Archiv fĂŒr Oktober 2020

„Das schweigende Klassenzimmer“, Überlegungen

An einem dieser Dienstage wurde dieser Film zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr auf dem ZDF ausgestrahlt. Er gehört zu einer Reihe Filme, die zum 30. Jahrestag des „Mauerfalls“, wie das Ereignis der Annexion von westlicher Feder benannt wird, ausgestrahlt wurde.

Im Vorspann wird darauf hingewiesen, dass der Film einen wahren Hintergrund habe. Es wird allerdings nicht gesagt welche Wahrheit dahintersteckt. Grundlage fĂŒr den Film war ein Buch, welches einer der dargestellten SchĂŒler, im richtigen Leben heißt er Diedrich Garstka, als Lebenserinnerung geschrieben hat. Das Sachbuch wurde 2008 veröffentlicht, 52 Jahre nach den dargestellten Ereignissen. Das Buch untermalt die persönlichen Erlebnisse des jugendlichen Dietrich mit Zeitdokumenten. Die Zeitdokumente bestĂ€tigen wie die SchĂŒler der Abiturklasse mit den Vertretern der Staatsmacht, im Speziellen mit einigen Lehrern, der KreisschulrĂ€tin und dem Minister fĂŒr Volksbildung, in Konflikt geraten. Einige der SchĂŒler verlassen ĂŒber die offene Grenze zu Westberlin die DDR.

Ausgangspunkt fĂŒr die Ereignisse ist die hetzerisch gefĂ€rbte Information des RIAS ĂŒber die Konterrevolution in Ungarn im Oktober 1956. Die SchĂŒler haben sich von SchĂŒlern, die Zugang zum RIAS und zur „BILD“-Zeitung hatten und in kleinbĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen groß geworden und erzogen worden sind, durch die schreiende anti-kommunistische, anti-sozialistische Propaganda beeinflussen lassen.

So etwas kommt vor. Das passiert uns heute noch. Selbst uns Erwachsenen. Die großen Bilder im „Bild“ und die schreienden Überschriften, die stĂ€ndig implizit vorhandene Propaganda gegen alles was nicht Westen und USA und kapitalistischer Konsum ist, nagt an unserem Denken. Alternative Information gibt es kaum und der Konsum ist mit anstrengendem Denken verbunden. Und das Nachdenken fĂŒhrt zu Frustration ĂŒber die OhnmĂ€chtigkeit gegenĂŒber den herrschenden VerhĂ€ltnissen.

Die SchĂŒler der realen Abiturklasse von damals, als auch der Abiturienten im Buch und im Film, lassen sich ĂŒberzeugen. Besonders hilfreich ist dabei die Falschmeldung ĂŒber den MĂ€rtyrer-Tod des damals beliebten und international bekannten ungarischen Fußballspielers Ferenc PuskĂĄs. FĂŒr die SchĂŒler ein Idol. Allerdings starb der Fußballer erst im Jahre 2006.

RIAS, „Radio im amerikanischen Sektor“, ist als Radiosender installiert, um als Instrument des „kalten Krieges“ gegen den Aufbau des antifaschistischen, antikapitalistischen, sozialistischen Staates im Osten zu hetzen. Er hat seine Rolle im Jahre 1953 beim Aufhetzen der Arbeiter gegen ihren Staat DDR gespielt und spielte diese Rolle weiter. In Ungarn hatte diese Rolle der „Sender Freies Europa“, der von MĂŒnchen aus sendete und zu großen Teilen von der CIA (wie RIAS auch) finanziert wurde.

ZurĂŒck zum Film. Es ist die Darstellung der pubertierenden Jugend, die „gegen den Stachel löckt“. Sie suchen die Orientierung, sie fĂŒhlen sich betrogen, sie werden beeinflusst und das sĂŒĂŸe, bunte Leben lockt, dass sie nicht haben können und das aber wie ein Schlaraffenland in der Ferne zu sehen ist. Trotzdem, es wĂ€re ein aufregendes Abenteuer pubertierender Jugendlicher geworden und geblieben, wenn ihnen nicht einige engstirnige, verbohrte Menschen entgegengetreten wĂ€ren. Mit aller Macht, die sie innehatten.

Da sind die Eltern, die zum Teil ihre eigenen Probleme mit der Staatsmacht hatten, die zum Teil noch Traumata aus dem Krieg und aus dem „tausendjĂ€hrigem Reich“ mit sich herumtrugen, da ist im Film die Karriere-geile SchulrĂ€tin, der verbitterte Minister, der engstirnig, unnachgiebig gegen (scheinbare) Gegner des sozialistischen Aufbaus und mit sehr geringem VerstĂ€ndnis fĂŒr die Psyche von Jugendlichen vorgeht. Auch das Vertrauen der oberen Chargen in die Lehrerschaft, auch der Neulehrer, lĂ€sst zu wĂŒnschen ĂŒbrig.  

Es hĂ€tte anders kommen können. Die Lehrer, pĂ€dagogisch ausgebildete KrĂ€fte, heute wĂŒrde man Kinder- oder Schulpsychologen hinzuziehen, hĂ€tten die Jugendlichen vielleicht behutsam anhören, verstehen und etwas lenken können. Jugendliche sind so. Sie sind „anti“, sie folgen Idolen. Das hat nichts mit Politik zu tun. Von dieser Schiene hĂ€tte man die Jugendlichen wieder herunter holen können. Aber engstirnige Minister haben das nicht vermocht. Und die SchulrĂ€tin hat es nicht gewollt und die Lehrer wurden entmĂŒndigt.

Und vielleicht haben in der damals realen Welt auch andere KrĂ€fte, kleingeistige oder gegnerisch gelenkte KleinbĂŒrger, dafĂŒr gesorgt das nicht pubertĂ€re, sondern politische Aspekte die Triebkraft der Geschichte blieben.

Der Film jedenfalls zieht all die menschlichen Probleme und SchwÀchen in die politische
Schiene. DafĂŒr ist er gemacht. Er ist gemacht, um die menschlichen SchwĂ€chen, auch die gesellschaftlichen SchwĂ€chen, die der junge Staat DDR hatte, vor die politische Karre des Anti-Kommunismus, des Anti-Sozialismus zu spannen.

GegenĂŒber den im Film dargestellten Vertretern der DDR-Staatsmacht erscheint mir Hitler in seiner Darstellung in der Bergfestung (auf dem gleichen Sender) als liebenswerter alter Mann. Und das ist es, was mich wĂŒtend macht.

Es gibt immer mehrere Wahrheiten.

Einer der Darsteller im Film sagt es: Kein Regime lÀsst zu, dass es in Frage gestellt wird.

Im Westen Deutschlands wird im August 1956 die KPD verboten. Schon 1951 beschließt der Bundestag ein StrafrechtsĂ€nderungsgesetz. „Jawohl, wir schaffen in gewisser Beziehung ein Gesinnungsstrafrecht“, erlĂ€utert Ludwig Schneider, Abgeordneter der FDP-Regierungsfraktion. „Aber wir bestrafen nicht die Gesinnung, sondern die Tat, die aus der Gesinnung wĂ€chst.“ Nahezu jede oppositionelle AktivitĂ€t und MeinungsĂ€ußerung steht ab da unter Hochverratsverdacht.

Das Buch von Diedrich Garstka ist die mit Dokumenten unterlegte Schilderung von persönlichen Erlebnissen. Die Erlebnisse sind mit sehr individueller Sicht dargestellt. Der Autor hat nach dem Verlassen der DDR im jugendlichen Alter seine soziale und politische Orientierung in der BRD erhalten. Er ist praktisch 50 Jahre lang der Indoktrination der BRD-Medien ausgesetzt gewesen. Es ist ihm nicht zu verdenken, wenn er genau diese Doktrin in sein Denken gelassen hat, falls sie nicht schon durch sein Elternhaus vorhanden war. Jedenfalls war er sicher nicht bemĂŒht, die andere Seite Deutschlands zu verstehen.

Er schildert die Engstirnigkeit und Verbohrtheit einiger „sozialistischer Kader“ auch in seinem Buch, ja, das ganze Werk ist eigentlich, so mein Eindruck, geschrieben, um genau das darzustellen.

Nun ist es jetzt und schon seit einigen Jahren sehr modern, die „Unfreiheit“ darzustellen, der die DDR-BĂŒrger unterworfen waren.  Und es ist gutes Geld damit zu verdienen. Je schlechter der sozialistische Staat dabei wegkommt, umso besser.

Die DDR und ihre Menschen waren nicht vollkommen. Der Untergang der DDR-Gesellschaft ist zu einem (geringerem) Teil den menschlichen SchwĂ€chen und auch dem noch unvollkommenem Gesellschaftsmodell des sozialen gerechten Staates geschuldet. Aber auch gut bezahlte Filme dieser Art haben ihren Anteil an der vorzeitigen Beendigung des gesellschaftlichen Experimentes „Sozialismus“.

Klaus Kleiner

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Wohin mit der Angst?ï»ż

Wenn ich etwas gegen die russische Regierung sage, vielleicht auch noch einen BLOG betreibe, der mit harter Stimme gegen Putin und die Weltherrschaft des russischen Imperiums vorgeht, muss ich mich dann vor einer Vergiftung fĂŒrchten?

Ich glaube nicht.  

Soll ich mich nicht eher davor fĂŒrchten, dass solche Leute wie der Triathlet MAAS, derzeit Außenminister der BRD, ernannt vom Bundes-Parlament der Deutschen, den nĂ€chsten Krieg gegen die Russen anzetteln oder zu mindestens vorbereiten?

Und da ist er ganz nahe dran. Er und anscheinend die ganze Regierung und das halbe EU-Parlament (unter diesen UmstĂ€nden mag ich die EU auch nicht mehr!). Einem Ă€lteren Ostdeutschen  brauche ich nicht zu erklĂ€ren, wie gefĂ€hrlich das ist und wie wenig erfolgreich ein Krieg gegen Russland ist und schon gar nicht, wie wenig sinnvoll es fĂŒr das deutsche Volk ist, gegen die Russen einen Krieg zu fĂŒhren, ĂŒberhaupt einen Krieg zu fĂŒhren. Die im DDR- Bildungssystem gebildeten BĂŒrger nĂ€mlich, die haben noch ein wenig Geschichtsunterricht gehabt und die wissen, dass die Russen keinen Krieg wollen, keinen wollten und sich letztendlich immer gegen Aggressoren erfolgreich zur Wehr gesetzt haben.

Zuerst haben es die Schweden versucht. Gescheitert. Die Russen sind von Napoleon ĂŒberfallen worden. Napoleon hatte Westeuropa unterjocht und machte sich nach Osteuropa auf. Er kam geschlagen, nahezu vernichtet aus Russland zurĂŒck. Die Russen sind im ersten Weltkrieg von den Deutschen, vom Kaiserlichen Heer ĂŒberfallen worden. Das Kaiserliche Heer kehrte geschlagen zurĂŒck. Dann haben die Deutschen unter Hitler erneut Russland ĂŒberfallen. Angestiftet und im Interesse des  westeuropĂ€ischen und nordamerikanischen Kapitals haben sie Millionen Menschen getötet. Die Russen haben die Deutschen zurĂŒckgedrĂ€ngt, verhauen und Berlin erobert.

Wer zu jung ist, den DDR-Geschichtsunterricht genossen haben zu können oder das Pech hatte im Westen groß zu werden, kann ja noch einmal einschlĂ€gige Literatur bemĂŒhen, sich ein halbwegs  den Tatsachen nahes Geschichtsbild zu verschaffen.  Wer keine Zeit dazu hat, der kann auch einfach  noch mal darĂŒber nachdenken:

Mal nur so: Wieviel auslĂ€ndische StĂŒtzpunkte betreibt Russland? Antwort: 2, Wieviel auslĂ€ndische StĂŒtzpunkte betreibt die USA? Antwort: mehr als 1000. Wer strebt denn hier nach Weltmacht? Die Russen oder die USA? Vielleicht denken die FĂŒhrer der USA, dass sie, und nur sie alleine, das Recht haben eine Weltmacht zu sein? Muss es ĂŒberhaupt WeltmĂ€chte geben?

Angst. Angst habe ich vor den Atomwaffen, die in Deutschland gelagert werden. Angst habe ich auch vor den 2 Gesundheitsspezialisten, die es in Deutschland gibt und die alle anderen ĂŒberbrĂŒllen und von der Bundesregierung und der Gesundheitsregierung- und polizei als maßgebend gelten.

Aber die Hoffnung bleibt. Hier sei einmal der  FDP-Bundestagsabgeordnete und BundestagsvizeprĂ€sident Wolfgang Kubicki  zitiert:

„Ich weiß bis heute nicht, was momentan das Ziel unserer Corona-Politik ist. Ist es die Infektionszahl? Muss die auf einem bestimmten Level gehalten werden? Ist es die Frage der Hospitalisierung oder die Frage der Todeszahlen? Wir stellen fest, wir haben keine Übersterblichkeit in Deutschland. Die Frage vermittelt die Politik derzeit nicht: Wann ist etwas erreicht, wo wir sagen können, der Normalzustand tritt wieder ein – oder wird es den nie wieder geben?“ Er hĂ€tte auch fragen können: „ Wie lange wollt ihr denn noch euren Spass mit der Bevölkerung dieses Landes treiben? (salopp: wie lange wollt ihr sie noch verscheißern?)“

Brecht (deutscher Dramatiker und Dichter) sagte: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine LĂŒge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Und: „Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genĂŒgend große Ausmaße angenommen hat.“

Damit es nicht so politisch einseitig wird, lassen wir Bismark (toter und erster deutscher Reichskanzler) sprechen: „LĂŒgen können Kriege in Bewegung setzen, Wahrheit hingegen kann ganze Armeen aufhalten.“  

Und weil es so schön ist, hier noch Kant (deutscher Philosoph): „Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.“  und Lincoln ( amerikanischer PrĂ€sident, auch schon tot): „Man kann einige Menschen die ganze Zeit und alle Menschen eine Zeit lang zum Narren halten; aber man kann nicht alle Menschen allezeit zum Narren halten.“ Und noch Roosevelt, F.D. (amerikanischer PrĂ€sident)

„In der Politik geschieht nichts zufĂ€llig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf diese Weise geplant war.“

Und Schiller (einer der Dichter, auf den sich die Welt beruft, wenn sie die Deutschen als Volk der Denker und Dichter bezeichnen will):

„Die Herrscher hören auf zu herrschen, wenn die Menschen aufhören zu kriechen.“

Gerade spricht A. Laschet, derzeit MinisterprĂ€sident. Die Corona-Maßnahmen mitsamt den BegrĂŒndungen, die er vorstellt, sind schizophren:  Draußen dĂŒrfen weniger zusammenstehen, wie in geschlossenen RĂ€umen. Ich hĂ€tte es umgekehrt erwartet. Die genannten Zahlen sind lĂ€cherlich klein und oft bezugslos und unĂŒberprĂŒfbar sowieso. Bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 BĂŒrger in 7 Tagen sollen die Maßnahmen verschĂ€rf werden. Es ist einfach lĂ€cherlich, wenn man sich das mal durchdenkt. Wenn man kann und wenn man Lust hat. Aber die Argumente dazu lassen sich an vielen Stellen nachlesen, so dass ich sie hier nicht widerkĂ€uen möchte.

Ich habe Angst. Aber wohin damit.

Euer Peter Panik

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