin Friedrichsfelde auf dem Friedhof der Sozialisten beisetzen lassen….Die Urnen mit den Überresten stehen angeblich in der Wohnung des Enkels.  Der Moderator weiter: „Wissen Sie was ich am liebsten damit machen würde?“ … und dann das unverwechselbare Geräusch einer Toilettenspülung.

Soweit das Radio. Zugegeben, es ist nur Radio. Vielleicht ist es auch noch zu früh am Morgen. Vielleicht hört auch gar keiner zu. Vielleicht achte ich zu sehr auf die Worte? Vielleicht bin ich nur zu empfindlich?

Aber was nimmt sich dieser Schnösel raus? Das ist pietätlos! Das kann nicht unter „Gedankenlosigkeit“ oder „Sensation“ oder was unter was auch immer das Gequassel der Moderatoren so anbietet und was sie sich an Freiheiten erlauben, eingeordnet und abgehakt werden.

Hier wird die Kultur des Abendlandes angegriffen. Die Toten zu ehren, der Vorfahren zu gedenken, das ist nicht nur in unserer Kultur verankert, sondern in jeder menschlichen Kultur. Dabei gesteht man jedem dieses Gedenken zu, den Freunden wie den Feinden. Ich brauch hier gar keine Namen anführen. Aber es sind in Deutschland Gräber mit Grabsteinen und Gedenktafel für Tote aller Rassen, aller Glaubensrichtungen, aller politischen Einstellungen vorhanden. Es gibt sogar Gräber und Grabsteine, die sich in Rasse, Hautfarbe, politischer Einstellung oder religiösem Glauben gar nicht zuordnen lassen.

Hier wird nicht die Würde einer einzelnen Person angegriffen, hier wird die Erinnerungskultur eines Volkes, der christlich geprägten westlichen Welt angegriffen! Hier ist wirklich Gefahr, denn wenn es wieder so losgeht, im Radio, dann darf bald jeder gegen jeden hetzen, gegen Sozialisten, gegen die Bürger mit jüdischer Religion, gegen Schwarze oder gegen Kommunisten.

Hetze gegen „Flüchtlinge“ ist an der Tagesordnung. Der „Volkswille“ und die „Volksgesundheit“ wird aufgerufen. Das „Volksempfinden“ bemüht. Emotionen in die richtigen Bahnen lenken. Ein Mittel, dass die Propagandisten aller Zeiten gut beherrschten.

Was passiert, ist Hetze. Es ist das Ausspielen der einen Masse der Hoffnungs- und Chancenlosen gegen die andere Masse der Hoffnungs- und Chancenlosen. Die ärmer werdende, ausgegoogelte und von der Politik betrogene Bevölkerung der europäischen Länder wird z.B. gegen die Masse der hungernden, verzweifelten, fliehenden „Flüchtlinge“ ausgespielt.  

Und wenn jemand runtergespült gehört in den Locus, dann ist es der Handlanger der Hetzpolitik, der Moderator.

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Diese Hitze

Ringelnatz: „Jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise.“

Er wäre heute 125 Jahre alt geworden. Wenn er es erlebt hätte. Hitler hielt er für eine Witzfigur, den aufkommenden Faschismuss nahm er nicht ernst. Trotzdem wurden seine Bücher öffentlich verbrannt.

Ringelnatz:

Genau besehn

Wenn man das zierlichste Näschen
Von seiner liebsten Braut
Durch ein Vergrößerungsgläschen
Näher beschaut,
Dann zeigen sich haarige Berge,
Daß einem graut.“

Genau besehen offenbaren sich viele Dinge dem Betrachter schrecklicher als gedacht. Bald wohne ich am Meer. Die Heißzeit kommt. Das Eis schmilzt und ich wohne dann am Meer. Das Schönste: Berlin wird geflutet! In 230 Jahren ist es soweit. Ich freue mich schon. Wenn ich es erleben würde, dann könnte ich mir ein Boot anschaffen.

Norddeutschland geht es übel. Nordeuropa geht es übel. Gehören die britischen Inseln zu Nordeuropa? Zu Norddeutschland gehören sie nicht. Wo endet denn Nordeuropa? Wahrscheinlich an der Grenze zu Dänemark. Von oben gesehen. Und dann kommt Südeuropa. Das geht aber, wie wir wissen, erst in Italien los und umfasst alle die Staaten im Süden, vor dem Mittelmehr, die nicht richtig wirtschaften können: Italien, Spanien, Portugal und natürlich Griechenland.

Was liegt zwischen Nord- und Südeuropa? Natürlich Mitteleuropa. Von Oben nach unten gesehen. Mitteleuropa, das sind wir. Der bedeutendste Teil. Deutschland, die Schweiz und Österreich. Der Schwerpunkt. Mitteleuropa eben. Aber, sind wir nicht auch Westeuropa?

Sind wir nicht die Träger und Austräger der westeuropäischen Kultur?  Also sind wir hier Westeuropäer und Mitteleuropäer. Wo beginnt denn Osteuropa?! – Das kennt jeder. Osteuropa beginnt östlich von uns. Alles, was mal ROT war. Früher begann ja Osteuropa mitten in Deutschland, in Mitteldeutschland, was den östlichen Teil Deutschlands bezeichnet. Heute beginnt Osteuropa in Polen. Oder bei den Tschechen. Und es geht bis nach Russland. Die Russen sind was eignes. Obwohl die offizielle Grenze Europas erst am Ural ist, also weit weg in Russland. Selbst für Russen. In unzivilisiertem Gebiet. Obwohl die Russen zu Europa gehören wollen. Schon seit Peter dem Ersten. Aber den kennt man nur wegen der Schwedenkriege. Weil die Schweden sich schon mal aus Moskau elend zurückziehen mußten. Dann Napoleon und dann Hitler. Nochmal passiert uns das nicht! Georgien soll in die Nato. Aber das ist schon Asien.

Von links nach rechts betrachtet sind wir Westeuropa und Mitteleuropa. Wir sind überhaupt Europa. Trotz der Hitze, die die Polkappen abschmelzen lässt. Die Tornados kommen und Hamburg wird überschwemmt und in den Niederlanden werden die Dämme erhöht. Trotz der Trockenheit. Aber der Wald brennt ab. Freien Platz für freie Bürger. Wir wollen den Speckgürtel weiter bauen.  Auf dem Übungsplatz nebenan wird das Abfeuern von Leuchtspurgeschossen verboten und Leuchtmittel dürfen nicht eingesetzt werden. Welche dunkle Zeit,

Es grüßt, Euer Max Muma!

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