Archiv der Kategorie Geschichte

Die Mauer, die Stadt, das Land.

Es ist mal wieder soweit. Es wird der „Maueropfer“ gedacht. Ja, jeder der an Grenzen zu Tode kommt ist zu bedauern! Weg mit den Grenzen! Weg mit den Todesfallen, Minen, Grenzbefestigungen!

An der Grenze USA/Mexiko starben von Januar bis Juni 2007 mindestens 275 Mexikaner. Von 1993 bis November 2012 sind 17.306  Tote an den Außengrenzen der EU dokumentiert. An der „innerdeutschen“ Grenze starben bis 1989 nach verschiedenen Zählungen 140 bis ca. 1000 Menschen. Es ist makaber die Menschenopfer gegeneinander aufzurechnen. Aber für die Propaganda wird es in den deutschen Leitmedien jedes Jahr wieder gemacht.

Am 13. August 1961 wurde die Grenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und Westberlin geschlossen. Grenzsicherungen (die Mauer) wurden errichtet. Im November 1998 wurde die Grenze für den unkontrollierte Passage geöffnet. Mit der „Vereinigung“ der beiden deutschen Staaten zu einem Staat wurde die Grenze überflüssig und die Grenzsicherungen wurden abgebaut. Die Reste dienen heute als Touristenattraktion und als Propagandamaterial für die Verunglimpfung des Staates DDR, seiner Bewohner und deren Leistungen bei der Sicherung des Friedens in Europa.

Im Westen Deutschlands, in der BRD, wütete Anfang der 60iger Jahre das Wirtschaftswunder. In der DDR, die die gesamten Reparationen an die UdSSR bezahlen musste, ging es auch aufwärts, aber es wurde mehr Wert auf den Ausbau des Gesundheitswesens und auf bessere Ausbildung gelegt.  Die Schaufenster füllten sich nicht so schnell mit Waren, wie im Westen.

Die Verlockung war groß. Besonders für diejenigen im Osten, die darauf hoffen konnten an dem Überfluss teilhaben zu können. Die gut ausgebildeten Ingenieure, die Ärzte, die jungen, gut ausgebildeten Facharbeiter hatten mit Recht Hoffnung in der BRD gutes Geld zu verdienen und ein materiell gut abgesichertes Leben zu führen.

Die DDR hatte die Ausbildung bezahlt und die in die BRD geflüchteten nahmen diese Ausbildung mit und zahlten keinen Pfennig an die DDR zurück. Das ist Diebstahl. Für den Einzelnen ist die Entscheidung nachvollziehbar, bleibt aber unmoralisch und auch ungesetzlich.

Die offene Grenze hat die DDR durch Abwanderung,  Sabotage und Spionage nach verschiedenen Schätzungen zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar gekostet.

Für die Wirtschaft der DDR ging es an die Substanz. Besonders aber im Gesundheitswesen machte sich die Flucht der Betrüger in den Westen bemerkbar. Es musste etwas geschehen. So wurde beschlossen die Grenze zu Westberlin zu schließen.

Die Schließung der Grenze wurde lange hinausgezögert. Die Verantwortlichen der UdSSR wollten den kalten Krieg nicht noch verschärfen. Sie wollten Frieden, sie wollten einen Friedensvertrag. Die westlichen Länder aber wollten genau das nicht.

Im Jahre 1961 stimmten alle Länder der sozialistischen Gemeinschaft der Schließung der Grenze zu Westberlin zu. Auch die Zustimmung der Bevölkerung der DDR war groß. Sogar der eigefleischte und  heute als erfolgreicher Antikommunist bekannte Wolf Biermann stimmte der Grenzsicherung lautstark zu.

Im Übrigen: Der Status von Westberlin war nach dem II. Weltkrieg nicht geregelt. Die Siegermächte hatten versäumt bei der Aufteilung Deutschlands die Berlinfrage zu regeln. Es gab keinen Vertrag. Der Zustand im Jahre 1961 war durch Gewohnheit entstanden. Die Aufteilung Berlins in die vier Sektoren blieb nach der Gründung der DDR bestehen, obwohl es dazu keinerlei Verträge gab. Territorial wäre auch Westberlin ein Teil der DDR gewesen. Die Westmächte durften in Westberlin bleiben, weil es eben keinen Friedensvertrag gab und keine vertragliche Reglung. Diese wussten auch die Westmächte zu verhindern.

Die Berechtigung der Grenzsicherung rund um Westberlin wird der DDR abgesprochen. Aber jeder souveräne Staat hat das Recht seine Grenzen zu sichern. Dass die DDR durch die BRD und viele andere Staaten nicht anerkannt wurde, tut dem kein Abbruch. Die Staaten BRD und DDR waren Realität. Geschaffen durch die Siegermächte und geschaffen durch deren Politik.

Rating 3.00 out of 5
[?]

Korea-Krieg

Viele ahnen schon, dass die Welt nicht so einfach ist, wie sie in den „Leitmedien“ dargestellt wird. Aber es ist einfacher, sie einfach zu lassen, diese Welt.

Gegenwärtig ist das Thema Korea in den Medien. Dort herrscht die Formel: Nordkorea = Kim Jong-un = BÖSE und Südkorea = Demokratie= GUT.

Es droht ein Krieg um und in Korea. Ab 25.April, wenn der verirrte amerikanische Flugzeugträgerverband im Japanischen Meer eintrifft, kann es losgehen. In diesem Umfeld habe ich mich für den Koreakrieg 1950/51 interessiert.

Hier lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie in den Medien mit Geschichte und Gegenwart umgegangen wird. Auf den ersten 8 Seiten der „Google“ – Suche ist kein Betrag zu finden, der die Geschichte nicht verdreht oder unvollständig oder falsch wiedergibt und so mindestens den Eindruck erweckt und stützt, das nordkoreanische Regime und Russland wären Schuld an dem gegenwärtigen Status der Region und der Teilung des Landes. Auch durch die verbreiteten Schulbücher wird diese Darstellung zur gängigen Geschichtsschreibung.

Deshalb an dieser Stelle eine kurze Geschichte Koreas aus meiner Sicht mit den oft nicht genannten Fakten und Richtigstellungen zu den verbreiteten „Fakten“. Ich habe hier keine Verweise oder Quellenangaben angebracht. Wer interessiert ist und tief genug gräbt, wird die Informationen unter dem Haufen der „angepassten“ Meldungen und Betrachtungen finden und nachprüfen können.

Korea bis 1945

Korea war schon vor Beginn des 20. Jahrhunderts oft Spielball der sie umgebenden Mächte. China hatte es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wechselweise als Vasallenstaat oder als Protektorat beherrscht. Mit dem Erstarken Japans und der damit verbundenen aggressiven Expansion auf das Festland verdrängte Japan China als Kolonialherr über Korea. Das Kaiserreich Korea wurde Protektorat Japans und nach 1910 Kolonie.

Zum besseren Verständnis sei hier noch erwähnt, wie es in der Umgebung Koreas, in der angrenzenden Mandschurei, eigentlich von China beansprucht, ausgesehen hat.

Japan hatte sich (kriegerisch) auf dem Festland gegen China und auch gegen das expandierende Kaiserreich Russland durchgesetzt. Im Russisch-Japanischem Krieg 1904/05 wurde die, in etwa heute noch gültige, Grenze zwischen Russland und der Mandschurei gezogen. Die südliche Mandschurei war japanisch besetzt, der nördliche Teil russisches Territorium. Im Jahre 1938 gab es einen weiteren Krieg um die Mandschurei, als das Kaiserreich Japan versuchte der 1921 gegründeten, vermeintlich schwache Sowjetunion ein weiteres Teil der Mandschurei zu entreißen. Aber die Grenzziehung änderte sich nicht. Das hielt sich so bis zum Eintritt der UdSSR in den Krieg gegen Japan, dem letzten Kapitel des 2. Weltkrieges.

Korea 1945

Am 8. August 1945 marschierte die Rote Armee der Sowjetunion nach einer Kriegserklärung in die Mandschurei ein. Das war von den Alliierten (USA, UdSSR, Groß Britannien) auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) so beschlossen worden. Der Feldzug führte zur Vernichtung der japanischen Truppen in der Mandschurei und der Besetzung dieser Gebiete durch die Rote Armee. Der sowjetische Vormarsch endete auf Grund von Nachschubschwierigkeiten an der heutigen Landesgrenze Koreas zu China, am Yalu-Fluss. Es gab auf Korea nur drei Landungsoperationen der sowjetischen Streitkräfte.

Entsprechend den Vereinbarungen der Alliierten in Jalta wird die koreanische Halbinsel in zwei Besatzungszonen geteilt. Nördlich des 38. Breitengrades ist Sowjetisches Besatzungsgebiet, südlich davon sind die Amerikaner die Besatzer. Offiziell sind auch die Engländer und Chinesen „Treuhänder“ des „verwalteten Territoriums“ bis zur Unabhängigkeit. Die Alliierten hatten auf der Konferenz von Jalta beschlossen, dass Korea ein vereinigtes, unabhängiges Land unter einer gewählten Regierung werden sollte, legten jedoch keine Details fest.

Im Süden regiert zunächst, wie im Norden, eine Militärverwaltung der Besatzer. Im Norden wird die Übergabe der Verwaltung an einheimische Kräfte vorangetrieben. Es bildet sich, natürlich mit Unterstützung der Sowjetunion, ein „Provisorisches Volkskomitee“.

Im Norden wurden die japanischen Kriegsverbrecher und Kollaborateure aus den Ämtern gejagt. Im Süden ist dieses Vorgehen nicht ganz so strikt, sie wird von der Besatzungsmacht gebremst. Die politischen Gruppierungen, die sich im ganzen Land bildeten, haben vorrangig das Ziel die japanische Vorherrschaft in Ämtern und Verwaltungen und auch in der Wirtschaft zu beenden und ein einheitliches Korea zu schaffen. In ganz Korea werden die Ländereien der Großgrundbesitzer besetzt und die Fabriken, deren Besitzer (meist Japaner) geflohen waren, werden durch Arbeiterräte übernommen.

Die Beibehaltung der Teilung Koreas am 38. Breitengrad wäre den Besatzungsmächten USA und Sowjetunion recht,  weil so jeder Macht über den besetzten Teil behält. Die einheimische politische Landschaft aber entwickelt sich anders und zwar vor allem gegen die Interessen der USA. Diese hätte natürlich gerne ein Land nach westlichen Demokratievorstellungen. Auf keinen Fall aber ein kommunistisch oder sozialistisch regiertes Land.  Die Kommunisten und Sozialisten, die anti-kapitalistischen und nationalen Kräfte aber führen die politische Bewegung in Nord und Süd an. Es droht die Übernahme der Macht durch „undemokratische“ Kräfte. Die USA proklamierte daraufhin für den Süden die USAMGIK („United States Army Military Government in Korea“)

Die USA etabliert im Süden eine Marionette. Rhee Syng-Man war 1919 war er zum Präsidenten der selbsternannten „provisorischen Regierung Koreas im Exil“ gewählt worden. Er lebte bis 1945 auf Hawaii, also in den USA. Rhee Syng-Man wird an die Spitze einer Abspaltung der konservativen Partei gestellt und von der USA protegiert.

Wahlen

Im Vorfeld der Wahlen kam es im ganzen Korea zu Demonstrationen, Generalstreiks bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Koreaner in Nord und Süd wollten separate Wahlen im Süden verhindern. Getrennte Wahlen für Nord und Süd waren vorher von der USA in der UNO vorgeschlagen worden. Dabei sollte die Anzahl der Bevölkerung in den Landesteilen auch über die Sitze im Parlament entscheiden. Der Süden hätte mit seiner doppelt so großen Bevölkerung die weitere Ausrichtung der Politik des Landes in jedem Falle bestimmt. Allerdings hatte die USA im Süden schon dafür gesorgt, dass die ihnen genehmen Kräfte auch die Wahl gewinnen würden. Im Vorfeld waren kommunistisch und sozialistisch orientierte politische Gruppierungen verboten worden.

Die erste Verfassung Südkoreas (Juli 1948) wies dem Präsidenten weitgehende Machtbefugnisse zu, weit über das hinaus, was noch als „demokratisch“ bezeichnet werden konnte.

Im August 1948 wird Rhee Syng-Man vom südkoreanischen Parlament zum Präsidenten der Republik Südkorea gewählt. Er stützte sich dabei auf ehemalige koreanische Offiziere der japanischen Armee.

Damit waren also in den Besatzungsgebieten getrennte Wahlen durchgeführt worden und es gab nun zwei Regierungen und zwei Staaten. Die Besatzungsmacht war nur für 5 Jahre vorgesehen. Die Besatzungsmächte zogen sich also 1948 (Sowjetunion) bzw. 1949 (USA) aus Korea zurück. Die USA behält aber Stützpunkte.

Ab 1948 kam es zu erbitterten Aufständen in ganz Südkorea. Bei einem Aufstand auf der vorgelagerten Insel Jejudo richteten Polizei und Armee ein Massaker an, bei dem bis zu einem Viertel der Bevölkerung getötet wurde.

Mit diesen Aufständen hatte Nordkorea nichts zu tun. Allerdings tobte an der Demarkationslinie ein ständiger Grenzkrieg. Und der gesamte Südwesten Koreas befand sich in ständigem Aufruhr gegen das verhasste Regime von Rhee Syng-Man. Nur ein Krieg konnte es noch retten.

Nach gefälschten «demokratischen» Vorwahlen von 1948 verlor Rhee Syng-Man am 30.Mai 1950 spektakulär die Wahlen zur Nationalversammlung, und das, obwohl die gesamte Linke (inkl. der Kommunisten) verboten war.

 

Der Krieg kommt

Am 1. Oktober 1949 wurde die kommunistische Volksrepublik China ausgerufen. Die Volksrepublik wurde durch die UN nicht anerkannt.

Am 25.Juni 1950 ist der Präsident Rhee Syng-Man anwesend, als die Südkoreanische Armee in ganzer Linie den 38.Breitengrad überschreitet. Am folgenden Tag melden große Medien des Westens (London Daily Herald, Guardian, New York Herald Tribune, New York Times) dass die südkoreanischen Truppen erfolgreich in den Norden vorgedrungen sind und die Stadt Heaju erobert hätten.

Am selben Tag reicht die USA einen Resolutionsentwurf beim UN-Sicherheitsrat vor. Nordkorea wird  „unprovozierte Aggression“ vorgeworfen. Im Sicherheitsrat der UN wird abgestimmt. Die UdSSR ist nicht dabei. Sie nimmt aus Protest wegen der Nicht-Anerkennung der VR China nicht an der Sitzung teil. Ägypten will das „unprovoziert“ gestrichen haben, Jugoslawien ist gegen die Resolution. Die ständigen Provokationen an der Demarkationslinie waren bekannt. Mit den Stimmen Nicaraguas (Diktator Somoza) und Cubas (Diktator Batista)   wird die Resolution durchgesetzt. Damit wird der folgende Krieg gegen Nordkorea durch die UN legitimiert.

Die nordkoreanische Armee drängt die südkoreanische Armee in wenigen Wochen völlig zurück. Seoul wird besetzt. Die südkoreanische Armee löst sich praktisch auf. Viele der von den Nordkoreanern gefangenen südkoreanischen Soldaten kämpften später in den Reihen der Nordkoreaner. Drei Viertel des Territoriums werden von den nordkoreanischen Truppen besetzt. Die Truppen des Südens töten während des Rückzuges in den Gefängnissen und Lagern des eigenen Landes hunderttausende Gefangene. Es sind Kommunisten, Sozialisten oder aber auch nur Gegner des Regimes.

Die USA hatte den Südkoreanern Hilfe geleistet.

Es wird von Nordkorea ein Waffenstillstand angeboten. Gemeinsame Wahlen sollen durchgeführt werden. Das wird abgelehnt.

Die USA hat es inzwischen geschafft, Truppen in den Süden zu bringen. Auch werden einige Landungsoperationen an der Küste durchgeführt. Der fast beendete Krieg flammt erneut auf. Jetzt aber stehen auf der einen Seite Nordkorea und auf der anderen Seite die Vereinten Nationen (UN) unter Führung der USA. Die Resolution 85 des UN-Sicherheitsrates gibt ihnen das Recht dazu.

Die Truppen der UN drängen die Nordkoreaner bis nach Nordkorea zurück. Freiwillige aus der UdSSR und reguläre chinesische Truppen greifen auf Seiten Nordkoreas in den Krieg ein. Es geht den großen Mächten um den Erhalt des Status Quo in Korea. Weder die USA wollten den Brückenkopf Korea verlieren, noch wollte die UdSSR oder China die Streitkräfte der USA bis an ihre Grenzen vorlassen.

Bis Juni 1953 zieht sich der Krieg hin. Mehr als 4 Millionen Zivilisten wurden umgebracht. Eine Million Soldaten starben.

 

 

Rating 3.00 out of 5
[?]

Befreiung

Befreiung hat so herrlich viel von Freiheit. Deswegen wird wohl der Begriff auch für die offizielle Sprachreglung für diesen Tag verwendet. Wir sind befreit worden. Und haben gleichzeitig das Joch einer neuen Diktatur auf unsere Schultern geladen bekommen. Jedenfalls im Osten des geschröpften und geteilten Landes. Aber davon vielleicht später.

Befreiung. Tag der Befreiung. Lange Zeit war im Westen des Landes keineswegs von Befreiung die Rede. Alle anderen Begriffe wurden gebraucht, aber nicht dieser: Befreiung! Und in der Tat, die Wehrmachtsgeneräle wurden nicht befreit, sie kamen zunächst in Gefangenenlager. Die Nazioberen wurden festgenommen und weggesperrt. Jedenfalls nicht befreit. Vorher waren sie frei, da konnten sie nach Belieben Leute umbringen oder in Lager stecken oder an die mörderische Front schicken. Die Firmenbosse und Haupt- und Gross – Aktionäre wurden auch nicht befreit. Ihnen wurde vorgeworfen am Krieg verdient zu haben. Auch der Vorwurf der Sklaverei wurde laut. Sie wurden, wenigstens zum Teil, auch weggesperrt. Keine Rede also von Befreiung. Beamte des Tausendjährigen Reiches, Geheimpolizisten, Sklavenaufseher, sie alle wurden nicht befreit.

Nicht einmal der einfache Landser hatte den Eindruck von Befreiung. Er schlurfte, beladen mit einer Schuld, in das Kriegsgefangenenlager.  Auch der einfache Bürger des vergangenen Reiches hatte nicht das Gefühl der Befreiung, denn vor ihm türmten sich die Trümmerberge und die Berge der eigenen Schuld und die Sorge um das Morgen.

Und doch waren sie alle befreit worden. Denn sie waren jetzt frei von der Sorge um den unmittelbar drohenden Tod. Keine Bomben mehr, kein Verbrennen, kein Ersticken, keine Kugeln. Und das ist eine Befreiung. Der Erhalt des eigenen Lebens ist nun einmal das Grundbedürfnis überhaupt.

Und mehr noch: Sie brauchten nicht mehr schießen, brauchten niemanden mehr töten, verraten, quälen, verleugnen. Und auch das ist eine Befreiung. Die Bewahrung der eigenen Würde ist ein durchaus wichtiger Bestandteil der Freiheit.

Dieses Gefühl der Freiheit war ein wichtiger Grundstein für den Wiederaufbau der Städte und der Industrie, der Schulen…

Wir wissen heute nichts mehr davon. Längst sind die Historiker am Werk gewesen und haben der jeweiligen Ideologie folgend, das Eine oder Andere daraus gemacht. Mit starker Unterstützung durch all die Dokumentationen über Hitlers Frauen, Architekten usw. und den Widerstand der deutschen Offiziere und der leidenden deutschen Wirtschaft. Und sie sind über den Punkt hinaus gekommen, an dem es noch undenkbar erschien, solch eine Apokalypse und die daraus resultierende Befreiung wiederholen zu können. Schon wieder kehren die deutschen Soldaten in Särgen in die Heimat zurück, für die sie nicht gekämpft haben. Tagtäglich wird uns in TV gezeigt, wie normal der Krieg, das Töten und das Sterben ist.

Und der Russe taugt doch besser als Feind denn als Befreier. Wer wird uns also dann befreien?

Rating 3.00 out of 5
[?]

Der Unrechtsstaat

Die Vorbereitungen zum 25. Jahrestag der friedlichen Konterrevolution in der DDR sind in vollem Gange. Der 65. Jahrestag der DDR konnte nicht gefeiert werden. Diesen Staat gibt es bekanntlich seit einiger Zeit nicht mehr.

Bei dem Aufwand, der zur Zeit in den Medien unserer Republik betrieben wird, könnte man meinen, der Anschluss der DDR sei für die Zukunft der BRD so wichtig, wie etwa die Zerschlagung des Hitler-Faschismus. In der Tat laufen die Betrachtungen über die Zeit des Faschismus in Deutschland aber das ganze Jahr über auf allen Programmplätzen des TV und nicht nur zu irgendwelchen Jahrestagen. Aber immerhin dauert die Kampagne zur Beleuchtung und Verteuflung der sozialistischen Vergangenheit des östlichen deutschsprachigen Gebietes nun auch schon 25 Jahre. Die Generation der DDR-Montagsdemos-Teilnehmer ist inzwischen bei der Vorbereitung der Rente. Wobei nicht jeder der ehemaligen Demonstranten der Rente optimistisch entgegensehen kann. Aber eine Weile kann er ja noch die revolutionär erkämpfte Freiheit genießen. Das sollte genügen.

Mit Unrechtsstaat ist natürlich die DDR gemeint. Die Linken-Politiker, die in östlichen Ländern der heutigen BRD in die Nähe der Regierungsbildung gekommen sind, werden vor die Entscheidung gestellt: Entweder ihr nennt die DDR einen Unrechtsstaat oder ihr könnt es euch abschminken mit uns koalieren zu können. Das ist natürlich Erpressung, aber politische und deswegen schon wieder in Ordnung. Die Grünen können und dürfen das, und die SPD schon lange und die CDU erpresst jemand anderen.

Die Erpressung mit dieser Frage ist nicht so neu. Schon einige Male wurde sie herausgeholt, um angeblich feststellen zu können, ob die Politiker der linken Fraktion, bzw. der Linken fähig zur Demokratie sind, also würdig sind, im Machtspiel um den Erhalt der freiheitlich-demokratische Ordnung mitzuspielen.

Und das trifft es. Wenn die Linken sagen: ..‘s war ein Unrechtsstaat. – Dann würden sie sagen, der Sozialismus war und ist Unrecht und sie würden sich selbst verraten, würden sagen: Das, was ich versuche zu erreichen, ist Unrecht. Dabei wird den Linken gleichzeitig und unterschwellig noch unterstellt, sie wollten die DDR wiedererrichten. (Vielleicht in den Grenzen von 1937?)

(Dreimal wirst Du mich verleugnen)

Dabei ist die Frage nach dem Unrechtsstaat frei von jeglicher politischen oder justiziablen Bedeutung. Es gibt die Kategorie „Unrechtsstaat“ einfach nicht. Außer im Neusprech der bundesgermanischen Politik.

Wird die Frage anders gestellt, etwa, ob es in der DDR Unrecht gab, so kann man die Frage guten Gewissens immerzu und überall mit „Ja“ beantworten. Natürlich geschah im Staate DDR Unrecht. Aber in welchem Staat geschieht und geschah kein Unrecht? Der Staat als solcher ist ja dafür da, Unrecht geschehen zu lassen. Der Staat ist von den politischen Parteien (oder Klassen) errichtet und wird gestützt, um ihre Interessen durchzusetzen. Und Interesse für irgendetwas ist immer gegen die Interessen irgendjemand anderem. Wer anderes glaubt ist… mindestens ein Ignorant.

Der bundesdeutsche Staat oder die bundesdeutsche Justiz sind freiheitlich demokratisch. Nun mag man ja dem Kinderglauben anhängen, dieses bedeute, die beiden Institutionen wären frei von jeglicher Parteinahme für irgendjemand oder irgendwas außer dem Grundgesetz.

Alleine die Tatsache, dass die NSA und andere unser, also auch mein und Dein Telefon, ungehindert ausspähen, ist doch Unrecht. Und wenn jemand glaubt, dass geschähe ohne Wissen und Zustimmung der Regierung unseres freiheitlichen-demokratischen Staates, lebt hinter dem Mars, oder wenigstens hinter dem Mond. Oder ist es kein Unrecht, wenn jemand, der Missstände in einer Bank aufdeckt, jahrelang in einer Psychiatrie verschwindet? Oder Leute die jahrelang Krankenkassenbeiträge eingezahlt haben, jetzt nicht mal eine Kur bewilligt bekommen? Da sind doch bundesdeutscher Staat, Justiz und Institutionen direkt und unmittelbar beteiligt an dem Unrecht. Sollte man Frau Merkel zwingen sich zum Unrechtsstaat zu bekennen?  Und das Argument: Das sind doch Verfehlungen Einzelner!, zählt hier nicht. Das Entsenden deutscher Soldaten in das Ausland, in Kriegsgebiete, ist grundgesetzwidrig und vom Parlament nicht mit absoluter Mehrheit abgesegnet. Es ist im Partei-Interesse abgesegnet.

Nun braucht niemand Angst haben, wenn Bodo R. in die Regierung kommt, er würde sofort anfangen den Sozialismus oder gar den Kommunismus aufbauen. Selbst wenn er die Absicht hat nicht nur seine Rente zu sichern und mal den Hauch der Macht zu spüren, sondern tatsächlich daran geht unter- und mittelprivilegierten Schichten der Bevölkerung wieder etwas mehr Luft zum Leben, Hoffnung auf Zukunft(also z.B. Rente), usw. zu geben, wird es ihm schwerfallen das durchzusetzen. Er ist ja kein absoluter Herrscher im Landesparlament. Dazu fehlen ihm einfach die absolute Mehrheit und die absolut wohlwollende Unterstützung der anderen Länderparlamente.

Im Übrigen: Die Statistik, die von bundesdeutscher Seite, also vom vorläufigen Sieger der Geschichte, über das staatlich verübte Unrecht in der DDR und die notwendigen, durch die Justiz der Sieger durchgeführten, Verurteilungen, angefertigt wurde,  spricht eine andere Sprache. Weniger als 10 Prozent der geführten Prozesse hatten eine Verurteilung zur Folge. Insgesamt ist die Umfang des in 40 Jahren DDR aus bundesdeutscher Justiz-Sicht angefallenen DDR-staatlichen Unrechts eher lächerlich zu nennen.

Was richtig ist: Aus Sicht von Frau Merkel und ihren Anhängern und Förderern ist alleine schon der Versuch, einen Staat wie die DDR zu betreiben oder der Versuch den Sozialismus aufzubauen, Unrecht.

Die persönliche Sicht der wirklichen oder gewünschten Opfer mag eine andere sein. Auch ist jedes Unrecht natürlich bedauerlich. Aber in den Medien, in allen bundesdeutschen, wird die Heulerei um und über und durch die Opfer einfach oder doppelt übertrieben. Und das wiederum ist ein Unrecht gegenüber dem Staat DDR und denen, die das Recht im Staate DDR geschützt und gestützt haben.

Rating 3.50 out of 5
[?]

Tags: ,

Flüchtlinge

Die Flüchtlingsströme heben sich nicht gegenseitig auf. Ideal wäre es ja, die Steuerflüchtlinge in diese Richtung und die Bootsflüchtlinge in die andere. Aber eben zu schön. Derweil wandert das Geld aus und die Armut wandert ein. Falls sie nicht mit drastischen Mitteln daran gehindert wird.

Bootsflüchtlinge. Sie flüchten nicht vor Booten, sie flüchten vor Armut. 

Sind sie nicht selbst schuld, wenn sie sich verblenden lassen, in unsichere, überladene untaugliche Boote steigen? Warum arbeiten sie nicht anständig in ihren Ländern und bauen dort ihre Existenz auf und sorgen für den eigenen Wohlstand selbst? Sind sie nicht selbst schuld, wenn wir sie nicht haben wollen, weil sie unsere Straßen verunreinigen, unser Sozialkassen belasten und vielleicht noch die Billig-Jobs wegnehmen?

Wohlstandsflüchtlinge. Sie flüchten nicht vor dem Wohlstand. Sie flüchten in den Wohlstand. Sie flüchten vor Hunger, Krieg, Verelendung. Manche, so sei zugegeben, hoffen auf ein noch besseres Leben, als sie es bei sich zu Hause gehabt haben.

Da wurde schon einmal ein großes Reich zerstört durch Einwanderung, durch Flüchtlinge. Die Römer, die wahrlich ein großes Reich aufgebaut hatten, es dehnte sich von der Nordsee bis an den Oberlauf des Nils, meinten, es wäre ein Segen für das Reich, wenn die fremden Völkerschaften ihre Stärksten und Besten in das Reich entsenden würden, um dem Reich zu dienen. Jeder wollte in Milch und Honig leben im Mittelpunkte des Reiches, aber nur die Besten durften auch bis dahin kommen.

Die Besten der Völker wurden in das Zentrum des Reiches gelassen. Sie wurden Krieger und stiegen zu Hauptleuten auf. Sie wurden Bauern und wurden Römer, wenn sie sich um das Reich verdient gemacht  hatten.  Dann begann die Völkerwanderung. In den Landschaften, in denen die barbarischen Germanen bis dahin wohnten, wurde es schwerer und schwerer zu überleben. Zum einen Teil machte sich die Änderung des Weltklimas bemerkbar und zum anderen Teil waren es die wilden Steppenstämme, die bis in die Wohngebiete der sesshaften Völker vordrangen und Tod und Zerstörung brachten. Sie wurden zu Flüchtlingen. So reichte der Limes nicht aus, die Barbaren von der Einwanderung in das römische Reich abzuhalten.

Das römische Imperium ist zerfallen. Die Ursachen dafür waren der Reichtum selber und die Überheblichkeit der Regierenden. Die Ursachen lagen aber auch in den nicht zu beeinflussenden Klima und in den unberechenbaren Raubzügen fremder Völker und den daraus entstehenden Flüchtlingsströmen.

Die Westgoten wanderten bis auf den Afrikanischen Kontinent. Ein Teil davon strebt jetzt zurück in den Norden.

Und noch andere Völkerschaften des Südens strömen heute in den reichen Norden.

Wen wundert es, wenn diese Völker, die Araber aus Arabien und die Afrikaner aus Afrika, in den Norden drängen. Wen wundert es, wenn die Ehrgeizigen und Fähigen das goldene Reich, vom Hören und Sagen, das Himmelreich auf Erden dort im Norden, erreichen wollen und alles zurück lassen, was ihnen lieb und teuer war? Wen wundert es, wenn die Kriegsverzweifelten in ihrer Todesangst ihre Heimat verlassen, die Verhungernden die Ländereien, die ihnen kein Brot mehr geben?

Und es wird uns nichts nützen, die Grenzzäune in die Höhe zu ziehen. Die Gräben werden nie breit genug sein, um nicht von den Verzweifelten überwunden werden zu können.

Wir werden töten müssen. So wie wir sie jetzt verhungern lassen, weil wir ihnen das Land wegnehmen, weil wir sie in Kriege stürzen um Öl und Mangan, Zinn und Kupfer, so werden wir sie dann absaufen lassen müssen auf dem Mittelmeer, werden sie erschießen müssen beim Übersteigen der Grenzzäune.

Und trotzdem, niemand wird sie aufhalten können.

Die Goten sind bis nach Afrika gezogen, die Langobarden haben Rom erobert. Das große Reich ist verfallen, der Rest wurde von den ehemaligen Barbaren erobert, regiert und beherrscht.

Wie lange wollen wir sie auf diese Art und Weise töten? Wie lange werden sie sich so morden lassen? Auch wenn die Worte des Papstes und auch die Worte des deutschen Pastors Gauck nur leere Hülsen sind, haben doch auch viele der einfachen Menschen ein Gewissen und eine Moral. Ihre Anständigkeit und ihre Hilfsbereitschaft werden uns zerstören. Die Flüchtlingsströme werden das Herz des Wohlstandswunderlandes erreichen.

Ein wilder Kampf wird entbrennen. Die einen werden schreien: Tötest die Eindringlinge! Und es werden viele sein, die so schreien und es werden immer mehr sein, die so schreien. Es wird sein wie immer, wenn es gegen die Schwachen geht und wenn Gefahr für den Wohlstand der Wohlständigsten besteht. Sie werden die Anständigen aufhetzen, bis sie nicht mehr anständig sind und sie werden die anderen aufhetzen, bis niemand mehr anständig sein darf, wenn er nicht leben und Leben der ihm Nahestehenden gefährden will. So wird es sein, weil es immer so ist.

Und trotzdem werden die Flüchtlinge kommen. Und sie werden dieses Land zerstören, so wie einst die Barbaren das große römische Imperium zerstört haben.

Es gibt immerhin einen Ausweg, einen anderen Weg. Niemand wird diesen Weg in Anspruch nehmen, aber es gibt ihn. Wir alle kennen ihn, aber ich will ihn trotzdem nennen:  Der Westen soll sich raushalten aus der Politik der Araber und Afrikaner. Er soll statt der Waffen Wissen und Aufbauhelfer schicken. Dann werden sich  der Frieden und der Wohlstand dort von selbst einstellen. Es wird dauern, aber es wird geschehen.

Ob das die alte Welt retten kann ist ungewiss. Aber auch nicht relevant, weil sich unsere Welt hier wehren wird gegen den unaufhaltsamen Strom, wehren, bis es keinen Ausweg mehr gibt.

Rating 3.00 out of 5
[?]