Neulich erst hatte ich eine Panne mit meinem 14 Jahre alten CLK der im ADAC Mitglied ist. Ich war wirklich wütend. Es geschah an einem Freitag in der Frühe, also am letzten Arbeitstag einer schon ereignisreichen, aufreibenden Arbeitswoche. Die ganze Woche hab ich im Hotel verbringen müssen, da freut man sich einfach an einem Freitag auf zu Hause und natürlich auf das Wochenende.

Es war 06 Uhr in der Früh als mein Auto plötzlich stehen blieb, es gab einen lauten Knall, danach machte der Motor echt komische Geräusche. Nach einer Schrecksekunde suchte ich mir einen Platz, wo ich anhalten konnte. Ich hatte Glück, da ist eine Tankstelle in Sichtweite auf meiner Seite, bei der ich halten konnte.
Nun stand ich da, hilflos und müde von der Woche. Ich rief den ADAC. Nach anderthalb Stunden Wartezeit kam ein „Gelber Engel“. Nach der Begrüßung machte er sich gleich ans Werk und  diagnostizierte, dass die Nockenwelle einen Schaden hätte und um einen bösen Motorschaden zu vermeiden sollte ich auf keinen Fall den Motor starten.

Ok, dachte ich und nun? Was passiert jetzt? Da ich ADAC Plus Mitglied bin bestellte mir der „Gelbe Engel“ einen Abschleppdienst, der mich in meine Heimat in eine Werkstatt meiner Wahl bringt. Von Wolfsburg nach Belzig. Wow, dachte ich was für ein Service. Nach weiteren – etwa 2 Stunden- Wartezeit kam der Abschleppdienst. Ich war immer noch müde und inzwischen durchgefroren.

Los ging es zur Werkstatt.

Nach dem Gespräch mit dem Werkstattmeister war ich ein wenig beruhigt. Es wäre doch nicht so schlimm, wie vermutet, es waren nur zwei defekte Zündspulen und morgen könnte ich meinen Wagen wieder abholen. Toll, ich hatte wieder ein heiles Auto und alles war – Dank ADAC-Service- relativ einfach verlaufen.
Aber es geht auch anders….

Sechs gute Wochen sind seitdem vergangen.

Heute wollen wir nach Berlin fahren um einige Einkäufe zu erledigen. Wir, also meine Mutter, mein Freund und ich fahren mit dem Wagen meiner Mutter, ein Mercedes Baujahr 1987.

Meine Mutter hatte zuvor wohl noch nie eine Panne mit ihrem Auto gehabt,  aber heute war es mal soweit. Auf unserer Heimreise, noch in Berlin-Mitte passiert es dann. Plötzlich knallt es. Nach den ersten Diagnosen, die wir selbst stellen, könnte es der Stoßdämpfer sein.

Was nun?  Wir halten auf dem nächsten Parkplatz an und schauten uns das Desaster an, die Feder ist gebrochen. Ich schlage vor den ADAC anzurufen, damit der uns nach Hause in unsere Werkstatt abschleppt. Gesagt getan- so rufe ich den ADAC an.

Nach einem relativ kurzen Gespräch und den üblichen Angaben und Informationen die durchs Telefon ausgetauscht werden, wird mir versichert, dass das kein Problem sei, uns und das Auto gleich nach Hause beziehungsweise in die Werkstatt unserer Wahl zu bringen.

Die nette Stimme am Telefon sagt auch, dass sie nun alles weitere in die Wege leitet. Schon nach 30 Minuten kommt ein Abschleppdienst im Auftrag des ADAC. Das ging aber schnell und so einfach, denken wir. Aber es soll noch einige Überraschung geben.

Der Herr der im Auftrag vom ADAC handelt, fängt an das Auto auf seinen Autotransporter zu laden, als sein Telefon klingelt. Es ist wohl sein Chef, der ihm sagt, dass er uns nur bis zur nächsten Werkstatt transportieren darf – nach Anweisung des ADAC. Der Automobilclub hat die Freigabe für den Transport in die Heimat verweigert. Na und nun? , fragen wir den Herrn der im Auftrag vom ADAC handelt. Er meinte er könne da nix tun, er handle nur im Auftrag vom ADAC.

Wir diskutierten hin und her, aber was bleibt uns anderes übrig als dieses Angebot, auch wenn es unsere Probleme nicht lösen wird, anzunehmen. Ein wenig Hilfe ist besser als gar keine. Wir haben ja keine anderen Möglichkeiten oder Lösungen. Man könnte auch den Transport selbst zahlen, aber das wird teuer. Warum sollte ich auch, wozu bin ich Mitglied im ADAC? Ich versuchte den ADAC noch mal zu erreichen, um den Grund für dieses Verhalten  herauszufinden, aber dass bleibt leider vorerst erfolglos.

So lassen wir uns vom ADAC Transporter in die nächstgelegene Mercedeswerkstatt abschleppen. Es sind nicht einmal genügend Sitzplätze für uns alle vorhanden, obwohl vorher gefragt wurde, wie viele Personen mit dabei sind. Nachdem uns der Transporter abgeladen und verabschiedet hat, versuche ich noch einmal den ADAC zu erreichen. Mein dritter Versuch und ich werde absichtlich aus der Leitung geworfen, jedenfalls habe ich genau dieses  Gefühl.

So leicht gebe ich aber nicht auf. Ich versuche es erneut und nun werde ich verbunden. Die nette Frau am Telefon versucht mir zu erklären, dass das normal sei, dass man erst in eine nahe gelegene Werkstatt transportiert wird und die Werkstatt eine Diagnose stellen muss. Ist eine Weiterfahrt aus werkstatttechnischen Gründen nicht möglich, erst dann kommt der ADAC wieder ins Spiel.

Meine Mutter ist inzwischen zur Infotheke vom Mercedes Autohaus gestürmt um näheres herauszufinden. Der zuständige Meister teilt uns nach einer geschlagenen Stunde mit, dass das Auto heute nicht mehr zu reparieren sein: 1. Haben sie keine freien Kapazitäten und zweitens die benötigten Teile nicht auf Lager, drei Tage würde der Prozess sich hinziehen. Auf diesen Satz haben wir gewartet, denn nun würde der ADAC sich dazu bereit erklären müssen, uns nachhause zu bringen. Seit unserer Panne bis jetzt sind gute vier Stunden ins Land gegangen.

Nachdem wir dem ADAC mitteilen, dass der Wagen in 48h nicht zu reparieren sei, ist dieser endlich bereit ein Abschleppunternehmen zu beauftragen uns nach Hause zu bringen. Sie wollen sich melden, wenn sie was Genaueres wissen. Nach einer weiteren halben Stunde heißt es, dass es kein Berliner Abschleppunternehmen für nötig hält, den Auftrag anzunehmen, obwohl diese dem ADAC vertraglich verpflichtet sind.

Na toll denke ich. Aber die Dame vom ADAC findet dann doch ein Unternehmen, welches uns und unser Auto nach Hause bringt. Ein Unternehmen aus Belzig. Warum wohl keiner der Abschleppunternehmen aus der unmittelbaren Nähe uns Nachhause bringt, ist doch komisch oder? Die werden Kosten und Nutzen abgewogen haben und festgestellt haben, das sich die Fahrkosten nicht rechnen, weil sie in der Zeit, wo sie aufs Land fahren, mehr Einnahmen in Berlin machen können. Da passieren mehr Unfälle und die Wege sind kürzer. In Berlin also liegt mehr Geld auf der Straße.

Nun heißt es wieder warten und die Zeit richtig nutzen. Wir suchen uns einen Imbiss, da wir nach dem ganzen Stress inzwischen  richtig Hunger bekommen haben. Seit dem Frühstück haben wir ja nix mehr gegessen. Wir gingen ja auch davon aus, dass wir gegen Mittag wieder zuhause sind. Nach weiteren zwei Stunden Wartezeit und 2 Stunden Fahrtzeit sind wir endlich am Ziel. Insgesamt sieben Stunden, 21 Telefonate, vier Kaffee, 90 Kilometer und einem Gewitter haben uns von unserem gemütlichem Zuhause getrennt.

Habt Ihr auch schon mal so etwas erlebt?

www.onKraax.de

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