Die Mauer, die Stadt, das Land.

Es ist mal wieder soweit. Es wird der „Maueropfer“ gedacht. Ja, jeder der an Grenzen zu Tode kommt ist zu bedauern! Weg mit den Grenzen! Weg mit den Todesfallen, Minen, Grenzbefestigungen!

An der Grenze USA/Mexiko starben von Januar bis Juni 2007 mindestens 275 Mexikaner. Von 1993 bis November 2012 sind 17.306  Tote an den Außengrenzen der EU dokumentiert. An der „innerdeutschen“ Grenze starben bis 1989 nach verschiedenen Zählungen 140 bis ca. 1000 Menschen. Es ist makaber die Menschenopfer gegeneinander aufzurechnen. Aber für die Propaganda wird es in den deutschen Leitmedien jedes Jahr wieder gemacht.

Am 13. August 1961 wurde die Grenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und Westberlin geschlossen. Grenzsicherungen (die Mauer) wurden errichtet. Im November 1998 wurde die Grenze für den unkontrollierte Passage geöffnet. Mit der „Vereinigung“ der beiden deutschen Staaten zu einem Staat wurde die Grenze überflüssig und die Grenzsicherungen wurden abgebaut. Die Reste dienen heute als Touristenattraktion und als Propagandamaterial für die Verunglimpfung des Staates DDR, seiner Bewohner und deren Leistungen bei der Sicherung des Friedens in Europa.

Im Westen Deutschlands, in der BRD, wütete Anfang der 60iger Jahre das Wirtschaftswunder. In der DDR, die die gesamten Reparationen an die UdSSR bezahlen musste, ging es auch aufwärts, aber es wurde mehr Wert auf den Ausbau des Gesundheitswesens und auf bessere Ausbildung gelegt.  Die Schaufenster füllten sich nicht so schnell mit Waren, wie im Westen.

Die Verlockung war groß. Besonders für diejenigen im Osten, die darauf hoffen konnten an dem Überfluss teilhaben zu können. Die gut ausgebildeten Ingenieure, die Ärzte, die jungen, gut ausgebildeten Facharbeiter hatten mit Recht Hoffnung in der BRD gutes Geld zu verdienen und ein materiell gut abgesichertes Leben zu führen.

Die DDR hatte die Ausbildung bezahlt und die in die BRD geflüchteten nahmen diese Ausbildung mit und zahlten keinen Pfennig an die DDR zurück. Das ist Diebstahl. Für den Einzelnen ist die Entscheidung nachvollziehbar, bleibt aber unmoralisch und auch ungesetzlich.

Die offene Grenze hat die DDR durch Abwanderung,  Sabotage und Spionage nach verschiedenen Schätzungen zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar gekostet.

Für die Wirtschaft der DDR ging es an die Substanz. Besonders aber im Gesundheitswesen machte sich die Flucht der Betrüger in den Westen bemerkbar. Es musste etwas geschehen. So wurde beschlossen die Grenze zu Westberlin zu schließen.

Die Schließung der Grenze wurde lange hinausgezögert. Die Verantwortlichen der UdSSR wollten den kalten Krieg nicht noch verschärfen. Sie wollten Frieden, sie wollten einen Friedensvertrag. Die westlichen Länder aber wollten genau das nicht.

Im Jahre 1961 stimmten alle Länder der sozialistischen Gemeinschaft der Schließung der Grenze zu Westberlin zu. Auch die Zustimmung der Bevölkerung der DDR war groß. Sogar der eigefleischte und  heute als erfolgreicher Antikommunist bekannte Wolf Biermann stimmte der Grenzsicherung lautstark zu.

Im Übrigen: Der Status von Westberlin war nach dem II. Weltkrieg nicht geregelt. Die Siegermächte hatten versäumt bei der Aufteilung Deutschlands die Berlinfrage zu regeln. Es gab keinen Vertrag. Der Zustand im Jahre 1961 war durch Gewohnheit entstanden. Die Aufteilung Berlins in die vier Sektoren blieb nach der Gründung der DDR bestehen, obwohl es dazu keinerlei Verträge gab. Territorial wäre auch Westberlin ein Teil der DDR gewesen. Die Westmächte durften in Westberlin bleiben, weil es eben keinen Friedensvertrag gab und keine vertragliche Reglung. Diese wussten auch die Westmächte zu verhindern.

Die Berechtigung der Grenzsicherung rund um Westberlin wird der DDR abgesprochen. Aber jeder souveräne Staat hat das Recht seine Grenzen zu sichern. Dass die DDR durch die BRD und viele andere Staaten nicht anerkannt wurde, tut dem kein Abbruch. Die Staaten BRD und DDR waren Realität. Geschaffen durch die Siegermächte und geschaffen durch deren Politik.

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Sommernacht in der Stadt

Quirlig bis spät in die Nacht. Hochsommer. Der Hotelgast holt seinen Schlüssel aus dem Kästchen. Die Rezeption ist nicht mehr besetzt. Der Besitzer legt vermutlich Wert auf seine Freizeit. Vielleicht hat er einen Garten vor der Stadt und sitzt unter dem Schatten des Pflaumenbaumes geschützt vor der immer noch brennenden Sonne.

Im Foyer ist es still. Der Lärm der Straße ist da draußen. Abgeschnitten durch das Zuklappen der Tür. Erstes Aufatmen. Der Gast fährt mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock. Im Augenblick beherrscht ihn der einzige Wunsch, die klebenden Textilien vom Körper zu bekommen und seine Glieder unbelastet auszustrecken. Er schließt die Tür auf. Der Raum ist muffig. Es ist noch heißer als draußen. Er stellt den Koffer auf die Pritsche und reißt die Fenster auf.  Da ist sie wieder, die Stadt.

Er hat den Blick auf beide Straßen einer Kreuzung, denn er hat das Eckzimmer. Ordentlich sind die Streifen für die Verkehrsführung aufgemalt. Pfeile kennzeichnen die Fahrtrichtungen. Die Fahrradwege sind farblich abgesetzt. Auf den Streifen, die die Fußgänger für die Überquerung der Straße nutzen sollen, sind die Farbstreifen unterbrochen. Die Haltelinien werfen grell das Sonnenlicht in die Hotelfenster. Stockt der Verkehr in die eine Richtung, verebbt der Lärm für einen winzigen Augenblick. Dann setzt sich der Strom in der querverlaufenden Richtung fort. Der Hotelgast betrachtet für einen Augenblick das Geordnete aus dem einen Fenster, dann aus dem anderen.

Der Gast schaut sich im Zimmer um. Irgendwie muss die Hitze besiegt werden. Ein Ventilator steht auf dem Tisch. Er schaltet ihn ein. Ratsch, ratsch, schneller werdend setzen sich die Flügel in Bewegung. Der Gast öffnet die Knöpfe des Hemdes. Er streift den klammen Stoff vom Körper. Auch die Hose fällt. Er begibt sich in das Bad, wartet bis das Wasser der Dusche lauwarm ist und stellt sich darunter. Im Bad ist nur noch das Geräusch laufenden Wassers. Hier möchte er bleiben. Aber er ist müde. Er möchte sich hinlegen, schlafen. Die Hitze, die lange konzentrierte Autofahrt, die hinter ihm liegt, der Körper braucht Ruhe.  

Der Gast verlässt das Bad. Da ist sie wieder, die Stadt. Aber die vom Ventilator bewegte Luft kühlt wohltuend die Haut. Er bleibt in dem Strom stehen. Er wirft sich auf das Bett. Streckt sich aus. Ein neues Geräusch dringt an ihn. Rauschen, bullern, Quietschen. Ein Güterzug rattert über die nahen Gleise. Zuerst war es nur ein Nebengeräusch im Straßenverkehr, dann überstimmt es ihn aber, es ebbt wieder ab und der Hotelgast hört nur noch die anfahrenden Autos, die knatternden Mopeds und den keuchenden Bus unter dem Fenster.

Der Hotelgast schließt die Fenster. Ruhe. Nur noch das Ratsch, Ratsch des Ventilators. Der Gast liegt ausgestreckt auf dem Bett. Ab und an kann er das Rattern eines Güterzuges hören. Das Duschwasser ist abgetrocknet. Durch die Poren schiebt der Körper schon wieder Schweiß nach außen. Der Gast lässt es geschehen, was soll er auch tun. Ratsch, ratsch, schiebt der Ventilator ab und an einen kühlenden Hauch über die Haut.

Der Schlaf kommt. Der Gast wehrt sich nicht. Der Traum kommt. Ein brüllender Riese, bunt, wirft eine dunkle Glocke über ihn. Lava strömt um ihn herum. Sie verbrennt ihn nicht. Dann wächst dem Riesen ein neuer Arm. Mit diesem zerschlägt er, ratsch, ratsch, die Glocke und die Lava. Dann beginnt alles von vorn. Er wacht auf.

Die Haut zieht das Laken mit, als er sich erhebt. Er geht den Schritt zum dem einen Fenster. Er öffnet es. Die Stadt. Da ist sie wieder. Aber es ist kühler geworden. Er öffnet das Fenster weit. Er schaltet den Ventilator ab und öffnet auch das andere Fenster. Die Straße ist inzwischen künstlich beleuchtet. Immer noch lösen sich knatternde Mopeds von der Haltelinie, wenn sie es dürfen. Immer noch ziehen Autos und Radfahrer auf den Spuren entlang. Immer noch liegt die Luft schwer über der Kreuzung. Etwas ist anders. Bei einigen Autos sind die Scheiben heruntergelassen. Laut bullert die Musik daraus. Fremdländisches, türkisch oder arabisch, englisch oder auch ein afrikanisch anmutender Sound ist dabei.

Der Hotelgast rückt einen Stuhl in den Zug zwischen den beiden Fenstern. Er schaltet den Fernseher an. Den Ton stellt er ab. Dann setzt er sich auf den Stuhl. Bis er die Kirche neben dem Hotel Viertel nach Zwei schlagen hört, betrachtet er die Bilder auf dem Bildschirm. Dann ist die Stadt leise geworden. Dann geht er wieder auf das schon durchschwitzte Laken und schläft ein.

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Google und die Wahlen

Guugel und ein paar andere können inzwischen aus dem abgefassten Daten errechnen, wann jemand reif ist , neue Schuhe zu kaufen.

Und sie wissen  dies von jedem einzelnen, der an ihrem großen freiwilligen Datenerfassungsprogramm teilnimmt, also praktisch von jedem. Und passgenau wissen sie von den Leuten, die Sandalen tragen und von denen, die keine Schuhe brauchen. Sie kennen die Farbe, die jeder einzelne bevorzugt und natürlich die passende Größe sowieso.

Es ließe sich eine riesige Tabelle aufstellen, aus der sich zukünftige Bedarfe für das deutsche Volk errechnen lassen würden! Ein Fünf-Jahres-Plan könnte aufgestellt werden. Keine Überproduktion, keine Wegwerf-Ware, die entsorgt oder nach Afrika exportiert werden müßte!

Natürlich außer für die paar Idioten, die sich immer noch weigern oder nicht in der Lage sind, ordentlich an der Umfrage teilzunehmen. Rein technisch wäre es gar kein Problem am 30. November diesen Jahres dem Kunden, egal welches Schuhgeschäft er in dieser Republik besucht, die passenden und benötigten Schuhe in der richtigen Farbe sofort an der Kasse zu übergeben.

Er brauchte nicht einmal seinen Namen zu nennen. Anhand seines Konterfeis, welches er einschließlich Namen und Geburtsdatum freiwillig an  „face-bock“ gesendet hat oder welches, praktischerweise, über die so praktisch gelieferten Monitor- oder Handy-Kameras schon erfasst wurde, könnte er am Eingang begrüßt werden und ihm die passenden Kollektion Winterschuhe würden ihm oder ihr ausgehändigt.

So problemlos könnte das laufen. Wenn sich alle nur konsequent verhalten würden.

Das ganze Volk belauschen sie. Das ganze Volk spielt mit. Trotzdem tun alle so, als würde es nicht stattfinden. Die Daten werden fast heimlich gesammelt. Sie legen eine gewisse Scham an den Tag. Und die Verkäufer verdienen mit dem Verkauf der Daten schamlos viel Geld.

Jeder weiß es, jeder spielt mit. Warum es also nicht zugeben und es konsequent nutzen. Niemand müsste mehr Stunden beim Schuhe kaufen zubringen. Vielleicht gar mehrmals erfolglos zum Laden in der 20 KM entfernten Einkaufsmeile fahren und so weiter. Oder seine Frau dahin begleiten und sich über die Unentschlossenheit ärgern (Den Frauen wäre das doch nicht so recht, wenn ich es mir richtig überlege)

Und wenn das funktioniert, und ich bin überzeugt davon, dann könnte man die nächste Bundestagswahl auch so machen. Keiner brauchte mehr zum Wahllokal, oder vielleicht vorher die Wochen der ernsthaftesten Überlegungen und Qualen durchleben, bevor er eine Entscheidung fällt, wo er sein Kreuz machen wird.

Nein, dank der Datensammler und der zusammengetragenen Daten und Fakten ist doch jedermanns Neigung bekannt. Sie könnten uns den Weg zum Wahllokal und auch die Entscheidung abnehmen. Sie könnten für uns die Kreuzchen machen. Kommt ja auch auf’s Gleiche raus.

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Korea-Krieg

Viele ahnen schon, dass die Welt nicht so einfach ist, wie sie in den „Leitmedien“ dargestellt wird. Aber es ist einfacher, sie einfach zu lassen, diese Welt.

Gegenwärtig ist das Thema Korea in den Medien. Dort herrscht die Formel: Nordkorea = Kim Jong-un = BÖSE und Südkorea = Demokratie= GUT.

Es droht ein Krieg um und in Korea. Ab 25.April, wenn der verirrte amerikanische Flugzeugträgerverband im Japanischen Meer eintrifft, kann es losgehen. In diesem Umfeld habe ich mich für den Koreakrieg 1950/51 interessiert.

Hier lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie in den Medien mit Geschichte und Gegenwart umgegangen wird. Auf den ersten 8 Seiten der „Google“ – Suche ist kein Betrag zu finden, der die Geschichte nicht verdreht oder unvollständig oder falsch wiedergibt und so mindestens den Eindruck erweckt und stützt, das nordkoreanische Regime und Russland wären Schuld an dem gegenwärtigen Status der Region und der Teilung des Landes. Auch durch die verbreiteten Schulbücher wird diese Darstellung zur gängigen Geschichtsschreibung.

Deshalb an dieser Stelle eine kurze Geschichte Koreas aus meiner Sicht mit den oft nicht genannten Fakten und Richtigstellungen zu den verbreiteten „Fakten“. Ich habe hier keine Verweise oder Quellenangaben angebracht. Wer interessiert ist und tief genug gräbt, wird die Informationen unter dem Haufen der „angepassten“ Meldungen und Betrachtungen finden und nachprüfen können.

Korea bis 1945

Korea war schon vor Beginn des 20. Jahrhunderts oft Spielball der sie umgebenden Mächte. China hatte es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wechselweise als Vasallenstaat oder als Protektorat beherrscht. Mit dem Erstarken Japans und der damit verbundenen aggressiven Expansion auf das Festland verdrängte Japan China als Kolonialherr über Korea. Das Kaiserreich Korea wurde Protektorat Japans und nach 1910 Kolonie.

Zum besseren Verständnis sei hier noch erwähnt, wie es in der Umgebung Koreas, in der angrenzenden Mandschurei, eigentlich von China beansprucht, ausgesehen hat.

Japan hatte sich (kriegerisch) auf dem Festland gegen China und auch gegen das expandierende Kaiserreich Russland durchgesetzt. Im Russisch-Japanischem Krieg 1904/05 wurde die, in etwa heute noch gültige, Grenze zwischen Russland und der Mandschurei gezogen. Die südliche Mandschurei war japanisch besetzt, der nördliche Teil russisches Territorium. Im Jahre 1938 gab es einen weiteren Krieg um die Mandschurei, als das Kaiserreich Japan versuchte der 1921 gegründeten, vermeintlich schwache Sowjetunion ein weiteres Teil der Mandschurei zu entreißen. Aber die Grenzziehung änderte sich nicht. Das hielt sich so bis zum Eintritt der UdSSR in den Krieg gegen Japan, dem letzten Kapitel des 2. Weltkrieges.

Korea 1945

Am 8. August 1945 marschierte die Rote Armee der Sowjetunion nach einer Kriegserklärung in die Mandschurei ein. Das war von den Alliierten (USA, UdSSR, Groß Britannien) auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) so beschlossen worden. Der Feldzug führte zur Vernichtung der japanischen Truppen in der Mandschurei und der Besetzung dieser Gebiete durch die Rote Armee. Der sowjetische Vormarsch endete auf Grund von Nachschubschwierigkeiten an der heutigen Landesgrenze Koreas zu China, am Yalu-Fluss. Es gab auf Korea nur drei Landungsoperationen der sowjetischen Streitkräfte.

Entsprechend den Vereinbarungen der Alliierten in Jalta wird die koreanische Halbinsel in zwei Besatzungszonen geteilt. Nördlich des 38. Breitengrades ist Sowjetisches Besatzungsgebiet, südlich davon sind die Amerikaner die Besatzer. Offiziell sind auch die Engländer und Chinesen „Treuhänder“ des „verwalteten Territoriums“ bis zur Unabhängigkeit. Die Alliierten hatten auf der Konferenz von Jalta beschlossen, dass Korea ein vereinigtes, unabhängiges Land unter einer gewählten Regierung werden sollte, legten jedoch keine Details fest.

Im Süden regiert zunächst, wie im Norden, eine Militärverwaltung der Besatzer. Im Norden wird die Übergabe der Verwaltung an einheimische Kräfte vorangetrieben. Es bildet sich, natürlich mit Unterstützung der Sowjetunion, ein „Provisorisches Volkskomitee“.

Im Norden wurden die japanischen Kriegsverbrecher und Kollaborateure aus den Ämtern gejagt. Im Süden ist dieses Vorgehen nicht ganz so strikt, sie wird von der Besatzungsmacht gebremst. Die politischen Gruppierungen, die sich im ganzen Land bildeten, haben vorrangig das Ziel die japanische Vorherrschaft in Ämtern und Verwaltungen und auch in der Wirtschaft zu beenden und ein einheitliches Korea zu schaffen. In ganz Korea werden die Ländereien der Großgrundbesitzer besetzt und die Fabriken, deren Besitzer (meist Japaner) geflohen waren, werden durch Arbeiterräte übernommen.

Die Beibehaltung der Teilung Koreas am 38. Breitengrad wäre den Besatzungsmächten USA und Sowjetunion recht,  weil so jeder Macht über den besetzten Teil behält. Die einheimische politische Landschaft aber entwickelt sich anders und zwar vor allem gegen die Interessen der USA. Diese hätte natürlich gerne ein Land nach westlichen Demokratievorstellungen. Auf keinen Fall aber ein kommunistisch oder sozialistisch regiertes Land.  Die Kommunisten und Sozialisten, die anti-kapitalistischen und nationalen Kräfte aber führen die politische Bewegung in Nord und Süd an. Es droht die Übernahme der Macht durch „undemokratische“ Kräfte. Die USA proklamierte daraufhin für den Süden die USAMGIK („United States Army Military Government in Korea“)

Die USA etabliert im Süden eine Marionette. Rhee Syng-Man war 1919 war er zum Präsidenten der selbsternannten „provisorischen Regierung Koreas im Exil“ gewählt worden. Er lebte bis 1945 auf Hawaii, also in den USA. Rhee Syng-Man wird an die Spitze einer Abspaltung der konservativen Partei gestellt und von der USA protegiert.

Wahlen

Im Vorfeld der Wahlen kam es im ganzen Korea zu Demonstrationen, Generalstreiks bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Koreaner in Nord und Süd wollten separate Wahlen im Süden verhindern. Getrennte Wahlen für Nord und Süd waren vorher von der USA in der UNO vorgeschlagen worden. Dabei sollte die Anzahl der Bevölkerung in den Landesteilen auch über die Sitze im Parlament entscheiden. Der Süden hätte mit seiner doppelt so großen Bevölkerung die weitere Ausrichtung der Politik des Landes in jedem Falle bestimmt. Allerdings hatte die USA im Süden schon dafür gesorgt, dass die ihnen genehmen Kräfte auch die Wahl gewinnen würden. Im Vorfeld waren kommunistisch und sozialistisch orientierte politische Gruppierungen verboten worden.

Die erste Verfassung Südkoreas (Juli 1948) wies dem Präsidenten weitgehende Machtbefugnisse zu, weit über das hinaus, was noch als „demokratisch“ bezeichnet werden konnte.

Im August 1948 wird Rhee Syng-Man vom südkoreanischen Parlament zum Präsidenten der Republik Südkorea gewählt. Er stützte sich dabei auf ehemalige koreanische Offiziere der japanischen Armee.

Damit waren also in den Besatzungsgebieten getrennte Wahlen durchgeführt worden und es gab nun zwei Regierungen und zwei Staaten. Die Besatzungsmacht war nur für 5 Jahre vorgesehen. Die Besatzungsmächte zogen sich also 1948 (Sowjetunion) bzw. 1949 (USA) aus Korea zurück. Die USA behält aber Stützpunkte.

Ab 1948 kam es zu erbitterten Aufständen in ganz Südkorea. Bei einem Aufstand auf der vorgelagerten Insel Jejudo richteten Polizei und Armee ein Massaker an, bei dem bis zu einem Viertel der Bevölkerung getötet wurde.

Mit diesen Aufständen hatte Nordkorea nichts zu tun. Allerdings tobte an der Demarkationslinie ein ständiger Grenzkrieg. Und der gesamte Südwesten Koreas befand sich in ständigem Aufruhr gegen das verhasste Regime von Rhee Syng-Man. Nur ein Krieg konnte es noch retten.

Nach gefälschten «demokratischen» Vorwahlen von 1948 verlor Rhee Syng-Man am 30.Mai 1950 spektakulär die Wahlen zur Nationalversammlung, und das, obwohl die gesamte Linke (inkl. der Kommunisten) verboten war.

 

Der Krieg kommt

Am 1. Oktober 1949 wurde die kommunistische Volksrepublik China ausgerufen. Die Volksrepublik wurde durch die UN nicht anerkannt.

Am 25.Juni 1950 ist der Präsident Rhee Syng-Man anwesend, als die Südkoreanische Armee in ganzer Linie den 38.Breitengrad überschreitet. Am folgenden Tag melden große Medien des Westens (London Daily Herald, Guardian, New York Herald Tribune, New York Times) dass die südkoreanischen Truppen erfolgreich in den Norden vorgedrungen sind und die Stadt Heaju erobert hätten.

Am selben Tag reicht die USA einen Resolutionsentwurf beim UN-Sicherheitsrat vor. Nordkorea wird  „unprovozierte Aggression“ vorgeworfen. Im Sicherheitsrat der UN wird abgestimmt. Die UdSSR ist nicht dabei. Sie nimmt aus Protest wegen der Nicht-Anerkennung der VR China nicht an der Sitzung teil. Ägypten will das „unprovoziert“ gestrichen haben, Jugoslawien ist gegen die Resolution. Die ständigen Provokationen an der Demarkationslinie waren bekannt. Mit den Stimmen Nicaraguas (Diktator Somoza) und Cubas (Diktator Batista)   wird die Resolution durchgesetzt. Damit wird der folgende Krieg gegen Nordkorea durch die UN legitimiert.

Die nordkoreanische Armee drängt die südkoreanische Armee in wenigen Wochen völlig zurück. Seoul wird besetzt. Die südkoreanische Armee löst sich praktisch auf. Viele der von den Nordkoreanern gefangenen südkoreanischen Soldaten kämpften später in den Reihen der Nordkoreaner. Drei Viertel des Territoriums werden von den nordkoreanischen Truppen besetzt. Die Truppen des Südens töten während des Rückzuges in den Gefängnissen und Lagern des eigenen Landes hunderttausende Gefangene. Es sind Kommunisten, Sozialisten oder aber auch nur Gegner des Regimes.

Die USA hatte den Südkoreanern Hilfe geleistet.

Es wird von Nordkorea ein Waffenstillstand angeboten. Gemeinsame Wahlen sollen durchgeführt werden. Das wird abgelehnt.

Die USA hat es inzwischen geschafft, Truppen in den Süden zu bringen. Auch werden einige Landungsoperationen an der Küste durchgeführt. Der fast beendete Krieg flammt erneut auf. Jetzt aber stehen auf der einen Seite Nordkorea und auf der anderen Seite die Vereinten Nationen (UN) unter Führung der USA. Die Resolution 85 des UN-Sicherheitsrates gibt ihnen das Recht dazu.

Die Truppen der UN drängen die Nordkoreaner bis nach Nordkorea zurück. Freiwillige aus der UdSSR und reguläre chinesische Truppen greifen auf Seiten Nordkoreas in den Krieg ein. Es geht den großen Mächten um den Erhalt des Status Quo in Korea. Weder die USA wollten den Brückenkopf Korea verlieren, noch wollte die UdSSR oder China die Streitkräfte der USA bis an ihre Grenzen vorlassen.

Bis Juni 1953 zieht sich der Krieg hin. Mehr als 4 Millionen Zivilisten wurden umgebracht. Eine Million Soldaten starben.

 

 

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Wie schnell muss ich wachwerden?

Darf ich überhaupt schlafen?

„Der Fahrer muss wahrnehmungsbereit sein“ Schlafen darf ich nicht. „…dass er die Steuerung übernehmen kann, wenn er vom System dazu aufgefordert wird.“ Also doch schlafen. Kann mich ja wecken, „das System“, wenn ich wieder steuern soll. Mein Wecker weckt mich ja auch. Das macht er ganz ordentlich. Wenn ich ihn richtig gestellt habe.

Dobrindt: „Wir schaffen eine rechtliche Gleichstellung zwischen dem menschlichen Fahrer und dem Computer als Fahrer.“(Quelle: www.bundestag.de) Der Herr hat also die Zukunft vorgezogen und …. Ich glaube schon, dass mein Hund manchmal versteht, was ich sage. Ich glaube auch, er ist zu gewissen kognitiven Leistungen fähig. Aber er wird niemals sagen: „Du fährst zu weit rechts, mein Schatz.“ Allerdings kennt er den Parkplatz vor dem Einkaufszentrum und wartet ungeduldig auf die Wurst, die er bei meiner Rückkehr bekommt. Ans Steuer des Autos würde ich ihn nicht lassen und einkaufen schicken schon gar nicht.

Ich denke, meine Hausratsversicherung sollte meine automatisierte Waschmaschine oder wahlweise den Hersteller derselben belangen, wenn meine Hosen wieder mit zu hoher Temperatur gewaschen worden sind. Das muss die (das „System“) doch merken! Steht doch „smart“ drauf! Auf der Hose nicht, die Hose weiß nicht, wann sie aus der Waschmaschine springen muss. Hat sie auch keine Chance. Die Tür ist ja zu und lässt sich nur von außen öffnen. Oder automatisch.

Ich stelle mir schon die Schlagzeile vor: „Konzernchef wehrt sich gegen Vorwürfe“

Darunter diese Meldung: „Der Konzernchef XY(Name von der Redaktion geändert) bestreitet von der Einstellung gewusst zu haben, die es der Software des autonom fahrenden zyx-e-mobils ermöglicht, selbst über die Anzahl der Unfalltoten zu entscheiden. Das Gesetz schreibt vor, wie im Falle eines Unfalls von der Fahrzeug-Software der Schaden minimiert werden soll. Dabei sind Kinder zu schonen und die Anzahl der möglichen Toten bei einem Unfall zu minimieren.“

Soweit, so gut. Algorithmen entscheiden über menschliches Leben.  Aber jeder Fahrer und jede Versicherung kann Zusatzsoftware kaufen, die im Falle eines drohenden Unfalles das wertvolle automatische Mobil schützt und die weiche Masse der Menschen dem harten Brückenpfeiler vorzieht. Natürlich ist das verboten. Vielleicht sogar mit einem strengen Gesetz. Natürlich ist es verwerflich. Unmoralisch. Menschenfeindlich.

Trotz aller Moral und trotz aller Gesetze und trotzdem es noch keine automatisch, autonom fahrenden Automobile gibt, werden schon heute die Menschen in den Städten vergiftet vom „Feinstaub“ und von giftigen Beimengungen in den Abgasen der Verbrennungsmotoren. Wir werden belogen und betrogen. Die Gesetzesübertretungen werden nicht geahndet, die Gesetze zu Ungunsten der Menschen geändert. Weil damit Gelde verdient wird. Wenn auch schmutziges.

Na, dann auf in die Zukunft! Es grüßt

B. Scheuert

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