Artikel getaggt mit Bankenrettung

Geld, zum zweiten.

Spanien in der Euro-Krise. Nun auch Spanien. Aber, wen wundert’s? Sie haben produziert, soviel sie nur konnten, haben die Produkte – in Spanien ist am auffälligsten  die Überproduktion von Wohnungen und Häusern, an die Leute verkauft, die diese Produkte mit Krediten finanzierten. Nun stehen die Wohnungen leer. Überproduktion. Kennen wir. Will nur keiner hören. Ist ja eine Euro-Krise, eine Finanzkrise. An der die Banken bisher gut verdient haben und weiter verdienen werden. Sie werde einen lächerlichen Ausfall von 5% der Kredite haben. So schätzt man. Das summiert sich. Im Augenblick stehen 820 Milliarden Euro an Krediten aus. Das ist das, was die Banken noch verdienen wollen. Davon fallen vielleicht 5% aus.

Allerdings, so wie wir die Banken kennen, erhalten sie ja nicht nur die Kaufsumme, sondern sie schaffen es immer, durch die Vergabe der Kredite, auf einen Gewinn zu kommen. Der ist in der Regel genauso hoch wie die Kaufsumme selbst.  Davon fallen jetzt lächerliche 5% aus. Was heulen die rum? Die Schlecker – Mitarbeiter, die ehemaligen und die nun bald ehemaligen, werden mit einem Einkommensausfall von über 40% leben müssen. Und das Viertel der Arbeitsfähigen, aber inzwischen „Freigesetzten“ in Spanien, den geht es nicht besser.  Die haben Grund zum Heulen!

Bankenrettung! Die Banken sind nicht zu retten. Das haben wir gesehen. Sie bekommen Milliarden hinten rein geschoben und kaum passiert, fangen sie wieder an zu spekulieren. Zahlen ihren Vorständen und Mitarbeitern noch Boni, dass die Schwarte kracht.

Das was zu retten wäre, das wären die Arbeitslosen, die am Existenzminimum lebenden, die jungen Leute, die eine halbwegs gute Ausbildung hinter sich haben und jetzt arbeiten wollen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Schulen müssen gerettet werden, die Theater, die Museen, die Landschaften, der Boden, das Wasser in den Flüssen, die Fische und der Springfrosch, der grüne, die ganze Erde für die Menschen, nicht aber die Banken.

Was, wenn Montag, sagen wir um 8.00 Uhr MEZ alles Geld wertlos werden würde? Nur noch der Papierwert oder, wer Münzen hat, diese nur noch als Kiloweise Metallschrott gelten? Katastrophe?

Was, wenn am Montag  um 8 Uhr alle Kredite, alle Schulden, alle Bankguthaben gestrichen werden? Alle, ausnahmslos, auf der ganzen Welt (und auch von denen, die sich gerade im Weltraum befinden).  Drama? Unglück? Sintflut? Untergang der Menschheit? Mitnichten.

Du gehst an den Kühlschrank und holst dir den Käse heraus, den du am Freitag eingekauft hast. Dann must du natürlich überlegen wie es weitergeht, wenn die Vorräte aufgebraucht sind. Das kann schnell passieren, wenn der Kühlschrank nicht so gross ist. 

Natürlich muss wieder Geld her. Man muss ja wieder etwas zu essen besorgen. Dazu braucht man in unsrer modernen Gesellschaft ein modernes Tauschmittel. Und Geld hat sich bewährt. Aber es muss neue s Geld sein. Eine neue Währung muss erfunden werden. Nennen wir sie Zumba.

 Die Regierung gibt eine neue Währung heraus. Weltweit die gleiche. Weltweit wird festgelegt, dass das Grundnahrungsmittel, zum Beispiel 1 Pfund Brot bei uns, einen Zumba kostet. In Indonesien wäre dafür ein Pfund Reis zu bekommen.  Darauf wird alles berechnet. Spekulieren wird verboten. Zinsen werden einheitlich auf 1 Prozent festgelegt.

Für die Übergangszeit, einen Monat, wird von jeder Regierung an jeden Menschen ein Grundbetrag ausgezahlt, damit er überleben kann, bis er Gehalt, Lohn, Stütze, Rente erhält. 

Danach würde sich die Welt weiterdrehen, als wäre nichts geschehen. Die Armen wären weiter arm, die Reichen wären weiter reich, die Rentner wären weiter Rentner und die Arbeitslosen arbeitslos. Nur, es gäbe keine Finanzkrise mehr, keine Immobilenkrise und die Banken bräuchten nur noch das machen, wofür sie eigentlich da sind: Geld verwalten.

 Das Szenario ist utopisch? Die Griechen werden es ausprobieren. Allerdings nur in ihrem Land und mit einigen Abwandlungen: Es darf weiter spekuliert werden, die Schulden werden nicht gestrichen und das Brot ist so teuer, wie es der Bäcker eben verkauft.

Das Experiment wird scheitern.

Es wird scheitern, weil es in einer globalen Welt keine Inseln gibt, weil weiter Spekuliert wird, weil es weiterhin Überproduktion gibt, weil  die Gier und die Macht weiterhin in den oberen Etagen von Wirtschaft und Politik sitzen. Weil alle anderen das zulassen.

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Vollendung

Erstens, der Schuldenschnitt ist erstmal nichts als die pure Erklärung, eine Einladung zu Gesprächen an die Banken zu verschicken. Angestrebt ist, die Banken zu überreden freiwillig auf 50% ihrer Forderungen zu verzichten. Um die Gespräche vorzubereiten werden eben mal ein paar Milliarden in den Geldbeutel von Griechenland gepumpt, die eins zu eins in die Banken gehen, und gleichzeitig versprochen die Versorgungslinie aufrechtzuerhalten und zu bürgen für den Rest aller gegenwärtigen und zukünftigen Schulden.

Den Banken wurde angeboten, Papiere für 50% des Nominalwertes abzukaufen , die nur noch 30 bis 40% ihres Nominalwertes haben. Gleichzeitig wird für den Ausfall gebürgt. Ein gutes Geschäft.

Noch einmal übersetzt für Kleinsparer:

Fritzchen hat sich ein Haus gekauft. Dafür hat er einen Kredit aufgenommen. Die Bank hatte Fritzchen regelrecht gedrängt, ein schönes großes Haus zu kaufen, obwohl Fritzchen mit einem kleineren zufrieden gewesen wäre und dann auch seine Finanzierungsberechnungen gestimmt hätten.

Auf dem Kreditbrief ist oben die Kreditsumme eingetragen: 100.000 Euro. Er kann, weil er arbeitslos geworden ist, (was nicht seine Schuld ist) die Zinsen und die Tilgugnssumme nicht mehr regelmäßig berappen, ja er wird die Zahlung ganz einstellen müssen, wenn er nicht bald wieder Arbeit bekommt und Gehalt erhält.

Die Bank kennt das Dilemma von Fritzchen. Sie hat ihn zu sich bestellt und ihm eine strenge Spardiät verordnet. Seine Familie darf zum Frühstück nur noch Marmeladenbrote ohne Butter essen, ihm wurde das Rasieren verboten und die Tochter darf nicht mehr am Musikunterricht teilnehmen. Kinobesuche sind strengstens untersagt.

Die Kreiszeitung hat auch mitbekommen, dass Fritz seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Schreiberling Bollermann setzt einen Artikel auf, in dem er dem Land die Verschwendungssucht und die unsagbare Arbeitsscheue von Fritzchen kundtut.

Jetzt sind die Banken des ganzen Landes alarmiert. Als Fritzchen’s Bank seinen Kreditbrief zum Verkauf anbietet, kann sie keinen Käufer finden. Eventuell würden sie den Brief für 30.000 oder 40.000 verkaufen können, aber nicht für mehr. 

Sein älterer und wegen seiner körperlichen Statur, stärker erscheinende Bruder Max unterhält sich mit Fritz und sie arbeiten eine Erklärung aus, nach der der Bruder gegenüber der Bank für die Schulden aufkommt. Beide sind nicht sehr helle, deshalb bieten sie der Bank an, den Kredit, der 100.000 Euro beträgt, mit einer Schuldverschreibung von 50.000 Euro abzulösen.

Die Bank ziert sich ein wenig, der Bruder von Fritz zahlt dann mal 10.000 Euro ein, so vollkommen unverbindlich, um die Bank milde zu stimmen und er hat Glück, die Bank lässt sich zunächst auf den Handel ein. Sie fordert aber die Verpflichtung zu 60.000 Euro und einen Schuldbrief vom Bruder über die fehlenden 40.000 Euro.

Fritzchen isst nur noch Frühstücksbrot ohne Marmelade, weil er dem Bruder versprochen hat die Schulden an ihn zurückzuzahlen und der Bruder (der noch Arbeit hat und auch bisschen Geld dafür bekommt) ist auch zu Broten ohne Butter übergegangen, weil er sonst seine Verpflichtungen gegenüber der Bank nicht erfüllen kann.

Alle sind zufrieden. Besonders die Bank. (Sie erhält 100% ihrer ehemaligen Kreditsumme und hat zusätzlich noch 40.000 vom Bruder.)

Unzufrieden ist nur Fritzchens Töchterchen, weil sie nun auf Musik und Kino verzichten muss.

Noch nicht begriffen? Dann wiederhole ich das noch mal:

Das ist Verschauklung mit Abzocke in höchster Vollendung. Oder noch einfacher: Voll Verarsche,eh!

 

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