30 April 2019

Habt ihr es auch schon bemerkt? Die Krise ist da. Sie ist längst da. Und nun? Wir warten bis der Dieselpreis auf 2 Euronen hoch ist und wir uns nur noch Nudeln kaufen, weil das Brot aus Getreide zu teuer geworden ist. Die Krise ist längst da. Da ist nichts mehr aufzuhalten. Und es wird ein wenig schlimm, dieses Mal. Der Staat kann keine Zinssenkung mehr machen, um die Banken zu retten. Unsere Ersparnisse sind weg. Wir leben mit unseren Krediten und von der Hand in den Mund, wenn wir noch in Erwerbsarbeit sind oder Almosen von den Ämtern bekommen. Noch ist es nicht soweit? Wenn nicht, dann bald. Was wird? Wie geht es weiter? Hier mein Vorschlag:

Wir wollen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Das Kapital versucht auch die letzten Felder der Menschlichkeit, der menschlichen Gesellschaftlichkeit in kapitalträchtige Unternehmen umzuwandeln. Die Betreuungseinrichtungen fĂĽr Alte und Kranke, die Wasserwerke und die Kraftwerke, die Kliniken, Krankenhäuser, Arztpraxen, die Essentafeln und Wohltätigkeitseinrichtungen, alles wird auf maximalen Kapitalgewinn  geprĂĽft und benutzt, wenn sich auch nur ein kleiner Gewinn versprochen wird. Wir brauchen uns nur umsehen.

Das wollen wir nicht. Wir wollen nicht den vollständigen Ausverkauf der Menschlichkeit! Wir wollen nicht alles verlieren, was wir uns in tausenden Jahren an Wohlstand und Freiheitlichkeit geschaffen haben! Wir wollen diese Erde nicht verlieren!

Der Mensch hat in diesem reichen Land, wie anderswo auch, das Recht zu leben. Er hat das Recht frei zu sein von Angst davor, sein Leben durch Krieg, Zerstörung und Hunger zu verlieren.

Der Mensch hat ein Recht darauf zu wohnen. Er hat das Recht in Afrika in seiner Hütte zu wohnen oder in seinem Haus. In Europa hat er ein Recht darauf, in einem winterfesten Haus zu wohnen. Und das, ohne auf immer weiter steigende Mieten achten zu müssen. Niemand soll sich vor Mietwucher oder dem Wucher der Elektrokonzerne und Zwischenhändler, der Öllieferanten oder der abkassierenden Schornsteinfeger zu fürchten. Jeder soll frei wohnen. Es sind genug Wohnungen da. Die Menschen haben viele Wohnungen gebaut. Jeder soll Öl oder Gas für seine Heizung haben, kostenlos, soviel wie er zum Überleben braucht. Jeder soll frei in seiner Wohnung sein und unentgeltlich.

Jeder soll zu essen haben. Die Grundnahrungsmittel stehen in Europa ausreichend zur Verfügung. Es gibt eine effiziente Landwirtschaft und wenn die Ländereien vernünftig bewirtschaftet werden und nicht über 70 Prozent der Lebensmittel zweckentfremdet benutzt oder gar vernichtete werden, dann kann für alle Mitglieder der Gesellschaft gesorgt werden, unabhängig von Hautfarbe, politischer Anschauung und sonstigem Einkommen. In Afrika sind die Bedürfnisse, was die tägliche Ernährung angeht, noch wesentlich geringer und der Afrikaner auf dem Land sollte auch sein Stück Feld behalten von dem er sich, wenn er will, selbst ernähren kann. Alle anderen sollten kostenlosen Zugang zu Nahrungsmitteln in ausreichender Menge haben, wie jede andere Weltbewohner auch.

Wohnen, Essen, Gesundheit, Pflege, Kultur und Bildung steht jedem zu.

Wohnen und Essen kann und soll die europäische Gesellschaft ohne Bezahlung stellen.

Gesundheit und Pflege kann die europäische Gesellschaft stellen, ohne Bezahlung.

Kultur und Bildung sollte jeder ohne Ansicht der Person zu jederzeit und kostenlos in Anspruch nehmen können.

Wie das Finanzieren?

Die Warenproduktion ist heutzutage sehr effektiv. Viele Menschen werden bereits heute ernährt, ohne dass sie am Prozess der Warenproduktion teilnehmen. Die wirklichen Bedürfnisse der Menschen an Wahren sind sehr viel geringer, als die Produktion an Fülle der produzierten Waren heutzutage hervorbringt. Reduzieren wir die Warenproduktion auf die benötigten Dinge! Wir brauchen weder 70 verschiedene Fahrzeugtypen zum individuellen Verkehr, noch 30 verschiedene Lactose-freie Schimmelkäse-Sorten im Supermarkt. Wenn die Waschmaschine 12 Jahre ohne Reparatur hält und die Bohrmaschine des Heimwerkers ein Leben lang, dann erübrigt sich die Neuproduktion. Die „handys“ und „smartphones“ haben so viel unnütze, ja schädliche Funktionen, dass eine Reduzierung auf das Vernünftige und Nutzbare und Nützliche eine große Schar von Software-Entwicklern freisetzen würde-die dann auch nicht verhungern würden.

Eine Reduktion der Warenproduktion auf das vernünftige Maß würde bei dem gegenwärtigen Niveau der Produktivität zu eine Reduktion der notwendigen Arbeit und zur Reduzierung des Einsatzes von Kapital führen. Wenn dieses Kapital als solches dann überhaupt noch vonnöten wäre!

Ein gesellschaftliches Gebilde mit einer auf die Vernunft zurückgenommenen Warenproduktion (egal ob Industriewaren oder Landwirtschaftlichen Erzeugnissen) würde wahrscheinlich von seinen Mitgliedern mehr Arbeitsangebote freiwilliger Art bekommen als in den Büros, Traktoren und Maschinenhallen notwendig wäre zur Aufrechterhaltung der Produktion.

Schon jetzt tun die meisten aller Menschen während der Arbeitszeit in den Betrieben hauptsächlich sinnlose Arbeit. Sei es bei der Entwicklung von Software, bei der Konstruktion neuer Bohrmaschinen, beim Bau neuer Häuser oder beim Anbau von Mais oder Soja für Bio-Benzin. Auch die Mitarbeiter in Finanzämtern, Arbeitsämtern, Steuerbüros, Rechtsanwaltskanzleien, sie alle tun größtenteils gesellschaftlich nicht notwendige, ja sinnlose Arbeit.

Einen Mangel an Arbeitskraft ist in der Pflege der Menschen, der medizinischen Betreuung, der Kulturellen Betätigung, auch der Bildung zu beobachten. Aber hier wird sich wahrscheinlich das Problem von selbst lösen. Reduziert sich der Stress, dann wird es weniger Kranke geben. Wenn die Menschen mehr Zeit haben, weil sie nicht mehr so viel arbeiten für ihren Lebensunterhalt, dann werden sie sich um ihre Angehörigen kümmern und kümmern können.

Das Problem des Spätkapitalismus ist der Kapitalismus selbst. Er wird immer effektiver; immer mehr Leute werden von der Produktion ausgeschlossen, immer mehr sinnlose Sachen werden produziert, der Mensch wird zur Ware, wenn er arbeitet und er wird zum Konsumenten wenn er nicht arbeitet. Der Kapitalist wird effektiver bis er aus Geld Geld machen muss, weil es sich nicht mehr lohnt in die Produktion zu investieren. Wo kein Arbeiter ist, da wird auch kein Mehrwert mehr geschaffen. Wo kein Mehrwert ist, da wird auch nichts verdient. Er schafft sich selbst ab, der Kapitalist. Wir müssen etwas an seine Stelle setzen.

Anfangen könnten wir damit, die öffentlichen Verkehrsmittel für alle kostenlos zu machen.

Rating 3.00 out of 5
[?]