Archiv der Kategorie Geschichten

Null Covid Bock!

Ich habe so die Schnauze voll. Wie weit muss der Verstand gelitten haben. Vor kurzem ging so eine Kampagne durch die Medien. NullCovid oder ZeroCowid oder #ZeroCovid ist die Initiative, die scheinbar von LINKS ausgeht und auch die Betriebe, Fabriken, Schulen und BĂŒros schließen will und die Aufsicht ĂŒber den totalen Shutdown an die ArbeiterInnen ĂŒbergeben will. Es geht um die ABSOLUTE Stilllegung, um TOTALES Runterfahren aller AktivitĂ€ten.

Wie weit muss der Verstand gelitten haben, wie weit muss das GeschwĂŒr der Dummheit sich schon vorgearbeitet haben, wie weit muss das Wissen aus den Köpfen schon ausgeblasen worden sein durch Xbox-Ballerspiele und „Hartz aber herzlich“ und Seifenschmierentheater??

Null, total, absolut, das ist schon mitten drin in ein einer absoluten Welt, in einer Welt der Diktatur, des Faschismus! Und es ist die scheinbar linke Bewegung, die dem noch Vorschub gibt. Die SÀuberung des Reichstages von der Opposition geschah noch gegen Widerstand in der politischen Welt. Die SÀuberung des Bundestages von der Opposition scheint schon vollzogen. Jedenfalls sind es nicht die sogenannten linken KrÀfte, die da in der Gegenwehr sind.

Seht euch um: Die Gesichter sind verschwunden, das LĂ€cheln, die Menschen weichen sich aus, scheuen jede BerĂŒhrung, sehen sich nicht mehr in die Augen, Tanz, Sport und Spiel sind verboten, fröhliche Kinder nur noch hinter verschlossenen TĂŒren, arbeiten erlaubt, fĂŒr den Sieg, Alte gehören weggesperrt, sind ĂŒberflĂŒssige Fresser, Freiheit ist Schweigen, Kritik ist leugnen, Null ist Alles, die Grenzen werden geschlossen, jeder ist Niemand, die Impf-Helfer wachen ĂŒber die Volksgesundheit, die Uniformen sorgen fĂŒr Jeden. Seht euch nicht um.

Es ist an der Zeit die Betriebe nicht mehr zu betreten, ja. Bleibt vor dem Tor stehen. Atmet die frische Luft, zeigt eure Gesichter! NatĂŒrlich mit Abstand.

Ich habe so die Schnauze voll. Um ziebzehn Uhr, wenn ich von der Arbeit komme lĂ€utet immer die Kirchenglocke auf dem Turm. Es ist niemand gestorben. Sie lĂ€utet immer, vielleicht lĂ€utet sie auch gar nicht und es nur ein TontrĂ€ger, der regelmĂ€ĂŸig abgespielt wird, um die Zeit anzuzeigen, besser anzuhören. Die verscheißern uns ja ĂŒberall. Meine Oma erzĂ€hlte, wie immer die Heldenglocke gelĂ€utet wurde, wenn einer gefallen war. Dann haben sie es aber verboten. Es waren zu viele und das macht Angst.

Vielleicht haben sie es ja jetzt auch verboten, die Glocken zu lĂ€uten Ich habe jedenfalls dieses Jahr die Totenglocke noch nicht gehört , nur einmal, da ist Pfarrer Rendtmeier gestorben. Aber der war 96, nicht Fan, war er ja auch, aber er hat immer den MĂ€dchen in die Backen, die Hinterbacken, gekniffen. Er war 96 Jahre alt. Jedenfalls hat er keine Chorknaben vernascht. Eher mal einen ĂŒber den Durst getrunken. Und gestorben ist er trotz Corona. Hat er gesagt. Wenn das jetzt so ist, hat er gesagt, dann mĂŒĂŸte er vielleicht noch ein Weilchen auf dieser Erde bleiben, damit er seine SchĂ€fchen aufklĂ€ren kann. Die sind ja alle so verloren, die werden ja so verscheißert, er kann es ja sagen, ihm tut keiner mehr was. Aber tot ist tot.

Jetzt kommen die Nachrichten. Ich muss gleich los zur Arbeit. Die Kinder zum Schulbus bringen, heute kriegen sie wieder einen neue Maske, wer soll das jeden Tag bezahlen, sie reißen sie sich vom Gesicht und dann sind sie dreckig und dann mĂŒssen sie eine Neue haben. Dann ich zum Bus, in die andere Richtung.

17tausend Infizierte bei 34tausend Inzidenzien und 8 belegten Betten von 7prozent ins Schienbein. Ich höre da nicht mehr hin. Das ist unlogisch.

Und dann der Wetterbericht mit trocknen Wolken. Mir reichts. Wenn die wenigstenss die 6. Klasse erreicht hÀtten, die solche Zahlen raushauen, dann könnten die sich das selber ausrechnen. Da stimmt irgendwas nicht.

Vorsicht, Achtung:  Das ist eine Textaufgabe, lasst euch von euren Eltern helfen! Wenn von 15.000 Krankenhausbetten in einem Land 2 KrankenhĂ€user geschlossen werden und wenn also 1500 Krankenhausbetten und davon 25 Intensivbetten und davon waren 20 Betten belegt, wenn also das Krankenhaus wegrationalisiert wurde, weil es einfach keinen Gewinn eingefahren hat, das ist ja verstĂ€ndlich, wenn es heute also weg ist, wieviel Intensivstationsbetten stellt es dann heute zur VerfĂŒgung? Richtig, vollkommen richtig! Gut und wieviel davon sind dann bei 80% Auslastung belegt? Die wollen uns verscheißern. Mit mir nicht. Schmiert Euch Eure Zahlen in die Haare!

Ich sitze im BĂŒro. Heimarbeit ist nicht, habe ich abgelehnt. Hat auch der Chef abgelehnt. Ich hĂ€tte die ganze AusrĂŒstung mitnehmen mĂŒssen. Da sitzen wir. Absaugvorrichtung, die in der ersten Woche eine angenehme LautstĂ€rke hatte, jetzt aber zieht es und ich habe schon den zweiten Schnupfen durch in diesem Winter und mit dem Kollegen treffe ich mich an der Kaffeemaschine. Trotz der rumfliegenden Viren und Bazillen. Das hat uns die ganzen Jahre vorher auch nicht gestört.

Jetzt sollen wir uns auch noch testen lassen. Aber der Chef sagt, QuarantÀne gibt es nicht, dann könnt ihr ja gleich im Homeoffize arbeiten. Und wer soll dann die Fahrer abfertigen?

Ich denke wir sollten dem Spuk ein Ende bereiten. Ob Virus oder nicht. Wenn die Leute sterben wĂŒrden wie die Fliegen oder alle zusammen zu Hause krank im Bett liegen wĂŒrden, dann mĂŒĂŸte man vorsichtig sein, aber solange die sich hier alle auf Arbeit rumdrĂŒcken, was soll da der ganze Coronaspuk? Nur damit wir nicht in die Kneipe gehen oder in den Urlaub fahren können? Ne, ich habe die Schnauze voll. Ich höre da nicht mehr hin. Basta.

Rating 3.00 out of 5
[?]

Tags: , , ,

PĂŒnktlich wieder raus

Ist Ihnen das auch schon einmal so gegangen: Sie setzen sich pĂŒnktlich auf den Friseurstuhl. Es ist FĂŒnfzehn Uhr, pĂŒnktlich. Der Zeiger rĂŒckt gerade auf die Zwölf. Die Friseuse macht im Spiegel ein freundliches Gesicht, wirft Ihnen den Umhang ĂŒber und in diesem Augenblick kommt dieses Zeitzeichen im Radio und der Radiosprecher sagt in seinem gewohnt sachlichen Ton: „Beim letzten Zeichen war es genau 15 Uhr.“

„Nein“, denkst Du bei dir, nein, das Radio geht schon wieder fast zwei Minuten nach!“ Aber du sagst es nicht der Friseuse, erzĂ€hlst nichts von deinen Gedanken. Vielleicht wĂŒrde sie dann darĂŒber nachdenken und dann mĂŒssten die Haare drunter leiden oder dein Angesicht.

So aber erzĂ€hlt sie nur von ihrer Tochter und da das so mehr SelbstgesprĂ€che sind, du also nichts antwortest, nichts antworten musst, ist alles in Ordnung. Bewegen, vielleicht mit dem Kopf nicken, vermeidest du, jedenfalls, solange dir die Schere im Nacken klappert, sowieso. Solange  ist deine Schönheit auch nicht gefĂ€hrdet.

Dann kommt im Radio diese Nachricht: Die USA haben den INF-Vertrag gekĂŒndigt! Die Friseuse hĂ€lt inne. Und du spĂŒrst, Gefahr liegt in der Luft! „Diese Idioten!“ sagt die Friseuse. Sie klappert gefĂ€hrlich mit der Schere in der Luft. Du duckst dich unwillkĂŒrlich ein wenig in deinem Stuhl.

Die Frau tritt einen Schritt von deinem Stuhl zurĂŒck. Du siehst es im Spiegel. Sie ringt mit der Fassung.

„Wie haben wir damals gejubelt“, sagt sie. Der Gorbatschow hat es geschafft. Er hat den Reagen rumgekriegt. Allerdings, wir haben uns damals schon gefragt, wie er das gemacht hat, wie er das erkauft hat und tatsĂ€chlich, die AbrĂŒstung war ein wenig einseitig. Die Russen, damals ja noch Sowjetunion, haben Kernkompetenz“, sie kichert leise, und wiederholt „Kernkompetenz“ und betont dabei –Kern-, „die Raketen abgebaut und die Amis haben ihre Hauptwaffen, die Bomber und Fernraketen behalten.“

Da du jetzt außer Reichweite der Schere bist, wagst du eine Frage.

„Nein“, antwortet die Frau. „NuklearsprengsĂ€tze wurden nicht  reduziert. Es wurde nur das WettrĂŒsten bei den Raketen mit Reichweiten von 500 bis 5500 KM beendet. Die TrĂ€gersysteme sollten beseitigt werden.“

„Warum war das so ein Erfolg, wenn die nukleare Gefahr genau so ist wie vorher?“

Die Friseuse lehnt sich an das Waschbecken. „Eine Rakete mit Nuklearsprengkopf vorzubereiten und  abzuschießen dauert nur wenige Minuten. Die Rakete fliegt von Westdeutschland bis Moskau weniger als eine Stunde. Ein Flugzeug mit einer nuklearen Bombe braucht lĂ€nger in der Vorbereitung, lĂ€nger fĂŒr den Flug und ist leichter abzuschießen, bevor es das Ziel erreicht. Somit ist die Gefahr, einen ĂŒberraschenden Nuklearschlag zu fĂŒhren, wesentlich geringer. Und damit die Gefahr eines Kriegsausbruches.“

Ich nicke zustimmend. Das leuchtet mir ein. Dann will also die USA wieder mehr Kriegsgefahr. Das kann ich verstehen. Die werden von der wirtschaftlichen und finanziellen Macht der Inder, Chinesen und vielleicht Russen stark bedrĂ€ngt. Die FlugzeugtrĂ€ger reichen nicht mehr als Abschreckung, denn die Chinesen haben inzwischen auch solche Dinger. Sogar die Inder haben einen gekauft. Da muss man endlich mal dagegenhalten, wenn solche billigen ehemaligen Kolonien jetzt aufmĂŒpfig werden. Da braucht man Raketen, die bis nach Peking fliegen und nach Teheran und Moskau. Dann wird eben Polen zur Front, wenn dort die Raketen stationiert werden.  Polen ist schwach besiedelt. Da kann man so einige Raketen zur Abschreckung aufstellen. In der TĂŒrkei stehen auch Abschussrampen.

Ich Ă€ußere gegenĂŒber der Friseuse die Hoffnung, dass Deutschland von der Stationierung von Abschussrampen verschont bleiben wĂŒrde. Sie ist anderer Meinung. „Diese Regierung und jede andere werden aufs Geld gucken und die sind doch schon immer von den Amis gekauft. Da kann das Volk“, sie betont „DAS VOLK“, und es hört sich ein wenig verĂ€chtlich an, „ruhig zu einhundert Prozent dagegen sein, auch die Abgeordneten. Die amerika-hörige Regierung wird es wieder zulassen. Und dicke Pensionen beziehen.“

Ich protestiere gegen diese Meinung. Die Friseuse hebt drohend die Schere. „Das Grundgesetzt wurde von den Amis abgenickt und die bundesdeutsche Regierung hat in den letzten 70 Jahren keinen Beschluss ohne die Zustimmung der Amis oder der Industrie gefasst.“ Sie tritt von hinten an meinen Stuhl. „Aber lassen Sie mal. Es kommt wie es kommt. Als Volk brauchen wir uns darĂŒber keine Gedanken zu machen.“ Zwischen den Schneiden der Schere höre ich meine Haare knirschen. Die Frau konzentriert sich auf ihre Arbeit. Ich verlasse unverletzt den Laden.

Rating 3.00 out of 5
[?]

Der Pfuhl muss zugeschĂŒttet werden.

Ein See in Afrika, ein Krater-See des Nyiragongo, bestehend aus flĂŒssigem Gestein, aus Lava,  produziert angeblich (wissenschaftliche Untersuchung = fake news) ebenso viel Schwefeloxid, wie die gesamte europĂ€ische Industrie.

Wenn also die KlimaschĂŒtzer ernsthaft gegen die Klima-Killer-Gase vorgehen wollten, dann hĂ€tten sie hier ein lohnendes Objekt. Die Einstellung des Betriebes eines einzigen afrikanischen Vulkans wĂŒrde die europĂ€ischen Klimaziele fĂŒr Jahre sichern.

Aber, da ist natĂŒrlich noch die andere Sache. Mit der Schließung des afrikanischen Vulkans wĂŒrden der LĂ€rm in den deutschen StĂ€dten, der Smog an Sommertagen und die Feinstaubbelastung durch den Gummiabrieb bremsender und anfahrender Kraftfahrzeuge noch nicht beseitigt. Aber auch da findet sich sicher eine einfachere Lösung. Es muss sicher nicht an der Eigendefinition des freien Deutschen gekratzt werden: Am massenhaften Individualverkehr mit großen schnellen Automobilen. Sicher findet sich auch fĂŒr das grĂ¶ĂŸte Ärgernis des freien Deutschen eine Lösung: den massenhaften und bremsenden GĂŒterverkehr auf der Straße. Lassen wir den Verantwortlichen doch noch etwas Zeit.

Ein anderes Problem allerdings ließe sich mit der massenhaften Schließung afrikanischer Vulkane, wenn auch nicht beseitigen, doch aber wahrscheinlich vermindern. Wenn die Vulkane nicht mehr Feuer speien und Lava und totbringende Gase in die Umgebung entsenden, wird das Leben in Afrika wieder ungefĂ€hrlich und lebenswert, und viele, die jetzt auf lebensgefĂ€hrlichen Wegen nach Europa drĂ€ngen, wĂŒrden bei sich zu Hause bleiben.

Die Politik hat ja schon seit einiger Zeit erkannt, dass es seit einigen Jahren vermehrt KlimaflĂŒchtlinge gibt. Auch bei den gegenwĂ€rtigen Diskussionen um die Regierungsbildung und die wichtigsten Fragen des deutschen Wohlstandes geht es genau um diese Frage. Dabei bezieht sich die Politik weniger auf die steigenden Zahlen der Flugreisenden in warme sĂŒdliche LĂ€nder, sondern mehr auf die Ströme von Reisenden in den Norden des europĂ€ischen Kontinents. Dabei bietet der Norden doch bekanntlich ein wenig anheimelndes Wetter. Jedenfalls draußen. Seit Wochen regnet es. Und wenn erst vielleicht richtiger Schnee fallen wĂŒrde
.

Warum ĂŒberhaupt ziehen diese ganzen Klimawanderer in den Norden? Wenn sie in den SĂŒden ziehen wĂŒrden, hĂ€tten sie einen viel kĂŒrzeren Weg! Und ungefĂ€hrlicher als der Weg ĂŒber das unberechenbare Mittelmeer ist es allemal!

Gib Gott, dass es bald eine deutsche Regierung fĂŒr die freien Deutschen gibt. Die wird schon alles ordentlich regeln, oder?

 (Der fast 3.500 Meter hohe Stratovulkan Nyiragongo gehört zu den acht aktiven Virunga-Vulkanen im Grenzgebiet von Ruanda, Uganda und dem Kongo.)

Rating 3.00 out of 5

[?]

Oktober

Der erste Herbststurm ist durch. Es gab Tote. Die StĂ€mme der BĂ€ume, die die Straßen blockierten sind teilweise zersĂ€gt, aber wenigstens von der Fahrbahn gerĂ€umt. Frei Fahrt fĂŒr freie BĂŒrger. Unvorstellbar, wenn die Straßen fĂŒr mehrere Tage unpassierbar blieben fĂŒr die Berufspendler, die EinkĂ€ufer und die Konzertbesucher. Unvorstellbar fĂŒr unsereins.

Die stehengebliebenen BĂ€ume fĂ€rben ihr Laub recht unterschiedlich. Die NadelbĂ€ume bleiben vollkommen unberĂŒhrt von der sich Ă€ndernden Stimmung. Goldener Herbst. In Nordamerika wĂŒrde man „indian summer“ dazu sagen. Aber wir sind in Deutschland. Da sind wir selbst die „natives“. Da haben wir ein „Jobwunder“. Niemand bleibt stehen und sieht sich die bunten BlĂ€tter an. Keine Zeit.

Irgendwann im Oktober schoss der Panzerkreuzer „Aurora“ eine Platzpatrone in den Himmel von Petrograd. Das Signal zum Sturm der „Roten Garden“ auf das „Winterpalais“, in dem Provisorische Regierung Russlands ihren Sitz hatte. Ein Nebenschauplatz der Geschichte. Eine Kriegsgeburt, dieser Beginn einer neuartigen Diktatur, der „Diktatur des Proletariats“. Aber das GeschwĂŒr im Leib des Kapitalismus wuchs. Ein Tumor, der abgetötet werden konnte. Nicht zuletzt, weil aus der „Diktatur des Proletariats“ eine Diktatur ohne das Proletariat wurde.

Die Erinnerung aber, die Erinnerung an die Hoffnungen, die sich auch teilweise erfĂŒllten, die bleibt und sie wird sich in den folgenden Generationen erhalten. Die Hoffnungen auf Gerechtigkeit, auf MenschenwĂŒrde, auf BrĂŒderlichkeit und bewusster Zukunftsgestaltung fĂŒr die Menschheit hat einen herben Schlag erhalten. Der Keim aber ist gelegt. Ein erster Versuch ist unternommen worden. Noch gibt es kein Schlussbild.

Es ist nicht mehr lang hin. Die BĂ€ume werden auch ihre allerschönsten BlĂ€tter abgeworfen haben. Kahlheit. Aus Melancholie wird tropfende Traurigkeit. Die mĂ€rkischen Kiefern behalten standhaft ihre Nadeln, die grĂŒnen. Die Fichten und Blautannen mĂŒssen zu abertausenden in die Wohnzimmer. Wegen der Hoffnung. Und wegen der Tradition. Und weil ohne dem das WeihnachtsgeschĂ€ft nicht lĂ€uft.

Rating 3.00 out of 5

[?]

Sommernacht in der Stadt

Quirlig bis spĂ€t in die Nacht. Hochsommer. Der Hotelgast holt seinen SchlĂŒssel aus dem KĂ€stchen. Die Rezeption ist nicht mehr besetzt. Der Besitzer legt vermutlich Wert auf seine Freizeit. Vielleicht hat er einen Garten vor der Stadt und sitzt unter dem Schatten des Pflaumenbaumes geschĂŒtzt vor der immer noch brennenden Sonne.

Im Foyer ist es still. Der LĂ€rm der Straße ist da draußen. Abgeschnitten durch das Zuklappen der TĂŒr. Erstes Aufatmen. Der Gast fĂ€hrt mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock. Im Augenblick beherrscht ihn der einzige Wunsch, die klebenden Textilien vom Körper zu bekommen und seine Glieder unbelastet auszustrecken. Er schließt die TĂŒr auf. Der Raum ist muffig. Es ist noch heißer als draußen. Er stellt den Koffer auf die Pritsche und reißt die Fenster auf.  Da ist sie wieder, die Stadt.

Er hat den Blick auf beide Straßen einer Kreuzung, denn er hat das Eckzimmer. Ordentlich sind die Streifen fĂŒr die VerkehrsfĂŒhrung aufgemalt. Pfeile kennzeichnen die Fahrtrichtungen. Die Fahrradwege sind farblich abgesetzt. Auf den Streifen, die die FußgĂ€nger fĂŒr die Überquerung der Straße nutzen sollen, sind die Farbstreifen unterbrochen. Die Haltelinien werfen grell das Sonnenlicht in die Hotelfenster. Stockt der Verkehr in die eine Richtung, verebbt der LĂ€rm fĂŒr einen winzigen Augenblick. Dann setzt sich der Strom in der querverlaufenden Richtung fort. Der Hotelgast betrachtet fĂŒr einen Augenblick das Geordnete aus dem einen Fenster, dann aus dem anderen.

Der Gast schaut sich im Zimmer um. Irgendwie muss die Hitze besiegt werden. Ein Ventilator steht auf dem Tisch. Er schaltet ihn ein. Ratsch, ratsch, schneller werdend setzen sich die FlĂŒgel in Bewegung. Der Gast öffnet die Knöpfe des Hemdes. Er streift den klammen Stoff vom Körper. Auch die Hose fĂ€llt. Er begibt sich in das Bad, wartet bis das Wasser der Dusche lauwarm ist und stellt sich darunter. Im Bad ist nur noch das GerĂ€usch laufenden Wassers. Hier möchte er bleiben. Aber er ist mĂŒde. Er möchte sich hinlegen, schlafen. Die Hitze, die lange konzentrierte Autofahrt, die hinter ihm liegt, der Körper braucht Ruhe.  

Der Gast verlĂ€sst das Bad. Da ist sie wieder, die Stadt. Aber die vom Ventilator bewegte Luft kĂŒhlt wohltuend die Haut. Er bleibt in dem Strom stehen. Er wirft sich auf das Bett. Streckt sich aus. Ein neues GerĂ€usch dringt an ihn. Rauschen, bullern, Quietschen. Ein GĂŒterzug rattert ĂŒber die nahen Gleise. Zuerst war es nur ein NebengerĂ€usch im Straßenverkehr, dann ĂŒberstimmt es ihn aber, es ebbt wieder ab und der Hotelgast hört nur noch die anfahrenden Autos, die knatternden Mopeds und den keuchenden Bus unter dem Fenster.

Der Hotelgast schließt die Fenster. Ruhe. Nur noch das Ratsch, Ratsch des Ventilators. Der Gast liegt ausgestreckt auf dem Bett. Ab und an kann er das Rattern eines GĂŒterzuges hören. Das Duschwasser ist abgetrocknet. Durch die Poren schiebt der Körper schon wieder Schweiß nach außen. Der Gast lĂ€sst es geschehen, was soll er auch tun. Ratsch, ratsch, schiebt der Ventilator ab und an einen kĂŒhlenden Hauch ĂŒber die Haut.

Der Schlaf kommt. Der Gast wehrt sich nicht. Der Traum kommt. Ein brĂŒllender Riese, bunt, wirft eine dunkle Glocke ĂŒber ihn. Lava strömt um ihn herum. Sie verbrennt ihn nicht. Dann wĂ€chst dem Riesen ein neuer Arm. Mit diesem zerschlĂ€gt er, ratsch, ratsch, die Glocke und die Lava. Dann beginnt alles von vorn. Er wacht auf.

Die Haut zieht das Laken mit, als er sich erhebt. Er geht den Schritt zum dem einen Fenster. Er öffnet es. Die Stadt. Da ist sie wieder. Aber es ist kĂŒhler geworden. Er öffnet das Fenster weit. Er schaltet den Ventilator ab und öffnet auch das andere Fenster. Die Straße ist inzwischen kĂŒnstlich beleuchtet. Immer noch lösen sich knatternde Mopeds von der Haltelinie, wenn sie es dĂŒrfen. Immer noch ziehen Autos und Radfahrer auf den Spuren entlang. Immer noch liegt die Luft schwer ĂŒber der Kreuzung. Etwas ist anders. Bei einigen Autos sind die Scheiben heruntergelassen. Laut bullert die Musik daraus. FremdlĂ€ndisches, tĂŒrkisch oder arabisch, englisch oder auch ein afrikanisch anmutender Sound ist dabei.

Der Hotelgast rĂŒckt einen Stuhl in den Zug zwischen den beiden Fenstern. Er schaltet den Fernseher an. Den Ton stellt er ab. Dann setzt er sich auf den Stuhl. Bis er die Kirche neben dem Hotel Viertel nach Zwei schlagen hört, betrachtet er die Bilder auf dem Bildschirm. Dann ist die Stadt leise geworden. Dann geht er wieder auf das schon durchschwitzte Laken und schlĂ€ft ein.

Rating 3.00 out of 5

[?]
Count per Day - DEBUG: 0 s
  1. Server: Apache/2.4.54 (Unix)
    PHP: 7.4.32
    mySQL Server: 5.7.38-log
    mySQL Client: 5.6.45
    WordPress: 6.0.3
    Count per Day: 3.6.1
    Time for Count per Day: 2022-12-02 11:49
    URL: www.kraax-online.de/category/geschichten/
    Referrer:
    PHP-Memory: peak: 50.88 MB, limit: 512M
  2. POST:
    array(0) { }
  3. Table:
    wp_cpd_counter: id = int(10)   ip = int(10) unsigned   client = varchar(500)   date = date   page = mediumint(9)   country = char(2)   referer = varchar(500)  
  4. Options:
    version = 3.6.1
    onlinetime = 300
    user = 0
    user_level = 0
    autocount = 1
    dashboard_posts = 20
    dashboard_last_posts = 10
    dashboard_last_days = 10
    show_in_lists = 1
    chart_days = 60
    chart_height = 100
    countries = 20
    exclude_countries =
    startdate = 2010-04-01
    startcount = 366
    startreads = 150
    anoip = 1
    massbotlimit = 25
    clients = Firefox, MSIE, Chrome, AppleWebKit, Opera
    ajax = 0
    debug = 1
    referers = 0
    referers_cut = 1
    fieldlen = 150
    localref = 0
    dashboard_referers = 20
    referers_last_days = 7
    no_front_css = 0
    whocansee = edit_others_posts
    backup_part = 1000
    posttypes =
    chart_old = 0
  5. called Function: count page: x
  6. called Function: getPostID page ID: -48
  7. Post Type: - count it
  8. called Function: count (variables) isBot: 1 countUser: 1 page: -48 userlevel: -1
  9. showFields : 0.00203 - 50.81 MB
    rows - SHOW FIELDS FROM `wp_cpd_counter`

GeoIP: dir=0 file=- fopen=true gzopen=true allow_url_fopen=true