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Wie ist der Plan?

Die Verschmutzung

Wir sind uns doch alle halbwegs einig: Die Verschmutzung der Welt geht voran und wird langsam, aber sicher bedenklich und wenn man die Augen nicht zumacht, dann k├Ânnte man drauf kommen, dass die Verschmutzung ein unertr├Ągliches Ausma├č annehmen k├Ânnte.

Der Eine sieht die Plaste, die ├╝berall rumfliegt und da muss man nicht unbedingt wissen, dass in vielen Kosmetika Microplaste verwendet wird, man oder frau braucht nur auf die Str├Ąnde in den Urlaubsparadiesen von der Nordsee ├╝ber die Ostsee, den Gardasee, das Mittelmeer oder die Copacabana anzusehen, um eine Ahnung vom Ausma├č zu bekommen und es langsam als bedrohlich zu begreifen. Es sind die B├Âden, es ist im Wasser, im Boden, in der Luft, an jedem verdammten Platz auf diesem Planeten und auch im Weltraum; es ist Plaste, es sind Pestizide, es sind Quecksilber, Uran und Plutonium, Metallschrott und ganz gew├Âhnlicher M├╝ll.

Elon, der Gute, der Senkrechtstarter, die Hoffnung der technischen Menschheit und der Umweltelektros, der will eine Flotte von tausenden Satelliten in das All schie├čen. Dann hat nicht jeder einen Satelliten, aber jeder Internet und kann streamen und twittern, wo auch immer er sich aufh├Ąlt. Was f├╝r ein Segen f├╝r die Menschheit. Elon ist segenreicher als der Segengebende selbst. Und es gibt nur die einzige Stelle, bei der bezahlt werden muss, kein Stress, ganz einfach. Elos Klingelbeutel ist jederzeit offen.

Letzte Woche schon sind zwei Satteliten zusammengesto├čen und haben sich zu tausenden Schrottteilchen aufgel├Âst. Das kommt vor, davor ist man nicht gefeit, das ist nicht so schlimm. Es sind ja noch genug andere da, die als Schrott enden k├Ânnen. Und die Europ├Ąer schicken noch welche hoch und die Russen und die Chinesen. Es wird schon.

Raubbau

Wir sind uns auch halbwegs einig, dass der Raubbau an Ressourcen sich in kurzer Zeit, es wird keine zehntausend Jahre mehr dauern, auf unsere Lebensbedingungen, auch auf unsere, Auswirkungen haben wird. Bisher sind es vor allem die Ureinwohner Afrikas, Amerikas, Australiens und auch Asiens, die unter dem Ressourcenhunger der industriellen Welt und der industrialisierten V├Âlker zu leiden hat. So scheint es. Aber wir selbst sind es schon, die keine Schmetterlinge mehr am Waldrand haben und die W├Ąlder selbst zerfressen sind. Bald wird es den industrialisierten Osten selbst gefressen haben. Und den Westen sowieso.

Umstritten ist die Auswirkung menschlicher Produktion und Verbrauchs auf die Zusammensetzung der Luft und der Auswirkungen auf die Ver├Ąnderung des Klimas. Das ist auch gar nicht so wichtig. Die Langzeitfolgen der Energieumwandlung des Menschen und der steigende und zuk├╝nftige Energiebedarf werden Ver├Ąnderungen zur Folge haben. Anders geht es gar nicht. Millionen Jahre alte, in verfaulten B├Ąumen tief unter der Erde in Oel umgewandelte, gespeicherte Energie wird in die Lebenssph├Ąre entlassen. Ein Kreislauf wird gest├Ârt, und f├╝r gew├Âhnlich hat solche eine St├Ârung ungewollte und ungeahnte Folgen.

Der steigende Bedarf an Energie wird weiter steigend sein. Der technische Fortschritt, den wir uns g├Ânnen und den wir auch anderen g├Ânnen, zum Beispiel den Schwarzafrikanern im fernen Busch und den indogenen V├Âlkern in Sumatra, braucht einfach Energie. Mehr Internet braucht mehr Server-Stationen/Parks/Kolonien, und die brauchen saum├Ą├čig Energie. Sie laufen 24 Stunden jeden Tag. Das Internet verbraucht ebenso soviel Energie wie Russland! Wir m├╝ssen uns also was einfallen lassen. Russland kann man einfach abschalten, aber doch nicht das Internet. Wo gerade meine Dokus in der Cloud schweben, oh Gott! Wir wandeln Oel und Kernenergie in W├Ąrme um. Wir heizen mit jedem Bit, welches wir durch die Leitung jagen, die Atmosph├Ąre auf. Da muss was passieren.

Smog

Umstritten, aber tausendfach warnend und ermahnend darauf hingewiesen, ist auf die Folgen der Verschmutzung durch L├Ąrm, durch Licht, elektromagnetische Strahlung. Smog wir es genannt. Und damit ist nicht nur die undurchsichtige Luft in chinesischen Gro├čst├Ądten gemeint. Elektrosmog wird nicht gerne erw├Ąhnt, aber das ist der, der uns t├Ąglich durch die tausenden Mobilfunkatennen erreicht und dessen Auswirkungen auf unseren Organismus so wenig erforscht ist.

Und es wurde auch schon oft auf andere Stressfaktoren hingewiesen, auf die ├ťberbelastung des Menschen durch die Anforderungen der elektronischen Medien. Wie viele Computer (einschlie├člich der Handys) kann ein erwachsener Mensch bedienen? Muss das Kind laufen lernen, wenn es einen Computer bedienen kann? Muss der Mensch ├╝berhaupt noch Beine haben? Ist es nicht besser, das Gehirn k├╝nstlich zu ern├Ąhren, oder vielleicht es gleich abzuschaffen?

Wir alle kennen einige wenige oder mehrere dieser Unm├Âglichkeiten, die schon da sind oder die sich nach und nach entwickeln.

Nachgedacht haben wir schon mal

Wir denken ├╝ber die Ursachen nach und wir denken dar├╝ber nach, wie wir unseren Teil tun k├Ânnen um uns und die Welt zu schonen.  Und dann gehen wir in den Bioladen und kaufen unserem Kind Holzspielzeug und beschlie├čen ihm kein Handy vor dem 14. Lebensjahr zu kaufen.

Das geht soweit ganz gut. Es beruhigt unser Gewissen. Wir f├╝hlen uns eine Weile fantastisch und anti. Bis, ja bis der Neffe zu Besuch ist, er ist 6 und er gibt mit seiner Kinderuhr an, die sprechen kann und ihn wecken, wenn er zu Kita muss und ihn mit Mutti linked, wenn er die Kitatante out ist. Und da ist der Nachbar, dessen Rosen viel roter sind, weil er den geilen D├╝nger gekauft hat und den allerneusten Laubbl├Ąser hat er auch, der ganz leise ist, nur 74 Dezibel, sontagnachmittags. Gleich danach erf├Ąhrst du, dass dein Biofleisch aus einer holl├Ąndischen Mastanlage kommt und die S├╝├čkartoffeln, die wegen der gesunden Eigenschaften aus Thailand importiert wurden, aus fairem Anbau,  genmanipuliert sind.

Du wusstest es eigentlich schon immer, dass es so ist und nicht anders. (Manch einer, der es nicht ahnte, sollte sich ein wenig Bildung leisten, statt eines neuen Handys.) Es kann nicht anders sein. Der Biobauer hat keine Chance seine Preise so zu erh├Âhen, dass er gegen die Massenproduzenten, die den D├╝nger benutzen, bestehen kann. Die S├╝├čkartoffel wird vielleicht fair angebaut, aber auf dem Wege zum Esstisch verdienen nicht nur viele Zwischenh├Ąndler daran, sondern es wird auch Energie verbraucht.

Du wusstest schon immer, dass du keine Chance hast gegen die Werbung anzukommen und gegen den Gruppenzwang und dass du es nicht durchhalten w├╝rdest mit dem selbstgestricktem Pullover und der Nichtanschaffung des Handys, wenn du nicht dein Kind dem Mob aussetzen willst.

Auch wusstest du, dass es l├Ącherlich ist, wenn du die billigen Hosen nicht kaufst, weil sie unter unmenschlichen Bedingungen in Bangladesch hergestellt sind. Wenn du nicht kaufst, dann kauft jemand anders. Die Produktion l├Ąuft weiter.

Die Ressourcen werden weiter ausgebeutet, ├╝ber Geb├╝hr und ├╝ber Bedarf. Der kapitalistische Produzent wird sich niemals um die vern├╝nftige Verwertung bem├╝hen. Wenn er Skrupel hat, nur ganz wenige, dann wird der Produzent einem anderen Platz machen m├╝ssen, der die Skrupel nicht hat. Und schon kaufen die Menschen wieder Dinge, die sie nicht brauchen. Die Dinge aber, die produzierten, verbrauchen wieder Ressourcen. Die weggeworfenen Dinge aber erzeugen M├╝ll. Und das Ganze wird durch Staat und Gesetz gesch├╝tzt, denn die Unternehmer sagen den Politikern was f├╝r die Unternehmen am besten ist.

Wie ist der Plan?

Wie ist also der Plan? Wenn der Unternehmer oder der Aktion├Ąr oder der Eigent├╝mer der Maschinen nicht zu ├╝berzeugen sind, was ist denn dann anzustellen, um ihn trotzdem am ├╝berm├Ą├čigen Ressourcenverbrauch zu hindern?

Es bleibt nur die Abschaffung des Unternehmers.

Das ist radikal, das ist Revolution, Umw├Ąlzung, denn die ganze Gesellschaft st├╝tzt sich auf das Unternehmertum. Revolution ist also von staatswegen nicht erlaubt. Sogar einen politischen Streik verbietet es das Gesetz.

Revolution war noch nie erlaubt. Nicht einmal Ungehorsam ist erlaubt. Je mehr die Macht bei ihnen liegt, um so brutaler gehen sie vor. Maskenpflicht? Das Nicht-Tragen wird bestraft! Urinieren in den Wald, so wie die Tiere es tun? Es ist f├╝r den Menschen per Gesetz verboten und wird bestraft. Angst erzeugen und Angst leben Teilen und Herrschen, es gibt viele gute, erprobte Methoden, die Macht zu erhalten.

Wie kann eine Änderung erreicht werden?

Vielerorts ist schon zu h├Âren und zu lesen: Wir brauchen eine Revolution! Aber nirgendwo ist zu lesen, wie man so was anf├Ąngt. Der deutsche Michel braucht eine Anleitung. So was, wie das kommunistische Manifest: Proletarier aller L├Ąnder vereinigt euch! Aber nirgendswo ist so was in Sicht. Nicht mal Proletarier sind in Sicht, die wurden abgeschafft.

Die Sozialdemokraten, selbst die ganz linken, fahren nach wie vor ihren Stiefel. Sie wollen die Welt von der Idee ├╝berzeugen, so nach und nach und die Politik in ihre H├Ąnde nehmen und dann geht es irgendwann den Arbeitenden besser und die Welt wird gerechter.

Bisher haben die Sozialdemokraten die Welt nicht gerechter gemacht. In (West-) Deutschland hatte es den Anschein. Zwischen dem letzten Weltkrieg und dem Anschluss der DDR sah es nach aufbl├╝henden Landschaften f├╝r die Arbeiter und Angestellten in Westdeutschland aus. Aber dann kam Schroeder und Hartz, und heute ist die Sozialdemokratie in Deutschland, wie auch in anderen L├Ąndern, weitverbreitet. Die Gr├╝nen hgaben aufgegeben. Sie wollen mitspielen, wie auch die, auf die man noch hoffen durfte. Und damit ist keine Hoffnung mehr in dieser Demokratie. Verzweifeln wir ein bischen. Zusammen macht es mehr Spass.

Es gibt tausende Ideen. Nur keine f├╝r die wirkliche Umw├Ąlzung. Denn sie geben die Macht nicht freiwillig ab. Sie klammern sich daran, auch wenn die ganze Menschheit ins Gras bei├čen muss, dass dann nicht mehr gr├╝n ist oder gar nicht mehr da oder jedenfalls keine Biene mehr, die sich darauf setzen kann.

Aber wie hei├čt es: Der Krug geht so lange zum BrunnenÔÇŽ

Irgendwann l├Ąsst sich kein Geld mehr verdienen. Jedenfalls nicht mit der Produktion von noch mehr Handys. Vielleicht ist vorher das Lithium f├╝r die Batterien alle, wer wei├č das schon… (Julius Turm)

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Streik

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Die Sch├╝ler gehen auf die Stra├če. Zu meiner Zeit durfte sich sowas keiner erlauben.  Und auch heutzutage h├Ârt man hier und da: ÔÇ×Die sollen gef├Ąlligst zur Schule gehen, diese G├Âhren habe kein Respekt mehr vor nischt!ÔÇť

Auch bei mir regt sich da kein Verst├Ąndnis f├╝r die Schulschw├Ąnzerei. Die Eltern kriegen schlie├člich den Anranzer. Von wegen der Schulpflicht, und so. ├ťberhaupt, wer hat diesem M├Ądchen gesagt, was sie bewirken kann mit ihrer Aktion? Wird sie die lieben Aktion├Ąre von Porsche, Boing, Maersk oder Toyota ├╝berzeugen k├Ânnen, mehr f├╝r den Personennahverkehr zu tun oder weniger Waren auf Schiffen mit schwer├Âlverbrennenden Motoren rund um den Globus zu schicken?  Werden die demokratischen Politiker, die sich ihre Gesetze von den Lobbyisten diktieren lassen, jetzt umschwenken und die Profitaussichten der Vorst├Ąnde und Aktion├Ąre durch rigorose Naturschutz- und Menschenschutzma├čnahmen  beschneiden?

Die Klimapolitik soll sich ├Ąndern. Ja, da bin ich auch daf├╝r. Die ganze Politik soll sich ├Ąndern.

Die Sch├╝lerin appelliert an das Gewissen der Erwachsenen. Die Erwachsenen sind schuld. Welcher von diesen? Alle?? Wenn nicht alle, dann keiner. Genau so werden die Verbraucher(K├Ąufer) haftbar gemacht f├╝r Plaste-Verpackungen und meerverseuchende  Plastet├╝ten.

Was hat man der Sch├╝lerin beigebracht ├╝ber den Gang der Gesellschaft und die Politikmacher in einer Demokratie? Was hat FRAU und MANN  den anderen Sch├╝lern beigebracht ├╝ber die Macht des Volkes?  Ist ihnen nicht erz├Ąhlt worden, dass es unausweichlich ist? Ein Schwein muss get├Âtet werden, wenn das Fleisch in den Kochtopf passen soll. W├Ąlder m├╝ssen abgeholzt werden, wenn Getreide auf Feldern  wachsen soll. Wer Aluminium braucht f├╝r Automobilkarosserien und Titan f├╝r die Batterien, der muss tiefe, h├Ąssliche  L├Âcher in die Erde machen. Fl├╝sse m├╝ssen begradigt und vertieft werden, wenn die Frachtschiffe darauf fahren sollen. Stra├čen zerschneiden die Landschaft und wenn das Rotwild diese ├╝berquert, dann besteht die Gefahr das Wild und Fahrzeugf├╝hrer zu schaden kommen.

Auf das Ma├č kommt es an und auf den Respekt. Wenn wir vern├╝nftige Verkehrskonzepte h├Ątten, wenn wir nicht T-Shirts um die ganze Welt transportierten, wenn wir Wohlstandsb├╝rger nicht ein Drittel der Lebensmittel ungegessen vernichten w├╝rden, wenn nicht der Wachstum um jeden Preis, weil sonst der Profit  nicht stimmt, an allererster Stelle stehen w├╝rde, dann, dann, … .

Aber das Rennen nach Profit verbietet das vern├╝nftige Ma├č und der Profit hat keinen Respekt, vor der Natur nicht und nicht vor dem Menschen. Das muss den Sch├╝lern mal jemand sagen. Das muss ihnen beigebracht werden. Dann hetzen sie vielleicht die Erwachsenen auf. Dann w├╝rden diese vielleicht Freitag streiken. Jeden Freitag. Und alle.  Auf die Plakate  k├Ânnten sie schreiben:  ÔÇ×Wir haben genug  Autos, Tapeten und Plastet├╝ten. Heute produzieren wir mal nichts.ÔÇť  Und die Welt w├╝rde sich auch weiterdrehen. Keiner von uns w├╝rde Schaden haben. Der Wohlstandsb├╝rger jedenfalls nicht. Nur die Aktion├Ąre w├╝rden vielleicht keine Rekorddividende einfahren.  

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