Was regen sie sich auf? Exportiert etwa die Bundesregierung Panzer?

Der Legende nach bezog Hitlerdeutschland im Zweiten Großen Krieg noch bis 1944 Spezial-Motoren-Öle fĂŒr Flugzeugmotoren aus den USA. Ohne diese Öle wĂ€ren die Flugzeugmotoren nicht gelaufen. Mit den gleichen Flugzeugen wurden amerikanische Bomberpiloten vom Himmel geschossen. Beide Seiten töteten. Krieg ist nicht sauber. Das GerĂ€t fĂŒr den Krieg bereitstellen ist auch nicht sauber. Die Produktion und der Verkauf von KriegsgerĂ€t ist eines der lukrativsten GeschĂ€fte ĂŒberhaupt.

Es ist löblich wenn alle Parteifraktionen, außer den derzeit regierenden sich gegen Waffenexporte öffentlich empören. Bringen wird es Nullkommanichts. Und verlogen ist es außerdem. WĂ€hrend ein grĂŒner Außenminister durch die Lande reiste wurden auch Panzer, U-Boote, Flugzeuge, Handfeuerwaffen, Granaten, Lenkraketen, und so weiter, in alle Teile der Welt verkauft. Und nicht nur an ausgesprochen friedliebende nur auf die Verteidigung ihres Landes bedachte Regierungen.

Der EU-Verhaltenskodex fĂŒr RĂŒstungsexporte sieht vor, dass RĂŒstungsgĂŒter nur an LĂ€nder geliefert wird, die die Menschenrechte einhalten, in denen die innere Sicherheit gewĂ€hrleistet ist und die LĂ€nder dĂŒrfen sich nicht in Krisengebieten befinden.

Das ist lĂ€cherlich. Pakistan soll U-Boote aus Deutschland bekommen.  Da wird mal fix die Rolle des Landes im Afghanistan-Krieg vergessen (Afghanistan hat ja gar kein Wasser in dem U-Boote verwendet werden könnten) und der seit Jahrzehnten immer wieder aufflammende Konflikt mit dem großen Nachbarn Indien um die Kaschmir-Region.

Deutschland ist der drittgrĂ¶ĂŸte RĂŒstungsexporteur der Welt. Dabei exportiert nicht die Bundesregierung das Zeug, sondern die einzelnen herstellenden Firmen. Dir Regierung könnte, so dass Gesetz, RĂŒstungsexporte unterbinden, verbieten, so wie es den Export von Kartoffeln verbieten könnte, wenn denn in Deutschland noch Kartoffeln produziert werden wĂŒrden. Die Regierung könnte, wenn sie wollte. Aber, im Parlament sitzen die, die die deutsche Wirtschaft und deren Export auf keinen Fall schwĂ€chen wollen. Sie pflegen zum Teil enge Kontakte zu den  exportierenden Firmen. Wenn da die Kartoffeln exportiert werden wĂŒrden, dann wĂŒrden die Parlamentarier und die Regierung das Exportieren von Kartoffeln  unterstĂŒtzen. Da sich die Firmen aber nun mal entschlossen haben Panzer zu exportieren, da wird eben das Exportieren von Panzern unterstĂŒtzt. Das Exportieren von Panzern macht ĂŒbrigens mehr Sinn fĂŒr die Hersteller: Ein Tonne Kartoffeln kostet  500 Euro, eine Tonne Panzer kommt auf das Hundertfache. Bei vergleichbarem Aufwand bei der Herstellung und Transport. Entsprechend verhalten sich die fĂŒr die Hersteller erzielbaren Gewinne, denn den Überschuss an Einnahmen bekommen nicht die Arbeiter und Ingenieure bei Krauss-Maffei, sondern das geht in die Taschen der Konzernchefs und AktionĂ€re.

Ein hartes Argument sind immer die ArbeitsplĂ€tze, die da dranhĂ€ngen, an der RĂŒstungsindustrie. Es sind ca. 80.000 ArbeitsplĂ€tze in Deutschland, die direkt von der RĂŒstungsindustrie abhĂ€ngen. Nur zum Vergleich: In deutschen Pflegeheimen sind ungefĂ€hr 570.000 Menschen beschĂ€ftigt und es besteht in den nĂ€chsten drei Jahren noch ein Bedarf von ca. 80.000. Allerdings, die Menschen im Pflegedienst sind etwas schlechter bezahlt, als die Arbeiter und Angestellten bei  Krauss-Maffei Wegmann, Rheinmetall, EADS,MTU Friedrichshafen, ThyssenKrupp Technologies, Heckler & Koch, Bayern Chemie, Junghans, KĂ€rcher Futuretech GmbH, MAN, um nur einige zu nennen.

Da ist es doch besser wir lassen mal die PflegebedĂŒrftigen beiseite und beschĂ€ftigen die Leute lieber mit dem Bau von Pistolen, Panzern, Granaten und PrĂ€zisionsbomben. Der Verdienst fĂŒr alle ist einfach besser.

Aber wo bleibt denn da die Moral?  Möral, das ist was fĂŒr Verlierer. Wenn Rheinmetall nicht liefert, dann ĂŒbernimmt General Dynamics die Lieferung. Wer verliert? Na, Rheinmetall! Und das Deutsche Arbeitsvolk! Denn es mĂŒsste jetzt etliche Tonnen Kartoffeln anbauen. Oder alte Leute pflegen. Und die AktionĂ€re mĂŒssten sich mit einem Hundertstel des Gewinnes zufriedengeben.

Also, die Damen und Herren Parlamentarier haben einzig das Wohl der Deutsch Industrie und natĂŒrlich damit des Deutschen Volkes im Sinn. Die Parlamentarier Hand in Hand mit den Rettern der Deutschen ArbeitsplĂ€tze und des Deutschen Wohlstandes. Das ist doch der Auftrag, den sie haben vom Deutschen Volk.

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