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Aufruf zur Weihnachtswoche: Haltet eure Taschen zu!

Wo stand es? Die Steuereinnahmen des Bundes haben in den letzten 10 Jahren von rund 500 Milliarden auf jetzt 800 Milliarden Euro zugelegt.

Wo kommt das Steuergeld her? Wem haben sie es aus der Tasche gezogen?

Ich brauche nur in mein Portemonnaie (Geldbörse) zu sehen.

Das Bundesumweltamt hat ein Positionspapier zum Klimaschutz herausgegeben. Allerdings schon im Juni des Jahres und es fand wohl erst jetzt Aufmerksamkeit. Es geht darum, wie die Klimaschutzziele der Regierung der bundesdeutschen Republik im Verkehrssektor bis 2030 erreicht werden können.

Als Maßnahmen schlĂ€gt das genannte Bundesamt vor:

  • 70% Elektro-PKW,
  • höhere Steuern auf Kraftstoffe fĂŒr PKW,
  • Abschaffung der Entfernungspauschale fĂŒr Pendler,
  • Anreiz fĂŒr den Kauf von Neufahrzeugen
  • Abschaffung des „Dienstwagenprivilegs“ (also Besteuerung)
  • Tempolimit
  • Förderung des „Umweltverbundes“ = öffentlicher Personenverkehr und Rad- und Fuß-Verkehr,
  • Energiesteuer auf LKWs
  • LKW-Maut
  • Oberleitungs-LKW auf Autobahnen

Wie das mit der Förderung des Öffentlichen Verkehrs (Nah und Fern) aussieht konnten wir in den letzten Jahren beobachten:

  • StationĂ€ren Buslinien wurden umgerĂŒstet auf sogenannte „Rufbusse“. Das hört sich gut an, fĂŒhrt aber in der Praxis zur Unterversorgung, weil, wenn der Bus erst gerufen werden muss, dann ist es fĂŒr den bĂŒrgerlichen Nutzer umstĂ€ndlich, fĂŒr den Betreiber bietet es die Möglichkeit den Bus einfach „im Augenblick, also nicht jetzt frei“ zu haben, sich das also zu sparen.
  • Eisenbahnlinien wurden eingestellt. Regional wurden SchienenstrĂ€nge einfach entsorgt. Sie brauchen dann nicht mehr betrieben und gewartet zu werden. Das fĂŒhrte nicht zum Umstieg der FahrgĂ€ste auf den Bus, sondern zum Umstieg in das eigene Auto.
  • Fernbahnen waren nie so unzuverlĂ€ssig wie heute.
  • Die einfache Fahrt im Regionalverkehr gleicht einer Preislotterie.
  • Die Bequemlichkeit der ZĂŒge hat nachgelassen, der Zustand der Technik ist zum Teil katastrophal,
  • Zu Stoßzeiten sind die ZĂŒge hoffnungslos ĂŒberfĂŒllt,
  • Und einige Dinge mehr.

Die Tempolimit-Diskussion gibt es seit vielen Jahren. Bisher hat die Lobby die EinfĂŒhrung verhindern können. Das wird wohl auch noch eine Weile so gehen. Die „Freiheit“ des deutschen Autofahrers einzuschrĂ€nken, das geht ja auch nicht! Dabei verbringt er mehr Zeit im Stau, als dass er sich der Freiheit des Geschwindigkeitsrausches hingeben kann.  

(Das Fahrzeug verbraucht auf 100 Km etwa 7 Liter Diesel bei 120 Km/h (SUV!) – wenn aber  160 Km/h gefahren werden, dann verbraucht das Fahrzeug etwa 9 Liter auf der gleichen Strecke. Das gibt fĂŒr Staat und Mineralölindustrie rund 20 Prozent höhere Einnahmen. Das ist doch perfekt, fĂŒr Staat und Industrie. FĂŒr den Fahrer nicht, weil sich die Wahrscheinlichkeit von Staus erhöht, wenn einige schneller fahren als andere, die vielleicht sparen wollen.)

Was bleibt dann von den oben vorgeschlagenen und angestrebten Maßnahmen? – Es bleiben die, die dem arbeitenden BĂŒrger Geld kosten. Dabei kann er die Entscheidung nicht einmal selbst treffen, ob er der Umwelt zuliebe seine Gewohnheiten umstellt. Auf das Pendeln zwischen Arbeitsstelle und Heim wird er nicht verzichten können.

Es werden die Pendler-Pauschalen gestrichen, die Kraftstoff-Steuer wird erhöht. Der BĂŒrger wird gezwungen ein neues Auto zu kaufen, obwohl er sich das nicht leisten kann und umstritten ist, ob es der Umwelt wirklich nutzt, wenn Energie in die Produktion eines neuen Fahrzeugs fließt.

Auch die LKW-Maut wird der BĂŒrger tragen mĂŒssen, denn diese wird sich in höheren Preisen im Supermarkt wiederfinden.

Wenn die Umwelt gefĂ€hrdet ist und das ist sie wohl schon immer durch die TĂ€tigkeit des Menschen, dann sollte Mann/Frau auch mal ĂŒberlegen, welche der GefĂ€hrdungen wir uns in Zukunft leisten können und wollen.

Es ist wohl wahr, dass es ein ĂŒberdurchschnittlich hohes Artensterben gibt durch den Einfluss des Menschen; es ist auch wahr, dass es durch die Begradigung von FlĂŒssen, durch die Vertiefung von Fahrrinnen, durch die Versieglung von FlĂ€chen, mehr Überschwemmungen gibt. Auch die Verschmutzung der Meere, der Böden und der Luft ist ein Fakt, der nicht zu leugnen ist.

Was davon, und von den anderen GefĂ€hrdungen, wollen wir uns in Zukunft noch leisten? Mit dem „wir“ meine ich auch „wir“, denn wir alle werden darunter leiden. Wir vergiften uns mit dem medikamentenverseuchten, chemikalienversetzten, plastehaltigem Wasser, unsere HĂ€user werden ĂŒberschwemmt und weggerissen von Sturzfluten oder Erdrutschen, wir mĂŒssen den LĂ€rm in den StĂ€dten, an den FlughĂ€fen und Autobahnen ertragen und es macht uns krank, wie auch die kurzwellige Strahlung fĂŒr die mobile und „smarte“ Telefonie. Der MĂŒll droht uns zu ĂŒberschwemmen, Krankenhauskeime bringen Menschen um, der Konsum von digitalen Medien macht unsere Seele krank und vergiftet unser Gehirn, und so weiter. Wir haben eine ganze Menge Probleme.

Einige davon können wir an die „dritte Welt“ abschieben. Von dort kommen sie aber in Form von Wirtschafts- und ElendsflĂŒchtlingen zu uns zurĂŒck.

Einige, die GroßaktionĂ€re, die Vorstandsmitglieder und AufsichtsrĂ€te, die können sich zurĂŒckziehen auf ihre Jachten im Mittelmeer, auf ihre Ressorts in der Karibik, in ihre schallisolierten und klimatisierten Stadtvillen und hinter die Scheiben ihrer Limousinen. Aber das werden sie auch mĂŒssen, denn die Luft draußen wird heißer fĂŒr die Schmarotzer und Verhinderer. LĂ€ngst haben die Leute auf der Straße eine Ahnung davon, wer verhindert, ein wenig Vernunft einziehen zu lassen in das Wirtschaften der Menschen.

Die anderen werden die schmutzige Luft atmen, das verseuchte Wasser trinken, sich von dem Verzehr industrieller Nahrungsmittel krank machen lassen und sich durch „smarte“ GerĂ€te ihre Lebenszeit verbrauchen lassen. So wird es sein, wenn nicht radikales geschieht.

Freiwillig und durch Bitten und Apelle werden sich die AktionĂ€re und ihre Lobbyisten, einschließlich aller Politiker, nicht dazu hinreißen lassen, darĂŒber nachzudenken, wie die Wirtschaft, unsere ganze Politik und Kultur umzustellen wĂ€re, um das Leben der Menschheit auf diesem Planeten noch einige Jahrhunderte zu erhalten. Das Leben fĂŒr alle Menschen auf dem Planeten lebenswerter zu machen, darĂŒber können wir nachher sprechen.

Es wird also so bleiben, wie es ist. Haltet die Geldbeutel fest und die Taschen zu. Sie ziehen den letzten Cent und versenken stattdessen LĂŒgen.

Ich sehen eine, eine einzige Möglichkeit: Die Demokratie muss zu dem gemacht werden, was sie verspricht – alle Menschen mĂŒssen an den Entscheidungen, die uns alle betreffen, teilnehmen. Und, wir leben in einer Zeit, in der uns die Technik zur VerfĂŒgung steht, eine solche Demokratie zu leben.

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Ach du Heilige!

Inzwischen ist es zum Event (deutsch: Veranstaltung, Höhepunkt) geworden. Nicht das Fest, das weihnachtliche, nein, die Vorbereitung. Zwar hallt es durch die InnenrĂ€ume: „Weihnachten wird unterm Baum entschieden!“, doch das ist lĂ€ngst nicht klar.

Der Weihnachtsbaum muss ran. Es regnet. Es schneit. Dann regnet es wieder. Keine Lust, aus dem Auto zu steigen und durch die nasse Wiese zu stapfen, mit klammen HÀnden die Zweige beiseite zu biegen, die SÀge anzusetzen und endlich das BÀumchen, nach dem Bezahlen selbstverstÀndlich, im Auto zu verstauen.

FrĂŒher, ich meine ganz frĂŒher, als alles noch besser war, da war es erst der Opa, dann der Vater, mit dem ich jedes Jahr los zog. Oft erst einen Tag vor Heiligabend.  Den Fuchsschwanz(SĂ€ge) in einem Sack auf dem Fahrrad an der Stange festgebunden ging es in den Wald. Schon im Herbst war die Stelle ausgespĂ€ht worden, die dieses Jahr den Baum liefern muss. In der Schonung angekommen wurde die Gegend gesichert. Der Förster durfte nicht in der NĂ€he sein. Die Sicherung dauert oft bis in die DĂ€mmerung. TatsĂ€chlich sind wir ihm nie begegnet. Schnell einen Baum gesucht, nicht zu groß, er musste ja auf dem Fahrrad transportiert werden, dann wurde gesĂ€gt. Schön sollte er natĂŒrlich sein, der Baum, aber das war reine GlĂŒckssache. Oft stellte sich erst in der Stube, unter strenger Begutachtung der Mutter heraus, dass wieder einmal eher ein Besenstiel zum Weihnachtsbaum taugte, als der unter grĂ¶ĂŸter Gefahr geborgene. In der DĂ€mmerung ging es quer durch den Wald und dann durch die Stadt nach Hause. Es gab noch nicht so viel Straßenbeleuchtung wie heute und so konnte allen Gefahren, dem Förster, den Nachbarn, einer eventuelle Polizeistreife erfolgreich aus dem Wege gegangen werden. In Schuppen wurde der Baum angespitzt und in einen StĂ€nder gestellt und eventuell wurden auch noch ein paar Zweige versetzt oder nachgerĂŒstet ehe der Baum den AnsprĂŒchen aller genĂŒgte. Opa und auch der Vater waren Meister in der NachrĂŒstung von WeihnachtsbĂ€umen. Aus einer hĂ€sslichen, nur auf einer Seite gut gewachsenen Fichte wurde ein gleichmĂ€ĂŸiger, weit ausladender Weihnachtsbaum. Am Weihnachtsabend wurde er in der Stube aufgestellt.

Einen Baum aus einer Schonung herauszuschneiden ist ĂŒbrigens nicht so schlimm. Die Schonung muss jedes Jahr um einige BĂ€ume gelichtet werden, damit die anderen besser wachsen können. Wir haben also eigentlich dem Förster geholfen.

In diesem Jahr sind wir nahe daran auf einen Baum ganz zu verzichten. Wegen des Regens verschoben wir die Weihnachtsbaumbesorgung auf den Sonnabend. Falsch, ganz falsch. Gleich nach Sonnenaufgang fuhren wir in Richtung Werder. Der Parkplatz voll, ĂŒbervoll. Völkerwanderung. An der Straße ist eine mobile FußgĂ€ngerampel aufgestellt worden. Weihnachtsmusik klingt ĂŒber das Feld und die Straße. Eigentlich ist hier draußen nie was los. Das nĂ€chste Dorf ist einige Kilometer entfernt.

Ehemals beschĂ€ftigte sich der Betrieb mit der Zucht und dem Verkauf von Obst. Seit einigen Jahren ist im Winter der Baumverkauf dazugekommen. Eine große FlĂ€che, auf dem der Apfelbaumbestand gerodet worden war, ist jetzt mit heranwachsenden NadelbĂ€umen bepflanzt. ZunĂ€chst ein Geheimtip, nur Einheimische verliefen sich in diese Gegend, jetzt aber Anlaufpunkt nicht nur fĂŒr Werderaner, nein auch fĂŒr Berliner, Potsdamer, selbst Nummernschilder aus Magdeburg und Hannover habe ich auf dem Parkplatz gesehen.

Ein Vater erklĂ€rt seinem Sohn die Handhabung der SĂ€ge. Ein Ă€lterer Herr erklĂ€rt allen, die es nicht wissen wollen, welche Baumtypen am lĂ€ngsten die warme Zimmerluft vertragen. Eine Familie hat dem dreijĂ€hrigen das Dreirad weggenommen, weil er sich immer in den Zweigen verhakelt. Drei junge MĂ€nner stehen am GlĂŒhweinstand und sie scheinen schon eine Weile da zu sein. Einen Baum haben sie noch nicht. Zwei Frauen streiten sich, wer als erster an einer schönen, gleichmĂ€ĂŸig gewachsenen Blaufichte war und somit das Recht erworben hat sie absĂ€gen zu lassen. Die MĂ€nner ziehen sich derweil ein wenig zurĂŒck und nehmen einen Schluck aus der Taschenflasche. Eine Bude ist aufgebaut. Weihnachtspyramiden werden verkauft. Daneben ein Inder mit Socken, GĂŒrtel und Handschuhen. Wir machen am Bratwurststand eine Pause.

Auf einer Tafel neben dem BaumeintĂŒter sind die Preise fĂŒr die BĂ€ume aufgeschrieben: Der Meter selbstgesĂ€gte Fichte kostet 20 Euronen. Ich ĂŒberlege wieviel Geld ich in der Tasche habe. Ich hatte nur einen Zwanziger eingesteckt. Wahrscheinlich hatte ich mich nur an den Weihnachsbaumkauf von vor einem Jahrzehnt zurĂŒckerinnern könne. Irgendwie habe ich jedenfalls die Ausgabe falsch eingeschĂ€tzt.  Ich drehe alle Taschen um. Es kommen noch mal 2 Euro vierundachzig zusammen. Die Frau gibt noch einen FĂŒnf-Euro-Schein, den sie in meiner Hemdtasche findet, dazu. Ich rechne. Das gibt einen Baum von exakt einem Meter, neununddreißig Zentimeter und zwei Millimeter. Hoffentlich finden wir so einen.

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Die Erleuchtung

Die GlĂŒhlampe, die gute alte, ist tot. Mit der Einstellung der Produktion der 60-Watt-GlĂŒhlampen, der durch Gesetz entschiedenen Einstellung, wird irgendwann demnĂ€chst auch das letzte Lichtlein ausgehen.

Im Gegensatz zum offenen Feuer oder der Sonne ist, nein war die GlĂŒhlampe ein kĂŒnstliches Licht. So wie die Öllampe. Die ist kaum noch jemandem in unseren Breiten bekannt und ich kenne niemanden hierzulande, der, vielleicht ausgenommen der Ölfackel beim gemĂŒtlichen Grillabend, noch Licht direkt mit Öl erzeugt.

Das mit der Ollampe ist durchaus positiv zu bewerten. Öl ist knapp. Öl macht Ruß. Wahrscheinlich, nein, selbstverstĂ€ndlich, erzeugt die offene Ölflamme auch CO2. Aber es macht ein schönes, anheimelndes Licht.

Wie die Kerze. Ob als normale Haushaltskerze, als Duftkerze von Flieder bis Hundekot oder als Zierkerze vom Gartenzwerg bis zum Leopard 2 oder Eifelturm, sie macht Licht, wenn sie angezĂŒndet wird. Übrigens wird sie oft auch aus dem Rohstoff Öl hergestellt und macht Ruß und beim Verbrennen der Kohlenwasserstoffe (Wachs und/oder Stearin) entsteht CO2.

Die Verwendung von Kerzen ist in manchem Haushalt zum Hobby geworden. Wahrscheinlich werden in den Wohnungen mehr Kerzen betrieben als GlĂŒhlampen. Hoffentlich werden sie trotz ihrer schĂ€dlichen Umweltbilanz nicht verboten.

Der Steinzeitmensch wĂ€rmte sich am offenen Feuer und beleuchtete auch die Höhle in dunklen WinternĂ€chten ein wenig. Bis in die Neuzeit hinein war der Mensch in vollkommen zufrieden mit der Lichtausbeute. Was notwendig war an Arbeit, wurde, wenn immer möglich, in die helle Zeit des Tages verlegt. Im Winter wurde weniger gearbeitet, mehr Geschichten erzĂ€hlt. FĂŒr die lesende Bevölkerung erfand der Mensch bald andere Beleuchtungsarten. Das Öllicht, das Talglicht, der Kienspan, spĂ€ter die Gasbeleuchtung. An manchen alten GemĂ€uern ist noch das alte Zuleitungsrohr fĂŒr das Gas der Gaslaterne erhalten.  Wer darauf achtet, findet solche Stellen.

Erst die Erfindung der ElektrizitĂ€t und dann die Erfindung der elektrischen GlĂŒhlampe brachte eine wirkliche Wende in die Erleuchtung der Menschheit. Was mit dem Gaslicht noch zögerlich begann nahm mit der Verbreitung von ElektrizitĂ€t und elektrischem Licht rasant an Tempo zu: Jedermann konnte jetzt an jedem Ort zu jeder Tages- und Nachtzeit arbeiten (Und natĂŒrlich auch lesen, aber wer arbeitet braucht nicht lesen.). Der Bau des Spaceshuttel wĂ€re ohne elektrische (60-Watt) GlĂŒhbirne nicht möglich gewesen! Es hĂ€tte Jahrzehnte gedauerte, wie bei der Chinesischen Mauer! Wobei, wahrscheinlich sind in den IngenieurbĂŒros eher Leuchtstoffröhren (Edelgas, z.B. Neon) verwendet worden.

Die elektrische GlĂŒhbirne, so wurde von findigen Forschern erkannt, hat einen enormen Nachteil: Sie wandelt nur ca. 5 Prozent der eingespeisten Energie in Licht um. Mit den restlichen 95 Prozent werden die RĂ€ume beheizt. Im Winter von Vorteil, im Sommer kaum zu spĂŒren, gibt doch auch jeder Mensch, der sich im Raum aufhĂ€lt zirka 75 Watt WĂ€rmeleistung an den umgebenden Raum ab. Im Sommer mehr, weil er schwitzt und weniger anzieht. Wenn der Mensch mehr anziehen wĂŒrde, vielleicht auch noch luftdicht verschließen, dann könnte er seine Energiebilanz wesentlich verbessern. Aber das bitte nicht weitersagen, sonst kommt im nĂ€chsten Umweltgesetz auch noch eine dementsprechende Verordnung, und das will doch wohl wirklich keiner, oder?

Wegen der 95 Prozent verschwendeter WĂ€rmeenergie ist die elektrische GlĂŒhbirne nun geĂ€chtet. Sie war der lebenden Generation und den beiden Generationen vor uns ein treuer Begleiter. Jetzt passt sie nicht mehr ins Umweltkonzept. Die Regierungen haben beschlossen den Klimagemachten Weltuntergang zu verhindern. Bei der GlĂŒhlampe haben sie angefangen.

DafĂŒr bekommen wir etwas Schönes: Die Energiesparlampe. Deren Energiebilanz soll besser sein. Zweifel sind angebracht. Die Lampe ist eigentlich eine Leuchtstoffröhre, wie wir sie schon seit Jahrzehnten kennen. Mit allen Vor- und Nachteilen. Sie ist etwas kompakter, als die bisher verwendeten Röhren, damit es nicht so auffĂ€llt, wenn sie unter den normalen Lampenschirmen angebracht wird. Die FĂŒllung ist auch etwas anders – es wird Quecksilber statt Edelgas verwendet. Herstellung ist aufwendiger.  Die anderen Nachteile der Leuchtstoffröhren hat sie behalten. Sie braucht ein VorschaltgerĂ€t, dass den normalen Haushalsstrom in Gleichstrom umwandelt und die Gasladung zĂŒndet.  Und die Lichtleistung lĂ€sst wĂ€hrend der Lebenszeit (10.000 Stunden oder 2 Minuten) nach, wĂ€hrend die aufgenommene Leistung (Strom) gleich bleibt. Der Starterstrom ist besonders hoch, so dass die Energiebilanz einer Energiesparlampe, die oft ein und ausgeschalten wird, nicht sehr gut ist. Also, lieber das Licht brennen lassen. So ungefĂ€hr vier Stunden, dann relativiert sich das wieder. Wer frĂŒher schlafen gehen will, sollte auf einen Energiesparlampe verzichten und sich lieber eine Kerze ans Bett stellen.

Inzwischen gibt es die Energiesparlampen in vielen verschiedenen Farben. WĂ€hrend die gute alte GlĂŒhlampe grĂŒn angepinselt werden musste, kann man jetzt den Raum in aubergine und schweinchenrosa beleuchten. Das unangenehme GefĂŒhl allerdings, in seinem von Neonleuchten erhellten BĂŒro zu sitzen, bleibt. Es ist eben kaltes Licht. Das war ja der Sinn.

Die Lampe enthĂ€lt giftiges Quecksilber. Das ist, solange es in der Lampe ist, ungefĂ€hrlich. Wenn allerdings der Besenstil an die Lampe knallt oder diese aus anderen GrĂŒnden zerbirst, dann ist die Wohnung nach geltenden Gesetzen sofort zu rĂ€umen und muss eine Sonderbehandlung bekommen. Vorsicht also mit der Gewalt. Es kann passieren, das die Schule, der Kindergarten, ihre ProduktionsstĂ€tte fĂŒr einige Tage geschlossen werden muss, weil jemand nicht sorgsam genug mit der Beleuchtung umging.

Auch wenn sie nicht zerbricht ist die Lampe nicht in den HausmĂŒll zu entsorgen. Sie muss auf eine SondermĂŒllentsorgungsanlage. Also nicht, wie das defekte Handy einfach in die Wertstofftonne, sondern beim nĂ€chsten Amt erkundigen, wer gefĂ€hrlichen SondermĂŒll abnimmt!

Aber die Lampe hat auch Vorteile. Sie erleichtert das Gewissen all derjenigen UmweltschĂŒtzer, die immer noch an den Weihnachtsmann glauben. Sie erleuchtet uns trotzdem. Sie gibt den Politikern gute Argumente. Sie beseitigt schĂ€dlichen Wettbewerb unter den Herstellern. Sie bringt den Herstellern wesentlich mehr ein, als die unkaputtbare, billige, preiswerte gute alte GlĂŒhbirne. Sie bringt neue Farbe in den Raum. Sie bringt neue Lampenschirme in den Raum und damit neuen Antrieb fĂŒr die Hersteller von solchen. Auf in Umweltzone.

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Umwelt- und Menschenschutz

Jetzt ging das los. Jetzt haben sie angefangen. Im schönen Havelland sind sie dabei eine Bombe zu vergraben. Oben fĂ€hrt die Ketziner FĂ€hre ĂŒber die Havel, Besucher sitzen auf der Terrasse des Lokals an der FĂ€hre und schauen auf die vorbeiziehenden Segelboote, unten tickt der ZeitzĂŒnder. Die Uhr ist eingestellt. Es sind dreißig Jahre. Bis dahin ĂŒbernimmt das Konsortium die Garantie. Was ist, wenn die Garantie auslĂ€uft kennen wir von Auto und Waschmaschine: Schluss, aus, nichts geht mehr, den Schaden trĂ€gt der Nutzer.

Es werden fast 50 tausend Tonnen CO2 in eine Tiefe von 800 Meter gepumpt. Die Speicherung soll in Salzwasser fĂŒhrenden Sandsteinschichten oder in ehemaligen Erdgasfeldern erfolgen.  Bei Ketzin gibt es eine Sandsteinschicht, die Salzwasser fĂŒhrt. Wird dort das CO2 hineingegeben, so entsteht Selterswasser(kohlensĂ€urehaltiges Mineralwasser). Wir könnten also Vattenfall danken und eine Mineralquelle eröffnen, in der gleich Wasser gefördert wird, in dem schon der Sprudel drinnen ist. Der könnte gleich an der Ketziner FĂ€hre verkauft werden.

Achtung ĂŒbrigens: Beim Öffnen einer Flasche Mineralwasser, diese kleinen aufsteigenden Blasen, die so angenehm erfrischend der Kehle des durstigen Wanderers  schmeicheln, das ist reines CO2! Schonen Sie die Umwelt! Trinken Sie umweltbewußt! Vermeiden Sie das öffnen von Wasserflaschen!

Die Risiken sind natĂŒrlich vom Konsortium genau erkannt worden. Da sind Risiken bei der Einhaltung des Zeitplanes, Kosten- und Personal-Probleme, Probleme beim Bohren, die auftreten können, und so weiter. Auch das Risiko mit der Wasser-Ressource ist aufgelistet. Allerdings weit hinten. Von wegen der auslaufenden Garantie.

In Deutschland werden pro Jahr rund 900 Millionen Tonnen CO2 „produziert“. Es mĂŒssten also rund 20.000 solcher Löcher in die Erde gemacht werden, um alles unter die Erde zu bringen. Wahrscheinlich wĂŒrden wir dann „Deutsche Platte“ heißen und auf einem sprudelnden Mineralwassersee schwimmen.

Die Seite im Internet, die von einem Konsortium betrieben wird, ist in englischer Sprache. Sie trÀgt also kaum zur Information der breiten demokratischen Schichten unserer Bevölkerung bei. Dem Konsortium gehören neben Vattenfall und RWE auch Ingenieurgesellschaften und Forschungsunternehmen an. Zwei auslÀndische UniversitÀten sind vertreten. Die sehen sich den Schaden aus der Ferne an. Das, was sich da so offiziell anhört, ist allein kommerziell gesteuert.

Die Abscheidung des CO2, so dass es verpresst werden kann, senkt den Wirkungsgrad des Kraftwerkes um 10 Prozent. Heißt: Um 10 Tonnen CO2 in einen Tankwagen zu bekommen muss eine Tonne CO2 zusĂ€tzlich erzeugt werden. Die CO2-Bilanz der ganzen Geschichte ist auch höchst umstritten.

Gas- Speicherung im Untergrund muss nicht gefĂ€hrlich sein. Seit Jahrtausenden gibt es Gasblasen unter uns im Gestein. Sie werden angebohrt und stehen uns dann als Erdgas zur VerfĂŒgung. Allerdings verhĂ€lt sich CO2 ein wenig anders als das Erdgas. Das sagt schon die Bezeichnung: CO2 – KohlensĂ€ure, ist sauer. Das Wasser reagiert, das Gestein reagiert und keiner kann wirklich sagen, wie. Es fehlen schlicht die Forschungsergebnisse.  Kanada hat vor Jahren einen Versuch abgebrochen. Die GrĂŒnde sind nicht genau bekannt. Vielleicht haben die Eskimos protestiert, weil sie nur noch Selters aus ihren Naturquellen trinken konnten. Vielleicht wurde es als unwirtschaftlich erkannt, nachdem die Fördergelder ausgelaufen waren. Warum nun gerade in einem dichtbesiedelten Gebiet ein neuer Versuch unternommen wird, lĂ€ĂŸt sich nur vermuten. Meine Vermutung ist: Geldgier. Auf keinen Fall aber kann die Schonung von Umwelt und Mensch das edle Ziel sein.

Und diejenigen, die sich fĂŒr das allgemeine Wohl vorausschauend einsetzen sollen, die dazu verpflichtet sind und sich haben verpflichten lassen?

Der zustĂ€ndige MinisterprĂ€sident, samt seiner Regierung, ist dagegen. Trotzdem wird es gemacht. Also entweder lĂŒgen die alle frech in die Zeitung hinein oder diese demokratisch gewĂ€hlten Leute sind nicht in der Lage die Interessen, unsere und ihre, zu vertreten. In beiden FĂ€llen steht die Frage: Wozu brauchen wir die Demokratie???

Die Anwohner haben bestimmt Plakate aufgehĂ€ngt. Ich war nicht dort in letzter Zeit. Die BĂŒrger haben keine Chance. Wenn sie sich wenigstens einig wĂ€ren, aber auch das ist nicht. Die einen sagen: Dann kommen ArbeitsplĂ€tze in die Gegend. Die nĂ€chsten sagen: Na ist doch gut, wenn das CO2 unsere Umwelt nicht mehr schĂ€digen kann. Dann gibt es welche, die sagen: Bis das hoch kommt bin ich lĂ€ngst verfault. Und es gibt diejenigen, die sagen: Wir mĂŒssen die Verantwortung ĂŒbernehmen, fĂŒr uns und fĂŒr unsere Kinder, wir mĂŒssen das Risiko minimieren. Diese Leute allerdings sind eindeutig in der Minderheit.

Die da die Verpressung vorantreiben sind auch eine Minderheit. Allerdings sind sie nicht Volk und auch nicht demokratisch gewÀhlt, sondern haben sich die notwendige Macht verschafft. So einfach ist das.

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