Archiv fĂŒr August 2012

Inflation (1)

Ich habe mir einen Amerikaner gekauft. War auch gar nicht teuer. WĂ€hrend die Amerikaner in Amerika fĂŒr einen guten Amerikaner, der PrĂ€sident werden soll, einige Hundert Millionen Dollar ausgeben, musste ich fĂŒr das gute GefĂŒhl, das Richtige getan zu haben, nur Bruchteile davon hergeben.

Die Höhe der Wahlkampfspenden fĂŒr den neuen PrĂ€sidenten wird ja erst immer hinterher in diversen Skandalen richtig aufgedeckt. Jedenfalls werden da die amerikanischen PrĂ€sidenten nicht nur von den ganz großen Firmen subventioniert, nein auch Einzelpersonen, mit entsprechend viel Geld und entsprechend viel Machtanspruch, kaufen sich mal ihren PrĂ€sidenten.

Im Laden der Betriebskantine hatte mich diese Woche ein Amerikaner 99 Eurocent gekostet. Ich steh auf Amerikaner. Schon als Kind bin ich an keinem BĂ€cker vorbeigekommen, der dieses sĂŒĂŸe GebĂ€ck in seinem Portfolio hatte. Die DDR-Pfennige gezĂ€hlt, und ab in den Laden. An den Preis kann ich mich nicht erinnern, aber das StĂŒck kostete garantiert unter 50 DDR-Pfennige. Ich gab den Alu-Chip gerne dafĂŒr hin. Heute wĂŒrde man sich das stark ĂŒberlegen. Eventuell ĂŒbersteigt doch der Materialwert des Aluminiums beim AltmetallhĂ€ndler den Nominalwert (DDR-Pfennig=0,nichts) den Gegenwert in Eurocent und dazugenommen den Genusswert (der ja nur wenige Augenblicke anhĂ€lt).

Ich ging also, subventioniert von der Oma, der Tante oder der Mutter in den Laden und kaufte mir den subventionierten Amerikaner.

FĂŒr Amerikaner könnte ich sterben. Das ist eine blöde Redewendung. Wenn der neue PrĂ€sident den Einsatz in Syrien und dem Iran befĂŒrwortet, dann werden wieder einige mehr fĂŒr die Amerikaner und ihre MachtansprĂŒche und ihre Demokratie sterben.

Im BĂ€cker vor dem realen Einkaufsmarkt kostet der Amerikaner einen Euro zwanzig Eurocent. Das ist eine Steigerung der Einnahmen um zirka 20 Prozent. FĂŒr das absolut gleiche Produkt. Mit dem gleichen Frische-Versprechen. Nur die VerkĂ€uferin war hĂŒbscher. An der Autobahntankstelle, in der angeschlossenen Verkaufseinrichtung wollten sie einen Euro neunundsechzig Eurocent fĂŒr das gleiche Teil haben. Noch einmal zum mitschreiben: 1,69 € !! Das sind satte 70 Prozent mehr! Wenn ich das Benzin in der Werkskantine kaufen könnte, wĂŒrde er dann auch 70 Prozent weniger kosten?

Einen Euro neunundsechzig!

Obwohl da keine Miniraloelsteuer drauf ist. Und die VerkĂ€uferin hat’s auch nicht rausgerissen. War so eine spacke, zerknitterte. Noch nicht richtig wach oder schlecht bezahlt. Oder beides. Aber ich kann mir merken: Amerikaner im Zusammenhang mit Benzin und Oel, das ist teuer.

Wenn das mit dem Krieg da unten im Nahen Osten ernsthaft losgeht, dann wird das mit der Inflation auch erst richtig losgehen.

Inflation? Das hat doch nun wirklich nichts mit Inflation zu tun, das ist nur gesunde Marktwirtschaft. Jeder nimmt so viel wie er irgend kriegen kann. Das ist System.

Das subventionierte Grundnahrungsmittel „Amerikaner“ kostete in der DDR(nicht mehr real existierender Sozialismus) 50 Pfennige. Die DDR-Mark wurde damals offiziell mit 1 zu 4 auf die D-Mark in der BRD (immer noch real existierender Kapitalismus) umgerechnet. Dann gab es die Umstellung auf den Euro. Die Werte waren 1:2. Da macht zusammen ein VerhĂ€ltnis DDR-Mark zu Euro von 1 zu 8. Bei einem Tankstellenpreis von 1,69 € (Umrechnung in DDR-Mark: 13,52) wĂŒrde ich heute 27 Amerikaner kaufen können. Herrlich, Paradies! Das sind die blĂŒhenden Landschaften. Ich könnte mich eine ganze Woche davon ernĂ€hren!

Leider aber bekomme ich nur einen einzigen Amerikaner. Und das ist gut so. Denn die Magenverstimmung wÀre sicher. Aber damit ist weder die Marktwirtschaft noch die Inflation erklÀrt.

Einen ErklÀrungsversuch gibt es in einem der nÀchsten Artikel.

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Der NĂ€chste bitte!

Der Warteraum ist brechend voll. Die Aufnahmeschwester bemĂŒht sich um schnellen Durchlauf. Der Arzt hĂ€lt das Tempo mit. Im Zehn-Minuten-Takt werden die Leute durch die Behandlung geschleust. Vorher oder hinterher wird Blut abgenommen. Sicher ist sicher, jedenfalls lĂ€sst es sich abrechnen.

Einer kommt wegen eines Furunkels am Knie. WĂ€hrend seiner Wartezeit erzĂ€hlt er den Neugierigen von seiner Behandlung und der Freundlichkeit des Arztes. Ein eingehendes GesprĂ€ch, vier verschiedene Salben und eine Überweisung zum Röntgen. Mal sehen ob der Knochen beschĂ€digt ist. Der Mann macht sich Gedanken. Von den Knochenschmerzen hatte er noch gar nichts bemerkt, aber jetzt wo der Arzt ihm so darauf hingewiesen hat, ja, da merkt er es auch.

Ein anderer Mann kommt wegen eines gebrochenen Zehs. Auch er muss zum Röntgen. Aber er hat auch noch eine BroschĂŒre ĂŒber gesunde Lebensweise bekommen und eine Salbe fĂŒr das unverletzte Bein, damit es sich nicht ansteckt. Eine Ă€ltere Dame wird vom Arzt selbst bis an die TĂŒr gebracht. Sie drohte den zĂŒgigen Durchlauf zu stören weil sie unbedingt noch die Krankheiten ihrer Enkel aufzĂ€hlen wollte, obwohl die Enkel gar nicht in der Praxis sind. 

 Als ich dran bin sitzt der Arzt vor seinem Computer. Er tippt irgendwelche Daten ein. Als er kurz hochschaut zeige ich auf meine Nase. Ehe ich auch auf meinen Hals zeigen kann ist er schon wieder hinter seinem Computer verschwunden. Ich gebe einen krÀchzenden Laut von mir.

Der Arzt empfiehlt mir eine Mammographie. Dann, als er endlich hochsieht, sich streckt, um die Computerverkrampfung zu dÀmpfen, schrickt er nur ganz kurz zusammen und schwenkt auf Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung um.

Ich war wegen einer mittelschweren ErkÀltung gekommen und wollte eigentlich nur mal eine Woche faulkrank machen. Ich bekomme einen Krankenschein und eine Salbe. Und zur Vorsorgeuntersuchung soll ich nÀchste Woche wiederkommen.

FrĂŒher, so erzĂ€hlt man sich, in alten Zeiten, da hĂ€tten die Ärzte noch Ehre im Leib gehabt und sie sahen es als ihre vorrangige Aufgabe an, die Leute gesund zu machen.

Das muss ein Traum gewesen sein.

Ich wage gar nicht daran zu denken, wenn ich wirklich mit einem Problem zum Arzt gekommen wĂ€re, irgendeine Krankheit, die den Arzt gezwungen hĂ€tte von seinem Stuhl aufzustehen und mir mal die Lunge abzuhorchen. Wenn er die Notwendigkeit erkannt hĂ€tte, wĂ€re er auch in der Lage gewesen, sich von seinem Stuhl zu erheben? So vom Willen her und auch körperlich? Und wenn das, so bin ich im Zweifel, ob er die notwendigen Handgriffe noch beherrschte: Abklopfen mit dem Fingerknöchel, Stethoskop anlegen. Horchen, sagen „tief einatmen“, und so weiter. Und dann noch die Zeichen deuten könnte.

Aber das muss er ja gar nicht. DafĂŒr ist er ja nicht Arzt. Ein Arzt muss Geld verdienen. Das einerseits um sich seinen Ă€rztlichen Lebensstil zu finanzieren, das aber auch um die Kredite abzuzahlen, die er fĂŒr die Einrichtung der Praxis aufgenommen hat. Er muss die Angestellten bezahlen und die Steuern und die MitgliedsbeitrĂ€ge. Im Grunde geht es ihm nicht viel besser als unsereins, vielleicht nur auf höherem Niveau.

Ein Arzt verdient mit der Behandlung von Leuten seinen Lebensunterhalt. FĂŒr ihn ist es gut, wenn viele Leute mit wenig Krankheiten durch seine Praxis gehen. Er rechnet Leistungen ab und je mehr Leistungen er abrechnet, desto mehr Geld verdient er. Und das ist sein Ziel. Ein anderes Ziel darf er gar nicht haben. Wenn er etwa versuchen wĂŒrde, die Leute gesund zu machen, so kĂ€men sie nicht mehr in die Praxis. Dann könnte er mit ihrer Behandlung kein Geld verdienen. Und außerdem, eine richtige Behandlung kostet Zeit. Viel mehr Zeit als ihm zur VerfĂŒgung steht. Er muss Leistungen laut Katalog abrechnen. DafĂŒr hat er laut Katalog eine bestimmte Zeit. Wenn er diese ĂŒberschreitet, so schießt er zu. Und das will und kann er nicht. Wegen der eigenen Zahlungsverpflichtungen.

 Krank sein ist schon nicht besonders schön, aber dann auch noch ausschließlich als Objekt der Geldgewinnung behandelt zu werden, das macht Angst. Da muss man noch gar nicht an die markttechnische Verwertung der eigenen Organe denken. NatĂŒrlich nur im Todesfall. Da wundert es auch nicht, wenn die Organspendeskandale, die Blutspendeskandale, die HygeneschlampereitodesfĂ€lle in den Kliniken immer wieder mal fĂŒr Schlagzeilen sorgen. Der Patient, wo er auch auftaucht, ist das notwendige Beiwerk einer Maschinerie fĂŒr Geldgewinnung.

Ein Objekt. Nicht der Mittelpunkt. Solange das Medizinwesen marktwirtschaftlich organisiert ist. – Es geht anders. Aber solange das nicht anders ist, solange versuche ich den Ärzten und Kliniken fern zu bleiben.

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In schlechter Verfassung

Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt festgestellt, dass das Grundgesetz (GG) die ganzen letzten Jahre falsch ausgelegt wurde. Die schon zum G-8-Gipfel 2007 (Heiligendamm, bei Rostock, Deutschland) zur „terroristischen Vereinigung“ erklĂ€rten Aktivisten (Gegendemonstranten) hĂ€tten schon damals mit allen zur VerfĂŒgung stehenden militĂ€rischen Mitteln der Bundeswehr bekĂ€mpft werden können. Statt die Störer zu hĂ€tscheln, die armen Polizisten in voller Montur durch die Gegend zu jagen und sich hinterher noch entschuldigen zu mĂŒssen, hĂ€tten einfach ein paar Bomben abgeworfen werden können!

 GG: „ Der Bund stellt StreitkrĂ€fte zur Verteidigung auf. 
. Außer zur Verteidigung dĂŒrfen die StreitkrĂ€fte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrĂŒcklich zulĂ€sst“

 Das GG lĂ€sst zu, wenn es zur Abwendung von Gefahren geht. Das wĂ€re zum Beispiel im Falle steigender Wasserspiegel wegen des Klimawandels zur Abwendungen von Überschwemmungen so. (NatĂŒrlich wird die Bundeswehr nicht bei der Beseitigung der Ursachen, des erhöhten CO2-Ausstoßes eigesetzt, sondern zur Abwendung und BewĂ€ltigung der Folgen, ĂŒberbordender FlĂŒsse und Sturmfluten, eingesetzt.)

Das GG lĂ€sst auch den Einsatz zu, wenn es um die Abwendung von Gefahren gegen die freiheitlich demokratische –UnOrdnung geht. Wenn also die Polizei gegen Demonstranten (Terroristen) unterstĂŒtzt werden soll. Oder wenn die Feuerwehr eine Straße löscht.

 Bisher durften nur die Mittel der unterstĂŒtzten befreundeten KrĂ€fte, also beispielsweise GummiknĂŒppel und Schutzschilde, wie bei der Polizei oder Wasserwerfer, wie bei der Feuerwehr oder SandsĂ€cke, wie beim örtlichen BĂŒrgermeister eingesetzt werden.

Neu ist – Jetzt dĂŒrfen auch spezifisch militĂ€rische Waffen fĂŒr die GefahrenbekĂ€mpfung eingesetzt werden.

Beispiele dafĂŒr sind: – Der Abwurf von Bomben um ErdwĂ€lle gegen die steigende Flut aufzuwerfen oder auch der gezielte Beschuss der Eichenprozessionsspinner mit lasermarkierten seegestĂŒtzten Marschflugkörpern.

Gegen Terroristen braucht jetzt nicht mehr nur mit TrÀnengas vorgegangen werden, sondern es können moderne Maschinengewehre eingesetzt werden.

 Die Bundesrichter sind sich einig geworden. Die steigende Terrorismusgefahr in Deutscheland erfordert eine Neubewertung.

Die ĂŒbrige Politik und „Bild“ sind sich schon lange einig: Die steigende Zahl islamistische AufmĂ€rsche, eine merklich erhöhte Unruhe selbst in mittleren Bevölkerungsschichten, die Unwilligkeit des Verfassungsschutzes, all das schafft eine gefĂ€hrliche Situation fĂŒr die freiheitlich demokratische Gewinnmaximierung. Der Aufbau und die Schulung lĂ€nderĂŒbergreifender Polizeieingreiftruppen alleine kann sich bald schon als zu kurz gegriffen erweisen. Da gilt es vorzubeugen.

 Manche bestreiten ja, dass die Bundesgermanische Republik ĂŒberhaupt eine Verfassung hat. Manche, ganz böswillige bestreiten sogar die Existenz eines souverĂ€nen Staates „Bundesrepublik Deutschland“, sei‘s drum, nehmen wir einfach mal an, unser gutes Grundgesetz (GG) hat Verfassungsstatus, wĂ€re also durch eine Volksabstimmung zur Geltung gekommen.

Viel wert ist es jedenfalls nicht. Zu oft wurde schon daran rumgeĂ€ndert und rumgedeutelt. Den ursprĂŒnglichen an vielen Stellen demokratischen und menschenachtenden Charakter ging durch Änderung und Deutung und offensichtlichen Gesetzesbruch durch die Regierenden, verloren.

 Die VĂ€ter des GG haben sich bei der Schaffung noch etwas gedacht. Sie standen noch unter dem Einfluss des gerade zu Ende gegangen Krieges. Auch die westlichen SiegermĂ€chte waren noch schockiert von den Bildern aus den KZs und von den Schlachtfeldern. Sie wollten durch das GG eine solche Entwicklung nie wieder zulassen. Zumindestens nicht fĂŒr Deutschland.

 GG:“ (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unverĂ€ußerlichen Menschenrechten als

Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“

 

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Patriotischer Ratschlag zum Wochenende:

Machen Sie mal einen Ausflug. Und je nachdem, wo sie zu Hause sind: vielleicht mit der S-Bahn, falls diese fĂ€hrt, zu Fuß, wenn Ihnen das Geld fĂŒr das Benzin fehlt, oder mit dem Fahrrad, wenn Ihr Heimatort nicht so groß ist. Nutzen Sie das schöne Wetter und die Freiheit am Wochenende.

Suchen Sie, erkunden Sie ihren Heimatort, entdecken Sie neue Seiten an ihm, indem Sie sich eine neue Blickweise angewöhnen, den Blickwinkel des verantwortungsvollen StaatsbĂŒrgers. Stellen Sie fest, wo in Ihrem Ort oder in der nĂ€heren Umgebung griechische, spanische, portugiesische, oder italienische GeschĂ€fte oder Restaurants sind. Einige kennen Sie vielleicht schon, aber andere könnten Sie bisher nicht beachtet haben.

Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich noch den Standort des Asylantenheims erkunden. Und die der Chinesen, die immer unsere Ideen klauen.

Bisher haben Sie vielleicht gedacht, gehen wir mal zum Griechen, die leiden Not, da können wir ein wenig helfen, wenn wir denen die eine oder andere  Olive abkaufen.

Jetzt heißt es: umdenken! Denn das sind Schmarotzer! Die lenben auf unsere Kosten, die verprassen unsere Steuergelder! Der Tag wird kommen, der Tag an dem der empörte „Volkssturm“ auf die Schmarotzer an unserem deutschen Volk ausbricht und sich seinen Raum verschafft!

Sie könnten einer der ersten sein, die unter Polizeischutz, versteht sich, ihren berechtigten deutsche Volkswut an den Feinden des Deutschen Volkes auslassen darf. Die anderen WutbĂŒrger, die zwar genauso das Recht haben, ihrer Wut freien Lauf zu lassen, werden zu spĂ€t kommen.

Aber diese BĂŒrger haben sich nicht rechtzeitig informiert, deswegen werden sie sich hinten anstellen mĂŒssen.

Haben sie keine Skrupel, wenn es soweit ist. Die „Bild“ wird den Startschuss geben. Die einschlĂ€gigen Fernsehsender werden vom „Volksaufstand“ berichten.

Sie werden die Helden des Tages sein. Zeigen sie den faulen Griechen, den korrupten Italienern,  den gierigen Spaniern und den prassenden Portugiesen, wohin die AusplĂŒnderung des deutschen Volkes fĂŒhren wird: Zum Ausbruch des Zorns.

Statt sich dicke U-Boote zu leisten, BĂŒrohochhĂ€user und Hotelanlagen zu bauen, die keiner nutzt, fĂŒr die die aber die EU-Fördermittel eingestrichen haben, oder auf ihre Rente mit 65 zu bestehen oder auf die volle Auszahlung der Sozialhilfe, sollen die lieber ihren GĂŒrtel enger schnallen, so wie wir Deutschen.

Wir arbeiten doch auch, bis wir umfallen! Haben wir vielleicht gemotzt, als sie das Rentenalter hochgesetzt haben? Haben wir uns beschwert, als die PraxisgebĂŒhr eingefĂŒhrt wurde? Nein, wir haben gewusst: das dient dem Deutschen Volke. Dem Einen mehr, dem anderen weniger. Das inzwischen in Deutschland mehr MillionĂ€re leben, als noch vor zehn Jahren, ist das nicht ein schöner Erfolg fĂŒr unser Volk? Und wir haben diesen Erfolg nicht unserer eigner HĂ€nde Arbeit zu verdanken? Und wir haben die richtigen Leute gewĂ€hlt, die uns auf diesen erfolgreichen Weg gebracht haben. Wir haben diese Erfolge uns selbst zu verdanken. Doch, wir können stolz auf uns sein!

Warum können das diese SĂŒdlĂ€nder nicht? Nun, notfalls mĂŒssen wir es ihnen beibringen!

Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen! Denn nur wer richtig arbeitet kann auch reich werden!

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Das U-Boot. Es sinkt nicht…

Alle Dinge sind Waren. Diese haben einen Geldwert. Sie haben auch noch einen anderen Wert, den Gebrauchswert.

Waren sind Dinge, die einen Wert haben. Zuerst haben sie einen Tauschwert. Dieser drĂŒckt sich in der gerade ĂŒblichen WĂ€hrung des Landes aus. Dieser Geldwert, dafĂŒr bekommt man die Ware, die Banane im Supermarkt, das Fahrrad im einschlĂ€gigen Fachhandel, die FrĂ€smaschine beim Maschinenbaubetrieb in Shanghai und das UBoot in Kiel.

Dann haben die Waren noch einen Gebrauchswert. Die Banane brauchen wir um den Hunger zu stillen, das Fahrrad, um zum Frisör zu fahren, die FrÀsmaschine um neue Maschinenteile herzustellen. Das UBoot brauchen wir nicht, aber es lÀsst sich verkaufen, weil es Leute gibt, die denken, dass sie es brauchen.

So wie andere Dinge auch. Junior denkt, dass er neue Klingeltöne auf seinem Hany braucht, gut, kann er sich kaufen, ist eine Ware. Mutti denkt, dass sie außer ihren anderen 99 Paaren auch noch die grĂŒnen Sandalen braucht, gut, kann sie sich kaufen. Pappi denkt, dass er einen Spezialhammer mit ergonomischeren und austauchbaren Griffschalen braucht, obwohl er schon einen Hammer hat, den er schon seit 22 Jahren benutzt, und  der ihm immer gute Dienste geleistet hat, gut, gibt’s im Baumarkt, ganz neu reingekommen und in der Werbung, Sonderangebot, kann er sich kaufen.

Aber irgendwann sind genug HĂ€mmer im Werkzeugschrank und Junior sieht ein, dass es nicht sehr sinnvoll ist auch das allerletzte Feature fĂŒr sein Handy zu kaufen, oder es fehlt einfach das Geld, weil (in diesem Fall jedenfalls) der Pappi die Arbeit verloren hat. Wegen der Rationalisierung in seinem Betrieb: „Weniger produzieren mehr!“ Es lief gerade die dritte industrielle Revolution.

Dann ist Feierabend mit dem kaufen. Dann bleibt die Industrie auf den so unheimlich wirtschaftlich produzierten Waren sitzen. Das nennt man dann Überproduktionskrise. (Daraus lassen sich dann DotCom-Krise, Finanzkrise, Griechenlandkrise, Eurokrise machen)

 Die Damen und Herren Wirtschaftsweisen brauchen nur einen Blick in ein Auftragwerk zu werfen: „Das Kapital“. Dieser Marxs hat da keinen Murks gemacht. Darin bekommen sie erklĂ€rt, warum sie gerade dabei sind die gesamte Weltwirtschaft an die Wand zu fahren.  Und sie bekommen erklĂ€rt, warum sie keine Chance haben, weder wenn sie sparen, noch wenn sie weiterhin Kredite ausgeben, diese Wirtschaftswelt zu retten.

 Es gibt eine Überproduktion an Waren. Die gibt es immer mal wieder. Daran hat man sich gewöhnt. Daran haben sich auch die jeweils gefragten Wirtschaftsweisen gewöhnt. Sie sagen mal das voraus, mal raten sie zu einer Verhaltensweise ganz anderer Art und immer hoffen sie darauf, dass die Zeit alles wieder richtet. Die Zeit richtet alles wieder. Bis jetzt hat die Zeit immer wieder alles gerichtet. Die Überproduktion wurde ins Meer geschĂŒttet, oder durch einen Krieg vernichtet oder 
 Jedenfalls lief irgendwann alle so wie vorher. Nur der Rat der Wirtschaftsweisen, was auch immer sie bisher geraten haben, war dabei vollkommen ohne Belang. Man hĂ€tte sie weder fragen brauchen, noch hĂ€tten sie ernsthafte ĂŒberlegte Antworten geben mĂŒssen.

 Das wÀre nun alles nicht so schlimm. Die Betriebe könnten einfach die Belegschaft ein paar Wochen in den Urlaub schicken, solange, bis wieder Bedarf nach FahrrÀdern da ist. Aber, das, genau das, wollen die Herren der Betriebe nicht, denn in dieser Zeit verdienen sie kein Geld. Und das ist ja der eigentliche Zweck des Produzierens.

Der Zweck ist nicht etwa die Herstellung von Waren. Der Zweck ist „Geld verdienen“. Weil das mit der Herstellung und dem sich anschließenden Verkauf von Waren bisher ganz gut zu machen war, deswegen wurde produziert.

Wer sich einbildet, dass Kindernahrung zum Zwecke der gesunden ErnĂ€hrung der Kleinen ErdenbĂŒrger produziert wird, der möge sich mal ansehen was auf dem Beipackzettel steht und der möge sich erzĂ€hlen lassen, was nicht auf dem Beipackzettel steht! Wer das immer noch glaubt! Armer Irrer!

Und wenn es um die ErnĂ€hrung ginge, warum mĂŒssen dann die da unten im schwarzen Afrika hungern?

Aber das nur nebenbei.

 Da mit dem normalen Verkauf von Waren kein oder nicht mehr genug Geld zu verdienen ist (Der deutsche Automarkt ist gesĂ€ttigt, die VerkĂ€ufe sind seit einiger Zeit rĂŒcklĂ€ufig), sind die Damen und Herren auf das Verdienen von Geld durch Geld ausgewichen. Das hat sich als gute Sache erwiesen(fĂŒr die Handelnden). Wirklich. Durch die Freigabe des Geldes als Handelsware sind Unmengen von Geld verdient worden. Die umgeschlagene Geldmenge an den Börsen ĂŒbersteigt die umgeschlagene Menge durch WarenverkĂ€ufe um das zigfache. Und es ist auch viel einfacher. Es brauchen keine Waren transportiert werden, es braucht nur noch einen Computer und eine schnelle Datenverbindung. Die dritte industrielle Revolution macht’s möglich.

Es brauchen auch keine Ware mehr hergestellt werden. Inzwischen wird die Industrieproduktion zurĂŒckgefahren. Industrie braucht keiner mehr, Geld kann ja auch anders verdient werden.

 Nun haben ja alle Banken den alten Trick mit dem Geld verdienen durch Zinsen schon lange vor Christus begriffen, aber das was jetzt mit dem Geld gemacht wird, das ĂŒberstieg und ĂŒbersteigt  jegliche Hoffnungen der alten GeldsĂ€cke. Da wird mit Geld gehandelt, das keinen Gegenwert hat. Da wird mit Geld gehandelt, dass nie einen Gegenwert in Waren bekommen wird. Und es braucht sich auch niemand einen Kopf zu machen, ob dieses Geld irgendwann einen Waren-Gegenwert bekommen kann. Es ist nur noch fiktiv.

Es ist auch besser sich keine Gedanken darĂŒber zu machen, ob jemals ein Gegenwert existieren wird. Denn natĂŒrlich funktioniert das nicht. Es ist ein Kettenbrief- oder auch Schneeballsystem: Der jetzige Kredit wĂ€chst durch seine Zinsen. Er wird durch einen nĂ€chsten – dann natĂŒrlich grĂ¶ĂŸeren – Kredit abgelöst. Dieser muss wiederum abgelöst werden und so weiter. Das Ende ist bekannt. Die Leute, die daran verdient haben, verschwinden und werden nie gefasst. Die Dummen sind die anderen.  

 Der Mensch ist nicht mehr in dieser Rechnung enthalten. Die Produktion von GĂŒtern und Waren ist in dieser Rechnung nicht mehr enthalten. Wir brauchen uns nur umzusehen. Wenn wir sehen wollen, dann sehen wir es: ArbeitsplĂ€tze werden abgebaut. Sozialleistungen werden gestrichen. Renten werden real gesenkt, Straßen vergammeln, SchwimmbĂ€der werden geschlossen usw.

In seinem (krankhaften) Zwang immer mehr Geld verdienen zu wollen und zu mĂŒssen fĂ€hrt die Elite der Weltwirtschaft diese Weltwirtschaft gerade an die Wand, mit Hilfe ihrer Helfershelfer in der Politik.

 Das ist keine Konjunkturkrise. Das ist eine Strukturkrise. „Ahoi!“, sagt der KapitĂ€n des maroden Dampfers als er das Rettungsboot besteigt zu seinen Heizern, „Bitte liebe Leute, löscht das Feuer unter den Kesseln bevor wir sinken, sonst explodiert uns der ganze Kram noch.“

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