Wollen wir nicht alle irgendwie flĂŒchten? Wenigstens manchmal? Vor der zeternden Ehefrau, vor dem schlechten Wetter in die Sonne, vor dem Chef, weil der kurz vor Feierabend noch eine Aufgabe hat und das Überstunden bedeutet oder einfach nur mal raus hier, nach Paris vielleicht.

Die prominentesten FlĂŒchtlinge sind ja im Augenblick die, die aus Syrien kommen und die, die sich nur einen Briefkasten als Firmenanschrift leisten können.

Gemeinsamkeiten gibt es da schon. Das ist vor allem der Status: FlĂŒchtling. Das sind in jedem Falle bedauernswerte Mitmenschen, na ja, Menschen, die vor einem Ungemach, vor einer Bedrohung, flĂŒchten. Da gibt es noch mehr Gemeinsamkeiten: Sie werden in ihren HeimatlĂ€ndern von einem unerbittlichen Regime verfolgt, sie erhalten in fernen LĂ€ndern Asyl, weil ihnen zu hause Unrecht geschehen könnte.

Gewisse Unterschiede gibt es natĂŒrlich auch. Die einen werden schlicht als FlĂŒchtlinge oder Asylanten bezeichnet, die anderen als „SteuerflĂŒchtlinge“. Die Flucht vor der „Steuer“ scheint dabei eine gehobene Form der Flucht zu sein. Interessant wĂ€re es zu erfahren, ob da in den asylgebenden LĂ€ndern auch so aufgeregt dafĂŒr und dagegen diskutiert wird, ob eventuell BriefkĂ€sten in Flammen aufgehen oder sich eine Protestbewegung gebildet hat. Gibt es Quoten fĂŒr asylsuchende SteuerflĂŒchtlinge und wie sind die Einreise-, Bleibe- und Abschiebe-Reglungen? Man hört ja so wenig. Aber man sollte doch ab und zu ĂŒber den Tellerrand hinaussehen. Vielleicht kann sich die EU oder die Bundesregierung die eine oder andere Anregung fĂŒr die Syrien-FlĂŒchtlinge holen?

Ja, es ist so: Die „SteuerflĂŒchtlinge“, diese armen Menschen werden von unserer Steuer-totalitĂ€ren Regierung in die Flucht getrieben. FĂŒr das Geld dieser Leute ist der Aufenthalt in Deutschland unertrĂ€glich, ja sogar gefĂ€hrlich geworden. Das Geld dieser Leute muss um seine Existenz fĂŒrchten. Wir sollten inlĂ€ndisch einen BĂŒrgerkrieg beginnen. FĂŒr die Steuerfreiheit des Geldes! Gegen das totalitĂ€re Gebaren der Steuerbehörden!

Auch ich wĂŒrde mich den FreiheitskĂ€mpfern anschließen. Das unerbittlichen Finanzamt hat wieder mal meine Fahrtenabrechnung nicht anerkannt. Ich habe schon an Flucht gedacht. Aber ich kann mir nicht einmal einen Briefkasten im Bundesstaat Delaware in den USA leisten.

Übrigens: Vorsicht beim Lesen des Artikels. Das soll zwar sa-tierisch sein, aber die Gedankenpolizei ist unterwegs. Die Bundesregierung hat die Klage gegen Böhmermann zugelassen.

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