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Es gibt keinen Plan!

Es braucht keinen „geheimen Plan“ hinter den Corona-Abwehr-Maßnahmen, keinen Plan für ein „Great Reset“. Alles entwickelt sich wie von selbst. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit führt zur Akzeptanz bei den freien Bürgern der freien Demokratie, ganz allmählich, aber trotz der laschen Maßnahmen und des laschen Durchgreifens der Polizei gegen Covidschutz-Verweigerer und querdenkende Wutbürger und angehängte Extreme.

Es braucht keine Führung hin zum „tiefen Staat“. Alles geht von selbst. Die Impfung wird durchgesetzt, ohne den Plan dahinter, die Bürger stärker und noch stärker zu überwachen. Es ergibt sich einfach, dass die Bürger nachher besser überwacht sind. Jeder hat eine Krankenakte, elektronisch und von allen einsehbar, die es interessiert. Denn, der Bürger wird zustimmen müssen.

Der Bürger stimmt der elektronischen Akte zu, mit Nummer und Passbild, Iris-Bild und Fingerabdruck, wenn er in ferne Länder fliegen will oder ins nahe Theater gehen oder seine Kinder in die Schule schicken oder einen Arzt besuchen. Es ergibt sich von selbst und alle nutzen es. Es ergibt sich, wenn wir uns nicht abkoppeln wollen von analogen und digitalen Leben. So wie wir heute den Datenschutzbestimmungen zustimmen und damit den Coocies freien Zugriff auf unseren Rechner erlauben. So passiert es.

Wir lassen immer mehr zu. Es gab eine Zeit, in der wir nicht genervt die Zustimmung zu unserem eigenen Schutz geben mussten. Jetzt ist unsere Zustimmung immer wieder gefordert. Wenn wir uns gewehrt haben, bis jetzt, wird die Penetranz um so größer.  Viel mehr, als wir das vor der Zeit der geforderten Zustimmung zum eigenen Schutz getan haben. Jetzt tun wir es, schon weil es uns nervt, bei jeder Seite im Web, die wir öffnen wollen immer wieder die Frage gestellt bekommen. Ätzend.

Es braucht keinen Plan. Durch die Coronamaßnahmen werden die Menschen in Angst versetzt. Sie verlieren ihren Arbeitsplatz. Sie schränken sich ein, in der Hoffnung, die „Pandemie“ flaut ab und alles „normalisiert“ sich wieder, es geht vorüber, und sie werden arbeiten gehen können, wie vorher.

Aber es bleibt fast unbemerkt. Die Gaststätten machen zu, Hotels veröden, Geschäfte verlieren Kunden, Theater, die sich ehemals selbst getragen haben, auch andere Künstler werden zu HartzIV-Fällen, wenn sie sich nicht vorher aus dem Fenster gestürzt haben. Große Betriebe bauen ab. Stellen und Stellen. Die Beschäftigten stimmen Gehaltskürzungen zu und Gewerkschaften Sozialplänen.

Gleichzeitig bekommen die Aktionärsgesellschaften Mittel aus dem schon überleeren Staatssäckel und schütten sich Dividende aus. Übrig bleibt wer stark ist. Die Großen übernehmen den Markt, unmerklich, aber stetig. Amazon wächst und wächst, weil hier die Lieferketten anscheinend noch funktionieren, während der Lampenladen in der Innenstadt schwer erreichbar ist, gerade geschlossen hat, nicht liefert oder die Ware in den nächsten Wochen nicht geliefert werden kann. Amazon siegt.

Große Betriebe bauen Arbeitsplätze ab. Es braucht keinen Plan. Die Gewerkschaften sind ausgeschalten. Sie müssen Sozialplänen zustimmen, weil sie Arbeitsplätze retten wollen, die sowieso schon weggeplant sind. Die Großen sind gezwungen zu rationalisieren. Sie müssen effektiver werden. Sie müssen die Belegschaft einschrumpfen, sie müssen die Verbleibenden zu schnellerer Arbeit zwingen oder zu Lohnverzicht bei gleichbleibender Leistung oder sie müssen Automaten da anstellen, wo vorher ein erfahrener Worker gestanden hat. Nur wer rationalisiert, wird in der Überproduktionskrise überleben. Seit 2018 geht es schon mit dem Arbeitsplatzabbau. Versteckt hinter der täglichen Schreckensnachricht über Corona ist es kaum zu bemerken.

Es wird Pleitewellen geben, nicht nur bei den Restaurants , auch bei soliden mittelständischen Unternehmen.

Es braucht keinen großen Plan für einen „Reset“! Der „Great Reset“ passiert bereits. Wenn wir aufwachen, dann wird die Welt nicht mehr die sein, von der wir dachten sie wäre es. Arbeitsplätze werden in großem Maßstab verschwunden sein. Wir werden um eine sichere Führung betteln, um jemanden, der uns unseren Lebensunterhalt ermöglicht oder einfach nur gibt, etwas, mit dem wir überleben können. Wahrscheinlich werden wir das bedingungslose Grundeinkommen gegen die totale Überwachung eintauschen oder, wir werden uns verpflichten, oder viele von uns, gegen dieses Grundeinkommen jede Arbeit zu verrichten. So wie heute eigentlich schon viele unterwegs sind.  So wir uns heute auch schon für eine Lohnarbeit hergeben.

Es braucht keinen Plan. Der wird bereits umgesetzt. Tag für Tag. Mit jeder Million, die die „staatliche“ Bank an Stützen an die Unternehmen rausgibt, an die Lufthansa, Daimler und die Bahn, mit jedem Euro verschuldet sich der Staat bei den großen Geldhaien, den großen Finanzfirmen. Und die werden ihr Geld einklagen. Vom Staat, also von uns werden sie es holen. Wir werden, wie immer, das Minimum erhalten, um uns halbwegs zu ernähren, um uns halbwegs zu kleiden, um uns zu unterhalten, halbwegs, damit wir nicht auf dumme Gedanken kommen und man wird uns Elektroautos geben, damit wir zur Arbeit fahren können.

Es gibt keinen Plan. Der Plan ist schon lange da. Seitdem die erste Dampfmaschine mit Treibriemen ein Werkzeug antreibt, solange, mindestens wird der Plan schon umgesetzt. Jeder kennt ihn, jeder richtet sich danach.

Hans Kleiner

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Sterben müssen wir alle. Vielleicht wegen Corona

Nehmen wir mal an, nein, wir wissen es, dass im schönen Land Brandenburg zirka 2.500.000 Menschen leben. In Worten: zweieinhalb Millionen, so ungefähr genau.

Im Jahre 2019, das war im letzten Jahr, sind laut Statistik 32.027 Personen, also Brandenburger gestorben. Nun können wir sagen, jeder Verstorbene ist einer zu viel, aber wenn wir Realisten sein wollen, dann haben die Beerdigungsinstitute schon, auch in Friedenszeiten, ihre Daseinsberechtigung, weil: gestorben wird immer.

Jede Woche des vorigen Jahres sind also rund 615 Personen gestorben . Das haben wir ohne großartiges Jammern zur Kenntnis genommen. Wenn wir nicht als Angehörige betroffen waren. Das waren Betrachtungen zum letzten Jahr. Da sind Leute gestorben, wir können nicht sagen, ob sie „mit“ oder „an“ oder ganz „ohne“ gestorben sind, da wir nicht mit Sicherheit ausschließen können, dass das fiese Virus nicht auch schon im vorigen Jahr bei den Brandenburgern aktiv war.

Nehmen wir mal an, dass das Virus in diesem Jahr mitverantwortlich für die Hälfte aller Todesfälle ist. Das ist sehr hoch gegriffen, aber wir haben ja Angst.

(Ich versuche jetzt, etwas nervös inzwischen, nach der Betrachtung von einem halben Dutzend Statistiken der Nachrichtensender, eine Zahl zu finden, die mir sagt, wieviel Personen in dieser Woche in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Corona – Virus verstorben sind. Es ist nicht so, dass ich keine Zahlen finden würde, aber es ist so, dass die Zahlen ohne Bezug auf einen Zeitraum oder einen Zeitpunkt da stehen. Ich kann also gar nicht sagen, ob die „448(23) Tote“ sich auf die absolute Zahl von Gestern plus der von gestern zu heute dazugekommenen, handelt oder ob sich die „448“ auf Gestern oder die vorige Woche bezieht. Siehe hier: „Corona-Grafiken | Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg | rbb24“)

Hier eine Meldung aus Berlin, die mir weiterhilft. ntv meldet am 26 November 2020: “Berlin (dpa/bb) – In Berlin sind innerhalb einer Woche nachweislich mehr als 100 Menschen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus gestorben. Gab es am 19. November 422 registrierte Todesfälle, waren es am Donnerstag 527, heißt es im aktuellen Lagebericht des Senats. Allein seit Mittwoch kamen 19 weitere Todesopfer hinzu.

Ich gehe also davon aus, dass es sich bei den 448 Toten, die für Brandenburg gemeldet sind, nicht um die Zahl für die in der letzten Woche im Zusammenhang mit dem Corona-Virus Verstorbenen handelt. Das sind die seit Beginn der „Pandemie“ Verstorbenen!

Meine Panik löst sich langsam auf. Wenn in normalen Jahren in den Wochen 10/2020 bis 49/2020, also in 39 Wochen insgesamt rund 24.000 Leute sterben müssen, laut Statistik, und dann in diesem Jahr bisher nur 448 Leute mit diesem Virus gestorben sind, dann bin ich nicht mehr panisch. Jedenfalls nicht wegen des Virus. Im Land Brandenburg sind im letzten Jahr 116 Menschen wegen und im Verkehr umgekommen. Und rund 10.000 Menschen sterben in Brandenburg in jedem Jahr wegen, mit und an Kreislauferkrankungen.

Da schreckt mich so ein kleiner Virus nicht unbedingt.

Angst macht mir eher, wie die Angst verbreitet wird und wie wegen der realen Politik viele Leute die Möglichkeit verlieren ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch macht mir Angst, wie viel ungedeckte Schuldscheine des Staates unterwegs sind und wieviel Überwachung von den Menschen mehr und mehr einfach akzeptiert wird. Vorauseilender Gehorsam führt dazu, dass die Erstklässler auf dem Schulhof Masken tragen müssen und Angst vor Denunziation führt dazu, dass Menschen ihre Behandlung in den Physiotherapien nicht bekommen. Operationen werden abgesagt, Theater spielen nicht mehr, Vereine treffen sich nicht mehr. Das macht mir Angst. Und es ist kein Ende abzusehen.

Ergänzung: Wer sich mit einem Impfstoff impfen lässt, oder seine Kinder, also mit einem Impfstoff, der nicht mal 12 Monate (statt durchschnittlich 10 Jahre) Entwicklungs- und Testzeit hatte, der ist selber dran schuld. Wir sind oft selbst dran schuld.

Euer Julius Turm

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„Das schweigende Klassenzimmer“, Überlegungen

An einem dieser Dienstage wurde dieser Film zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr auf dem ZDF ausgestrahlt. Er gehört zu einer Reihe Filme, die zum 30. Jahrestag des „Mauerfalls“, wie das Ereignis der Annexion von westlicher Feder benannt wird, ausgestrahlt wurde.

Im Vorspann wird darauf hingewiesen, dass der Film einen wahren Hintergrund habe. Es wird allerdings nicht gesagt welche Wahrheit dahintersteckt. Grundlage für den Film war ein Buch, welches einer der dargestellten Schüler, im richtigen Leben heißt er Diedrich Garstka, als Lebenserinnerung geschrieben hat. Das Sachbuch wurde 2008 veröffentlicht, 52 Jahre nach den dargestellten Ereignissen. Das Buch untermalt die persönlichen Erlebnisse des jugendlichen Dietrich mit Zeitdokumenten. Die Zeitdokumente bestätigen wie die Schüler der Abiturklasse mit den Vertretern der Staatsmacht, im Speziellen mit einigen Lehrern, der Kreisschulrätin und dem Minister für Volksbildung, in Konflikt geraten. Einige der Schüler verlassen über die offene Grenze zu Westberlin die DDR.

Ausgangspunkt für die Ereignisse ist die hetzerisch gefärbte Information des RIAS über die Konterrevolution in Ungarn im Oktober 1956. Die Schüler haben sich von Schülern, die Zugang zum RIAS und zur „BILD“-Zeitung hatten und in kleinbürgerlichen Verhältnissen groß geworden und erzogen worden sind, durch die schreiende anti-kommunistische, anti-sozialistische Propaganda beeinflussen lassen.

So etwas kommt vor. Das passiert uns heute noch. Selbst uns Erwachsenen. Die großen Bilder im „Bild“ und die schreienden Überschriften, die ständig implizit vorhandene Propaganda gegen alles was nicht Westen und USA und kapitalistischer Konsum ist, nagt an unserem Denken. Alternative Information gibt es kaum und der Konsum ist mit anstrengendem Denken verbunden. Und das Nachdenken führt zu Frustration über die Ohnmächtigkeit gegenüber den herrschenden Verhältnissen.

Die Schüler der realen Abiturklasse von damals, als auch der Abiturienten im Buch und im Film, lassen sich überzeugen. Besonders hilfreich ist dabei die Falschmeldung über den Märtyrer-Tod des damals beliebten und international bekannten ungarischen Fußballspielers Ferenc Puskás. Für die Schüler ein Idol. Allerdings starb der Fußballer erst im Jahre 2006.

RIAS, „Radio im amerikanischen Sektor“, ist als Radiosender installiert, um als Instrument des „kalten Krieges“ gegen den Aufbau des antifaschistischen, antikapitalistischen, sozialistischen Staates im Osten zu hetzen. Er hat seine Rolle im Jahre 1953 beim Aufhetzen der Arbeiter gegen ihren Staat DDR gespielt und spielte diese Rolle weiter. In Ungarn hatte diese Rolle der „Sender Freies Europa“, der von München aus sendete und zu großen Teilen von der CIA (wie RIAS auch) finanziert wurde.

Zurück zum Film. Es ist die Darstellung der pubertierenden Jugend, die „gegen den Stachel löckt“. Sie suchen die Orientierung, sie fühlen sich betrogen, sie werden beeinflusst und das süße, bunte Leben lockt, dass sie nicht haben können und das aber wie ein Schlaraffenland in der Ferne zu sehen ist. Trotzdem, es wäre ein aufregendes Abenteuer pubertierender Jugendlicher geworden und geblieben, wenn ihnen nicht einige engstirnige, verbohrte Menschen entgegengetreten wären. Mit aller Macht, die sie innehatten.

Da sind die Eltern, die zum Teil ihre eigenen Probleme mit der Staatsmacht hatten, die zum Teil noch Traumata aus dem Krieg und aus dem „tausendjährigem Reich“ mit sich herumtrugen, da ist im Film die Karriere-geile Schulrätin, der verbitterte Minister, der engstirnig, unnachgiebig gegen (scheinbare) Gegner des sozialistischen Aufbaus und mit sehr geringem Verständnis für die Psyche von Jugendlichen vorgeht. Auch das Vertrauen der oberen Chargen in die Lehrerschaft, auch der Neulehrer, lässt zu wünschen übrig.  

Es hätte anders kommen können. Die Lehrer, pädagogisch ausgebildete Kräfte, heute würde man Kinder- oder Schulpsychologen hinzuziehen, hätten die Jugendlichen vielleicht behutsam anhören, verstehen und etwas lenken können. Jugendliche sind so. Sie sind „anti“, sie folgen Idolen. Das hat nichts mit Politik zu tun. Von dieser Schiene hätte man die Jugendlichen wieder herunter holen können. Aber engstirnige Minister haben das nicht vermocht. Und die Schulrätin hat es nicht gewollt und die Lehrer wurden entmündigt.

Und vielleicht haben in der damals realen Welt auch andere Kräfte, kleingeistige oder gegnerisch gelenkte Kleinbürger, dafür gesorgt das nicht pubertäre, sondern politische Aspekte die Triebkraft der Geschichte blieben.

Der Film jedenfalls zieht all die menschlichen Probleme und Schwächen in die politische
Schiene. Dafür ist er gemacht. Er ist gemacht, um die menschlichen Schwächen, auch die gesellschaftlichen Schwächen, die der junge Staat DDR hatte, vor die politische Karre des Anti-Kommunismus, des Anti-Sozialismus zu spannen.

Gegenüber den im Film dargestellten Vertretern der DDR-Staatsmacht erscheint mir Hitler in seiner Darstellung in der Bergfestung (auf dem gleichen Sender) als liebenswerter alter Mann. Und das ist es, was mich wütend macht.

Es gibt immer mehrere Wahrheiten.

Einer der Darsteller im Film sagt es: Kein Regime lässt zu, dass es in Frage gestellt wird.

Im Westen Deutschlands wird im August 1956 die KPD verboten. Schon 1951 beschließt der Bundestag ein Strafrechtsänderungsgesetz. „Jawohl, wir schaffen in gewisser Beziehung ein Gesinnungsstrafrecht“, erläutert Ludwig Schneider, Abgeordneter der FDP-Regierungsfraktion. „Aber wir bestrafen nicht die Gesinnung, sondern die Tat, die aus der Gesinnung wächst.“ Nahezu jede oppositionelle Aktivität und Meinungsäußerung steht ab da unter Hochverratsverdacht.

Das Buch von Diedrich Garstka ist die mit Dokumenten unterlegte Schilderung von persönlichen Erlebnissen. Die Erlebnisse sind mit sehr individueller Sicht dargestellt. Der Autor hat nach dem Verlassen der DDR im jugendlichen Alter seine soziale und politische Orientierung in der BRD erhalten. Er ist praktisch 50 Jahre lang der Indoktrination der BRD-Medien ausgesetzt gewesen. Es ist ihm nicht zu verdenken, wenn er genau diese Doktrin in sein Denken gelassen hat, falls sie nicht schon durch sein Elternhaus vorhanden war. Jedenfalls war er sicher nicht bemüht, die andere Seite Deutschlands zu verstehen.

Er schildert die Engstirnigkeit und Verbohrtheit einiger „sozialistischer Kader“ auch in seinem Buch, ja, das ganze Werk ist eigentlich, so mein Eindruck, geschrieben, um genau das darzustellen.

Nun ist es jetzt und schon seit einigen Jahren sehr modern, die „Unfreiheit“ darzustellen, der die DDR-Bürger unterworfen waren.  Und es ist gutes Geld damit zu verdienen. Je schlechter der sozialistische Staat dabei wegkommt, umso besser.

Die DDR und ihre Menschen waren nicht vollkommen. Der Untergang der DDR-Gesellschaft ist zu einem (geringerem) Teil den menschlichen Schwächen und auch dem noch unvollkommenem Gesellschaftsmodell des sozialen gerechten Staates geschuldet. Aber auch gut bezahlte Filme dieser Art haben ihren Anteil an der vorzeitigen Beendigung des gesellschaftlichen Experimentes „Sozialismus“.

Klaus Kleiner

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Das Vertrauen in die Macht

Das Vertrauen und die Macht

Lieber Freund,

ich schreibe, weil ich es nicht mehr aushalte. Auch Du kamst neulich und warst begeistert über die neuen Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlens. Nur noch an der Kasse vorbeilaufen und … schon bist du dein Geld los. So unkompliziert.

Du hast Dich lustig gemacht über meine Skepsis gegenüber den Neuerungen im Zahlungsverkehr. Als wir dann ernsthaft darüber sprachen hast Du ins Feld geführt, dass es viele Vorteile bringt, dass es vor allem schnell und komfortabel ist und unkompliziert, papierlos, zeitgemäß (modern) …, und dann war Deine Beweisführung zu ende. Ach ja, für die Ladeninhaber ist es von Vorteil, sie müssen abends nicht mehr zur Bank, um die Einnahmen abzugeben.

Als ich versuchte mit meinen Gründen dagegen zu halten, kamst Du mit dem alles schlagenden Argument, dass ich diesen Fortschritt gar nicht aufhalten kann.

Ich sage Dir: Du hast recht. Ich kann den Fortschritt nicht aufhalten. Maschinenstürmerei bringt nichts. Nach meinen Informationen, deren Wahrheitsgehalt ich allerdings nicht prüfen kann, es ist nur vom Hörensagen, von einem der in China war oder vorgibt dort gewesen zu sein und der dort sogar schon am Imbisstand an der Straße bargeldlos bezahlen konnte und das der Normalzustand ist, jedenfalls behauptete er das, also nach meinen Informationen ist das eben in China, was hier gerade erst beginnt, schon Usus, das bargeldlose Bezahlen.

Ich habe eine wahnsinnige Angst davor. Wenn ich an das bargeldlose Zahlen denke und die zunehmende Abhängigkeit von der Elektronik, den Smartphones, den anderen Abhängigkeiten, die gerade aufgebaut werden, dann wird mir ernsthaft übel und ich überlege, wie ich dem entgehen kann. Die Leute lassen sich in Schweden, glaube ich, ja schon Chips unter die Haut implantieren, um dann sogar ganz ohne zusätzliche Mittel, nur mit „körpereigenen“ Merkmalen, als Zahlungsmittel zu gelten. Dieser Fortschritt liegt mir so auf der Seele, dass er mich krank macht.

Ich rede hier gar nicht von den Missbrauchsmöglichkeiten durch Kriminelle. Vom CCC (Computer Chaos Club) wird immer wieder vorgeführt, wie schnell ein Fingerabdruck gefälscht werden kann, oder sie haben auch gezeigt wie der Iris-Scan überlistet wird, ohne dem Inhaber das Auge rauszureißen, wie man es im Film sieht. Auch von der Sicherheit von Pins und TANs und den Übertragungswegen will ich gar nicht reden. Es gibt immer Kriminelle, die Möglichkeiten finden.

Ich will hier auch nicht davon reden, dass ältere Leute in Europa sich manchmal schwer tun mit neuer Technik und die Handhabung von Smartphones für ältere Menschen manchmal selbst bei gutem Willen gar nicht möglich ist. Sehvermögen, Schnelligkeit, Treffsicherheit (Tasten) und solche Dinge lassen einfach mit dem Alter nach und die alten Menschen können nichts dafür, so wie der Mensch im Allgemeinen nichts dafür kann, dass er älter wird. Und mal so nebenbei: Alte Menschen kommen an sich ganz ohne Computer aus. Sie haben eine oder mehrere Erdbeerpflanzen im Garten oder im Balkonkasten und dort wachsen die Früchte, real und nicht virtuell. Aber sie reichen eben nicht aus, sich zu ernähren, ab und an müssen sie in den Supermarkt.

Nein, reden will ich davon, wieviel Macht über sich selbst jeder Mensch anderen einräumt, wenn er den anderen gestattet Zahlungsvorgänge bargeldlos mit ihm abzuwickeln.

Oder andersherum gesagt: Wie machtlos und hilflos bist Du, mein Freund, wenn der Strom ausfällt oder das Internet nicht funktioniert?

Es gibt noch andere Szenarien, die Dich ganz schön dumm aussehen lassen: Du schreibst einen unliebsamen Artikel gegen Deine Bank und sie sperren Dir das Konto (damit auch Deine Kredite). Obwohl es natürlich keinen negativen Eintrag in die „Schufa“ gibt, ist doch dort die Kontokündigung vermerkt. Jede Bank und jeder Kreditgeber kann es dort sehen, dass es keinen Negativeintrag gibt. Deine Bankkarte und Deine Kreditkarte sind gesperrt. Du hast leider kein Bargeld, wahrscheinlich würdest Du auch niemanden finden, der es Dir abnehmen kann. Du kannst im Supermarkt kein Katzenfutter kaufen und der Bäcker an der Ecke verkauft die Brötchen auch bargeldlos.

Wenn in unserer Welt Recht und Gesetz gelten würden, da gebe ich Dir Recht, dann wäre das ein vorübergehender Zustand und ein oder zwei Wochen, bis die Ungerechtigkeit beseitigt ist, würdest Du schon durchhalten.   Aber es ist nicht nur Deine Bank, die so uneingeschränkte Macht über Dich erlangt, es ist jede Bank! Es ist der Staat, der angeblich das Bankgeheimnis garantiert und schützt, es ist Deine Firma, die sich, wie jeder Interessierte, nach Deinen Finanzen erkundigen kann.

Mit etwas Bargeld in der Hand ist man etwas unabhängiger. Auf dem Bargeld steht nicht schon Dein Name. Du bleibst anonym. Jedermann, der Dir etwas verkauft, kann auch anonym bleiben (denken wir nur mal an deine Putzfrau, die nur durch Schwarzarbeit über die Runden kommt). Natürlich kann auch hier der Staat zugreifen. Er macht mal eben eine Währungsunion oder hebt die Zinsen an. Aber es ist doch kein direkter Zugriff auf Dich persönlich und es ist für den Staat und die anderen Akteure auch schwieriger, mit einigen technischen Hürden verbunden.

Will ich den Komfort des bargeldlosen Zahlens? So wie in China? Ja, ich will es. Weil es bequem ist. Was ich nicht will, und nur davor habe ich diesen Horror, alle Macht über mein Leben aus der Hand geben und mich vollkommen der Bank oder dem Staat ausliefern, was letztendlich auf dasselbe hinauslauft.

Lieber Freund, ich musste das noch einmal loswerden. Es erschreckt mich ein wenig, wenn alle begeistert sind. Auch Menschen wie Du, denen ich mehr zutraue.

Wie wir uns ohne Abschaffung von Privatbank, Privatunternehmen wie die „Schufa“ oder wie wir ohne die Beseitigung der Unterordnung des Staates unter Privat- und Unternehmensinteressen vor dem Horror bewahren, kann ich auch nicht sagen.

Bleib Gesund!

Dein Hans Kleiner

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Mein kleines C-Tagebuch

Auszug vom 25.5.2020

Die bunten Welt der Krise

Der Kapitalismus befindet sich in einer Krise, sagt man. Die Wirtschaft schliddert in eine Krise, sagt man. Das zeigt die Gebrechen des Kapitalismus, sagt man. Den Kapitalisten geht es an die Substanz, sagt man, sie werden gebeutelt.

Ich sage: Dem Kapitalismus geht es gut. Das was wir Krise nennen, ist eine normale Aktion, ein Abschnitt, der dazugehört wie der Große Zeh zum Fuß.

Ich sage: Die Wirtschaft schliddert nicht in eine Krise, sondern Teile der Wirtschaft, sind in einer Krise und versuchen herauszukommen. Sie regeln das, indem sie andere Teile der Wirtschaft eliminieren.

Ich sage: Den Kapitalisten ging es noch nie so gut wie jetzt, in dieser Phase des Kapitalismus. Sind etwa die Milliarden auf den Bankkonten der Allerreichsten geschrumpft?

Ihr warnt vor der Diktatur, vor dem Neo-Faschismus, der kommen wird, weil die demokratischen Grundrechte der deutschen Verfassung oder auch dem Grundgesetz, dass keine Verfassung oder eine vorläufige Verfassung oder auch eine von Besatzern übergestülpte Verfassung ist, untergraben wird??

Die Diktatur ist längst da. Es ist die finanzspätkapitalistische Diktatur des Kapitals. Und diese ist sehr real und benötigt keine

Verschwörung-s-Theoretiker um sich bloßzustellen.

Seht Euch das Gesundheitswesen an. Lasst alle Denkereien weg und seht es Euch einfach an oder begebt Euch mitten hinein. Aus Kranken sind einzeln abrechenbare Fallpauschalen geworden. In 15 Jahren sind von zweieinhalbtausend Krankenhäusern eintausend abgewickelt worden. Und die Finanzwirtschaft empfiehlt noch einmal rund 400 „Abzubauen“ um einen
„Marktgerechten Bedarf“ zu schaffen. Deutlicher geht es nicht: Die Gesundheit ist eine Ware. Und bisher ohne wirksamen Widerspruch.

Oder auch persönlicher: Was euch wiederfährt, ist folgendes: Der Hausarzt untersucht euch und er trennt seine Patienten nach Kassen-Patienten und Privat-Patienten. Warum tut er das? Aus medizinischen Gründen? Weil er beiden Patienten möglichst die beste Hilfe zuteil werden lassen will? Weil er euch gesundheitlichen oder finanziellen Schaden zufügen will? Nein, er tut das, weil es unterschiedliche Abrechnungsarten und -Möglichkeiten gibt, mit denen er seinen Kredit für die Praxis bestmöglich bedienen kann.

Er sendet euch zum Spezialisten. Der Spezialist nimmt noch einmal Blut ab, er schickt euch noch einmal zum Röntgen, usw. Warum tut er das? Waren die Ergebnisse der vorherigen Untersuchungen nicht aussagekräftig genug? Will er euch Doch, wahrscheinlich waren sie es, aber der Hausarzt war der Meinung, dass ihm die Berichte und Ergebnisse gehören, weil er sie gegenüber den Dienstleistern bezahlt hat und er hat sie jedenfalls nicht dem Patienten mitgegeben. Und der Spezialist verdient auch seinen Teil daran, dass er genau diese Untersuchungen noch einmal machen lässt und macht. Hat es eine Relevanz für die Gesundheit des Patienten? Jedenfalls keine positive.  Wieder steht nicht die Gesundheit des Patienten im Fokus, sondern die Kapitalinteressen des Arztes.

Krise? Corona? Nein, der Staatsbedienstete, wenn er weit genug oben in der Hierarchie sitzt wird sich über die „Krise“ nicht beklagen können. Der Unternehmer, wenn er in der Lage ist genügend Staatsmittel abzugreifen, wird sich beklagen, aber keinen Grund dafür haben.

Die, die folgsam mit Mundschutz rumrennen und deren Kinder entsozialisiert werden (Spielplatz: „Halte Dich von den anderen Kindern fern!“) und denen der letzte Rest Bildung vorenthalten wird, beklagen sich. Aber, wie immer haben sie, falls sie nicht randalieren, Probleme in die Abendnachrichten zu kommen.

Schöne bunte Krise.

25.05.2020 Tagebuch

Im TV sehe ich die Kameraden von der „Kampfgruppe der Arbeiterklasse“ im Vollschutz (Atemmaske, Gummianzug) mit angelegter Maschinenpistole Marke Kalaschnikow durch das grüne Gras robben. Sie üben den Objektschutz. Sie üben die Sicherung ihres Betriebes, also ihrer Fabrik, in der sie arbeiten (damals war noch DDR, es gab es keine „Unternehmen“) gegen den angreifenden Feind, der ihnen ihren Betrieb zerstören oder wegnehmen will. Sie hatten keine Chance. Der Feind saß schon wie ein Virus mitten in ihrer Mitte. Er zerfraß die Gedanken, ihre Gedanken. Er setzte sich fest, blockierte die Kommunikationswege zwischen oben und unten; er erzeugte Gier und Gleichgültigkeit; er machte schläfrig und förderte den Untertanengeist. Trotz der Warnungen vor der Gefährlichkeit des Virus, vor seiner fast unmerklichen Infiltration, die zur Stärkung der schon vorhandenen Population führt, gelang es nicht, die Verbreitung des Virus zu verhindern. Der Kampf wurde aufgegeben. Es kam zur Durchseuchung.

Am Wochenende wollte ich nicht dem Volkssport „Schopping“ frönen, ich wollte nur lebensnotwendige Dinge wie Bleistift, Zeitschrift und Aktendeckel besorgen. (Der Handel äußert sich sinngemäß folgendermaßen: „Trotz der offenen Geschäfte wird der Umsatz der Vor-Corona- Zeit nicht erreicht. Es besteht eine gewisse Zurückhaltung der Kunden. Es werden hauptsächlich die notwendigen Dinge eingekauft.“ Ich ergänze hier mal: Die nicht-notwendigen, also überflüssigen, Einkäufe finden derzeit nicht statt. Der Deutsche ist noch nicht wieder in den Krankheitszustand „Kaufrausch“ zurückgekehrt.

Jedenfalls werde ich beim Gang durch das Einkaufszentrum, durch das ich mich bewegen muss, um an einen Zeitungsladen zu kommen, der nicht nur „TV-Today“ und „Bunte“ führt, nach ca. 100 Metern aufgehalten. Ein Vermummter spricht mich an, ich möge doch bitte einen Mundschutz tragen. Ohne Mundschutz müsse ich sofort wieder raus. Der Mann trägt keine Schutzweste aus Teflon, oder wie das Zeug heißt, er hat auch keinen Schlagstock, aber er ist einen Kopf größer und einen halben Fuß breiter. Das überzeugt auch. Er macht ein Friedensangebot, obwohl er es nicht nötig hätte. Er bietet mir an, eine Maske aufzusetzen, um meine Wanderung ungehindert fortsetzen zu können.

Da ich damit gerechnet hatte, dass der Laden auf diese Art vor dem eindringenden Virus verteidigt wird, hatte ich vorsorglich einen textilen Mundschutz (Kein Vollgummi) mitgeführt, den ich nach der Frage an den Verteidiger, ob er hier die Hausmacht vertrete, was er zusichert, auch aufsetze. Der Mann war zufrieden und ging wieder auf Tuchfühlung zu den Verkäuferinnen des Taschenladens, die gerade keine andere Kundschaft hatten.

Dem Mann war und ist es egal, wie weit das Virus bereits vorgedrungen ist. Er hatte einen Job, den Job hat er erfüllt. Es ist nicht sein Laden, den er verteidigt.

Dem Mann war und ist es egal, wie weit das Virus bereits vorgedrungen ist. Er hatte einen Job, den Job hat er erfüllt. Es ist nicht sein Laden, den er verteidigt.

Tagebuch 1. Juni 2020

folgt.

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