Archiv fĂŒr Dezember 2011

Statusbericht

Die MilitĂ€rs sind dafĂŒr bekannt, nicht gerade zimperlich mit ihren Gegnern umzugehen. Es ist ja auch ihre Bestimmung „draufzuhauen“. Doch sie sind auch Strategen und Taktiker und wissen, dank langjĂ€hriger praktischer und auch theoretischer  Forschung, wie sie sich in Friedens- und Krisenzeiten zu verhalten haben.

In Friedenszeiten liegt die AufklĂ€rung des zukĂŒnftigen oder angenommenen oder gewĂŒnschten Feindgebiete, also des Gebietes, in dem die zukĂŒnftigen Kampfhandlungen, sprich: Krieg, stattfinden sollen, in der Hand der Geheimdienste, die eine gedeckte, also geheime Datenbeschaffung bevorzugen. Dank der in den letzten sechzig Jahren entwickelten Technik werden natĂŒrlich auch die Möglichkeiten der SatellitenaufklĂ€rung und FunkfernaufklĂ€rung genutzt. Hinzu kommt die verschiedenen AktivitĂ€ten der offiziellen, halboffiziellen und der nie genannten Stellen der Regierungen und Ämter, die sich zum Beispiel mit Auswertung politischer AktivitĂ€ten des zukĂŒnftigen Gegners befassen.

Infiltration, Ermutigung  und UnterstĂŒtzung der inneren Opposition, bis hin zur GrĂŒndung von militĂ€risch operierenden Gruppen im zukĂŒnftigen Feindesland, gehören ebenso zur Vorbereitung eines Krieges, wie die oben aufgefĂŒhrten AktivitĂ€ten.

Allerdings gehören einige dieser Methoden und Maßnahmen schon zur unmittelbaren Kriegsvorbereitung, das heißt zu einer Phase, in der schon die PlĂ€ne fĂŒr den Aufmarsch und den Einmarsch in das Feindesgebiet in den SchublĂ€den der Ministerien liegen und die Marschbefehle auf ihre Unterschrift warten.  Denn wer eine militĂ€risch operierende Gruppe in einem souverĂ€nen Staat von außen unterstĂŒtzt muss mit der starken Belastung der diplomatischen Beziehengen rechnen, bis hin zum Abbruch dieser.

Die VerhĂ€ngung von Wirtschaftsblokaden kommt auch einer KriegserklĂ€rung gleich. Ein Staat fĂŒhrt fĂŒr das Land wirtschaftlich notwendige GĂŒter ein. Nimmt man ihm die Möglichkeit, so fehlen  wichtige GĂŒter im Inland. Das können Rohstoffe sein, es können technische GĂŒter sein, wie Werkzeugmaschinen oder es können ganz einfache KonsumgĂŒter wie Telefone oder Computer sein.

Nach all diesen AufzĂ€hlungen stellen wir fest: Die USA, aber auch viele andere Staaten, die die Sanktionen gegen den Iran unterstĂŒtzen, befinden sich faktisch schon im Krieg mit dem Iran, auch wenn offiziell noch kein Schuss gefallen ist.

Die taktische AufklĂ€rung, und bei der vor kurzem im Iran abgefangenen Drohne(unbemannter Flugkörper) handelt es sich um eine Technik zur taktischen AufklĂ€rung, wird aber erst kurz vor dem Beginn der aktiven Kampfhandlung eingesetzt. Hier geht es nicht mehr um die Schaffung eines großflĂ€chigen Bildes des Gegners, der Schaffung eines Überblicks, hier geht es auch nicht um die Feststellung welche Truppenteile, in welchen Gegenden, mit wieviel Technik und Personal , Logistik und Abwehrmaßnahmen ausgerĂŒstet sind, sondern bei der taktischen AufklĂ€rung geht es um den konkreten Standort eines konkreten Truppenteils oder Standortes oder Technik zu einer konkreten Zeit. Ein konkretes Ziel  wird fĂŒr einen unmittelbar bevorstehenden Angriff ausgekundschaftet.

Oder es ist eine Provokation. Auf jeden Fall aber ist es ein Kriegsakt.

Die Meldung in den Agenturen, der Iran drohe damit die Straße von Hormus fĂŒr den Oeltransport zu schließen, kann vieles sein. Obwohl alle uns NormalbĂŒrgern zugĂ€ngliche Medien davon sprechen der „Iran hĂ€tte gedroht
“, kann das ebenso eine verdrehte und lancierte Meldung aus den Reihen der Medienmacher und Geheimdienste sein. Schon so oft hatten wir Meldungen. Der Iran selber meldet, das es keine offizielle Verlautbarung war. Somit auch nicht vom Iranischen Staat gestĂŒtzt wird.

Selbst der von allen bekannten Medien als „Feiger Überfall einer selbstgefĂ€lligen, hinterhĂ€ltigen, sich selbst ĂŒberschĂ€tzenden..“ Regionalmacht Japan auf Pearl Harbor, der den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg begrĂŒndete, ist ausgelöst worden durch die Rohstoffblokade und war mehr eine Verzweiflungstat, als ein zu diesem Zeitpunkt von Japan geplanter Krieg um die Vorherrschaft im Pazifik

Nichts kĂ€me den MilitĂ€r so gelegen, wie ein tatsĂ€chlicher Zwischenfall in dieser Meerenge.  Augenblicklich wĂŒrde der Angriff auf den Iran eine Legitimation erhalten und alle „Willigen“ könnten die USA bei der BekĂ€mpfung der „Schurken“ unterstĂŒtzen. Mit oder ohne Billigung der UNO oder seines Sicherheitsrates.

China, Indien, der gesamte wirtschaftlich aufstrebende sĂŒd-ost-asiatische Teil der Welt kĂ€me in arge BedrĂ€ngnis, denn sie sind es, die die 40 % des arabischen Öles abnehmen, der durch die Straße von Hormus muss.

Profitieren wĂŒrden auch die Ölkonzerne. Europa wĂ€re zwar kaum betroffen von eventuell endstehenden EngpĂ€ssen, aber das wĂŒrde die Konzerne natĂŒrlich nicht hindern den Preis in die Höhe zu drĂŒcken. Milliarden werden zusĂ€tzlich verdient.

FĂŒr die USA wĂŒrde sich ein kaum beachtetes aber deswegen nicht weniger kleines Problem wie von selbst lösen: Die aus dem Irak zurĂŒckkehrenden, jetzt arbeitslosen MilitĂ€rs hĂ€tten wieder was zu tun.

Selbst China, weil das Oel dringend benötigt wird, mĂŒĂŸte auf eine schnelle KlĂ€rung in die eine oder andere Richtung hinwirken. MilitĂ€risch einzugreifen wird China nicht in der Lage sein. Die mobilen KrĂ€fte sind bei den Chinesen wahrscheinlich noch nicht weit genug ausgebaut. Auch Russland wird eher von der Ferne zusehen mĂŒssen, auch wenn Waffen und Material von ihnen in den Iran gelangen werden.

Sollten die Chinesen und/oder Russen, wenn, dann eher beide, eingreifen, dann haben wir den Dritten Weltkrieg, denn dann werden auch noch andere Rechnungen auf- und abgemacht.

Die Krise um den Iran schwelt nun schon einige Jahre. Sie ist Teil der geostrategischen  Auseinandersetzung der USA mit dem Rest der Welt. Die UdSSR ist zu Russland geschrumpft und die USA haben sich in der Zwischenzeit einen Teil des ehemalig von der UdSSR beherrschten Territoriums erarbeitet. Der Iran wĂŒrde noch fehlen, um die Oberhoheit der USA und des Westens ĂŒber die  gesamten Erdoelreserven des Nahen Ostens zu erlangen. Damit wĂ€re die strategische Vorherrschaft der Westlichen Welt ĂŒber einige weitere Jahre gesichert, denn China und Indien hĂ€ngen noch sehr am Öltropf Arabiens.

Inzwischen sind auch einige LĂ€nder Afrikas und SĂŒdamerikas nicht mehr so ganz einer Meinung mit den USA. Das und das Erstarken Chinas und Indiens bremst den hemmungs- und scrupellosen Eroberungsdrang der USA etwas.

Wir werden beobachten können, wie die Sache weitergeht.

 

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Es geht aufwÀrts

. Endlich geht es wieder aufwĂ€rts. Die Tage werden wieder lĂ€nger. Hoffnung ist da. Es wird so bleiben bis zur Mitte des Jahres, dann ist das leider schon wieder vorbei, dann geht es wieder andersherum, dann ist Sommersonnenwende, wir werden uns langsam wieder auf den Winter vorbereiten mĂŒssen. Das ist der Gang der Dinge, das wird so sein, solange die Erde sich um die Sonne dreht und sich keiner findet, der die Erdachse gerade rĂŒckt. Vermutlich dauert es noch einige Jahre, bis wir das ganze Jahr ĂŒber einheitliche Temperaturen haben. Und wir hier, auf unserem Breitengrad, werden nie in den Genuss eines durchgehenden Sommers kommen.

Und ebenso schwer verrĂŒckbar ist der natĂŒrliche Gang unserer parlamentarischen, freiheitlichen Demokratie. Alle Jahre wieder wird einer der hervorragenden Vertreter mit allen seinen Kellerleichen in das Licht der Öffentlichkeit gezerrt.

Rau, Ă€h , nein , Köhler, nein, Wolf heißt er, ist ein Opfer! Er war einfach dran. Irgendjemandem in der eigenen Mannschaft ist er mit irgendeiner dummen Bemerkung in die Quere gekommen, und da war es geschehen. Dieser liebe, so symptomatische Mann, der nie die Stimme laut erhebt. Was hat er denn verbrochen? Der eigene Sprecher war‘s, der ihn ans Messer lieferte, er wird seinen Judaslohn empfangen. Hinter dem Vorhang wartet schon der Mann mit dem Beutelchen mit einigen GoldstĂŒckchen. Warum Wulf verraten wurde? Wegen des Geldes natĂŒrlich. Oder wegen anderer nicht ans Licht kommender Vorteile. Vielleicht nur um die eigenen Leichen tiefer in den Keller tragen zu können.

Vertrauen? Vorbild, weil AmtstrĂ€ger? Juristisch ist das alles gar nicht oder sehr schwer angreifbar und wenn doch, dann wird’s nur symbolisch mit der Strafe.  Der Deutsche hatte mal Vorbilder. Der alte Fritz, Goethe, Maxe Schmeling, TĂ€ve oder Schumacher. Vielleicht noch König Ludwig von Bayern oder Lessing, nein, Lessing nicht, den kennt ja kaum jemand.

Was soll die Aufregung? Wir sind doch ein demokratischer Staat! Hier kann jeder, aber auch jeder, weil wir eben in einer freiheitlichen Demokratie leben, sich seinen eigenen Politiker halten! Da muss mann und frau keinen VorwĂŒrfe fĂŒrchten.

Ich meine, als Kassenwart des heimischen Fussballclubs „Schawalke 007“, wer hat da nicht schon mal ein Auge zugedrĂŒckt, wenn der Meier sich bei der Vereinsfeier eine Wurst mehr aus dem Kessel fischte, wo er einem doch beim Richten des Gartenzaunes geholfen hat? Wer will sich freisprechen von Schuld?! Und ehrlich, so gut bezahlt ist der Köhler, Ă€h Wulf nun auch wieder nicht. Schon als MinisterprĂ€sident hat er nicht so viel bekommen. Ackermann bekommt mehr.

Was das soll, der Mann, Wulf heißt er, muss jetzt seine GeschĂ€fte offenlegen. Wie ein gemeiner Mann aus dem Volke! Der soll seine Konten zugĂ€nglich machen. Das geht zu weit. Schließlich hat er sich nicht so weit nach oben gearbeitet um jetzt wie jeder x-beliebige BĂŒrger des Landes behandelt zu werden!

Er bittet den BĂŒrger um ihr Vertrauen. Na, das ist doch geheuchelt, auf‘s Vertrauen kommt es doch nun wirklich nicht an. Das Ömchen sitzt im Ohrensessel, streicht dem Opa liebevoll ĂŒber den Arm und murmelt vor sich hin: “Was fĂŒr ein anstĂ€ndiger Mann. Sieh mal wie gut ihm der Anzug sitzt.“ Aber das hat er immerhin auch gelernt: AnzĂŒge tragen. Das beherrscht er, das macht er mit WĂŒrde. Wie der Karl Theodor auch. Alles eine Schule. Da fĂŒhlt man (und frau) sich gut vertreten in der Welt. So ein Mann kann Panzer verkaufen! Im Namen den Volkes, fĂŒr den Weltfrieden.

Nun hat er sich entschuldigt. Wie rĂŒhrend.  Jetzt kann er mit ruhigem Gewissen, wie jeder anstĂ€ndige Demokrat, Weihnachten in Kreise seiner lieben Familie feiern. Die Freunde haben ihm bestimmt ein paar TrostpflĂ€sterchen unter den Gabentisch geschoben.

Frohes Fest, denn.

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Ach du Heilige!

Inzwischen ist es zum Event (deutsch: Veranstaltung, Höhepunkt) geworden. Nicht das Fest, das weihnachtliche, nein, die Vorbereitung. Zwar hallt es durch die InnenrĂ€ume: „Weihnachten wird unterm Baum entschieden!“, doch das ist lĂ€ngst nicht klar.

Der Weihnachtsbaum muss ran. Es regnet. Es schneit. Dann regnet es wieder. Keine Lust, aus dem Auto zu steigen und durch die nasse Wiese zu stapfen, mit klammen HÀnden die Zweige beiseite zu biegen, die SÀge anzusetzen und endlich das BÀumchen, nach dem Bezahlen selbstverstÀndlich, im Auto zu verstauen.

FrĂŒher, ich meine ganz frĂŒher, als alles noch besser war, da war es erst der Opa, dann der Vater, mit dem ich jedes Jahr los zog. Oft erst einen Tag vor Heiligabend.  Den Fuchsschwanz(SĂ€ge) in einem Sack auf dem Fahrrad an der Stange festgebunden ging es in den Wald. Schon im Herbst war die Stelle ausgespĂ€ht worden, die dieses Jahr den Baum liefern muss. In der Schonung angekommen wurde die Gegend gesichert. Der Förster durfte nicht in der NĂ€he sein. Die Sicherung dauert oft bis in die DĂ€mmerung. TatsĂ€chlich sind wir ihm nie begegnet. Schnell einen Baum gesucht, nicht zu groß, er musste ja auf dem Fahrrad transportiert werden, dann wurde gesĂ€gt. Schön sollte er natĂŒrlich sein, der Baum, aber das war reine GlĂŒckssache. Oft stellte sich erst in der Stube, unter strenger Begutachtung der Mutter heraus, dass wieder einmal eher ein Besenstiel zum Weihnachtsbaum taugte, als der unter grĂ¶ĂŸter Gefahr geborgene. In der DĂ€mmerung ging es quer durch den Wald und dann durch die Stadt nach Hause. Es gab noch nicht so viel Straßenbeleuchtung wie heute und so konnte allen Gefahren, dem Förster, den Nachbarn, einer eventuelle Polizeistreife erfolgreich aus dem Wege gegangen werden. In Schuppen wurde der Baum angespitzt und in einen StĂ€nder gestellt und eventuell wurden auch noch ein paar Zweige versetzt oder nachgerĂŒstet ehe der Baum den AnsprĂŒchen aller genĂŒgte. Opa und auch der Vater waren Meister in der NachrĂŒstung von WeihnachtsbĂ€umen. Aus einer hĂ€sslichen, nur auf einer Seite gut gewachsenen Fichte wurde ein gleichmĂ€ĂŸiger, weit ausladender Weihnachtsbaum. Am Weihnachtsabend wurde er in der Stube aufgestellt.

Einen Baum aus einer Schonung herauszuschneiden ist ĂŒbrigens nicht so schlimm. Die Schonung muss jedes Jahr um einige BĂ€ume gelichtet werden, damit die anderen besser wachsen können. Wir haben also eigentlich dem Förster geholfen.

In diesem Jahr sind wir nahe daran auf einen Baum ganz zu verzichten. Wegen des Regens verschoben wir die Weihnachtsbaumbesorgung auf den Sonnabend. Falsch, ganz falsch. Gleich nach Sonnenaufgang fuhren wir in Richtung Werder. Der Parkplatz voll, ĂŒbervoll. Völkerwanderung. An der Straße ist eine mobile FußgĂ€ngerampel aufgestellt worden. Weihnachtsmusik klingt ĂŒber das Feld und die Straße. Eigentlich ist hier draußen nie was los. Das nĂ€chste Dorf ist einige Kilometer entfernt.

Ehemals beschĂ€ftigte sich der Betrieb mit der Zucht und dem Verkauf von Obst. Seit einigen Jahren ist im Winter der Baumverkauf dazugekommen. Eine große FlĂ€che, auf dem der Apfelbaumbestand gerodet worden war, ist jetzt mit heranwachsenden NadelbĂ€umen bepflanzt. ZunĂ€chst ein Geheimtip, nur Einheimische verliefen sich in diese Gegend, jetzt aber Anlaufpunkt nicht nur fĂŒr Werderaner, nein auch fĂŒr Berliner, Potsdamer, selbst Nummernschilder aus Magdeburg und Hannover habe ich auf dem Parkplatz gesehen.

Ein Vater erklĂ€rt seinem Sohn die Handhabung der SĂ€ge. Ein Ă€lterer Herr erklĂ€rt allen, die es nicht wissen wollen, welche Baumtypen am lĂ€ngsten die warme Zimmerluft vertragen. Eine Familie hat dem dreijĂ€hrigen das Dreirad weggenommen, weil er sich immer in den Zweigen verhakelt. Drei junge MĂ€nner stehen am GlĂŒhweinstand und sie scheinen schon eine Weile da zu sein. Einen Baum haben sie noch nicht. Zwei Frauen streiten sich, wer als erster an einer schönen, gleichmĂ€ĂŸig gewachsenen Blaufichte war und somit das Recht erworben hat sie absĂ€gen zu lassen. Die MĂ€nner ziehen sich derweil ein wenig zurĂŒck und nehmen einen Schluck aus der Taschenflasche. Eine Bude ist aufgebaut. Weihnachtspyramiden werden verkauft. Daneben ein Inder mit Socken, GĂŒrtel und Handschuhen. Wir machen am Bratwurststand eine Pause.

Auf einer Tafel neben dem BaumeintĂŒter sind die Preise fĂŒr die BĂ€ume aufgeschrieben: Der Meter selbstgesĂ€gte Fichte kostet 20 Euronen. Ich ĂŒberlege wieviel Geld ich in der Tasche habe. Ich hatte nur einen Zwanziger eingesteckt. Wahrscheinlich hatte ich mich nur an den Weihnachsbaumkauf von vor einem Jahrzehnt zurĂŒckerinnern könne. Irgendwie habe ich jedenfalls die Ausgabe falsch eingeschĂ€tzt.  Ich drehe alle Taschen um. Es kommen noch mal 2 Euro vierundachzig zusammen. Die Frau gibt noch einen FĂŒnf-Euro-Schein, den sie in meiner Hemdtasche findet, dazu. Ich rechne. Das gibt einen Baum von exakt einem Meter, neununddreißig Zentimeter und zwei Millimeter. Hoffentlich finden wir so einen.

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Meine Krise

„Schulden die nicht bezahlt werden können, sind keine“(Michael Hudson 2011) „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gĂ€nzlich ungeniert.“(Busch?)

Die Finanzwelt bemĂŒht sich weiter und mit allen Mitteln, die erlangte Herrschaft ĂŒber Politik und Wirtschaft auszubauen. Demokratie und UnabhĂ€ngigkeit der EZB, freier Markt den Banken, S&P mit Erpressungen gegen 15 oder mehr EU-Staaten! Wo gab es denn das schon mal, dass eine Finanzagentur, wenn auch zugegeben, eine Große, mehreren souverĂ€nen(!) Regierungen gleichzeitig drohte?

Die Fugger waren es im Mittelalter, die Könige finanzierten und dann erpressten und sich ungeheure politische und materielle Macht beschafften. Turn und Taxis erpressten sich die Hoheit ĂŒber den Postdienst. Schön, aber gleich mehrere souverĂ€ne, demokratisch gewĂ€hlte Regierungen erpressen, das geht dann doch zu weit und wahrscheinlich in die Hose. FĂŒr Sarko und Merkel sollte das, wenn sie noch irgendwo ein wenig Verstand walten lassen und nicht vollkommen in ihrem Tunnel(blick) gefangen sind, eine letzte, die entscheidende Warnung sein.

Bankenrettung? FĂŒr was? Stellen die denn die Waschmaschinen her oder bauen die die Kartoffeln an? Nein, sie verhindern es. Das Geld fĂŒr die Bankenrettung wĂ€re fĂŒr den Erhalt und den Ausbau der Schienenwege gebraucht worden oder fĂŒr HörsĂ€le, in denen alle  Studenten einen Sitzplatz haben.

Regierungen drucken Geld. Die Vereinigten Staaten schon eine ganze Weile und in Europa ging es auch los. Die Britten stehen vor der Frage: Geld drucken oder gleich den Polizeistaat ausrufen. Das Schlimme ist, das Geld geht nicht mal mehr durch die HĂ€nde der BĂŒrger des Landes. Es landet, so wie es gedruckt wird, auf den Konten der GroßaktionĂ€re und in der Reissmaschine der Börse. Den Umweg ĂŒber die Steuern wird man sich auch noch sparen können, denn wenn die Arbeitslosigkeit, die Geringverdieneranteile am Arbeitsmarkt und die Steuerentlastungen fĂŒr die Reichen weiter gehen, dann zahlt bald keiner mehr Steuern.  (Und wer zahlt dann, von den nicht vorhandenen Steuern, die Schulden an die Banken zurĂŒck?)

Wenn die Wirtschaft nichts mehr herstellt, was sich verkaufen lĂ€sst und keiner mehr da ist, der etwas kaufen kann, weil keine Geld in den Taschen ist oder die Dinge zu teuer geworden sind, dann gibt es bald ĂŒberhaupt keinen Geldverkehr mehr außerhalb der Börsen. Dann mĂŒssen die dort alleine ihr Monopoly spielen.

Demokratisch legitimiert ist das Geschehen in den Regierungsetagen schon lange nicht mehr. Welcher BĂŒrger, sollte er noch bei Verstand sein, ließe sich freiwillig das Geld aus der Tasche ziehen, von dem er leben muss – um es in dem unersĂ€ttlichen Rachen der Börse versenken zu lassen?

Inflation entsteht nach allgemeiner und anerkannter Lehrmeinung, wenn zu viel Geld im Umlauf ist. Wir haben eine Inflation. Zwar liegt die offizielle Inflationsrate in Deutschland bei moderaten 2,8 Prozent, aber nicht nur die gefĂŒhlte Inflation (Benzin, Zucker, Brot, Mieten,
.) liegt weitaus höher. Und die Einkommen der unteren und mittleren Millionen sind beim Steigen sehr viel vorsichtiger. Wo also ist das „Zuviele Geld“, das zur Inflation fĂŒhrt? Jedenfalls nicht in den Taschen oder auf den Sparkonnten des Volkes.

In der Regel und in der Geschichte fĂŒhrt(e) solche (inzwischen rasante) Entwicklung zur Ungleichheit entweder zur totalitĂ€ren Diktatur und damit zum Krieg oder zu revolutionĂ€ren UmwĂ€lzungen. Der jetzt begangene Weg unserer Regierung und der anderen Regierungen Europas und der ĂŒbrigen westlichen Welt hat keinen Ausweg in ein gutes Ende. Die Finanzwelt – mit UnterstĂŒtzung der Regierungen – schaukelt sich selber auf. Ein ZurĂŒck gibt es nicht. Ein STOP von einer Regierung zu hören, scheint aussichtslos. Die Regierung Griechenlands hĂ€tte die Chance gehabt: Aussetzung der Schulden, Streichung der Staatsschulden, Entschuldung der BĂŒrger und damit Entmachtung der Finanzwelt. Sie haben es verstreichen lassen.

Fugger ist zu Fall gekommen, weil die Schulden nicht mehr zurĂŒckzahlbar waren. Sie wurden gestrichen.

Mein Problem ist nicht, ob es geschieht, sondern wann es geschieht. Muss ich mich noch mit genĂŒgend Reis und Bohnen fĂŒr zwei Winter eindecken oder reicht es, wenn ich ĂŒber diesen Winter komme? Oder kommt es gar noch schlimmer und ich muss ans Auswandern denken? Oder muss ich mir einen Bunker bauen?

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Es hat ein Ende

S-21 ist entschieden. Gut, gut 50 Prozent der Baden-WĂŒrttemberger hat das Thema nicht genug interessiert. Die schweigende Mehrheit blieb zu hause. Die BrĂŒller, dafĂŒr und dagegen, gingen zur Wahl und es war ein knapper Sieg der Demokratie: rund 59 Prozent sind fĂŒr die Vollendung des Jahrhundertbauwerks. Der alte Bahnhof war sowieso oberhĂ€ĂŸlich, also kein Verlust. Schade um die BĂ€ume. Aber die wachsen ja bekanntlich nach. Deshalb werden sie auch zu den nachwachsenden Rohstoffen gezĂ€hlt. Was nicht nachwĂ€chst ist das Vertrauen in die Demokratie, die Regierung und den gesunden Menschenverstand.

FĂŒr den oberflĂ€chlichen Betrachter bleibt der Eindruck, eine frustrierte Minderheit hat sich, zum Teil lautstark, einige mit enormer Ausdauer, ein wenig Luft gemacht bei dem BĂŒrsten gegen den Strich, gegen die allgemeine und verbreitete MentalitĂ€t, die Entscheidungen der Großkopferten einfach so hinzunehmen.

Es gibt immer Argumente dafĂŒr und dagegen. Demokratie ist durchaus schwierig. – Wie schon das Gleichnis mit den drei FĂŒchsen und dem Hasen zeigt: Die Gruppe hat sich zusammengefunden um in einer demokratischen Abstimmung gemeinsam entscheiden was es zur nĂ€chsten Mahlzeit geben wird. Das Ergebnis der demokratischen Entscheidung ist klar. Trotzdem ist das Bild falsch. Die VerhĂ€ltnisse sind falsch.

Richtiger ist das Bild von den fĂŒnf Antilopen und dem Löwen, die gemeinsam entscheiden, was es zum FrĂŒhstĂŒck gibt: eine Antilope hĂ€lt die Entscheidung fĂŒr irrelevant, da sie ja Graß frisst und der Löwe Fleisch. Eine Antilope enthĂ€lt sich der Stimmabgabe, weil sie denkt schneller rennen zu können als der Löwe und so kein wirkliches Interesse an einer Entscheidung hat. Eine Antilope ist der Meinung, dass sich der Löwe wohl ein FrĂŒhstĂŒck außerhalb der Gruppe suchen wird, weil sie ja eine so engverbundene Gemeinschaft sind. Die Vierte ist schon immer der Meinung, dass der stĂ€rkste, also der Löwe in der Gruppe die Entscheidungen treffen sollte und die letzte endlich stimmt eindeutig und bewusst gegen den Löwen, weil sie das UnglĂŒck kommen sieht. Am nĂ€chsten Tag sind nur noch 5 Mitglieder der Gruppe so fidel, dass sie an einer erneuten demokrqatischen Entscheidung teilnehmen können.

Wie der Herr Kretschmann seine AnkĂŒndigung, er wolle es auf keinen Fall dulden, wenn mehr als die veranschlagten (ca. 4,1 Milliarden) verbaut werden, werden wir erleben dĂŒrfen. Will er den Bau dann stoppen? Oder gleich das ganze Projekt Bahnhof privatisieren? Aber wahrscheinlich wird er seinen Versprecher nicht einhalten brauchen. Wahrscheinlich wird seine Amtszeit nicht lange genug dauern.

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