Die Wahl und der Umweltschutz

Da ist eine Kleinstadt in Deutschland, sagen wir, sie liegt nahe eines Speckgürtels einer Hauptstadt und sie ist fast noch Speckgürtel und demnächst ist wieder mal Wahl.

Die Politiker aller Parteien gebärden sich kinderfreundlich und bürgerfreundlich und umweltfreundlich. Die einen wollen „Arbeit schaffen“(!), die anderen wollen bessere Bedingungen für Kinder und die nächsten wollen sich für Gerechtigkeit(!) einsetzen. Manche wollen alles zusammen und andere fühlen sich  nur für das Tierwohl verantwortlich.

Alle, fast alle, meinen mit der Verpflichtung, das Klima schützen zu wollen, bei den Wählern punkten zu können. An konkreten Vorschlägen aber mangelt es in der Kleinstadt, denn sie steht weder auf Braunkohle und soll demnächst abgebaggert werden, noch betreibt sie eine Erdölraffinerie oder gar ein Kohlekraftwerk. Da gehen den Umweltschützern die Ideen und Argumente aus. Die Stadtversammlung kann ja schließlich nicht den Eigenheimbesitzern die Nutzung von Fernwärme empfehlen, wenn es an einem Erzeuger mangelt. Auch das innerstädtische Fahren mit PKW-Dieseln würde mit Unverständnis aufgenommen werden.

Die Vertreter scheuen sich auch vor dem weiteren Zubau von Groß-Elektrowindmühlen.Denn alle, na gut, sagen wir, viele Bürger, sind schon genervt von der Verschandelung der Landschaft und der Bezahllüge, die hinter der Umwelt-Energie steht.Der Rentner hat auch dazu keine Kohle, äh, Geld.

Ein Vorschlag, wie die Parteien und die Kommune ihren Willen zum Schutz der Umwelt eindeutig und zielführend bekunden können, hätte ich. Alle Parteien könnten ihn schnell noch in ihre Programme aufnehmen:

Verbietet den Grossisten die Verbreitung von Werbematerial an die Haushalte. Daraus ergibt sich nicht nur Umweltschutz, sondern auch eine wirkliche Einsparung für den Bürger. Hier einige Fakten:

  • Es sind viele Tonnen Papier, die kaum gelesen werden, aber viel Aufwand erzeugen.
  • Der Bürger bezahlt die Herstellung des Werbematerials, weil die Kosten auf die Supermarktwarenpreise umgelegt werden.
  • Der Bürger bezahlt auch die Verbreitung (über die Preise) und den Abtransport in der „Blauen Tonne“ (an die Stadt).
  • Für die Herstellung werden Materialien verbraucht, unter anderem Holz für die Papierherstellung. Die Bäume bräuchten nicht gefällt werden.
  • Für die Herstellung werden Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser, verbraucht, welches dann ungeklärt für anderes zur Verfügung stehen würde.
  • Die Herstellung der Druckfarben und deren spätere Entsorgung bringt unnatürliche chemische Stoffe in die Umwelt.
  • Der An-Transport der Werbung (sowie alle Transporte) nutzt die Straßen ab (LKWs!), verstopft die Straßen und trägt Dieselabgase in die Atmosphäre ein.
  • Mehr als die Hälfte aller Werbematerialien landet ungelesen/ unangefasst in der Tonne.

Als Gegenargumente muss ich mir sicher anhören:

  • Werbung ist ein Grundbedürfnis für die Unternehmen!
    • Aber, wenn sie keiner/ kaum jemand liest?
    • Man kann den Firmen Flächen an belebten Plätzen zur Werbung anbieten.
    • Jeder, der das Papier haben möchte, kann es bestellen.
  • Werbung sichert Arbeitsplätze!
    • Da die Werbung schon eingepreist ist, können die damit Beschäftigten bezahlt werden, ohne dass sie etwas dafür tun müssen, die Umwelt würde trotzdem besser dastehen.
    • Lasst stattdessen Bücher drucken. Die Leute könnten lesen.
  • Das verzerrt den Wettbewerb!
    • Im Gegenteil, die kleinen innerstädtischen Läden, die bisher keine Werbung großflächig streuen konnten, werden wieder gleichberechtigt.
    • Alle Supermarktketten haben die gleichen Bedingungen.
  • Die Werbung wird zumeist aus Recyclingmaterial hergestellt und stellt keine Umweltbelastung dar.
    • Das ist ja….. man kann es sich schönreden.
    • Es bleiben Transport, Farben, Entsorgung usw.
  • Sicher gibt es, wie immer, noch hunderttausend andere Argumente. Besonders dagegen. Dafür sind wir immer gut. Vor allem aber wird der Bürger immer verantwortlich gemacht für alle die Umweltsünden und auch für Regulierung. Dabei ist die Politik da, um es zu regeln

So könnten Schritte zur Einsparung von Umweltbelastung und Menschenbelastung unternommen werden.

Aber wir wählen wieder. Wir wählen. Statt  zu fordern. Die Parteien werben für sich und wir Bürger sollten von ihnen sinnvolle Taten fordern. Machen wir aber nicht.


Kommentare

Eine Antwort zu „Die Wahl und der Umweltschutz“

  1. martena

    Bin sofort dafür.
    Die Werbung und ungelesenen Flyer sind wirklich eine Last.
    Zusätzlich könnte man auch gleich diese kleinen unnützen Karten verbieten, die immer die Dichtung deines Kraftfahrzeugseitenfensters beschädigen.

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