Meuterei. Gorch Fock, die „Weiße Lady“

Armee, das ist immer schon ein Haufen, in dem Befehle gelten.  Nichts als Befehle. Auch auf einem Schiff. Oder: gerade auf einem Schiff. So ein Segelschiff, auf dem Segel gesetzt werden, auf dem harte körperliche Arbeit und eindeutige Kommandos über das Schicksal des Schiffes und somit der Besatzung entscheiden, da ist es den Spassss-Kindern nicht erlaubt, weil lebensgefährlich für alle, sich mal eben in sein Zimmer zurückzuziehen und die Welt Welt sein zu lassen, weil sie nicht so ist wie sie sie sich wünschen.

Da ist auch mal Latrine schrubben angesagt, da kommt keine Putzfrau, Mama ist weit weg. Sie ist nicht da, die gute Mama, die einem abends das Haar streichelt und ein paar tröstende Worte hat.

Was, wenn diese lieben Heranwachsenden wirklich eine Knarre in die Hand gedrückt bekommen und in den Schützengraben steigen, der halbvoll ist mit braunem stinkendem Wasser, blutvermischt. Da wird „Bild“ dann titeln: „Deutsche Jungend in heroischem Einsatz fürs Vaterland!“ Und sie haben es getan, sie waren in Flandern, sie stürmten aus den Schützengräben in Frankreich, Stalingrad und vor el  Alamein.

Auf so etwas muss man/frau vorbereitet sein. Auch auf einem Schiff. Da gilt es die Jungens/Mädels auch an ihre Grenzen zu führen, bis zur  Selbstaufgabe. Sie werden für den Kampf vorbereitet. Sie sollen Offiziere werden, den Kampf führen. Sie sollen einmal Kapitäne sein und Admirale. Dafür ist ein Segelschulschiff der Bundeswehr da. Vorbereitung auf den „Ernstfall“ ist das Ziel, Erziehung zu Befehlsempfängern, zu Kriegsmaschinen, die funktionieren.

Und um das zu erreichen bedarf es eines lauten eindeutigen Kommandos, eines Treibens der Vorgestzten, welches die Schüler an den Rand der Verzweiflung und Aufgabe bringen und darüber hinaus. Und auch der derben Witze für die „soziale Selbstorganisation“ der Kadetten. Anders darüber zu denken, zu reden und zu schreiben ist Augenauswischerei und nur holes Rauschen aus dem Blätterwald.

Im Übrigen: Die Bundeswehr gehört abgeschafft. Eine Verteidigung gegen einen äußeren Feind, das war angedacht und das ist Aufgabe. Irgendwie so stand das auch im Grundgesetzt, oder so haben  die Schreiber des Grundgesetzes es gedacht. Und das Deutsche Volk war zum überwiegenden Teil der Meinung: „Nie wiedersoll ein Krieg von deutschem Boden ausgehen.“ So war das nach dem letzten Krieg.

Sich eine Armee ist halten ist in Ordnung. Solange es eine Feind gibt, der einen überfallen will. Aber im geeinten Europa, wer will uns da überfallen? Frankreich etwa? Oder die Schweiz? Sind es die Polen oder Dänemark?


Kommentare

Eine Antwort zu „Meuterei. Gorch Fock, die „Weiße Lady““

  1. Die Untersuchung auf der Gorch Fock fängt gerade erst an, aber die Mannschaft ist schon vorverurteilt worden. Wie ist es denn mit dem Rechtsstaat, gilt hier nicht die Unschuldsvermuten. Seit Freitag untersucht eine Kommission unter der Leitung von Marineamtschef Horst-Dieter Kolletschke Vorwürfe, auf der Gorch Fock seien Offiziersanwärter schikaniert und sexuell belästigt worden. Er berichtete nach einem ersten Eindruck von Bord, die Stammbesatzung sei kooperativ. Das hört sich doch positiv an.

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