Die Reise eines Grashüpfers.

Mein Weg führte mich wie jeden Montag von Brandenburg nach Stuttgart zur Arbeit.

Es war ein heißer Sommertag und es sollte noch, laut Wetterbericht, schwül werden und gegen Abend sollte es gewittern.

Früh um fünf stieg ich mit meinem Reisegepäck für die ganze Woche in mein Auto, ein zweitüriger, silberfarbener, windschnittiger, geräumiger PKW.

Ich fuhr los. Es ging erstmal eine Weile auf der Landstraße entlang, vorbei an sehr alten Alleenbäumen, die den Blechlawinen  und der Straße bei heißem Wetter Schatten spenden. Das ist wirklich sehr gut.

Nach guten 30 gefahrenen Kilometern  näherte ich mich der Autobahnauffahrt. Auf dem Beschleunigungsstreifen sah ich in den linken Spiegel und sah etwas  grünes, das immer hin und her wippte zwischen Spiegelglas und Spiegelrahmen. Als ich sicher auf der Autobahn mit mäßiger Geschwindigkeit dahin fuhr, betrachtete ich meine Reisebegleitung. Ein kleiner Grashüpfer.

Der kleine Grashüpfer hatte ganz schön zu tun, sich bei der starken Windströmung festzuhalten. Ich sah ihm an, wie er sich am Spiegelglas festsog. So fuhren wir gemeinsam im Fahrtwind dahin, an Felder uns Wiesen vorbei.

Nach einer Weile musste ich anhalten, um meine Beine zu vertreten. Ich dachte mir, dass sich der kleine Grasshüpfer freut wieder ins Grüne hüpfen zu können. Als ich wieder auf der Straße unterwegs war, sah ich ihn auch nicht mehr im Spiegel wippend im Wind. Doch was war das? Jetzt sitzt der kleine Grasshüpfer auf der Frontscheibe, dass wird er nicht lange durchhalten oder doch ich hoffte es, dass er es bis zum nächsten Halt schaffte, damit er endlich ins Grüne hüpfen konnte.  Er wippte stark im Wind auf der Scheibe, mal verlor er mit einem Beinchen den Halt an der Scheibe. Dann verlor er mit zwei Beinen gleichzeitig den Halt und rutschte auf der Frontscheibe ein Stück aufwärts. Aber er konnte sich wieder fangen und  sich richtig festsaugen. Puh, dachte ich, noch mal Glück gehabt. Der kleine Grashüpfer wird durchhalten bis zur nächsten Rast.

Aber dann kam alles anders, irgendwie nahm der Wind zu. Es war mit mal fast stürmisch während der Fahrt. Und ich musste an einer sehr langen Kolonne an Lastkraftwagen vorbei fahren. Da geschah es. Der kleine Grashüpfer konnte sich nicht mehr an der Scheibe halten und weg war er, der kleine Grashüpfer. Säufst, der Arme.


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