Archiv fĂŒr April 2020

Der Coronator

Der Coronator hat nun schon gewĂŒtet und einige und einiges zur Strecke gebracht. So sind es die Kinos und Theater, die Friseure und die Fusspfleger, die selbststĂ€ndigen Schreiner und freilebenden KĂŒnstler.

Der Coronator ist ein Erfolgstier. Der Ausbau des 5G-Netzes geht ohne nennenswerten Widerstand weiter, die Autoindustrie baut LagerbestĂ€nde ab, an Blechkarossen und an Überstunden.

Der Coronator ist ein Erfolgstier. Er hat Angst erzeugt. Paranoia sogar. Alleinfahrende Autofahrer setzen sich Atemschutzmasken auf. Wem nĂŒtzt es? Der Gesundheit der Hersteller. Siemens und Bosch basteln ja inzwischen auch solche Dinger.

Der Coronator ist ein wĂŒtender Vernichter. Er vernichtet selbstĂ€ndige Hotels ebenso wie ImbissstĂ€nde. Aber die Studenten lernen weiter. Selektiv. Haben diese vorher auch alle gemacht.

Die Gegner des Coronators sind von Zweifeln zerrissen. Oder verzerrt? Jedenfalls gibt es die Pflicht und dann wieder keine Masken, so kommt die aufgespritzte Lippe nicht mehr in Sicht. In Deutschland sollen sich die Friseure ab dann wieder in ihren LĂ€den am Kunden abmĂŒhen. Die selbststĂ€ndigen und die anderen auch stĂ€ndig. Wieviel Abstand braucht ein BlumenverkĂ€ufer, oder hĂ€lt er sich jetzt seine Kunden sicher hinter Plexiglas? Die Daimler-Motorenbauer dĂŒrfen schon wieder arbeiten. Haben die GlĂŒck! Keinen Stress mehr im eigenen vier WĂ€nden. Und mann ist ja so stolz, das Bruttosozialprodukt zu sichern.

Der Coronator hustet allen was, die Flugsteige bleiben leer und die Urlaubsquartiere auch. Schweden wĂ€re eine Alternative. Da haben die Kneipen noch offen. Und da ist auch sonst viel Platz. Und sterben mĂŒssen wir doch alle, irgendwann. Die Schweden sterben auch nicht schneller.

Ich bleibe im Haus. Ich habe Home-Office. Das ist die neue Medizin mit sozialen Nebenwirkungen. Im FrĂŒhling sollte niemand, auch ich nicht, so etwas verordnet bekommen. Im Laden werde ich angesprochen. „Mach mal deinen Mundschutz auf!“ Dabei besitze ich gar keinen Mundschutz. Und habe auch nicht die Absicht, mir einen anzuschaffen. Er schĂ€digt meine Lunge, weil ich die Feuchtigkeit nicht ausatmen kann und…

Und der Sprilli da, der mich eben Duzt, der…. Na, ich muss mich zusammenreißen, ihm nicht eine Kopfnuss zu verpassen. Wo sind die Zeiten, als jedermann, der sichtlich das Erwachsenenalter erreicht hatte, Gesiezt wurde. Sogar die SchĂŒler in der Schule, die das sechzehnte Lebensjahr erreicht hatten, konnten sich auf diese Achtung berufen. Der Lehrer musste an ihnen schon ĂŒben, respektvoll umzugehen.

Und heute darf mich jeder und jedes Duzen. Die Respektlosigkeit kommt aus dem Westen, oder von noch weiter, von den NiederlĂ€ndern oder auch aus dem angelsĂ€chsischen, aber da setzen sie wenigstens noch ein „Sir“ hintendran, aus Respekt.

Im Betrieb, in den ich ja zur Zeit nicht rein darf, da spricht sich auch jeder mit Du an. Auch den GF, den Chef, den ich einmal im Jahr sehe, den darf ich nicht mit „Sie“ ansprechen. Ich will ja gar nicht „Sie Rindviech“ zu ihm sagen, eigentlich will ich gar nichts zu ihm sagen, denn frĂŒher galt: „geh nicht zu deinem FĂŒrscht, wenn du nicht gerufen wĂŒrscht“. Gilt heute auch nicht mehr. Jeder Sprilli lĂ€uft zum Chef, mit irgendwelchen Bagatellen. Und Duzt ihn. Dabei hat der wirklich was zu tun. Jetzt wo Corona, sowieso. Muss ja auf seinen Profit achten. Da muss ihm keiner dazwischenreden mit irgendwelchen Schwachsinnsideen, wie zum Beispiel: „Wir könnten doch jede Woche einen hinschicken, um zu lĂŒften.“ Wegen der schlechten Luft im BĂŒro, weil keiner arbeitet, jedenfalls nicht im BĂŒro. Als ob den Chef die atmosphĂ€rischen Bedingungen im BĂŒro oder im Hofoffice interessieren wĂŒrden.

Kurzarbeitergeld wollen sie aufstocken. Das dicke Ende ist also noch nicht mal in Sicht. Einbruch von Gewerbesteuern. Also weniger Geld bei den Kommunen. Also werden sich die MĂŒllabfuhrpreise erhöhen. Abgemacht!

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Hirn: Tot.

Alle Windungen sind besetzt von dem sich selbst jagenden Gedanken: Corona.

Aus alten Zeitungen:

Hier ein Text vom 8. Februar 2017 (also von vor 2 Jahren, als die vorherige große Welle einer Virusinfektion heran rollte) aus [www.altenheim.net]: „Die Grippe schlĂ€gt diesen Winter im SĂŒdwesten besonders zu. Insbesondere Bewohner von Pflegeheimen sind gefĂ€hrdet, weil es dort zu sogenannten Gruppenerkrankungen kommen kann.

Nach Angaben des baden-wĂŒrttembergischen Landesgesundheitsamtes wurden bis Freitag 26 Grippe-Tote gemeldet. Eine Vergleichszahl aus der Vorsaison lag zwar nicht vor, die Experten gehen aber davon aus, dass es diesmal deutlich mehr sind. Das meldet die Deutsche Presseagentur. Seit Beginn der Influenzasaison vor fĂŒnf Wochen wurden insgesamt 6910 Influenza-FĂ€lle gezĂ€hlt – auch das sind schon jetzt sehr viel mehr als in der gesamten Grippesaison des Vorjahres, wie der Epidemiologe des Landesgesundheitsamtes, GĂŒnter Pfaff, sagte.

GefĂ€hrdet sind vor allem Ältere. Die Menschen, die nun an der Influenza starben, waren zwischen 64 und 93 Jahre alt. „Besondere Sorge machen uns Gruppenerkrankungen in Pflegeheimen“, so Pfaff. Er rĂ€t dringend zu Impfung und Prophylaxe. Auch jetzt ist es noch nicht zu spĂ€t, Bewohner impfen zu lassen.

Bislang wurden neun AusbrĂŒche in den baden-wĂŒrttembergischen Alten- und Pflegeheimen mit bis zu 34 Erkrankungen registriert. Der Epidemiologe empfiehlt bei Influenza-AusbrĂŒchen eine Prophylaxe mit antiviralen Arzneimitteln. So könnten sogenannte Neuraminidase-Hemmer Grippesymptome abschwĂ€chen, sofern sie rechtzeitig genommen werden.
Im Gegensatz zum grippalen Infekt mit Husten und Schnupfen ist fĂŒr die Grippe neben Fieber typisch, dass sie ganz plötzlich aus heiterem Himmel kommt.
“

Also?

Na, Windungen wieder frei? Ansonsten mal krÀftig husten! Oder, es ist April, da scheint auch mal die Sonne warm. Vitamin D bildet sich. Hilft auch.

Wer profitiert von der Corona – Welle? Erst wenn wir das wissen, können wir auch profitieren. Wir könnten Masken verkaufen, selbstgebastelte oder in einem Lager erbeutete, wir könnten auch Chinesen bestechen oder Russen, und die Masken und Trink-Röhrchen an unsere Privatadresse umleiten lassen. Aber der Profit ist bescheiden und der Aufwand zu groß. Wir könnten Impfstoffe entwickeln oder wenigstens so tun. Wenn sie dann irgendwann eingesetzt werden, dann ist es eh zu spĂ€t und ein ganz anderer Virus jagt um die Welt.

FĂŒr jeden: Profit machen!

Wir könnten auch, aber dazu ist es ebenfalls schon zu spĂ€t, Aktien kaufen und auf den Abschwung wetten. Damit lĂ€sst sich wirklich viel Geld verdienen und in so kurzer Zeit und so ungefĂ€hrlich. Das ist phantastisch! Zumal man dann noch nachhelfen kann und zum richtigen Zeitpunkt die Panik vergrĂ¶ĂŸern. Und wenn dann gemeldet wird, der Impfstoff stehe zur VerfĂŒgung, dann hat man lĂ€ngst auf steigende Börsen gewettet. Ein schönes und so profitables Spiel.

Denunziert eure Nachbarn! Zeigt sie an! Das Strafgeld geht in die Staatskasse und kann dann an die Konzerne verteilt werden, so kommt die Wirtschaft wieder auf die FĂŒĂŸe.

Ruft die Abweichler zur Ordnung, duldet keinen Widerspruch! Notfalls kann der Ausbrecher selbst bestraft werden. Jeder erschlagene Dissident verringert die Verbreitungsgefahr fĂŒr Viren und schlechte Gedanken.

NĂ€ht Euch und anderen Schutzmasken und vertickt sie auf der Straße. Milliarden davon werden gebraucht. Ihr könnt Profiteure sein!

Nur Gutes !

Ich habe gar nichts gegen die C-Krise. Sie könnte jedes Jahr ausgerufen werden. FĂŒr alle SchĂŒler Schulfrei auf ein paar Wochen und fĂŒr die Eltern Urlaub ohne wegzufahren. Zeit sich um die Kinderchen zu kĂŒmmern, hautnah, Tageintagaus. Ist doch prima!

Ich habe gar nichts gegen die C-Krise. Alle Betriebe mit befĂŒrchteter oder vorhandener Überproduktion könnten auf Staatskosten (, wie ein Arbeitsloser faktisch,) LagerbestĂ€nde abbauen. Die Altersheime wĂŒrden auch mal ein wenig aufgerĂ€umt und es wĂŒrden wieder PlĂ€tze frei werden.

Ich habe gar nichts gegen die C-Krise. Kontaktloses Zahlen und Bewegungsprofile fördern die Verbreitung moderner Medien. Ich kann es mir im „home office“, also im Bademantel am KĂŒchentisch bequem machen, jeden Tag und wenn ich keine Lust habe, an Besprechungen mit meinen Kollegen teilzunehmen, dann kann ich technische Probleme vortĂ€uschen. Überhaupt brauch ich mich nur noch mit Leuten unterhalten, wenn ich gerade Lust dazu verspĂŒre. Und ich brauch mir das Gelaber nicht mehr anhören, wenn sie von ihren Problemen erzĂ€hlen, die mich sowieso nichts angehen.

Ich habe gar nichts gegen die C-Krise. Ich hasse es, bei jeder BegrĂŒĂŸung HĂ€ndchen reichen zu mĂŒssen. Und die blöden Tauben auf den PlĂ€tzen in der Innenstadt, die fallen jetzt reihenweise von der Dachkante, weil sie sich vor Hunger nicht mehr halten können und das finde ich 
. Schluss jetzt.

Nu denn, Zusammenfassung:

FĂŒr mich, also so ganz persönlich, ist es gar nicht so schlimm. Aber fĂŒr viele andere. Die großen Banken und die großen Konzerne werden nach der Krise solange Staatsmittel bekommen, wie sie es brauchen. Der Friseur in der Straße wird wahrscheinlich Angestellter in einer Kette werden, Alte, Kranke, Schwache werden auf der Strecke bleiben, und damit auch die SolidaritĂ€t. Wir alle werden ein wenig mehr ĂŒberwacht werden. Lohn, Rente und Arbeitslosenleistungen werden stagnieren oder abgesenkt werden, trotz steigender Kosten und Preise. So haben wir kleinen Leute alle was davon.

Aber: Das System wird sich stabilisieren. Und das ist doch gut, oder?

Bleibt gesund ! Euer Julius Turm.

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