Archiv der Kategorie Lebensstrategie

Wer trifft die Entscheidung?

Das Automobil soll nach Willen der Autobauer „intelligent“ werden. Es soll mit „künstlicher Intelligenz“ dann selbstständig Entscheidungen treffen. Wir haben aber alle ein Problem damit.

Zitat(Merkur 2017):

In der Philosophie wird das Dilemma des Tötens, um Leben zu retten, als »Weichenstellerfall« diskutiert: Eine Straßenbahn ist außer Kontrolle geraten und droht fünf Personen zu überrollen; die einzige Handlungsoption eines Zeugen neben dem Weichenhebel besteht darin, die Bahn auf ein Nebengleis umzuleiten, wo sie nur eine Person überfahren würde. Der Tötungsbeschluss, den diese Weichenstellung enthält, wird in der sogenannten Fetter-Mann-Variante explizit, wenn man alternativ die Straßenbahn dadurch zum Halten bringt, dass man – möglicherweise nach einem erbitterten Zweikampf – einen fetten Mann von der Brücke auf die Schienen stößt.

Zitat (heise 4.Nov. 2019):Das Szenario ist simpel: Eine außer Kontrolle geratene Straßenbahn rast auf eine Gruppe von Menschen zu. Ein Beobachter steht zufällig am Weichenhebel und hat die Möglichkeit die Straßenbahn auf ein Nebengleis umzuleiten, auf dem sich „nur ein“ Bahnarbeiter befindet. Sollte der Beobachter nun den Hebel betätigen und eine Person zugunsten Mehrerer opfern?

Aber die Entscheidung, wen, von den zur Auswahl stehenden Personen, das Auto zu Tode bringt, wird weit vorher getroffen. Der Besitzer des Autos, mag es nun eine einzelne, private Person sein, mag es eine Gesellschaft sein, die Autos verleiht oder eine Gemeinschaft, die gemeinsam einen Park von Mobilen betreibt, um sich gelegentlich daraus zu bedienen, sie alle haben die Entscheidung getroffen, als sie sich für einen bestimmten Hersteller und ein bestimmtes Erzeugnis entschieden.

Nämlich: Die Entwickler haben einen Algorithmus implementiert, den sie nach ihren Erfahrungen, den ihnen bekannten Gesetzen und nach anderen Kriterien so gemacht haben und für richtig halten. Die Entwickler des einen Herstellers kommen aus Asien, die des anderen aus den USA, die nächsten aus Indien oder aus Europa. Jeder hat für sich ganz andere Vorstellungen und Erfahrungen. Aber von ihnen hängt ab, welche Entscheidungen das zukünftige Auto trifft, bei der Auswahl der Tötungsvorrangigkeit. Der Autokäufer entscheidet sich nur noch für eine Marke, ein Modell, wahrscheinlich ohne zu wissen, wie das Auto programmiert ist und welcher Vorrang also schon vorgegeben ist. Möglicherweise interessiert sich der Käufer nicht einmal dafür.

Das Auto fährt und es kommt zu einem Unfall und ein Mensch muss sterben. (Oder es sterben sogar mehrere.)

Wer bekommt jetzt den Ärger? Wer muss sich vor Gericht verantworten für das totgefahrene Kind oder die Frau, die umkam bei dem unvermeidlichen Unfall? Es ist in jedem Fall eine vorsätzliche Tötung, denn es wurde vorher genau abgewogen, wer getötet werden soll. Die Programmierer waren beteiligt, der Hersteller (die Firma) und auch der Käufer. Wer muss gerade stehen? Das Auto ist ein Ding. Es wird schon beim Unfall verschrottet.

Der Besitzer? Der Fahrer? Der Betreiber? Der Hersteller oder gar die Programmierer? Wer muss sich rechtfertigen?

Wenn wir tiefgründig über das Straßenbahn-Problem nachdenken, können wir uns, jedenfalls eigentlich – nicht entscheiden. Unsere Moral erlaubt uns nicht ein Leben gegen ein anderes auszutauschen, aufzurechnen oder sonst wie damit umzugehen. Wir erinnern uns an den Gerichtsentscheid, als es darum ging, ob ein Passagierflugzeug abgeschossen werden darf, wenn es von Terroristen besetzt ist und diese drohen in ein Kernkraftwerk zu steuern. Der Bundesgerichtshof hat verboten, das Flugzeug abzuschießen.

(Anders vielleicht bei einem Inder, der sich entscheidet, das Leben der heiligen Kuh zu schonen und besser drei Frauen, davon gibt es in manchen Teilen Indiens zu viele, zu Tode zu fahren. Wenn das Fahrzeug von einem Inder programmiert wurde, kann es also einem deutschen Autofahrer passieren, dass er gegen einen Baum gefahren wird, wenn eine Hirschkuh im Wege steht.)

Es gibt keine Lösung für unser Problem. Man nennt das Dilemma, wenn jede mögliche Lösung nicht möglich ist. Wenn wir schnell zu einer Entscheidung gezwungen werden, dann entscheiden wir, oder auch nicht, das ist dann auch eine Entscheidung. Aber wir treffen sie auf keinen Fall nach Faktenlage und ausreichender Überlegung.

Mit der Herstellung und Programmierung frei fahrender Fahrzeuge ist es nun aber notwendig, diese Entscheidung zu treffen und zwar lange bevor die Entscheidung gefordert wird. Wir wissen nur, das Ergebnis der Entscheidung wird irgendwann eingefordert.  Wir haben den Mord programmiert.

Es gibt Leute, die können damit umgehen. Jeder der Waffen herstellt, vertreibt, programmiert, usw. hat diese Entscheidung schon für sich getroffen. Es ist eine lange Tradition, die Waffenherstellung und der Waffeneinsatz. Und bei der Verteidigung des Landes oder auch der Familie kommt bei uns kaum die Frage auf, (so wie es in der Vergangenheit auch oft praktiziert und ausgenutzt wurde) ob es moralisch sei, die Soldaten des Gegners zu töten. Anders, wenn wir den eigenen Angriff für unmoralisch halten oder wir es für verwerflich halten, an eine kriegsführende Nation Waffen zu liefern, die damit Zivilisten umbringt oder umbringen könnte.

Mit der Moral ist das also so eine Sache. Auch wenn wir uns mit Kannibalismus, so wie er in Extremsituationen selbst bei Europäern (und europäischen Einwanderern nach Nordamerika) vorgekommen ist, beschäftigen, müssen wir uns harte Fragen stellen. So wie: Wie weit ist es mit der Moral und wo kommt sie her und wo endet sie. So unbedingt und eindeutig ist das alles nicht.

Außer beim selbstfahrenden Auto. Das weiß Bescheid. Schon bevor es auf der Straße ist. Ist eben kein Mensch.

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Ach, übrigens…..

Heute jährt sich wohl der Tag zum dreißigsten Mal, an dem die Tür endgültig aufgestoßen wurde. Das Tor für die Annektion des demokratischen Teil Deutschlands, die wichtigste Barriere für den Einfall des Kapitalismus in die bis dahin geschützte Zone für den experimentellen Aufbau eines friedliebenden, demokratischen, gerechten Staates auf deutschem Boden, in dem nicht die Interessen des Kapitals, des Großkapitals, des Finanzkapitals im Vordergrund standen, sondern das Wohlergehen des gesamten arbeitenden Volkes, die Grenze wurde geöffnet. Die Kontrolle des Staates DDR über das Grenzregime hörte auf. Die Souveränität des Staates DDR ging damit faktisch den Bach runter. Finito.

Feierlich ist mir an solch einem Tag nicht zumute. Mich überkommt eher Traurigkeit und, ja auch, Wut. Traurigkeit, weil die Zerstörung nicht aufhört. Das Kapital hat es geschafft die sozialen und kulturellen Errungenschaften des Volkes der DDR zu zerschlagen und das Kapital gibt sich damit nicht zufrieden, sondern plündert jetzt beide Teile des arbeitenden deutschen Volkes aus. Auch die erkämpften Zugeständnisse des Kapitals, wie der 8-Stunden-Tag und das Gesundheitswesen und die Rente werden in Frage gestellt. Und das Kapital beutet noch rücksichtsloser Boden, Luft und Natur aus, als es jemals der Fall gewesen ist.

Wut, weil es nicht so aussieht, als wenn sich irgendwer dagegen auflehnen würde, weil es nicht so scheint, als wenn das aufhören könnte, als wenn es eine Kraft gäbe, die dem entgegen wirkt. Was sollen alle diese Bewegungen, diese Flüchtlingsrettung, diese Ärzte ohne Grenzen, diese Umweltrettungsvereine? Sie werden an den Oberflächen kratzen, aber sie werden dem Kapital keine Grenzen setzen. Kein Grund zu feiern. Wirklich nicht. Wir würden den Rückschritt der Menschheit feiern.

Euer Tobi.

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Inwendig gestärkt

Jüngst wurde Stücke von Plaste/Plastik in menschlichen Exkrementen gefunden. Wahrscheinlich winzige Stückchen, kaum der Rede wert. Aber immerhin über die Nahrungskette aufgenommen. Es war vorher im Brot oder in der fettreduzierten Butter oder im Hummer oder gar im Mineralwasser. Sicher hat der Proband, dessen Stuhl untersucht wurde nicht freiwillig am Nachmittag an dem Verpackungsmaterial herumgekaut.

Große Aufregung! Neuerdings kommen ja mehr und mehr solcher Schreckensmeldungen über die Medien. Auch war das Versuchsunternehmen, den Plaste-/Plastik-Müll vom Meer abzufischen nicht sonderliche erfolgreich. Da werden wir wohl in Zukunft öfter und öfter unseren eigenen Müll fressen müssen. Und nicht nur die Mittelschicht. Nein, die Teilchen sind inzwischen so klein, dass sie sich in praktisch jedem Lebensmittel befinden können. Es wird über den Boden aufgenommen, über das Wasser, selbst über die Luft werden die zerriebenen Plastetüten mit der Aufschrift „Karstatt“ oder „Geiz ist geil!“ in die Nahrung transportiert.

Da ist ein zufällig in die Wurst gelangtes Styroporstück  oder die im Brötchen verbackene Mehltütenecke (Plaste) oder eine in den Bierkessel gefallene Verpackung noch gar nicht mitgerechnet. Das gab es früher auch schon. Da sind die Brauerei-Mäuse in die Cola-Kessel gefallen oder ein Holzspan von der Kiste war in der Torte. War auch nicht besonders schmackhaft. 

Das haben wir aber gesehen, haben es entfernen können, haben aus dieser speziellen Flasche nicht mehr getrunken und dann vielleicht überhaupt vier Wochen keine Cola. Aber es war anders. Es hatte eine andere Qualität. Heute haben wir eine gehobene Qualität. Wir sehen die Teilchen nicht mehr, also können wir das Lebensmittel weiter mit Genuss verzehren. Das ist doch ein Fortschritt.  Im Übrigen ist das gar nicht so verkehrt. Mehr Plaste/Plastik in den Lebensmitteln bedeutet schließlich auch, dass sie weniger nahrhaft sind. Das wirkt doch der um sich greifenden Fettleibigkeit entgegen. Man muss Optimist sein. Immer lässt sich allem etwas Positives abgewinnen. Bis wir innwendig mehr Plaste/Plastik sind als wie gut für uns ist. Dann sind wir vielleicht die KI (künstliches Ich).

In diesem Sinne: Kommt gut ins nächste Jahr. Soll ja noch eines werden, bevor wir uns alle umbringen.

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gilets jaunes, die Gelbwesten

Nicht vergessen: Morgen ist Bescherung!

Ich habe jetzt diese „Gelbwesten“ auch in Deutschland gesehen. Die „gilets jaunes“ (Schiele-juhn), wie der gebildete Franzose sagt, scheinen sich zu verbreiten. Wird auch Zeit! Wir in Deutschland haben doch genau so viele Gründe auf die Straßen und Plätze zu ziehen!

Übrigens war auch gleich die Polizei dabei. Die haben die „Gelbwesten“ gleich bemerkt! Diese hatten sich zwar getarnt, in dem sie auf der Autobahn eine Panne vortäuschten, aber die deutsche Polizei ist nicht so einfach zu täuschen!

Wir bekommen ja kaum etwas mit. „Deutlich weniger Protestteilnehmer…“ schreibt „Die Zeit“. „Die >Gelbwesten< wieder auf der Straße“ schreibt die FAZ und der Sputnik titelt: „>Gelbwesten< in Paris: Tränengas, Wasserwerfer und mehr als 100 Festnahmen.“ Der Spiegel allerdings will wissen:  „Die Revolte ist vorbei….“. Aber der Spiegel weiß ja immer alles. Und der ist immer auf der Linie. Weihnachten ist wichtig und alles aus der USA, die ihren jährlichen Zirkus mit der Haushaltssperre machen. Die seriöse Presse unseres Landes beschäftigt sich weniger mit den Protestmärschen im Nachbarland. Das könnte auch die Festtagsstimmung versauen, passiert ja eh Schreckliches genug, wie der Tsunami in der Sundastrasse ( der gebildete Inländer weiß: Das ist weit genug weg, weder die Nordsee, noch die Ostsee werden je so hohe Wellen schlagen).

Dabei sollte es uns interessieren. Es ist der Bürger, der in Frankreich auf die Straße geht. Bei uns wurden solche Leute „Wutbürger“ genannt. Und tatsächlich hat unser deutscher Bürger die und ähnliche Probleme, die er benennt. Hier eine Kostprobe aus dem Manifest der „Gelbwesten(Quelle: Internetz-Zeitung):

  • Null Obdachlosigkeit: DRINGEND.
  • Mehr Progression bei der Einkommenssteuer, das heißt, mehr Stufen.
  • Mindestlohn von 1.300 Euro netto.
  • Förderung der kleinen Geschäfte in den Dörfern und Stadtzentren. Einstellung des Baus von großen Einkaufszentren um die Großstädte herum, die den Einzelhandel abwürgen, und mehr kostenlose Parkplätze in den Stadtzentren.
  • Steuern: die GROSSEN (McDonald´s, Google, Amazon, Carrefour …) sollen GROSS zahlen und die Kleinen (Handwerker, Klein- und Mittelbetriebe) zahlen KLEIN.
  • Ein einheitliches System der Sozialversicherung für alle (Handwerker und kleine Selbständige eingeschlossen). Abschaffung der Selbständigen-Sozialversicherung (RSI).
  • Das Rentensystem muss solidarisch bleiben und demzufolge vergesellschaftet werden. Keine Rente nach Punkten.
  • Schluss mit der Erhöhung der Treibstoffsteuer.
  • Keine Rente unter 1.200 Euro.
  • Die Löhne aller Franzosen sowie die Renten und Leistungen sind entsprechend der Inflation zu indexieren.
  • Schutz der französischen Industrie: Verbot von Verlagerungen. Schutz unserer Industrie bedeutet Schutz unseres Know-hows und unserer Arbeitsplätze.
  • Schluss mit der Arbeitnehmerentsendung. Es ist nicht normal, dass jemand, der auf französischem Territorium arbeitet, nicht den gleichen Lohn und die gleichen Rechte erhält. Jede Person, die autorisiert ist, auf französischem Territorium zu arbeiten, ist einem französischen Staatsbürger gleichzustellen und ihr Arbeitgeber muss für sie die gleichen Abgaben entrichten wie ein französischer Arbeitgeber.
  • Zur Sicherung der Beschäftigung: Befristete Arbeitsverträge in großen Unternehmen stärker begrenzen. Wir wollen mehr unbefristete Verträge.

Vierzig solcher Forderungen wurden aufgestellt. Und es kommt aus den Schmerzen der kleinen Leute. Die Schmerzen der Unter- und der Mittelschicht in Deutschland sind gar nicht so weit weg davon.

Übrigens: Keine Angst! Solange der Massenprotest nicht zu Massenstreiks führt, besteht keine Gefahr für die oberen Zehntausend oder den Weihnachtsfrieden oder dass sonst irgend etwas in dieser Gesellschaft sich ändert. Alles geht weiter seinen gewöhnlichen gutbürgerlichen Gang. Und auf keinen Fall wird die Unmenschlichkeit des Kapitalismus angekratzt. Für Proteste auf den Straßen reichen Wasserwerfer und Tränengas.

Obacht ist trotzdem geboten. Melden sie jeden, der eine gelbe Weste trägt, sofort den zuständigen Behörden. Den Anfängen muss schon gewehrt werden. Greifen die Proteste erst einmal um sich, dann gibt es Chaos und Unfrieden. Und vielleicht kommt dann sogar jemand auf die Idee den Umweltschutz und die gerechtere Verteilung der erarbeiteten Güter mit einem Generalstreik einzufordern. Das wäre das Ende dieser Welt.

In diesem Sinne: Ein frohes und frei-demokratisches Fest!

Ihr Klaus Kleine.

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Lehrbeispiel: Der Rauchmelder

Vorrede:

Für alle, die die Materie als existent anerkennen und nicht zu sehr an den einen oder mehrere Götter glauben. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Es geht hier um den Menschen. Marx, Karl ist nicht der Erste, der dieses ausgesprochen hat. Es bedeutet, dass das Denken des Menschen durch sein Tun, durch seine materielle Umgebung und die sich daraus ableitenden Zwänge, beeinflusst wird. Konkret heißt es, dass der Unternehmer wie ein Unternehmer denkt, der Bauer, wie ein Bauer und die Krankenschwester, wie eine Krankenschwester. Der Wissenschaftler wird in seinen Wissenschaften schweben und sich für den Mittelpunkt der Welt halten, sofern er gut bezahlt wird. Der Künstler wird zwar Kunst betreiben, aber mit leerem Magen. Es sei denn, er ist auch Unternehmer und versteht es die Kunstwerke, die er schafft auch zu vermarkten.

Das Sein kann für den Einzelnen sehr verschieden sein zu seinem Nachbarn. So wohnen Tür an Tür, beispielsweise das Ingenieurs-Ehepaar mit zwei Kindern und das Rentner-Ehepaar  mit den vielen Enkeln. Das Ingenieurs-Ehepaar, beide verdienen in einem Großbetrieb mittelmäßig bis gut, findet die Welt, so wie sie ist sehr in Ordnung und nur manchmal etwas nervig. Das Rentner-Ehepaar wird sich bei der nächsten Modernisierung des Blocks die Miete nicht mehr leisten können. Ursprünglich hat die Rente mal gereicht. Sie konnten auch den Kindern und Enkel zum Weihnachtsfest noch kleine freundliche Geschenke überreichen. Aber es sind einige Jahre vergangen. Preise für das tägliche Leben sind wesentlich schneller gestiegen als die angepasste Rente.

So ist also die Sicht der beiden Paare auf die Welt und ihre eigene Zukunft sehr unterschiedlich.

Thema:

Einen Rauchmelder bekommt der interessierte Heimwerker schon ab 12,59 € im Baumarkt. Anbringen kann er ihn selbst und zur Wartung muss kein Fachmann gerufen werden. Es reicht des Lesens in deutscher Sprache mächtig zu sein und eine Leiter im Haus zu haben.

Das ist dieser Tage geschehen: Es gab ein Urteil des BGH zu einem Verfahren in NRW. In diesem Land ist das Anbringen von Rauchmeldern in Wohnräumen Pflicht. „Wohnungseigentümer müssen den doppelten Einbau von Rauchmeldern dulden. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass eine Eigentümergemeinschaft den Einbau und die Wartung von Rauchmeldern für alle Wohnungen eines Hauses beschließen kann. Das gilt auch dann, wenn Eigentümer einzelner Wohnungen bereits selbst Warngeräte angebracht haben.“(Quelle: Tagesschau.de)

Mal zum Rauchmelder: Das Ding geht los (Kein Billigprodukt! Professionell gewartet!) wenn ich eine Pfeife rauche. Um den Alarm zu verhindern lehne ich mich inzwischen beim Rauchen weit aus dem Fenster oder gehe spazieren, wenn ich rauchen möchte. Der Rauchmelder schlägt auch Alarm, wenn ich Spiegeleier brate. Ich habe über eine Kochstelle im Freien nachgedacht. Wir haben eine Selbsthilfegruppe gebildet, nachdem wir zunächst verschämt beim Angeln über unsere Probleme sprachen. Am beliebtesten sind die Lösungen, die entgegen der Idee des Gesetzes sind. Es werden die Akkus entfernt.

In vergangenen Zeiten gab es oft Brände, die durch unachtsamen Umgang mit offenem Feuer entstanden. Zu den Zeiten brannte man Kerzen und Petroleumlampen an, wegen der Beleuchtung der Räume. Man heizte mit Kohle und Holz zum Teil im offenen Kamin, man rauchte Pfeifen und Zigaretten.

Das ist aber einige Jahre her. Die Gefahr, Wohnungsbrände durch offenes Feuer in der Wohnung hervorzurufen, hat sich inzwischen um ein Vielfaches verringert. Trotzdem wurde dieses Gesetz vor kurzem erst verabschiedet. Vor 400 Jahren wäre es weit wirksamer gewesen.

Das Auslösen des Alarms beim Rauchmelder bewirkt noch nicht das Anlaufen von Löschmaßnahmen. (Da wäre ich auch ganz schön sauer geworden, wenn mir der Löschschaum noch die Spiegeleier versaut hätte!). Der Alarm erreicht auch nur die in der Wohnung befindlichen Personen. Mag sein, der eine oder andere wird im Schlaf überrascht. Man sehe sich die Statistiken an, wie viele Leute im letzten Jahr durch den Überraschungsalarm vor dem unbeabsichtigten Tode bewahrt worden sind. Wahrscheinlich sind mehr Leute von schnellfahrenden Feuerwehrfahrzeugen verletzt worden.

Abgesehen von der (für mich) fragwürdigen Sinnhaftigkeit von Rauchmeldern, ist das BGH-Urteil etwas eigenartig und hat nichts mit dem beabsichtigen Schutz des Bürgers oder seiner Freiheit zu tun. Der Sinn des Rauchmelders ist doch durch das Anbringen erfüllt. Wenn ein zweiter angebracht wird, so ist der Wohnungseigentümer doppelt belastet. Das ist natürlich gegen sein Interesse. Er hat sich doch nicht das Wohneigentum angeschafft, um mehr belastet zu werden. Er möchte sein Eigentum möglichst gewinnbringend, und wenn er es selbst nutzt, aufwandsschonend, benutzen. Der Zwang durch die Eigentümergemeinschaft ist zum Nachteil des Einzelnen. Es geht hier ja nicht um Gemeineigentum. Es geht nicht um den Schutz eines Sees im Gemeineigentum, der für die Allgemeinheit geschützt werden soll. Es geht um Privateigentum, um den Schutz desselben. Da ist sicher die Verfassung, äh, das Grundgesetz dagegen. Denn das Privateigentum muss geschützt werden.

Hier wird das Privateigentum des Größeren (der Eigentümergemeinschaft) geschützt. Das scheint sich im ganzen Land, ja, auf dem ganzen Planeten so durchzusetzen. Das Privateigentum des Einzelnen mit dem kleineren Geldbeutel wird dem Privateigentum des Einzelnen mit dem größeren Geldbeutel untergeordnet.

Fazit: Wen wundert es also, wenn die großen Geldbeutel immer größer werden.

Das ist dann die Logik der Demokratie, vertreten durch den BGH.

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