Archiv der Kategorie Lebensstrategie

Jamaika und andere bunte Dinge

Im Augenblick sprechen ja alle und jeder über Jamaika. Das geht mir alles so am …. vorbei. Die Nicht-Nachrichten übertreffen sich gegenseitig. Irgendetwas Konkretes ist da noch nicht abzusehen. Wird vielleicht auch nie. Werden wir sehen.

Was mich im Augenblick so ziemlich aufregt, ist diese Debatte über die Umwelt, den Umweltschutz, den Diesel, der plötzlich nicht mehr gut ist und über den Klimawandel, der anscheinend immer noch nicht richtig klar ist. Ob er kommt, ob der schon da ist und wer schuld ist, die USA oder der Kongo.

Bei mir jedenfalls läuft jede Woche ein Stapel von Werbezeitungen, Werbe-Flyern, Werbebroschüren, usw. auf. Die angebotenen Waschmaschinen sind ÖKO, die Bananen BIO. Wenn jemand den Umweltschutz ernst nimmt, die Ressourcen unseres Planeten wirklich schonen, also vernünftig verwenden will, dann sollte er an seiner Haustür und dem daran befestigten Briefkasten damit anfangen.

Niemand braucht das Zeug. (Widerspruch ist erlaubt, aber jeder sollte noch einmal darüber nachdenken.)

Das Zeug kostet Geld, Zeit und Ressourcen: Der Baum wird aus dem Wald geholt. Natürlich werden auch Lumpen und Alt-Papier verarbeitet, gut, das macht viel aus. Das Heranholen der Rohstoffe braucht Arbeitskraft,  Diesel, andere Rohstoffe. Das Verarbeiten zu Papier kostet Arbeitskraft, Energie (ausschließlich Windenergie natürlich) und andere Rohstoffe, zum Beispiel jede Menge Wasser, das verunreinigt wird mit chemischen Substanzen. Das Bedrucken des Papiers kostet Arbeitskraft, Energie (natürlich nur Solar-Energie) und verbraucht andere Ressourcen – z.B. Farbe, die wieder irgendwelche chemischen Prozesse mit ebensolchen Abfällen benötigt. Zwischendurch müssen sich einige Leute hinsetzen und die Bilder und die Texte erarbeiten, diese ganzen Lügen die da drauf stehen, muss sich jemand ausdenken!

Dann werden die Werbematerialien verpackt und durch die Bundesdeutsche Republik gekarrt. Hier wird wieder Arbeitszeit versenkt, Diesel verbraucht, Straßen zerfahren, Staus verursacht. Im Anschluss werden diese Schriften auf die Haushalte verteilt. Die schlecht bezahlten Austräger rennen in aller Frühe von Haus zu Haus.

Dann ärgern sich die Bürger mit dem vielen Papier rum und anschließend wird wieder Geld, Energie und Zeit in die Entsorgung gesteckt.

Die Firmen werben. Das tun sie schon immer. Jeder will seinen Kram verkaufen. Milliarden werden dafür ausgegeben. Dabei entscheiden die Käufer, falls sie die Entscheidung haben, selbst wo sie welche Butter kaufen. Und das tun sie in den allermeisten Fällen unabhängig von dem Werbeblatt, das sie im Briefkasten haben. (Ernstzunehmende Studien haben ergeben, dass mehr als 80% aller Werbeschriften ungelesen in den Abfall wandern. Überprüfen Sie sich selbst! Selbst wenn Sie das Zeug lesen, machen Sie ihre Entscheidung nicht unbedingt davon abhängig.)

Die Firmen könnten ihr Geld anders anlegen. Wenn sie die Milliarden schon verteilen wollen, dann kann das direkt an die Leute gehen. Entweder durch das Senken der Preise für die Butter oder aber:

Ich meine, die Werbedesigner sollten Geld dafür bekommen, dass sie die Lügen NICHT aufschreiben; die LKW-Fahrer, sollten entlohnt werden, wenn sie NICHT den Diesel verbrauchen und NICHT die Straßen verstopfen. Die Werbepost-Austräger sollten pro NICHT ausgelieferte Werbeschrift einen Bonus bekommen.

Das wäre Umweltschutz und Schonung von Ressourcen!

(Vorschlag: an jedem Briefkasten sollte stehen: „Keine Werbung einwerfen, keine Zeitungen einwerfen, nur für Briefe!“)

Das ist sicher noch keine Revolution. Es wäre aber ein Zeichen dafür, dass da jemand über den Irrsinn mal nachgedacht hat und auch den kleinen Schritt tut und sich wehrt.

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Oktober

Der erste Herbststurm ist durch. Es gab Tote. Die Stämme der Bäume, die die Straßen blockierten sind teilweise zersägt, aber wenigstens von der Fahrbahn geräumt. Frei Fahrt für freie Bürger. Unvorstellbar, wenn die Straßen für mehrere Tage unpassierbar blieben für die Berufspendler, die Einkäufer und die Konzertbesucher. Unvorstellbar für unsereins.

Die stehengebliebenen Bäume färben ihr Laub recht unterschiedlich. Die Nadelbäume bleiben vollkommen unberührt von der sich ändernden Stimmung. Goldener Herbst. In Nordamerika würde man „indian summer“ dazu sagen. Aber wir sind in Deutschland. Da sind wir selbst die „natives“. Da haben wir ein „Jobwunder“. Niemand bleibt stehen und sieht sich die bunten Blätter an. Keine Zeit.

Irgendwann im Oktober schoss der Panzerkreuzer „Aurora“ eine Platzpatrone in den Himmel von Petrograd. Das Signal zum Sturm der „Roten Garden“ auf das „Winterpalais“, in dem Provisorische Regierung Russlands ihren Sitz hatte. Ein Nebenschauplatz der Geschichte. Eine Kriegsgeburt, dieser Beginn einer neuartigen Diktatur, der „Diktatur des Proletariats“. Aber das Geschwür im Leib des Kapitalismus wuchs. Ein Tumor, der abgetötet werden konnte. Nicht zuletzt, weil aus der „Diktatur des Proletariats“ eine Diktatur ohne das Proletariat wurde.

Die Erinnerung aber, die Erinnerung an die Hoffnungen, die sich auch teilweise erfüllten, die bleibt und sie wird sich in den folgenden Generationen erhalten. Die Hoffnungen auf Gerechtigkeit, auf Menschenwürde, auf Brüderlichkeit und bewusster Zukunftsgestaltung für die Menschheit hat einen herben Schlag erhalten. Der Keim aber ist gelegt. Ein erster Versuch ist unternommen worden. Noch gibt es kein Schlussbild.

Es ist nicht mehr lang hin. Die Bäume werden auch ihre allerschönsten Blätter abgeworfen haben. Kahlheit. Aus Melancholie wird tropfende Traurigkeit. Die märkischen Kiefern behalten standhaft ihre Nadeln, die grünen. Die Fichten und Blautannen müssen zu abertausenden in die Wohnzimmer. Wegen der Hoffnung. Und wegen der Tradition. Und weil ohne dem das Weihnachtsgeschäft nicht läuft.

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Die Wahl, und ein bisschen ich.

Wahlen? Da geh ich nicht mehr hin. Es gibt einen WahlOmat, es gibt Google, facebook, amazone, wo leben wir denn? KI (Künstliche Intelligence) ist angesagt. Da kann das doch verkürzt werden, da muss doch nun wirklich kein freier Bürger mit dem Quatsch belästigt werden!

Außerdem, wir haben eine Physikerin an der Spitze der Regierung, die ihren Doktortitel wahrscheinlich legal erworben hat (stammt noch aus DDR-Zeiten, da gab es noch kein Wikipedia, da half eventuell höchstens mit dem Doktorvater zu schlafen), die stets sorgfältig abwägt, nichts übereilt tut, die Opposition ignoriert, das erfolgreich 12 Jahre lang. Sie wird weltweit geliebt und mit ihr haben wir die Gewissheit, dass sich überhaupt nichts ändern wird.

Und das ist doch das was wir wollen – die Sonne soll weiter scheinen. Wir wollen mit unserem Auto (Ein alter Diesel-pssst!) weiter zur Arbeit und in die Stadt fahren; wir wollen uns nicht um die in Mali abgestürzten Hubschrauber kümmern müssen, dafür haben wir doch Minister; die Gängelei der HartzIV-Empfänger kümmert uns nicht, die sollen einfach nur arbeiten gehen, so wie unsereins; wir wollen uns gelegentlich am Stammtisch über Erdogane aufregen können; und über Putin, der die Opposition unterdrückt; und die Chinesen, die uns unsere Solarmodule liefern, nur viel besser als unsere; wir wollen einfach unser Leben weiterführen und vorm Fernseher in Ruhe einschlafen können, denn das kennen wir ja alles schon. Hauptsache keine neuen Ideen, keine neuen Konzepte, da müssten wir vielleicht,….

Und da könnte ich eigentlich auch wählen gehen. Denn es ist so ziemlich egal was ich wähle. Der Kanzlerin wird bei der Direktwahl 49% aller Stimmen zugesprochen, laut Umfrage. Wenn ich also die Christlichen (HaHa.) wähle, dann ist das im Schema. Wenn ich die Sozis (HiHi) wähle oder Grünen (HäHääääHuHu) oder FDP, dann kommen die sowieso nicht ans Ruder, quatschen wieder eine ganze Legislaturperiode dummes Zeug und wichsen sonst den Stiefel der Kanzelrin. Die dunkelroten haben keine Chance und alle anderen, alles nur Kaninchenzüchtervereine.

Kann ich also auch zur Wahl gehen. Oder Bier trinken oder, warten wir mal ab, was für ein Wetter wird.

Hat schon mal jemand jemanden gefunden oder kennt jemand jemanden, der jemanden kennt, der ein neues Konzept für diese Welt hat? Ich meine jetzt nicht die Parolen. Nicht mal die Rotrotroten haben wirklich was neues, denn mit dem Sozialismus sind sie ja wohl gescheitert, war auch nur verkappte Diktatur, so wie jetzt. Und eine Revolution, jetzt, nein, das wäre zu anstrengend. Da warten wir lieber auf den nächsten Weltkrieg. Der räumt alles weg und auf und dann kann man mit der ganzen K… also von vorne anfangen, kann wieder sagen „Nie wieder Krieg, weg mit den kapitalistischen Kriegstreibern,… bis man wieder in der Demokratie angekommen ist.

Wer also eine Idee hat, behalte sie für sich.

Es grüßt

Julius Turm

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Google und die Wahlen

Guugel und ein paar andere können inzwischen aus dem abgefassten Daten errechnen, wann jemand reif ist , neue Schuhe zu kaufen.

Und sie wissen  dies von jedem einzelnen, der an ihrem großen freiwilligen Datenerfassungsprogramm teilnimmt, also praktisch von jedem. Und passgenau wissen sie von den Leuten, die Sandalen tragen und von denen, die keine Schuhe brauchen. Sie kennen die Farbe, die jeder einzelne bevorzugt und natürlich die passende Größe sowieso.

Es ließe sich eine riesige Tabelle aufstellen, aus der sich zukünftige Bedarfe für das deutsche Volk errechnen lassen würden! Ein Fünf-Jahres-Plan könnte aufgestellt werden. Keine Überproduktion, keine Wegwerf-Ware, die entsorgt oder nach Afrika exportiert werden müßte!

Natürlich außer für die paar Idioten, die sich immer noch weigern oder nicht in der Lage sind, ordentlich an der Umfrage teilzunehmen. Rein technisch wäre es gar kein Problem am 30. November diesen Jahres dem Kunden, egal welches Schuhgeschäft er in dieser Republik besucht, die passenden und benötigten Schuhe in der richtigen Farbe sofort an der Kasse zu übergeben.

Er brauchte nicht einmal seinen Namen zu nennen. Anhand seines Konterfeis, welches er einschließlich Namen und Geburtsdatum freiwillig an  „face-bock“ gesendet hat oder welches, praktischerweise, über die so praktisch gelieferten Monitor- oder Handy-Kameras schon erfasst wurde, könnte er am Eingang begrüßt werden und ihm die passenden Kollektion Winterschuhe würden ihm oder ihr ausgehändigt.

So problemlos könnte das laufen. Wenn sich alle nur konsequent verhalten würden.

Das ganze Volk belauschen sie. Das ganze Volk spielt mit. Trotzdem tun alle so, als würde es nicht stattfinden. Die Daten werden fast heimlich gesammelt. Sie legen eine gewisse Scham an den Tag. Und die Verkäufer verdienen mit dem Verkauf der Daten schamlos viel Geld.

Jeder weiß es, jeder spielt mit. Warum es also nicht zugeben und es konsequent nutzen. Niemand müsste mehr Stunden beim Schuhe kaufen zubringen. Vielleicht gar mehrmals erfolglos zum Laden in der 20 KM entfernten Einkaufsmeile fahren und so weiter. Oder seine Frau dahin begleiten und sich über die Unentschlossenheit ärgern (Den Frauen wäre das doch nicht so recht, wenn ich es mir richtig überlege)

Und wenn das funktioniert, und ich bin überzeugt davon, dann könnte man die nächste Bundestagswahl auch so machen. Keiner brauchte mehr zum Wahllokal, oder vielleicht vorher die Wochen der ernsthaftesten Überlegungen und Qualen durchleben, bevor er eine Entscheidung fällt, wo er sein Kreuz machen wird.

Nein, dank der Datensammler und der zusammengetragenen Daten und Fakten ist doch jedermanns Neigung bekannt. Sie könnten uns den Weg zum Wahllokal und auch die Entscheidung abnehmen. Sie könnten für uns die Kreuzchen machen. Kommt ja auch auf’s Gleiche raus.

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Wie schnell muss ich wachwerden?

Darf ich überhaupt schlafen?

„Der Fahrer muss wahrnehmungsbereit sein“ Schlafen darf ich nicht. „…dass er die Steuerung übernehmen kann, wenn er vom System dazu aufgefordert wird.“ Also doch schlafen. Kann mich ja wecken, „das System“, wenn ich wieder steuern soll. Mein Wecker weckt mich ja auch. Das macht er ganz ordentlich. Wenn ich ihn richtig gestellt habe.

Dobrindt: „Wir schaffen eine rechtliche Gleichstellung zwischen dem menschlichen Fahrer und dem Computer als Fahrer.“(Quelle: www.bundestag.de) Der Herr hat also die Zukunft vorgezogen und …. Ich glaube schon, dass mein Hund manchmal versteht, was ich sage. Ich glaube auch, er ist zu gewissen kognitiven Leistungen fähig. Aber er wird niemals sagen: „Du fährst zu weit rechts, mein Schatz.“ Allerdings kennt er den Parkplatz vor dem Einkaufszentrum und wartet ungeduldig auf die Wurst, die er bei meiner Rückkehr bekommt. Ans Steuer des Autos würde ich ihn nicht lassen und einkaufen schicken schon gar nicht.

Ich denke, meine Hausratsversicherung sollte meine automatisierte Waschmaschine oder wahlweise den Hersteller derselben belangen, wenn meine Hosen wieder mit zu hoher Temperatur gewaschen worden sind. Das muss die (das „System“) doch merken! Steht doch „smart“ drauf! Auf der Hose nicht, die Hose weiß nicht, wann sie aus der Waschmaschine springen muss. Hat sie auch keine Chance. Die Tür ist ja zu und lässt sich nur von außen öffnen. Oder automatisch.

Ich stelle mir schon die Schlagzeile vor: „Konzernchef wehrt sich gegen Vorwürfe“

Darunter diese Meldung: „Der Konzernchef XY(Name von der Redaktion geändert) bestreitet von der Einstellung gewusst zu haben, die es der Software des autonom fahrenden zyx-e-mobils ermöglicht, selbst über die Anzahl der Unfalltoten zu entscheiden. Das Gesetz schreibt vor, wie im Falle eines Unfalls von der Fahrzeug-Software der Schaden minimiert werden soll. Dabei sind Kinder zu schonen und die Anzahl der möglichen Toten bei einem Unfall zu minimieren.“

Soweit, so gut. Algorithmen entscheiden über menschliches Leben.  Aber jeder Fahrer und jede Versicherung kann Zusatzsoftware kaufen, die im Falle eines drohenden Unfalles das wertvolle automatische Mobil schützt und die weiche Masse der Menschen dem harten Brückenpfeiler vorzieht. Natürlich ist das verboten. Vielleicht sogar mit einem strengen Gesetz. Natürlich ist es verwerflich. Unmoralisch. Menschenfeindlich.

Trotz aller Moral und trotz aller Gesetze und trotzdem es noch keine automatisch, autonom fahrenden Automobile gibt, werden schon heute die Menschen in den Städten vergiftet vom „Feinstaub“ und von giftigen Beimengungen in den Abgasen der Verbrennungsmotoren. Wir werden belogen und betrogen. Die Gesetzesübertretungen werden nicht geahndet, die Gesetze zu Ungunsten der Menschen geändert. Weil damit Gelde verdient wird. Wenn auch schmutziges.

Na, dann auf in die Zukunft! Es grüßt

B. Scheuert

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