Archiv fĂĽr September 2011

Das Wort zum Dienstag

Wir bekommen Papst. Berlin begrĂĽĂźt den Oberhirten in dieser Woche im Olympiastadium. Wenigstens Wowereit ist Katholik. Er wird da sein. Und vielleicht kommen ja noch mehr. Schon aus Gewohnheit. Die groĂźen Shows werden ja oft dort abgehalten.

In Bistum Berlin gehen ca. 42.000 Leute zum Gottesdienst (Angaben der Kirche). Diesmal können sie alle kommen. Selbst die rund 6000 im vorigen Jahr ausgetretenen passen noch ins Stadion.

Der Mann ist alt, man sollte ihm die Freude machen.  Es wird wohl auch einen Staatsempfang geben. Schließlich ist der papa auch Staatsoberhaupt. Zwar ist es nur ein ganz kleines Land (1 KM²), aber ein sehr reiches. Den Kirchen gehört in Deutschland immerhin fast 8000 km² Fläche und der Wert der Immobilen und Grundbesitz beträgt alleine fast 80 Milliarden Euro (nach Frerk).   Das ist nicht unbedeutend. Da spendiert die Stadt schon mal das Stadion. So einen muss man bei Laune halten.

Doch es wird dem Pontifex nicht gelingen den Berliner in die Kirche zu locken. Der Berliner, wenn überhaupt, ist eher Evangelisch, also aufmüpfig. Aber noch eher ist er gar nichts. „Jeder nach seiner Fasson.“ War schon dem alten Fritzen seine Devise. Und dabei soll es bleiben.

Wenn es da Leute gibt, die ihre Erfüllung darin sehen, einem Mann und einem Verein zu folgen der alle seine Leitsprüche mit den eigenen Füßen tritt, dann sollen sie es tun. Selbst die Atheisten tun so etwas: Sie gehen zur Wahl und wählen, obwohl sie genau wissen, dass ihre Hoffnungen und Wünsche von dieser Partei nie erfüllt werden, sondern genau Gegenteiliges erwartet werden kann. Vielleicht ist da das Gottvertrauen noch ergiebiger für die Leute, denn den, den werden sie nie im Fernsehen ertragen müssen.

Wenn aber ER, der Stellvertreter mit Alleinanspruch, wenn er auf Gott vertraut, und das wenigstens sollte man von ihm erwarten, dann braucht er weder Leibgarde noch Panzerglas. Aber auch hier ist schon eine gewisse Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit vorhanden. So wie eben überall in dem Verein. „Sie predigen Wasser und trinken Wein.“ Schon seit fast 2000 Jahren. Kriege wurden im Namen Gottes geführt. Die waren keineswegs unblutig. Jungen wurden verführt. Neben dem Taufbecken. Und es wird so weitergehen. In  Glaubensfragen stehen sie fest zusammen.

Wir anderen, wir verteidigen auch einen Glauben. Den Glauben an die Demokratie. Und das tun wir in Afghanistan und in Lybien.

Jedenfalls kommen wir nach der Endlösung alle ins Paradies. So oder so.

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Das Wort zum Montag.

Berlin hat gewählt. Wowereit, etwas aufgequollen, hätte sich in Siegerpose vor die Seinen stellen können und hämisch grinsend vor den Rest der Welt. . Hat er nicht. Er sieht eher traurig aus. Was zu verstehen ist. Er muss jetzt mit den Grünen. Mit den Schwarzen darf er nicht, die anderen Roten haben sich als zu schlapp erwiesen und die mit der Augenbinde und dem Messer im Gürtel, die können noch nicht.

Wenn sich die Bürger getraut hätten, dann hätten sie… Aber wahrscheinlich haben sie nicht mal das Programm der Piraten gelesen, sowenig wie das der anderen angetretenen Parteien. Das Programm, wahrscheinlich etwas eilig zusammengeschrieben, hält jeder Biertischprüfung stand.

Aber Programme sind sowieso Schall und Rauch. Wenn sich die Parteien an ihre Programme halten würden, so würden wir im Schlaraffenland leben. Die Streitpunkte würden sich auf wenige Sachfragen reduzieren. Denn alle  wollen das Eine: Dem Bürger soll es gut gehen, alles zum Wohle des Bürgers, der Bürger stehet im Mittelpunkt.

Nur, sie halten sich nicht an die Programme. An die Wahlversprechen schon gar nicht. Und so kommen sie ĂĽber sehr unterschiedliche Wege zum Endziel: Alles zum Wohl des Volkes.

Die einen meinen, das Büchsenpfand würde die Glückseligkeit des Bürgers herbeiführen und die atomfreie Innenstadt. Die anderen wollen zunächst das Wasser, den Strom, die Straßen, die Krankenhäuser und was der Bürger sonst noch so zum Leben braucht, in die fürsorgenden privaten Hände übergeben. Wenigstens der eine Teil des Volkes soll glücklich werden mit dem verdienten Geld. Der andere Teil würde dann schon folgen auf der  privaten Maut-Straße des Glücks.

Dann gibt es welche, die nicht mal ein großartiges Programm haben. Aber sie schwören auf Demokratie. Auch innerhalb der Partei. Die Demokratie innerhalb der Partei geht soweit, dass eigentlich jeder das Parteiprogramm unterschreiben kann, solange er nur glaubhaft versichert, alles für das Wohl der Menschen tun zu wollen. In der Statistik werden sie in dunkelroter Farbe geführt, aber es ist wohl eher gelb-grün-schwarz-rot oder vielleicht auch Schweinchen-Rosa.  Die Medien greifen jede Gelegenheit freudig auf. Das werden sie machen bis auch das letzte Sätzchen konsequenter Kapitalismuskritik aus dem Programm entfernt wird. Und dann lohnt es sich auch nicht mehr über diese Partei zu schreiben, denn dann hat sie sich längst aufgelöst.  Die dunkelgrünen sind ja bald roter als die dunkelroten. Sowas kann man nicht wählen. Nur hoffnungslose Optimisten wählen eine solche Partei.  Aber sie haben einen Denkzettel bekommen und sie bekommen eine Chance. Auf dem Erfurter Parteitag können sie Linie und Ordnung in ihre Tätigkeiten bringen.

Mit den Piraten ist das so eine Sache. Sie wollen Basisdemokratie. Böswillig kann man auch Biertischdemokratie dazu sagen. Aber es ist nicht das Schlechteste, was da an den Biertischen so von sich gegeben wird. Ich zitiere: „Die Merkel hat doch keinen Arsch in der Hose. Soll sie doch die Banker alle zum Mond schießen!“  Dieser Satz ignoriert die Tatsache, dass „die Merkel“ nicht Mittel und Möglichkeit hat, einige Bürger und Bürgerinnen des Landes auf den Mond zu schießen. Selbst das Mondprogramm der NASA ist ja eingestellt. Biertischdemokratie hat eben  immer einen Hang zum Utopischen. Trotzdem. Utopien braucht das Land. Immer noch besser als Dummheit.

Aber Piraten sind eben Piraten. Assoziationen zu denen am Horn von Afrika tauchen auf, und zu denen in „Fluch der Karibik“. Mord und Erpressung, Verrat und Raub, Geld und Macht, aber natürlich auch Liebe und Mut. Der Bürger (und bei Jonny Depp auch die Bürgerin)ist hin und hergerissen zwischen seinen Gefühlen. Das kann er nicht wählen. Den Gefühlen kann er sich nicht hingeben. Erst wenn er sich entschieden hat zwischen Geld und Liebe. Und soweit ist er noch nicht. Da werden „Die Piraten“ noch warten müssen. Bis dahin können sie ihr Programm erweitern. WLAN fürs ganze Volk ist ein guter Ansatz. An Obdachlose könnten Solar-Laptops ausgegeben werden.

Vielleicht darf ja Wowereit doch mit den Schwarzen.  Als Probe für die nächste Bundestagswahl. Da können sie schon mal den Berliner Mietspiegel anpassen und den Wasservertrag gegen die Angriffe der wenigen unzufriedenen Bürger verteidigen. Vielleicht lassen sie auch wieder einen cleveren Menschen an die Berliner Finanzen. Und bauen noch ein Spaßbäder.

Berlin hat gewählt.  Wer Änderungen befürchtet, kann beruhigt werden. Eine Revolution hat nicht stattgefunden.

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Die Wahl

In Meckpom wurde gewählt, in Berlin wird gewählt werden. Eigentlich gibt es zu dem Thema „Wahlen und Demokratie“ seit Tucholski („Die Wahl, der Tummelplatz des kleinen Mannes“) nichts mehr zu sagen. In Mecklenburg/Vorpommern lag die Wahlbeteilgung bei den diesjährigen Landtagswahlen bei etwas über 50 Prozent, in Bremen bei etwa 55 Prozent, in Hamburg unter 60 Prozent. Mag sein, in den nördlichen Ländern war am Wahlsonntag besonders schönes Wetter und alle waren am Strand und ehe sie den Sand aus den Socken geschüttelt hatten waren die Wahllokale schon geschlossen. Oder Alle waren gerade im Urlaub und… jedenfalls scheint die Beteiligung an der Demokratie für fast die Hälfte der erwachsenen und als mündig geltenden Bürger nicht das Wichtigste an einem Sonntag zu sein. Sie haben nicht etwa vier lange Jahre auf den Tag hingefiebert um endlich mit der Stimme des Volkes die an den Biertischen und in den Schönheitssalons vielfach kritisierte Politik mit den richtigen Leuten zu besetzen und so wieder in eine bürgerfreundliche Richtung zu drängen, nein, sie blieben zu fast der Hälfte den Wahllokalen fern. Spätestens nach dem Tatort-Krimi am vergangenen Freitag wissen es auch alle Fernseh-Krimi-Freunde: Politiker und Regierende bessern mit Hilfe von Industriefreundlichen Gesetzesänderungen ihre mageren Bezüge auf und es muss dem ein Ende gemacht werden. Dass hunderttausende von Bürgern zu viel Geld an die Pharmaindustrie bezahlen (über ihre Krankenkassenbeiträge) mag ja noch angehen, aber dass die Politiker, die Regierenden und ihre Sekretäre sich gegenseitig deswegen umbringen, dass geht dann doch zu weit. Aber die Hälfte der Bürger geht ja noch zur Wahl. Und die Bürger, die zur Wahl gehen, die bestimmen, wer uns dann regiert. In MeckPom sind ca. 50% zur Wahl gegangen. Wenn die SPD mit der Regierungsbildung beauftragt wird, so wird sie die Richtung der Politik bestimmen. Sie nimmt vielleicht die Grünen mit in ihr Schiffchen, dass in den nächsten Jahren zu steuern sein wird. Damit haben dann ca. 50 Prozent von 50 Prozent der Wahlberechtigten (also nur 25 Prozent aller Wahlberechtigten!) bestimmt welche Partei den Kurs bestimmen wird. Die SPD hat Deutschlandweit ungefähr 500.000 Mitglieder. Bei immer noch abnehmender Tendenz, denn über ein Drittel sind über 60 Jahre alt. In Mecklenburg-Vorpommern hatte die SPD im Jahre 2008 unter 3000 Mitglieder (davon werden inzwischen auch ein paar weggestorben sein). Die Grünen haben rund 500 Mitglieder in dem Land. Wenn diese beiden Parteien also zusammen die Regierung bilden, dann werden diese knapp 3500 Leute die politische Richtung des Landes und damit für knapp 1,4 Millionen mündige Bürger die Entscheidungsträger in Fragen der Politik sein. Sie werden sich noch ein paar andere Menschen dazu holen müssen, denn es gibt mehr Posten und Pöstchen zu besetzen als Mitglieder vorhanden sind. Es besteht also Hoffnung. Von SPD und Grünen regiert zu werden ist vielleicht gar nicht so schlimm. Schlecht wird erst, wenn die gewählten Parteisoldaten sich weder dem Parteiprogramm, noch dem Wahlprogramm verpflichtet fühlen. Man kann sie nämlich nicht wieder loswerden. Am schlimmsten ist es, wenn sie sich nicht mehr an ihre Versprechen und an ihren Eid gegenüber dem Wahlvolk erinnern. Bis zur nächsten Wahl können sie tun und lassen was sie wollen. Um das noch einmal klarzustellen: Das Volk geht wählen (jedenfalls das Halbe). Sie wählen Abgeordnete, die von den Parteien vorgeschlagen werden. Denn die Parteien sollen laut Grundgesetz bei der politischen Willensbildung mitwirken. Wenn dann die Abgeordneten sich im Parlament zusammengefunden haben, dann sind sie nur noch ihrem Gewissen verpflichtet. (Bekanntlich kommt erst der Bauch und dann die Moral(Brecht). So ist verständlich, dass die Abgeordneten zunächst an ihre Versorgung denken und dann an das Volk.) Die Parlamentarier bestimmen dann die Regierung. Die Regierung, das sind Beamte, die praktisch dem Parlament, dem Volk und manchmal auch Gott verpflichtet sind. Jedenfalls schwören sie das bei Amtsantritt. Wenn dann die Regierung durch das Parlament bestätigt ist, dann kann sie anfangen zu arbeiten. Zum Wohle des deutschen Volkes, oder auch zum Wohle des Volkes von Mecklenburg und Vorpommern. Die Regierung ist nicht einer Partei verpflichtet. Die Partei hat eigentlich gar nichts mehr zu sagen. Wenn da, wenn die Kanzlerin mal ins Bild kommt, „CDU“ als Zusatz steht, ist das falsch. Die Kanzlerin ist dem Parlament rechenschaftspflichtig, hat die Aufgaben zu lösen, die ihr vom Parlament gestellt werden und hat zum Wohle des deutschen Volkes zu handeln. Mit der CDU hat sie als Kanzlerin nicht viel zu tun. Nähme sie ihren Posten ernst, so müsste sie Parteizugehörigkeit und alle Posten und Verpflichtungen, die mit dieser Partei zusammenhängen, niederlegen. Das tut sie nicht. Das könnte aber mal im Gesetzt verankert werden. Bei den anderen Beamten (Polizei, Finanzamt) darf ja die Parteizugehörigkeit auch keine Rolle spielen. Wäre ja lustig, wenn nur noch die Bauanträge von CDU-Mitgliedern abgeschmettert werden würden. Ohne sinnvolle Begründung, natürlich. Nun ist es so, dass zwar anscheinend der Gesundheitsminister die Gesundheitspolitik (wie vom Parlament vorgegeben) durchsetzt, aber das tut er gar nicht. Dazu fehlt ihm Zeit, Qualifikation und Genie. Dabei wollen wir mal voraussetzen, dass er ein wenig Ahnung vom Gesundheitswesen hat, eine ordentliche Schulbildung genossen hat, nicht ganz verblödet und auch immer auf dem neusten Stand der Realität ist. Ein Genie ist er nicht, aber das andere wollen wir ihm mal zugestehen. Trotzdem kann er das nicht überblicken. Niemand überblickt das. Alleine die vielen beschriebenen Blätter zu lesen, würde ein einzelnes Genie überfordern. Der Bundesgesundheitsminister, der Herr Bahr, ist Bankkaufmann und Volkswirt und Manager. Er hat seine Helfer. Die Staatssekretäre. Die regieren eigentlich das Land. Denn die lesen die Papiere während der Minister Reden hält. Die studieren die Gesetze, die machen die letzten Änderungen daran. Manchmal auch im Sinne eines Unternehmens, von dem sie gerade eine Zuwendung für einen Vortrag erhalten haben. Sicher haben die Sekretäre und die Sekretäre der Sekretäre in ihrem Arbeitsvertrag auch stehen, dass sie ihrem Brötchengeber verpflichtet sind, aber sie haben einen Bauch und fühlen sich dem Deutschen Volk nicht unbedingt verpflichtet. Es ist also wirklich vollkommen egal, ob die Mecklenburger und Vorpommern zur Wahl gehen. Sie wählen aus dem Bauch, denn weder dem Parteiprogramm noch den Wahlversprechen können sie trauen. Und sie wissen das. Nachdem die Parlamentarier einmal auf ihren Stühlen sitzen können sie treiben was sie wollen. Die Parlamentarier diskutieren und es ist nur Show. Sie wissen das. Die wirklichen Entscheidungen werden hinter Türen getroffen, die ihnen meist nicht mal bekannt sind. Und oft Entscheidungen werden von den Parteigremien und Einzelpersonen vorgegeben, die das Gewissen und die Gedanken der Volksvertreter garantiert nicht befragen. Die Regierenden regieren. Jedenfalls tun sie so. Aber oft haben sie die von ihnen vorgelegten Gesetze nicht mal gelesen, geschweige denn verstanden. Hauptsache die Rechtsanwälte der Pharmaindustrie oder der Energiewirtschaft wissen was da drinnen steht. Der Wahlbürger weiß das. Mindest ahnt er es. Aber er hat immer noch Hoffnung. Und einen anderen Weg kennt er oft nicht. Jedenfalls steht keiner in der „Bild“. Dabei gibt es einen Weg. Einen politischen. Dazu braucht es aber jemanden der politischen Willen durchsetzt. Und das kann nur das Wahlvolk sein. Wenn das an der Wahlurne nicht möglich ist, dann muss es auf der Strasse geschehen.

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Die Erleuchtung

Die Glühlampe, die gute alte, ist tot. Mit der Einstellung der Produktion der 60-Watt-Glühlampen, der durch Gesetz entschiedenen Einstellung, wird irgendwann demnächst auch das letzte Lichtlein ausgehen.

Im Gegensatz zum offenen Feuer oder der Sonne ist, nein war die GlĂĽhlampe ein kĂĽnstliches Licht. So wie die Ă–llampe. Die ist kaum noch jemandem in unseren Breiten bekannt und ich kenne niemanden hierzulande, der, vielleicht ausgenommen der Ă–lfackel beim gemĂĽtlichen Grillabend, noch Licht direkt mit Ă–l erzeugt.

Das mit der Ollampe ist durchaus positiv zu bewerten. Öl ist knapp. Öl macht Ruß. Wahrscheinlich, nein, selbstverständlich, erzeugt die offene Ölflamme auch CO2. Aber es macht ein schönes, anheimelndes Licht.

Wie die Kerze. Ob als normale Haushaltskerze, als Duftkerze von Flieder bis Hundekot oder als Zierkerze vom Gartenzwerg bis zum Leopard 2 oder Eifelturm, sie macht Licht, wenn sie angezĂĽndet wird. Ăśbrigens wird sie oft auch aus dem Rohstoff Ă–l hergestellt und macht RuĂź und beim Verbrennen der Kohlenwasserstoffe (Wachs und/oder Stearin) entsteht CO2.

Die Verwendung von Kerzen ist in manchem Haushalt zum Hobby geworden. Wahrscheinlich werden in den Wohnungen mehr Kerzen betrieben als Glühlampen. Hoffentlich werden sie trotz ihrer schädlichen Umweltbilanz nicht verboten.

Der Steinzeitmensch wärmte sich am offenen Feuer und beleuchtete auch die Höhle in dunklen Winternächten ein wenig. Bis in die Neuzeit hinein war der Mensch in vollkommen zufrieden mit der Lichtausbeute. Was notwendig war an Arbeit, wurde, wenn immer möglich, in die helle Zeit des Tages verlegt. Im Winter wurde weniger gearbeitet, mehr Geschichten erzählt. Für die lesende Bevölkerung erfand der Mensch bald andere Beleuchtungsarten. Das Öllicht, das Talglicht, der Kienspan, später die Gasbeleuchtung. An manchen alten Gemäuern ist noch das alte Zuleitungsrohr für das Gas der Gaslaterne erhalten.  Wer darauf achtet, findet solche Stellen.

Erst die Erfindung der Elektrizität und dann die Erfindung der elektrischen Glühlampe brachte eine wirkliche Wende in die Erleuchtung der Menschheit. Was mit dem Gaslicht noch zögerlich begann nahm mit der Verbreitung von Elektrizität und elektrischem Licht rasant an Tempo zu: Jedermann konnte jetzt an jedem Ort zu jeder Tages- und Nachtzeit arbeiten (Und natürlich auch lesen, aber wer arbeitet braucht nicht lesen.). Der Bau des Spaceshuttel wäre ohne elektrische (60-Watt) Glühbirne nicht möglich gewesen! Es hätte Jahrzehnte gedauerte, wie bei der Chinesischen Mauer! Wobei, wahrscheinlich sind in den Ingenieurbüros eher Leuchtstoffröhren (Edelgas, z.B. Neon) verwendet worden.

Die elektrische Glühbirne, so wurde von findigen Forschern erkannt, hat einen enormen Nachteil: Sie wandelt nur ca. 5 Prozent der eingespeisten Energie in Licht um. Mit den restlichen 95 Prozent werden die Räume beheizt. Im Winter von Vorteil, im Sommer kaum zu spüren, gibt doch auch jeder Mensch, der sich im Raum aufhält zirka 75 Watt Wärmeleistung an den umgebenden Raum ab. Im Sommer mehr, weil er schwitzt und weniger anzieht. Wenn der Mensch mehr anziehen würde, vielleicht auch noch luftdicht verschließen, dann könnte er seine Energiebilanz wesentlich verbessern. Aber das bitte nicht weitersagen, sonst kommt im nächsten Umweltgesetz auch noch eine dementsprechende Verordnung, und das will doch wohl wirklich keiner, oder?

Wegen der 95 Prozent verschwendeter Wärmeenergie ist die elektrische Glühbirne nun geächtet. Sie war der lebenden Generation und den beiden Generationen vor uns ein treuer Begleiter. Jetzt passt sie nicht mehr ins Umweltkonzept. Die Regierungen haben beschlossen den Klimagemachten Weltuntergang zu verhindern. Bei der Glühlampe haben sie angefangen.

Dafür bekommen wir etwas Schönes: Die Energiesparlampe. Deren Energiebilanz soll besser sein. Zweifel sind angebracht. Die Lampe ist eigentlich eine Leuchtstoffröhre, wie wir sie schon seit Jahrzehnten kennen. Mit allen Vor- und Nachteilen. Sie ist etwas kompakter, als die bisher verwendeten Röhren, damit es nicht so auffällt, wenn sie unter den normalen Lampenschirmen angebracht wird. Die Füllung ist auch etwas anders – es wird Quecksilber statt Edelgas verwendet. Herstellung ist aufwendiger.  Die anderen Nachteile der Leuchtstoffröhren hat sie behalten. Sie braucht ein Vorschaltgerät, dass den normalen Haushalsstrom in Gleichstrom umwandelt und die Gasladung zündet.  Und die Lichtleistung lässt während der Lebenszeit (10.000 Stunden oder 2 Minuten) nach, während die aufgenommene Leistung (Strom) gleich bleibt. Der Starterstrom ist besonders hoch, so dass die Energiebilanz einer Energiesparlampe, die oft ein und ausgeschalten wird, nicht sehr gut ist. Also, lieber das Licht brennen lassen. So ungefähr vier Stunden, dann relativiert sich das wieder. Wer früher schlafen gehen will, sollte auf einen Energiesparlampe verzichten und sich lieber eine Kerze ans Bett stellen.

Inzwischen gibt es die Energiesparlampen in vielen verschiedenen Farben. Während die gute alte Glühlampe grün angepinselt werden musste, kann man jetzt den Raum in aubergine und schweinchenrosa beleuchten. Das unangenehme Gefühl allerdings, in seinem von Neonleuchten erhellten Büro zu sitzen, bleibt. Es ist eben kaltes Licht. Das war ja der Sinn.

Die Lampe enthält giftiges Quecksilber. Das ist, solange es in der Lampe ist, ungefährlich. Wenn allerdings der Besenstil an die Lampe knallt oder diese aus anderen Gründen zerbirst, dann ist die Wohnung nach geltenden Gesetzen sofort zu räumen und muss eine Sonderbehandlung bekommen. Vorsicht also mit der Gewalt. Es kann passieren, das die Schule, der Kindergarten, ihre Produktionsstätte für einige Tage geschlossen werden muss, weil jemand nicht sorgsam genug mit der Beleuchtung umging.

Auch wenn sie nicht zerbricht ist die Lampe nicht in den Hausmüll zu entsorgen. Sie muss auf eine Sondermüllentsorgungsanlage. Also nicht, wie das defekte Handy einfach in die Wertstofftonne, sondern beim nächsten Amt erkundigen, wer gefährlichen Sondermüll abnimmt!

Aber die Lampe hat auch Vorteile. Sie erleichtert das Gewissen all derjenigen Umweltschützer, die immer noch an den Weihnachtsmann glauben. Sie erleuchtet uns trotzdem. Sie gibt den Politikern gute Argumente. Sie beseitigt schädlichen Wettbewerb unter den Herstellern. Sie bringt den Herstellern wesentlich mehr ein, als die unkaputtbare, billige, preiswerte gute alte Glühbirne. Sie bringt neue Farbe in den Raum. Sie bringt neue Lampenschirme in den Raum und damit neuen Antrieb für die Hersteller von solchen. Auf in Umweltzone.

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